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Der Mythos des Vampirismus - Ein kleiner Einblick

Mythos VampirismusDer Mythos des Vampirismus
Ein kleiner Einblick

Insgesamt ist der Vampir im Genre des Phantastischen immer mit einer Sonderrolle bedacht. Gerade hieraus lässt sich seine Aktualität auch in der heutigen Zeit ableiten.

Ich weiß, ich selbst habe oft den Kopf geschüttelt darüber, was eine Anne Rice aus einem Vampir gemacht hat und was dann mit Stephenie Meyers sowohl im Buch als auch in den Verfilmungen aus dem Vampir wurde.

 

In manchen Beiträgen sieht man diese Entwicklung auch als eine logische Weiterentwicklung an. Die Frage ist dann aber zu stellen: Handelt es sich wirklich um eine Weiterentwicklung - also dem Hinzufügen von etwas neuem oder ist das, was da so neu oder besser gesagt so anders daher kommt, nicht schon längst im Keim des Mythos um den Vampirismus angelegt?

Um diesem Denkansatz etwas näher zu kommen sollte man sich erst einmal davon trennen was einem hier in den Umsetzungen (Buch, Heftroman, Film) gefällt und was nicht!

Der Vampir als Monster
Bram StokerDie berühmteste Figur dürfte hierbei wohl der Graf aller Vampire, nämlich Bram Stokers DRACULA sein. Dabei dürfte wiederum der WERWOLF innerhalb der Mythologie wohl sogar noch älter sein als der Vampir selbst, zumindest in der Ausprägung wie wir ihn heute kennen.

Auffällig bei sehr vielen Monstern die wir aus der Mythologie und Popkultur im Großraum Europa kennen ist deren Körperlichkeit. Egal ob Vampir, Werwolf, Zombie (Widergänger) oder das Monster von Frankenstein, das Monster in Literatur und Film ist stets ein körperliches Wesen.

Der Mensch kann sich vor den Monstern verstecken oder sich z.B. vor verbarrikadieren (ob dies immer gelingt ist eine andere Frage und spielt dabei immer mit den vom Menschen ausgehenden Fehlern). Bei einem Zombie / Widergänger reicht es die Türen und Fenster zu befestigen solange der Ansturm noch gering ist.

Einen Werwolf hält man sich mit stabilen Mauern vom Leib (wie wir auch aus dem Märchen wissen). Aber einen Vampir - ja, den muss man sogar einladen, damit er die Schwelle des Heimes seiner Opfer überschreiten darf (gängige Form der Darstellung die aber auch gerne abgewandelt wird).

Hierin unterscheiden sich unsere Monster und damit auch der Vampir schon einmal massiv von den Monstern z.B. aus Japan (Asien). Dort sind die Monster (zumeist nicht körperlicher Natur. Es reicht nicht, einige Balken vor ein Fenster und die Tür zu nageln weil es zumeist Wesen sind, die nicht an einen Körper gebunden bzw. von einem abhängig sind.

Übrigens: Godzilla und Co. rechne ich hier einmal nicht ein, weil sie nicht einer Mythologie entspringen sondern der Aufarbeitung und Angst vor der Atombombe als realen Hintergrund im phantastischen Sinne!

Diese besagten Monster aus Asien kommen den Geistererscheinungen im europäischen Raum näher. Diese mögen Angst und Furcht einflößen, werden aber zumeist als gepeinigte Seelen beschrieben, die für den Lebenden aber nicht wirklich eine Gefahr darstellen (der ruhelose Geist im europäischen Sinne). Erst der Poltergeist als eigene Variante kommt den asiatischen Monstern näher, da dieser aktiv in unsere Welt eingreifen und handeln kann.

Nun, natürlich kennt auch Asien durchaus körperliche "Monster" oder Mythengestalten. Aber z.B. im Fall des Horror-Genres greift (z.B. im Film) man in Japan verstärkter auf die körperlosen Schrecken der eigenen Mythologie zurück. Körperlich (im Film) sind wie gesagt hier eher gigantische Monster oder grausige Mutationen, deren Dasein mit der Atombombe bzw. der Umweltverschmutzung begründet werden. Die Darstellung eines Vampir z.B. in einem japanischen Film dürfte daher eher als Grundlage eben wiederum Bram Stokers DRACULA haben.

Was hat DRACULA mit einem Vampir zu tun?
Vlad TepesDumme Frage, wird hier mancher sagen, nur realistisch hat Draculea (der kleine Drache), also der reale Vlad Tepes (1431 - 1476) nichts mit einem Blutsauger oder dem Vampirismus als Mythos zu tun.

Tepes war blutrünstig und grausam als Herrscher und hierbei gerade gegenüber seinen Feinden, wobei das Pfählen seiner Feinde auch nicht seiner Phantasie entsprungen ist. Letzteres hatte er als Gefangener der einfallenden Türken von diesen sogar übernommen und einem Ausmaß zugeführt, dass selbst wiederum die Türken erschaudern ließ!

Der Graf Dracula wie wir ihn nun von Bram Stoker kennen (Vampirroman von 1897) hat gelinde gesagt nur etwas mit der Namensgebung zu tun (Draculea). Fährt man nun an die besagten Stätten dieses "Roman-Vampirs" so wird man mit Unmengen von Nippes eines blutsaugenden Grafen eingedeckt und statt einer Burg findet man in dem Gebiet das Stoker beschrieb eher ein wuchtiges Hotel neuerer Zeit, dass sich des Mythos des Vampir für die Touristen angenommen hat.

Erzebeth BarthoryStoker reizten zudem die geheimnisvollen Landschaftsschilderungen über die Karpaten, weshalb der Vampir seines Romans hier beheimatet wurde. Bram Stokers Figur des Dracula dürfte indes eine Mischung zwischen dem Namensgeber Tepes und den Schilderungen der Blutgräfin Bathory aus Ungarn sein.

Bei der Blutgräfin kommt neben der Grausamkeit auch ihr Fetisch zum Blut hinzu. Blut wird von ihr als ultimativer Saft zur ewigen Jugend und Schönheit angesehen. Eine Vampirin war die Bathory damit aber auch nicht. Vielmehr dürfte der massive Blutverlust ihrer Opfer aus den Schilderungen den grausamen Folterungen zuzuschreiben sein. Die Opfer bluteten also eher aus und wurden nicht "ausgesaugt"!

Der walachische Fürst Vlad Tepes genießt auch heute noch ein gewisses Ansehen unter den Menschen (trotz seiner Grausamkeiten singt man auch heute noch Lieder über ihn als Befreier von den türkischen Feinden), nur wird er auch hier nicht in die nähe des Mythos über den Vampirismus gebracht! Man weiß hier eben in den Karpaten zwischen der Geschichte und dem, was dem Tourismus dient, sehr wohl zu unterscheiden. Gerade aber der grausige Hintergrund bei der Blutgräfin Bathory offenbart einige Feinheiten, die wir im Roman von Bram Stoker wieder finden: Blut als Mittel zur ewigen Jugend und Schönheit - die Voraussetzung also wie man sich ewiges Leben ersehnt!

Was hat Blut mit Vampirismus zu tun?

Ranfts AbhandlungHand aufs Herz, wenn wir vom Vampirismus reden fällt jedem sofort ein wildes und schaurig schönes Szenario von Vollmondnächten, Friedhöfen, Grabkreuzen und Särgen ein, denen die lebenden Leichen mit spitzen Zähnen entsteigen. Ein Hauch der Grausamkeit, gepaart mit düsterer Erotik und jeder Menge Blut um das Leben und den Körper auf ewig zu erhalten. Und wehe der Vampir kommt mit dem Sonnenlicht in Berührung, dann bröselt sein Körper zu Staub und das unheilige Leben des Leichnams endet! Auch hier hat der Mythos des Vampirismus nicht wirklich viel mit mit dem in den Romanen und Filmen zu tun.

Der wirkliche Mythos um den Vampirismus ist nicht einmal vereinbar mit dem "blutrünstigen Grafen" der bei Sonnenlicht zu Staub zerfällt und sich lüstern in die Hälse junger Frauen verbeißt um ihr Blut zu trinken. Laut dem Historiker Dr. Peter Marion Kreuter kennt der Volksglaube nähmlich keine "Blutsauger"! Denn laut dem Volksglauben ist ein Vampir erst einmal ein lebender Leichnam der seinem Grab entsteigt um den Menschen zu schaden, indem er z.B. sein Vieh tötet oder aber die mühsam angebaute Ernte vernichtet. Dabei kommt der "Vampir" nicht einmal obtisch als dämonisches Wesen der Hölle daher, sondern einfach als unversehrter Toter der Verwesung und Verfall trotzt! Zumeist also eine eher verstorbene, vertraute Person, die in ihrem Grab keine Ruhe findet. Also aufgrund der historischen Beschreibungen dem Zombie sogar näher als einer blutsaugenden Kunstfigur ala Dracula.
"Viele dokumentierte Szenen der Vergangenheit lassen uns trotzdem das Blut in den Adern gefrieren. 1731 leiden in der serbischen Ortschaft Medvegia mehr als ein Dutzend Menschen an einer unbekannten tödlichen Krankheit. Sie fiebern, werden immer schwächer, fast so, als raube ihnen etwas die Lebenskraft. Für die Dorfbewohner bleibt nur ein Schluss: Es ist das unheilvolle Werk von Vampiren! Beim öffnen der Gräber auf dem nahen Friedhof bestätigt sich der Verdacht. Mehrere ausgegrabene Leichen zeigen kaum Anzeichen von Verwesung. Die Akten jener Zeit lagern noch heute in Wiener Archiven."
(aus: Hörzu-Wissen, Ausgabe Nr. 5, Oktober/November 2010, Seite 27/28)
 
Im Fall von Medvegia dürfte wohl Milzbrand für die Todesopfer Schuld sein. Man geht davon aus das man erkranktes Vieh verzehrt hat und es somit zum Befall mit Milzbrand auf den Organismus der Menschen kam (Übertragung des Milzbrand-Erregers). Auch die Tatsache, dass einer der Bauern nach seinem Begräbnis den Menschen und sogar seiner Frau noch einmal erschienen ist, lässt sich erklären.

Zu jener Zeit und mangels moderner medizinischer Technik konnte es dazu kommen das Menschen vermeidlich für tot gehalten noch lebendig begraben wurden. Es dürfte also dem erkrankten Bauern gelungen sein, seinem Grab noch einmal zu entkommen und somit durch sein erscheinen dem Mythos eines Vampir weiter Nahrung gegeben haben, bevor er dann endgültig anhand der Erkrankung verstarb.

GutachtenBeim Öffnen der Gräber stellte man zudem fest, dass die Toten über eine gesunde rosige Haut verfügten und Spuren von frischem Blut im Mundbereich zu finden waren. Der zu einer Grimasse verzogene Mund entblößte die Zähne die scheinbar spitz und lang schienen, genauso wie die Nägel der Finger scheinbar weiter wuchsen (was jedoch nur eine optische Täuschung ist durch das schrumpfen der Haut oder des Zahnfleisch). Auch das scheinbar frische Blut das nicht geronnen erschien, entstammt in Wahrheit der Fäulnisflüssigkeit die mit körpereigenem Blut vermischt ist.

Die Haut besteht wie bekannt aus mehreren Schichten. Ist die obere Hautschicht durch den Verfallsprozess abgelöst, so erscheint darunter erst einmal eine weitere rosige und gesund erscheinende weitere Hautschicht.

Selbst das "Aufstöhnen" oder ein ächzendes Geräusch das dem vermeidlichen Vampir beim pfählen entfährt, ist dem austreten von Fäulnisgasen aus dem Körper der Leiche anzurechnen! Hinzu kommen natürlich die ungenauen Angaben der damaligen Mediziner die solchem Pfählen beiwohnten und schon war der Übergang zwischen Wahrheit und Mythos fließend!

Wie intensiv sich der Mythos halten kann zeigt sich daran, das noch im Jahre 2005 im Ort Marotinu de Sus (Rumänien) ein ›Vampir‹ ausgegraben worden sein soll um dessen unheiliges Treiben zu beenden.

Ob nun Krankheiten oder/und Seuchen bei Mensch oder Vieh, oder eine verheerende Missernte, der Volksglaube hatte schnell den Schuldigen in einem oder mehreren Vampiren erblickt. Nur eines tat der Vampir zu dieser Zeit nicht, nämlich hübschen jungen Mädchen das Blut bis auf den letzten Tropfen aussaugen! Letzteres ist eher der düsteren Erotik des Roman- oder Film-Vampir geschuldet.

Blut, ewiges Leben und die Jugend
Nosferatu (Max Schreck)Im Film NOSFERATU ist der Vampir nicht nur ziemlich alt sondern auch hässlich und doch versprüht er eine gewisse Erotik durch die Liebe zu seinem Opfer, das er über das Leben hinaus in Schönheit und ewiger Jugend (für sich) erhalten möchte. Gleichsam taucht hier aber auch der eigentliche Mythos des Vampirismus auf, indem er in seinem Schlepptau gleich auch noch Krankheit und Seuchen mit sich führt.

Späterhin ändert sich dieses Bild schon gehörig. Anhand der Darstellung von DRACULA durch Bela Lugosi zeigt sich ein anderer Vampir. Er tritt standesgemäß und belesen auf, man kann mit ihm bestens ein Gespräch führen und doch ändert dies nichts an seiner Grausamkeit.

Der Vampir ist und bleibt böse bis ins Mark! Dieses Bild bleibt haften auch bei späteren Verfilmungen z.B. mit Christopher Lee oder in diversen Büchern und Heftromanen des Genre. Der Vampir also bleibt in diesen Rollen ein Dämon, eine Ausgeburt der Hölle, ein lebender Leichnam und damit weit ab von einem durch menschliche Gefühle getriebenen Vampir wie wir ihn spätestens nach Anne Rices Roman und dessen Verfilmung INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR her kennen.

Bela LugosiAuch wenn es nicht wirklich gefällt wenn man eher den klassischen Blutsauger sucht, so ist Anne Rices Vampir durchaus eine weitere Veränderung des literarischen Vampirismus aber keine Weiterentwicklung des Genres (jedoch eine an den Sehnsüchten und Träumen der Menschen angelehnte Veränderung)!

Von einer Weiterentwicklung kann man insofern nicht reden, weil Anne Rice sich durchaus aller klassischen Elemente bedient. Viel eher wird hier sogar dem Mythos des Blutsaugers ein wesendlicher Baustein genommen. Der Vampir ist nicht mehr eine Ausgeburt der Hölle, kein dämonisches Wesen mehr, weil er zwischen Gut und Böse zu unterscheiden vermag, weil er nicht mehr nur noch "Monster" ist. Ja, Anne Rice gleicht den Vampir sogar anderen Monstern wie dem WERWOLF an! Denn der Werwolf ist ein getriebenes Wesen, blutrünstig bei Vollmond verachtet er seine Taten wenn er wieder zum Mensch wird. Das Monster erhält also durchaus menschliche Züge. Und so neu ist die Sache nicht, denn in der sehr erfolgreichen Fernsehserie BUFFY mit Sarah Michelle Gellar ist diese Änderung bereits eine Grundlage in der Liebe zwischen Buffy und dem Vampir Angel!

Anne Rice verzichtet hier jedoch auf den erklärenden Moment, dass uns bei der Serie BUFFY (und in betreffenden Romanen)noch geliefert wird. Bei Buffy bleibt Angel ein Vampir, jedoch besitzt er etwas das die anderen Vampire nicht besitzen, nämlich eine Seele!

Gehen wir der Sache noch etwas weiter nach, so finden wir eine weitere Steigerung in den Romanen und in den Verfilmungen von Stephenie Meyer (den BISS-Romanen bzw. Twilight-Filmen). Klar, bei den meisten weiblichen Fans dürfte der Schauspieler Robert Pattinson das Blut in Wallung und die Stimmbänder zum überschlagen bringen und Kristen Stewart als weibliches Gegenstück steht ihm da nicht viel nach. Das dämonische aber ist hier sogar völlig verdrängt worden.

Viel eher dürfte man hier von verschiedenen Gattungen des Menschen ausgehen, nur mit dem Hintergrund das sich einige nur von Blut ernähren und ewig jung und unsterblich bleiben und die anderen sich in Werwölfe verwandeln können (wann sie wollen). Der normale Mensch scheint in diesem Gesamtbild sogar etwas benachteiligt zu sein, er kann alles essen aber nicht alles machen.

Der Fluch wird hier zur Gabe die wiederum ein Fluch sein kann! Natürlich gibt es aber auch hier böse und grausame Vampire, aber darin unterscheiden sie sich nicht mehr vom Menschen schlechthin, denn auch unter Menschen gibt es Gute und Böse. Oder um es anders zu formulieren: In jedem Menschen schlummert ein potentieller Mörder, es liegt aber an den inneren Werten und der eigenen Moral, folglich an uns selbst, in welchem Maß wir es dem Bösen erlauben unser Handeln zu bestimmen.

Um es hier aber auch einmal klar zu stellen. Es geht hier nicht um eine Wertung ob mir oder jemand anderem die moderne Darstellung des Vampirs gefällt oder nicht, oder ob man lieber dem klassischen Bild des Vampirs nachtrauert! Beides hat sogar ihre Vorzüge und Reize und eröffnet Möglichkeiten. Tatsächlich geht es hier um den Volksglauben und wie er sich von der Fantasiefigur des Vampirs unterscheidet, die vom absoluten Bösen zum Träger von Träumen wird.

Der heutige, moderne Vampir ist nicht mehr das hässliche Monster oder der alte ›Graf Zahn‹ wie wir ihn durch Bram Stoker kennen und wohl auch lieben gelernt haben. Der moderne Vampir gleicht sich sogar immer stärker dem Mythos der Gräfin Bathory an und zwar in der Sichtweise das Blut der Quell ewiger Schönheit und Jugend ist, der Stoff, der ewiges Leben verspricht, jedoch nicht mehr gebunden an dem Bösen der Hölle, sondern frei und selbst bestimmt!

Der Vampir als lIebhaber - Robert Pattinson in TwilightDer Erfolg der Twilight-Filme dürfte also nicht nur den jungen und gutaussehenden Schauspielern geschuldet sein sondern tiefer gehend sogar dem ewigen Traum von Jugend, Schönheit und ewigem Leben. Diesen Traum können wir z.B. positiv mit der Moral des Vampir Louis verbinden, wobei Lestat eher jemand ist, der die Moral nicht gerade zur Messlatte seines Handelns macht.

War Dracula noch ein lebender Leichnam vor dem man flieht um seine Seele nicht dem Bösen anheim fallen zu lassen, so ist Edward als Vampir schon eher der Prinz dessen Biss ewige Liebe, Jugend, Schönheit und Leben verheißt ohne die Seele zu verlieren - eben dem ältesten Traum den die Menscheit besitzt! Was also als Weiterentwicklung betrachtet wird, ist bei näherer Betrachtung Veränderung die im Keim schon in Bram Stokers Roman DRACULA angelegt ist, nämlich dem Wunsch nach ewigen Leben, der überall präsent zu sein scheint (z.B. Perry Rhodan oder MADDRAX in der SF bzw. einem Genremix).

Alles was man dafür tun mußte um den Blutsauger attraktiv zu machen, ist dessen Befreiung vom dämonischen, dem Bösen und dem Beigeschmack von Tod und Verwesung der den Untoten bisher anhaftete. Ein Monster mit Seele hört bekanntlich auf ein Monster zu sein!

Kommentare  

#1 Pisanelli 2010-11-11 09:00
Hast Du hier irgendwelche Literatur zu Rate gezogen? Dann würde mich interessieren, welche ;-)
#2 Laurin 2010-11-11 17:02
Einiges entstammt aus Infos von Sendungen um Helloween herum (z.B. zum Unterschied von Gruselfilmen aus Asien/Japan - lief auf "arte", Dokumentation zu Horror und Monsterfilmen). Das Vampirismus nicht unbedingt im Volksglauben mit Blutsaugen gleich zu setzen ist, konnte man zum Teil in einer Abenddokumentation von Calileo zum Thema Vampirismus finden (gleicher Zeitraum/Pro7), aber auch etwas eingehender in der Zeitschrift "Hörzu-Wissen", Ausgabe Oktober/November 2010, wo man sich den Mythen um Hexerei, Vampirismus, Voodoo und Alchemie annimmt. Weiteres findet man aber auch in...
Borrmann, Norbert - Vampirismus oder die Sehnsucht nach der Unsterblichkeit (1999). Hier sind noch gebrauchte Exemplare in verschiedener Preisklasse über WELTBILD erhältlich.
Ranft, Michael - Tractat von dem Kauen und Schmatzen der Todten in Gräbern..."
UBook-Verlag/ISBN 3-86608-015-8 (neu aufgelegte ältere Schrift).
Hamberger, Klaus - Über Vampirismus: Krankengeschichten und Deutungsmuster 1808 - 1899 (Wien 1992), ISBN 978 3851320 268.
Grothe, Stefan - Der Einfluß der Seuche auf die Entstehung des Vampirmythos im Spiegel der Leibziger Vampirdebatte 1725 - 1734 (Köln 2001).
Kreuter, Peter Mario - Der Vampirglaube in Südosteuropa, Studien zur Genese, Bedeutung und Funktion. Rumänien und der Balkanraum (Berlin 2001)
ISBN 3-638-68286-2 (Kreuter kommt auch im Artikel zum Thema Vampirismus in der "Hörzu-Wissen" ausgiebig zu Wort, die Ausgabe dürfte noch erhältlich sein).
PS: Oben ist da ein kleiner Fehler drin im Namen, eben nicht Peter Marion Kreuter sondern es muß heißen Peter Mario Kreuter...sorry!
Hoffe mal dir hilft das etwas weiter Pisanelli.
#3 Pisanelli 2010-11-11 18:10
Danke, Wolfram! Ich weiß, ich bin nervig, aber wir wollen uns doch alle weiterbilden ;-)
#4 Laurin 2010-11-11 19:14
Ist schon okey, Pisanelli...fragen kostet ja nix :-) .

Hatte sogar mal ein Buch mit dem einfachen Titel "Vampirismus", da versuchte man sogar in einem Kapitel eine Verbindung zwischen dem Mythos/Volksglauben und dem Nationalsozialismus
zusammen zu flicken. Habe dies mit einigem Kopfschütteln gelesen weil es doch ziemlich hingebogen daher kam. Habe das damals einer Bekannten geliehen die etwas später (samt meinem Buch) umgezogen ist.
#5 Lefti 2010-11-11 19:40
Zitat:
#4 Laurin
2010-11-1118:14:19 Ist schon okey, Pisanelli?fragen kostet ja nix .
Also, ich berechne pro Frage pauschal 2,50 Euro. 8)
Antworten werden je nach Art und Weise gesondert und extra berechnet. :-*

Zitat:
Hatte sogar mal ein Buch mit dem einfachen Titel "Vampirismus"... Habe das damals einer Bekannten geliehen die etwas später (samt meinem Buch) umgezogen ist.
Es gibt fünf Dinge, die man nicht verleiht. Eins davon sind Bücher! :-|
#6 Laurin 2010-11-11 20:05
Zitat:
Also, ich berechne pro Frage pauschal 2,50 Euro. 8)
Was antworten wir darauf? ...Lefti, du bist gierig :P !

Zitat:
Es gibt fünf Dinge, die man nicht verleiht. Eins davon sind 'Bücher! :-|
Tja, hättest mir das mal vorher sagen sollen :cry: .
#7 Lefti 2010-11-11 20:13
Ich habe mit dem Verleihen von Dingen (zum Glück? :cry: ) schon in der Grundschule schlechte Erfahrungen gesammelt. Seit dem bin ich geläutert. :-?

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