Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Unsterblichkeit – Ein Wunschtraum nicht nur in der Science Fiction

UnsterblichkeitUnsterblichkeit
Ein Wunschtraum nicht nur in der Science Fiction

Ewiges Leben. Wohl jede Kultur hat sich schon mal mit diesem Wunschtraum herum geschlagen. Wäre dies nicht so, gäbe es z.B. keine Religionen im bekannten Sinne, denn die großen Weltreligionen setzen einen oder mehrere unsterbliche Götter voraus und auch der Mensch soll ja über eine unsterbliche Seele verfügen. Und natürlich taucht die Unsterblichkeit gerne auch z.B. in der Science Fiction auf. Man denke nur an Perry Rhodan und seine Mitstreiter.


Doch seien wir uns auch darüber klar, Unsterblichkeit ist schlicht nicht gleichzusetzen mit Unzerstörbarkeit. Zumindest nicht, wenn man an einen Körper bzw. Organismus gebunden ist. Und Unsterblichkeit heißt ebenso auch nicht, dass man nun einen Zustand für die Ewigkeit erreicht haben dürfte. Hat man das erst einmal auf einen Nenner gebracht, dann ist Unsterblichkeit auch keine Utopie oder gar Science Fiction im eigentlichen Sinne mehr. Viel eher ist sie sogar mitunter alltäglich und heute durchaus vorzufinden.

UnsterblichkeitAlterung, Fortpflanzung und Unsterblichkeit:
Die Natur schafft generell viele Möglichkeiten der Arterhaltung. Hat ein biologischer Organismus eine hohe Fortpflanzungsrate, so dürfte der Alterungsprozess diesem biologischen Vorteil angepasst sein. Je niedriger die Fortpflanzungsrate um so länger kann hier die individuelle Lebenserwartung eines Organismus sein. Eine Seeschildkröte kann locker über 100 Jahre erreichen, sofern sie nicht vorher durch äußere Einflüsse (z.B. natürliche Feinde, Krankheiten) ums Leben kommt. Sie legt zwar am Strand viele Eier, doch nur ein geringer Prozentsatz der geschlüpften Nachkommen werden überhaupt die Geschlechtsreife erlangen. Der harte Kampf ums Überleben beginnt bereits nach dem schlüpfen, denn hier werden sie zu einem Festmahl für Raubvögel. Und erreichen sie das Meer doch, so warten selbst dort mehr als genügend Gefahren auf die Kleinen. Eine Schildkröte die also 100 und mehr Jahre alt werden kann, hat einen gewaltigen Überlebenskampf hinter sich gebracht, der genetisch festgehalten ist. Bei Stechmücken oder Fliegen sieht es völlig anders aus. Diese Organismen reproduzieren sich in solch enormen Ausmaßen, dass die natürliche Lebensspanne sogar denkbar gering nur wenige Tage umfasst. Selbst natürlichen Feinden dürfte es kaum in der Natur gelingen, den Bestand auch nur einer dieser Gattungen ernsthaft zu gefährden. Und vor kurzem hat man in kalten Meeresregionen selbst Haie gefunden, für die ein Alter von 450 Jahre wohl keine Besonderheit darstellt. Hier dürften auch äußere Faktoren (wie Wassertemperatur usw.) eine Rolle für deren angepasste Langlebigkeit spielen.

Die Natur und die äußeren Einwirkungen haben also einen immensen Einfluss auf die in den Zellen programmierte Lebenserwartung. Je niedriger also eine Verbreitungsmöglichkeit durch Reproduktion/Fortpflanzung ist, um so langsamer kann der eigene Zellverfall vor sich gehen, der einen Organismus altern und letztendlich sterben lässt. Umgekehrt sinkt die Lebenserwartung, je höher eine gesicherte Reproduktion/Fortpflanzung die Arterhaltung absichert, um so niedriger ist daher also die Lebensdauer des einzelnen Organismus. Alleine der Mensch hat sich (mal wieder) in seiner Evolution und fortschreitenden Entwicklung von solchen natürlichen biologischen Gesetzen faktisch abgesetzt.

Dabei reden wir hier immer noch von hohen oder niedrigen Lebenserwartungen und nicht von der Unsterblichkeit. Doch die Natur legt hier bereits einen Plan offen, den man überspitzt wie folgt vereinfacht definieren könnte. Bei Organismen die sich durch Reproduktion vermehren sinkt die natürliche Lebenserwartung während Organismen mit geringer bis hin zu verschwindend geringer Vermehrung durch Reproduktion durch relativer Unsterblichkeit als Art erhalten bleiben können. Dabei wird die Reproduktion, also Fortpflanzung nicht völlig fehlen, denn es handelt sich stets immer um eine relative oder anders ausgedrückt, eine potenzielle Unsterblichkeit. Dies bedeutet: Der Tod kann durchaus durch äußere Einflüsse oder Krankheiten eintreten. Stammzellen haben hierbei einen nicht zu unterschätzenden Einfluss.

UnsterblichkeitDie Unsterblichen sind längst unter uns:
Der Beweis für eine biologische Unsterblichkeit steht natürlich bei höher entwickelten tierischen Lebensformen (und hier schließen wir den Menschen mal mit ein) noch aus. Viel eher nimmt die Fähigkeit der Selbstregeneration ab einem bestimmten Zeitpunkt des Lebens nicht nur ab, sondern kann sich auch ins Gegenteil verkehren. Was unter dem Strich erst einmal bleibt ist mit fortschreitenden wissenschaftlichen und medizinischen Kenntnissen die Lebenserwartung nach oben hin zu verändern. Dabei muss jedoch der Ablauf des Alterns eingeschränkt werden, damit die Selbstregeneration über einen verlängerten Zeitraum positiv verläuft. Hier dürfte das Feld der Forschung im Bereich der gezielten DNA-Veränderung eine nicht unwesentliche Rolle einnehmen. Doch potenzielle Unsterblichkeit ist kein Produkt der Phantasie, wie wir an manchen Beispielen klar herausstellen können.

So kann man bei den meisten vorhandenen Einzellern bzw. auch Bakterienkolonien von einer potenziellen Unsterblichkeit ausgehen. Bei günstigen Bedingungen können sie sich durch Zellteilung beliebig reproduzieren. Ein Alterungsprozess ist hierbei eigentlich nicht zu beobachten, ebenso wie man keinen Tod durch fortschreitende Alterung feststellen kann. Die Sache hat trotzdem einen Haken.  Jede Nachfolgegeneration erscheint nach letzten Forschungen eher etwas schwächer und kleiner, was die Anfälligkeit für ein natürliches „Sterben“ begünstigen kann. Daher ist ein festhalten in diesem Punkt an einer potenziellen Unsterblichkeit noch nicht eindeutig gesichert.

Einige Arten von Seegurken haben laut der Wissenschaft allerdings wohl die Voraussetzungen für eine unbegrenzte Lebensspanne. Dafür müssten jedoch die Bedingungen für sie konstant ideal bleiben. Ein Umstand, der diesen Seegurkenarten wohl auf kurz oder lang zum Verhängnis wird.

Bei Süßwasserpolypen konnten bisher zumindest keine Anzeichen eines Alterungsprozesses nachgewiesen werden.

Pilze, und damit meine ich jetzt nicht den Teil des Pilzes, den man bekanntlich überirdisch ernten kann (sondern den Pilz in seiner Gesamtheit) sind jedoch nachweislich als potenziell Unsterblich anzusehen.

Besonders interessant ist hierbei der „Turritopsis dohrnii“, eine besondere Quallenart. Bei ihr könnte man schlicht von einem „Benjamin Button-Syndrom“ reden (siehe den Film DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON). Einmal die sexuelle Reife erreicht, kann der Organismus dieser Qualle durch die Nutzung des als Transdifferenzierung bezeichneten Zellwandlungsprozesses sich selbst wieder in das Stadium der Kindheit zurück versetzen und sein Leben schlicht wieder von vorne beginnen. Im Gegensatz zu der fiktiven Figur des Benjamin Button scheint diese Qualle diesen Zyklus anscheinend auch unbegrenzt wiederholen zu können. Damit wäre auch diese Spezies durchaus ein Anwärter auf eine potentielle Unsterblichkeit.

UnsterblichkeitAltern eine Folge der Evolution?
Um eine Spezies auf einen gewissen verträglichen stand zu halten (was beim Menschen im Hinblick der Überbevölkerung nicht gelungen ist), um das biologische Gleichgewicht der Natur nicht nachhaltig zu stören, dürfte sich der Alterungsprozess innerhalb der Evolution der jeweiligen Spezies als Selektionskriterium durchgesetzt haben. Ab einem bestimmten Punkt verringert sich der Bestand der Telomere im menschlichen Organismus (sowie allen anderen Organismen, die nicht die Voraussetzungen einer potentiellen Unsterblichkeit besitzen) und der damit im Organismus verbundene programmierte Zelltod setzt ein ohne in gleicher Menge neue Zellen zu schaffen. Der Alterungsprozess setzt also ein und damit ein schrittweiser Verfall (Abnahme der Fähigkeit zur völligen Selbstregeneration). Die verbleibende Selbstregeneration kann sogar einen negativen Verlauf für das Überleben nehmen, indem die „freien Radikalen“ innerhalb eines Organismus überhand nehmen. Im Volksmund werden solche Erkrankungen allgemein als Krebs bezeichnet. Erst wenn ein Lebewesen in die Lage versetzt wird, Beschädigungen innerhalb des Organismus in gleichem Maße wieder zu reparieren in dem sie auftreten, wäre es zeitlich unbegrenzt Lebensfähig und der Tod würde hier nur durch äußere Einflüsse wie z.B. Gewaltanwendungen oder Krankheiten erfolgen, gegen die der Organismus keine eigenen Abwehrmechanismen besitzt.

Peter Brian Medawar formulierte indessen 1952, dass es nie zu einer Selektion gegen das Altern kommt, da die eigentliche Reproduktionsphase bereits abgeschlossen ist, bevor sich die Symptome des Altern negativ auf die Selektion auswirken können. Dies nennt man die „Mutations-Akkumulations-Theorie“. George C. Williams kritisierte diese Theorie Medwars 1957, weil für ihn die selben Gene, die vorher eine positive Wirkung auf die frühen Lebensabschnitte hatten, im fortschreitenden Verlauf (Alter) negative Einflüsse auf das Leben zeitigen. Williams geht also von einer Umkehr des Positiven ins Negative aus.

UnsterblichkeitDenkbare Möglichkeiten der Zukunft:
Die Ideen der Wissenschaftler in Sachen potentielle Unsterblichkeit sind hier allerdings noch nicht ausgeschöpft. So sieht man verschiedene Ansätze, den Menschen potentiell Unsterblich zu machen. Der eine Ansatz liegt im Bereich der Nanotechnologie, in der die Biomedizin einen signifikanten Anstieg der Lebenserwartung erhofft. Gelänge es mit der Nanotechnologie ein Gleichgewicht zwischen Verschleißerscheinungen einerseits und regenerativen Prozessen des Organismus andererseits zu schaffen, könnte der Alterungsprozess faktisch zum Stillstand gebracht werden. Hierzu müsste aber auch der Krebs durch die Nanotechnologie in Schach gehalten und dessen Auswirkungen auf den Organismus eliminiert werden.

Eine andere Form wäre es, den Menschen Stück für Stück zu einem Cyborg umzuwandeln, wobei potentiell jedes schadhafte Organ einfach durch eine leistungsstarke künstliche Alternative ersetzt würde. Es dürfte allerdings noch länger dauern, bis diese umfassenden künstlichen Alternativen dem biologischen Vorbild gleichwertig sein werden. Ein ähnlicher Ansatz besteht darin, anhand von körpereigenen Zellen Körperteile (z.B. ein Ohr als einfache Form) oder innere Organe schlicht biologisch nachzuzüchten.

Nicht nur eine potentielle Unsterblichkeit sondern auch gleich völlig neue Welten würden sich beim sogenannten Mind-Uploading ergeben. Hierbei hofft man eines Tages gleich alle bewusstseinsrelevanten Teile des Gehirns in ein digitales Medium auslagern zu können. Ein so gespeichertes Bewusstsein könnte man auch in einer digitalen, d.h. Virtuellen Welt wieder zum Leben erwecken. Einen gewissen Realitätsanspruch hat diese Utopie jedenfalls, denn eigentlich ist jeder Sinneseindruck, den unser Bewusstsein von seiner Umwelt verarbeitet bzw. erhält nicht mehr, als eine im Gehirn verarbeitete Menge an verschiedensten Daten. Im Grunde wäre ein Mind-Uploading sogar noch die sicherste Methode zur Erlangung der Unsterblichkeit. Fehlt doch jedes Risiko vor möglichen physischen (körperlichen) Schäden durch Krankheit oder äußere Gewalteinflüsse. Wäre das menschliche Bewusstsein jedoch aktiv, könnten sich andere Probleme einstellen, denn das Bewusstsein ist es durchaus gewohnt auf seine körperlichen Möglichkeiten zurück zu greifen (tasten, fühlen, schmecken, greifen usw.), die dann jedoch nicht mehr vorhanden wären. Es sei denn, man gaukelt dem Bewusstsein faktisch einen virtuellen Körper vor mit dem es in einer virtuellen Welt agieren könnte. Konsequent im realen Leben bliebe dem Bewusstsein nichts weiter übrig, als Wissen schlicht über Datenaufnahme aufzubauen. Ob eine solche Unsterblichkeit aber noch erstrebenswert wäre, indem man aller seiner Sinneswahrnehmungen beraubt ist, lasse ich mal dahin gestellt. Die veränderte physische Form, oder besser gesagt das Fehlen einer eigenen solchen dürfte einer von zwei wesentlichen Nachteilen sein. Der zweite Nachteil besteht darin, dass man zwar das Bewusstsein vor körperlichen Schäden sichern könnte, es eventuell sogar durch zusätzliche Backups auf räumlich verteilte digitale Systeme speichern könnte, doch niemand könnte im Vorfeld gesichert sagen, ob dieses menschliche Bewusstsein noch über die vorher angenommene Subjektivität verfügt. Die Idee ist allerdings ebenfalls in den Vorstellungen z.B. mancher Autoren oder Filmemacher durchaus präsent. Man nehme hier nur den Film DER RASENMÄHERMANN nach einer Story von Stephen King. Mind-Uploading, davon sollten wir aber hier erst einmal ausgehen, ist noch eine Utopie reinsten Wassers, zumal es unter Wissenschaftlern noch nicht einmal einen Konsens über die tatsächliche Realisierbarkeit in der Zukunft gibt. Abwegig ist diese Theorie in Gänze allerdings auch nicht zu bewerten. Die Frage ist dann nur, ob der Mensch bei aller Unsterblichkeit überhaupt noch ein Mensch wäre.

Eine weitere Form der Lebensverlängerung würde die Kryonik bieten. Doch als Form einer potentiellen Unsterblichkeit fällt sie irgendwie dann doch unter den Tisch. Die Kryonik selbst, bei der im Menschen bei ca. 196°C jegliche biologische Aktivität im Organismus zum erliegen kommt, lässt nur den eigentlichen Verfall des Gewebes zum stillstand kommen. Wäre das zeitliche einfrieren und ein späteres auftauen des Menschen (oder des Gehirns als Sitz des Bewusstseins) möglich, hätte es nur für kranke oder ältere Menschen einen Nutzen, die die Hoffnung antreibt, dass in der Zukunft die Möglichkeit einer potentiellen Unsterblichkeit  ihnen zu Gute kommen könnte. Ansonsten macht eine Unsterblichkeit in der Gefriertruhe, um es mal salopp zu sagen, keinen Sinn und kann hier eigentlich getrost knapp abgehandelt werden.

UnsterblichkeitUnsterblichkeit und Religion:
Nein, als geborener Atheist werde ich jetzt hier nicht noch den dicken Rundumschlag bei den verschiedenen Religionen vornehmen. Grundsätzlich kommt aber fasst keine Religion ohne ein Leben danach und die Unsterblichkeit aus. Bei manchen ist es die Seele (eine andere Bezeichnung des Bewusstseins), die als einziges über die Unsterblichkeit verfügen soll. An anderen Stellen kommt es dann gleich auch noch zu einer körperlichen Wiederauferstehung. Hier widerspricht sich z.B. das Christentum bereits inhaltlich manchmal selber. Bei anderen Religionen gibt es dann die Wiedergeburt. Doch auch diese Form ist nicht ganz Fehlerfrei. Zwar gibt es immer mal wieder Personen die sich an Dinge erinnern, die sie eigentlich nicht kennen dürften oder sprechen z.B. nach einem Unfall Sprachen akzentfrei, mit denen sie nie vorher intensiv in Kontakt gekommen sind. Manche scheinen auch ganze Passagen eines früheren Lebens wieder aus ihren Erinnerungen hervorkramen zu können, doch selbst wenn es die Wiedergeburt gäbe, so bliebe das Bewusstsein aus früheren Inkarnationen bei der überwiegenden Mehrheit schlicht für immer verschollen. Jede Geburt wäre faktisch ein völliger Neuanfang, bei dem sich auch das Bewusstsein neu orientiert. Im Grunde Bestände daher überhaupt kein Bezug mehr zu dem Bewusstsein/Menschen, der man in einem anderen Zeitraum war. Grass betrachtet könnte so sogar ein wiedergeborener Adolf Hitler in seiner neuen Form irgendwann die Priesterweihen empfangen, weil er sich aufgrund aller nun auf ihn einstürzenden Informationen, Einflüssen und Erfahrungen völlig anders entwickelt. Schon im Bereich des Klonens dieses Diktators stände die Frage im Raum, ob jeder Klon sich im Bewusstsein dem Original anpasst oder gar einen völlig anderen Weg einschlagen würde, weil schlicht alle wesentlichen Voraussetzungen zur damaligen Entwicklung des Originals fehlen.

Doch genug der Spekulationen hinsichtlich der verschiedenen religiösen Auslegungen, denn verlassen würde ich mich nicht auf diese Weissagungen, die eher dazu gehalten sind, die Menschen im Leben bei der Stange und damit auch an die Seite der jeweiligen Obrigkeit zu binden. Man legte in der Geschichte der Menschheit nämlich immer viel Wert darauf, die Menschen durch die Religionen zu Lebzeiten zum stillhalten und schweigen zu verdonnern, indem man ihnen nach dem Tod Freiheit, ewiges Glück und entsprechend ewiges Leben in einem Paradies versprach. Das Prinzip hat System, denn bisher ist niemand zurück gekommen um die gemachten Versprechungen hierzu überhaupt einklagen zu können.

Doch wenn ihr demnächst mal wieder z.B. dem ewigen Erbschleicher des Universums in einem Roman folgt, dann könnt ihr anhand dieses kleinen Exkurses an Informationen jetzt etwas mehr in Sachen Unsterblichkeit mitreden. Ob es sich allerdings wirklich lohnt, potentiell Unsterblich zu sein, lasse ich ebenfalls mal dahin gestellt. Der Mensch wird schließlich allem einmal überdrüssig und da macht das Leben auch keine Ausnahme.

Kommentare  

#1 Hermes 2016-09-14 19:45
Danke Konrad für diesen interessanten Beitrag!
Zitieren
#2 Laurin 2016-09-15 16:18
Nichts zu Danken, Hermes. Im Grunde hat der Artikel ja auch Spaß gemacht, auch wenn ich ihn zuerst einmal zurück gestellt hatte, weil mir damals der Mittelteil und der Schluss noch nicht wirklich gefallen hatte. Aber mit ein wenig Abstand findet man dann doch die richtigen Worte und formulierten Sätze. ;-)
Zitieren
#3 Larandil 2016-09-16 09:07
Zitat:
Man legte in der Geschichte der Menschheit nämlich immer viel Wert darauf, die Menschen durch die Religionen zu Lebzeiten zum stillhalten und schweigen zu verdonnern, indem man ihnen nach dem Tod Freiheit, ewiges Glück und entsprechend ewiges Leben in einem Paradies versprach.
In einem der drei SF-Romane um das Habitat Rosinante von Alexis Gilliland, die Anfang der 1980er auf Deutsch erschienen, sinniert eine KI über den Glauben an ein Leben nach dem Tod, in dem die Guten belohnt und die nicht so Guten gestraft werden. Demnach wäre die Fiktion eines gerechten Gottes angesichts der Ungerechtigkeit in seiner Schöpfung nicht aufrechtzuerhalten, wenn nicht durch ein Leben nach dem Leben die Symmetrie wiederhergestellt würde. "Lässt du es dir hier gut gehen und nutzt deine Mitgläubigen nach Strich und Faden aus, dann wird es dir dort schlecht ergehen."
Zitieren
#4 Laurin 2016-09-16 20:39
@ Larandil:
Ja, so baut man Religion in die SF ein.
Könnte man aber auch einfacher haben, denn die religiöse Darstellung Gottes von Heute mal bei Seite geschoben und nur etwa 200 Jahre zurück gedacht, findet man einen eher rachsüchtigen Gott und wer da zu Lebzeiten nicht im Sinne der Obrigkeit (Herrscher und Klerus) spurte, der hatte leichte Probleme. In dem Sinne muss ein Gott also nicht einmal zwingend "gerecht" sein. ;-)
Zitieren
#5 Des Romero 2016-09-17 07:05
Im Zuge meiner Recherchen für einen aktuellen Roman, habe ich mich eingehender mit dem AT/teilweise NT beschäftigt. Die Unsterblichkeit der Seele wird mit keinem Wort erwähnt, dafür aber die Auferstehung des Fleisches (= Zombie). In den Urschriften sollen entsprechende Passagen allerdings vorhanden sein. Schaut man sich nun das AT an (ich war auf der Suche nach einigen knackigen Sprüchen), ist es angereichert mit Mord im Allgemeinen, im Speziellen mit Brudermord, Elternmord und Völkermord. Gott himself ruft sogar immer wieder dazu auf. Der Gott des AT ist größtenteils gehässig, rassistisch und extrem eitel und kann eigentlich nur das Gegenteil von dem sein, was er zu sein vorgibt, nämlich der Teufel. Das AT liest sich wie eine verkürzte und leicht entschärfte Form des Babylonischen Talmuds, der etwa ab 70 n. Chr. entstanden ist.
Da kann ich schon sehr gut verstehen, dass man zum Atheisten wird. Allerdings muss man auch sehen, dass Gott und Kirche/Religion nichts miteinander zu tun haben. Die Kirche ist eine Institution, die Gott nach ihren Wünschen formt und ihre Anhänger gern als dessen Vertreter auf Erden anpreist. Welchem Zweck dies dient, hast Du, Laurin, ja bereits beschrieben.

Ups! Hat geklingelt! ist bestimmt das Paket mit meinem Zellaktivator. (Dies nur, um den Bogen zum eigentlichen Thema zu schlagen :-) )
Zitieren

Kommentar schreiben

Probehalber öffnen wir wieder den Gästezugang für Kommentare. Wir werden sehen, wie lang es dauert. Da diese nicht automatisch publiziert werden, kann es eine Weile dauern, bis diese freigeschaltet werden

Please notice: If you are not a registered user, your comments have to de moderated. It may be last some time till it appears ...

- Bitte nehmt Rücksicht auf andere und kommentiert zum Thema und bleibt sachlich...
- Rassistische und diskriminierende Kommentare werden nicht zugelassen
- Kommentare werden begutachtet und dann - unverändert - frei geschaltet.


- Nur noch Administratoren [SuperUsern] ist es gestattet Kommentare zu editieren - bitte den Zusatz mit einem geeigneten Wort wie "Edit" kennzeichnen - oder zu löschen

- Wer Kommentare entfernt haben möchte, wende sich bitte via Kontaktformular oder Mail an den Administrator. Dann wird darüber entschieden.

Sicherheitscode
Aktualisieren

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.