Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Das Saarland - Mythen und Sagen: Teil 47 - Urban Legends (1/1)

Sagen und MythenVon den Quellen bis zur Mündung
Teil 47 - Urban Legends (1/1)

Unglaubliche Geschichten
Nach eine wahre Geschichte von Augenzeugen(u.a ein gewisser Pastor Herrmann Adam) soll in Kleinblittersdorf es um 1950 ein Spukhaus gegeben haben. Bewohner hörten es mehrfach im Speicher rumoren.

Ein mutiger Nachbar wagte es schließlich, dahin zu gehen. Aber kaum war er droben, rannte er schon wieder schreiend die Treppe hinunter bis auf die Straße, wo er ohnmächtig wurde.


Schließlich konnte er den herbeigeeilten Leuten sagen, er habe ein Gespenst gesehen, das sei so schrecklich, er werde niemals mehr in den Speicher gehen.

Da auch sonst niemand mehr sich rauf wagte, wurde der Eingang verbarrikadiert.

Aus dem Ort Auersmacher kommt die Geschichte vom Federkreis. Ein Kind wurde krank. Nichts half, bis eine "Braucherin" (heilkundige Gebetsheilerin) sagte, man solle mal das Kopfkissen des Kindes öffnen. Das geschah, und man fand einen fast geschlossenen Kreis aus Federn, die fest zusammengefügt waren. Wenn der Kreis geschlossenen gewesen wäre, wäre das Kind gestorben, nach Meinung der Heilkundigen.

Ein Herr H. aus Auersmacher, Mitarbeiter beim Landkreis Saarbrücken soll diesen Federkreis selbst gesehen haben.

[Anmerkung: Meine Großmutter hat mir als Kind immer gesagt ich soll mein Kopfkissen schütteln, da sonst die Federn einen Klumpen bilden und Albträume verursachen.
Wäre dieser Klumpen fertig würde ein Vogel aus dem Kissen kommen und mit dem letzten Albtraum die Seele davontragen. (Dieser Vogel ist ein Todessymbol!). Danach lachte meine Oma als hätte sie einen Witz gemacht und sagte, es sein natürlich nur Aberglaube!

La Porte d' le Enfer
Die Geschichten die sich um diesen verlassenen Eisenbahntunnel ranken, könnten aus einem drittklassigen Horrorroman stammen. Ein furchtbares Unglück soll sich dort ereignet haben, so schlimm, dass bis zum heutigen Tage kaum jemand wagt offen darüber zu sprechen. Die Fakten sind spärlich gestreut und Zeitzeugen scheint es keine mehr zu geben. Das ist die Geschichte wie sie in dieser oder ähnlicher Form erzählt oder inzwischen schon in diversen Internet-Foren weiterverbreitet wird:
[Im Krieg soll es in diesem Tunnel ein furchtbares Blutbad gegeben haben. Hundert Menschen oder mehr sollen sich nachts im Tunnel versteckt haben als plötzlich wie aus dem Nichts ein Zug durchgefahren sein soll. Die Wände waren auf 1000 Metern Länge mit Blut verschmiert, von den Leuten war nicht mehr viel übrig. Die Strecke war zu diesem Zeitpunkt angeblich stillgelegt so dass dort gar kein Zug hätte fahren können. Der Zug war mit Beutekunst aus dem besetzten Frankreich beladen, die schnell noch vor den anrückenden Alliierten in Sicherheit gebracht werden sollte. Auch der Verbleib des Zuges mitsamt der Kriegsbeute ist unklar.]

Doch damit nicht genug! Es geht noch weiter. Angeblich soll der Tunnel das Tor zur Hölle sein und jeder der ihn durchschreitet landet auf direktem Weg in Luzifers Suppentopf. Sogar ein fiktiver Augenzeugenbericht soll diese Horrorstory noch untermalen.

Weitere Kommentare spare ich mir besser. Auch wenn an dem Wahrheitsgehalt der obigen Ausführungen erhebliche Zweifel bestehen, so ist es doch eine unterhaltsame Gruselgeschichte die man nicht allzu ernst nehmen sollte!

Gegen die Geschichte vom Eisenbahnunglück spricht auch, dass der Tunnel bereits im Dezember 1936 auf deutscher Seite zugemauert wurde. Die Eisenbahnbrücke über die Saar bei Mechern wurde kurz darauf gesprengt. Und noch vor Kriegsende wurden dann auch noch die Gleise entfernt. Aber solche Kleinigkeiten konnten einen echten  mit Sicherheit nicht aufhalten.

Tatsächlich gab es einen oder mehrere ungeklärte Todesfälle in dem über 1,4 Kilometer langen Tunnel. Ein Geschäftsmann soll sich dort erhängt haben und ein Wanderer sei auf geheimnisvolle Art und Weise beim Durchqueren des Tunnels verschwunden.
Tatsächlich kursiert im Internet ein Zeitungsartikel, der diese seltsame Geschichte vom Verschwinden des Wanderers zu bestätigen scheint.
[Wanderer spurlos verschwunden. Der folgende Artikel kursiert seit einigen Jahren im Internet: Zu Anfang noch amüsiert waren die Mitglieder der Wandergruppe "Eisenbahnfreunde Solingen e.V.", als nach der Durchquerung des alten Waldwisser Eisenbahntunnels, dem so genannten "Höllentunnel", im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Frankreich einer ihrer Kameraden spurlos verschwunden blieb. Glaubten sie vorerst noch an einen schlechten Scherz ihres Kassenwarts Günther J., so verging ihnen doch nach mehrstündiger vergeblicher Suche allmählich das Lachen. Auch drei Tage nach dem Verschwinden des 48-jährigen Familienvaters hat die Polizei bisher noch keine Hinweise auf dessen Verbleib. Ein Verbrechen kann inzwischen nicht mehr ausgeschlossen werden. Daher bittet die Polizeidirektion Saarlouis alle Personen, die am 28. April in der Nähe des Waldwisser Tunnels ungewöhnliche Beobachtungen gemacht haben, sich unter der Nummer XXX XXXXXX zu melden. Vereinsvorstand Uwe M. und seine Kameraden zeigten sich unterdessen schockiert, als sie von der dunklen Vergangenheit des Tunnels erfahren mussten. "Das haben wir nicht gewusst", sagt einer Eisenbahnfreunde sichtlich betroffen].

Seltsam nur, das diese Eisenbahnfreunde auf Nachfrage nichts von der Geschichte wussten, und auch niemanden vermissen.

Auf der gleichen Strecke befinden sich noch weitere stillgelegte Tunnel. Auch dort kursieren Geschichten um angebliche Unglücke, wie zum Beispiel die um den 'Le Chemin de l'Enfer'.

Soweit zu den alten und modernen Sagen, Mythen und Legenden. Im nächsten Teil des Artikels sprechen wir  über  Magie und Zauberei, die ja, besonders in den alten Legenden eine Rolle  im Einflussgebiet der Saar spielte.

Hier zwei Geschichten  aus der Zeit als ich so im Alter von 18 bis 25 Jahre alt war:
Für die erste Geschichte kann ich nicht bürgen, denn die habe ich über die 'Buschtrommeln', sprich die Klatschweiber bei Bäckerauto – vielleicht kennt ihr das auch, dass der Bäcker mit dem Auto durch den Ort seine Runde macht? - erfahren.

Einmal musste der damalige Köllerbacher Pastor das Haus einer Schülerin (als meiner alten Schule) dreimal aussegnen, da es dort spukte bzw. ein 'Poltergeist' sein Unwesen trieb. Als ich dann eine gemeinsame Bekannte traf, erzählte die mir, dass die Schülerin das 6. Buch Moses ausprobiert hätte. Ob das der Wahrheit entspricht kann ich nicht bezeugen!

Diese Zauberbücher sind nur wirksam, so behaupte es der Volksmund, wenn sie von einem katholischen Priester während der heiligen Messe die Segnung erhielten. Das muss während der Abendmahl-Wandlung geschehen. Da das wohl kein Priester freiwillig tun würde, soll man das Buch unter die Altardecke legen, so der es nicht bemerkt. Angeblich soll daher auch die Sitte des 'über das Altartuch streichen' kommen, so der Volksmund, damit der Priester solche 'Zauberbücher' entdeckt.

Die zweite Geschichte habe ich aus eigener Hand erfahren, als ich bei meine Sprenger Cousine [Anmerkung: Sprengen ist ein Ortsteil von Schwalbach und von Köllerbach zu Fuß durch den Wald in knappen 30 Minuten zu erreichen.): Meine Cousine wurde gerade 18 Jahre alt und hatte drei Typen aus ihrer Klasse eingeladen. Natürlich kamen wir ins Gespräch.
Schon damals hatte ich einige mehr oder minder wissenschaftliche Bücher über das 'Nichterklärbare'', von Hexen, Dämonen, Zauberei, Parapsychologie bis hin zu Präastronautik und Ufos  (die natürlich nicht mehr auf dem neusten Stand sind!).
Es war die Zeit als Rainer Holbe bei dem noch jungen RTL TV die Unglaublichen Geschichten präsentierte. Ich habe die Bücher zur Serie noch heute.]

Die Kids waren John Sinclair-Fans [das soll jetzte keine Aussage über John Sinclair Leser und Fans sein, die meisten sind ja normale Menschen, wie du und ich Wink], und interessierten sie für das Übernatürliche. Im Laufe des Gespräches erzählten sie mir von einer Mutprobe. Vor kurzem war jemand verstorben und lag aufgebart in der Sprenger Leichenhalle. Auf seiner Brust lag ein Kruzifix, aber kein Pektroale. Diese nahmen sie dem Toten ab.

Als ich das hörte musste ich mich beherrschen nicht auszurasten. Ich entschloss mich ihnen eine Lektion zu erteilen. (Ich muss erwähnen, dass die Drei nicht gerade geistige 'Leuchten' waren.) Also tischte ich ihnen eine Story auf, mit Hintergrundwissen über Rachegeister und Flüchen gespickt, auf, die sie, Augenscheinlich ohne mit der Wimper zu zucken, wegsteckten, als wenn ich eine Lagerfeuergruselstory erzählt hätte. (Vom heutigen psychologischen Standpunkt würde ich so was nicht mehr machen, die eventuelle  Selbstmordgefahr bei labilen Menschen ist zu groß!)

Doch einige Tage später, es ging gegen Vollmond zur, standen zwei der Typen vor der Haustür meiner Großmutter, denn ich lebte zu der Zeit ja noch in Köllerbach. Sie berichteten mir das ihr Kumpel sich ganz komisch benahm. Er würde sich dauernd kratzen und jucken, meinte das jemand hinter ihm stand – doch wenn er sich umsah, war da niemand, außerdem wachte er Nachts schweißgebadet auf. Scheinbar hatte meine Geschichte ihre psychologische Wirkung nicht verfehlt!

Sie baten mich um Hilfe, denn scheinbar war ich für sie so eine Art 'Fachmann'. Um Schadensbegrenzung zu betreiben, pauste ich ihnen ein Schutzzeichen aus einem der wissenschaftlichen Bücher über Magie ab, sagte sie sollen sich an den Pastor wenden, denn in diesem Falle helfe nur eine Beichte und, eine Wiedergutmachung gegenüber des Toten, dem sie das Kreuz gestohlen hatten.

Ich habe die drei Jungs nie wieder gesehen, deshalb gehe ich aus, sie hatten meinen Rat befolgt. Was für eine Strafe sie bekommen haben weiß ich nicht.

Was sagt uns das Ganze: Wenn man sich mit dem Okkulten befasst muss man damit rechnen das man 'Antwort' bekommt, die einem nicht gefällt! 

Kommentar schreiben

Probehalber öffnen wir wieder den Gästezugang für Kommentare. Wir werden sehen, wie lang es dauert. Da diese nicht automatisch publiziert werden, kann es eine Weile dauern, bis diese freigeschaltet werden

Please notice: If you are not a registered user, your comments have to de moderated. It may be last some time till it appears ...

- Bitte nehmt Rücksicht auf andere und kommentiert zum Thema und bleibt sachlich...
- Rassistische und diskriminierende Kommentare werden nicht zugelassen
- Kommentare werden begutachtet und dann - unverändert - frei geschaltet.


- Nur noch Administratoren [SuperUsern] ist es gestattet Kommentare zu editieren - bitte den Zusatz mit einem geeigneten Wort wie "Edit" kennzeichnen - oder zu löschen

- Wer Kommentare entfernt haben möchte, wende sich bitte via Kontaktformular oder Mail an den Administrator. Dann wird darüber entschieden.

Sicherheitscode
Aktualisieren

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.