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Die deutschen Edgar Wallace Filme - Der Zinker

Die deutschen Edgar wallace Filme1963
Der Zinker

Seit Jahren treibt der so genannte „Zinker“ in der Londoner Unterwelt sein Unwesen. Immer wenn dort gestohlene Ware verhökert werden soll, meldet er sich, um diese zu Tiefstpreisen an sich zu reißen. Falls die Diebe auf sein Angebot nicht eingehen, „verzinkt“ er diese bei Scotland Yard. Lary Greame, ein aktenkundiger Unterweltler, hat dem großen Unbekannten jedoch eine Falle gestellt und kennt seine Identität. Kurz bevor er den Zinker verraten kann, wird er aber eiskalt mit dem Gift einer Schwarzen Mamba ermordet.

 

Elford (Drache) bei einer GegenüberstellungInspektor Elfords Spur führt zunächst zu Mrs. Mulford, der Besitzerin einer Tierhandlung, und deren Geschäftsführer Frank Sutton, denn dort wurde kurze Zeit vorher eine schwarze Mamba entwendet. Auch Mrs. Mulfords Nichte Beryl, eine erfolgreiche Kriminalschriftstellerin, sowie Josua Harras, ebenfalls Reporter, interessieren sich für den Fall.

Die Unterwelt - allen voran Larry Greames Bruder, genannt „Der Lord“ - ist auf Rache aus und plant bereits einen neuen Coup gegen den „Zinker“, der immer mehr in die Ecke gedrängt wird und deshalb auch vor weiteren Morden nicht zurückschreckt. (1)

Wieder einmal dreht die RIALTO einen Wallace in Koproduktion mit Frankreich. Die franzözische Seite beteiligte sich aber offenbar nur finanziell, denn letztlich gab es weder im Stab noch unter den Akteuren Franzosen.

Zeitgleich zu diesem Film inszenierte die CCC-Film den Wallace-Krimi "Der Fluch der gelben Schlange" mit Joachim Fuchsberger, Brigitte Grothun und Pinkas Braun.

Elford (Drache) vernimmt"Der Zinker" war zudem der erste Wallace, der im Ultra-Scope-Verfahren aufgenommen wurde. Verfilmt wurde der Stoff in Deutschland bereits 1932. Die Außenaufnahmen zum 63er Zinker entstanden zum Großteil in Berlin, aber diesmal auch wieder in London. Zum vierten Mal nach dem "Frosch", sowie den Narzissen- und Orchidee-Film. Der franzözische Noir-Stil ist hier ansatzweise zu erkennen, dennoch hat man es natürlich mit einem waschechten Wallace zutun. Die Romanhandlung wurde leicht abgeändert.

Die Tierhandlung kommt im Roman nicht vor. Außerdem geht es im Roman vielmehr um die Zwangshochzeit zwischen Beryl Stedtman und Frank Sutton. Diese Handlungspassage wurde ganz aus dem Film gestrichen. Auch die Hauptfigur des Romans, inspecktor John Leslie, kommt im Film gar nicht vor. Stattdessen wird dessen Assistent Inspektor Elford als Hauptfigur präsentiert. Im Roman hatte John Leslie eine Liebesbeziehung zu Beryl. Hier gibt es keinen John Leslie, nur einen Mr. Leslie, der aber mit der Romanfigur nicht identisch ist. Auch die Figuren der Nancy Mulford und des Tierpflegers Krischna wurden hinzu erfunden.

Inge lange und Barbara RüttingDagegen hat Eddi Arent mal wieder eine tatsächliche Romanrolle. Er verkörpert den Reporter Joshua Harras. Allerdings ist er im Film natürlich eine komische Figur, während er im Roman ernster daher kommt. Das gleiche gilt für Siegfried Schürenberg, der den Verleger Fielding verkörpert, also erstmals nicht Sir John.

Den Hauptpart übernimmt zum zweiten Mal nach "Die Tür", Heinz Drache als Chefinspektor Elford. Frank Sutton, der Zinker, wird von Günter Pfitzmann gespielt, der damit sein Wallace-Gastspiel abliefert. Barbara Rütting hat erstmalig die weibliche Hauptrolle inne. Sie mimt keine schutzbedürftige Unschuld vom Lande, sondern eine taffe Londoner Autorin, die sich auch von keinem Inspektor einwickeln lassen muss.

Zum ersten Mal ist auch Agnes Windeck dabei, die wie auch in ihren anderen beiden Wallace-Filmen, eine resolute alte Dame spielt, die sich von nichts und niemanden etwas sagen läßt, und hier am Ende sogar den Zinker entlarvt. Ihre leicht komische Darstellung gibt dem Film eine zusätzliche humorige Note. Also Humor mal drei zusammen mit Arent und Schürenberg.

Klaus KInskiKlaus Kinski spielt den Krischna und sagt zum ersten Mal in einem Wallace kein einziges Wort. Das ist auch gar nicht nötig. Kinski sagt mit seinem Gesicht so unheimlich viel, das man ihn diese Parade-Rolle in seinem vielleicht besten Wallace-Auftritt ruhig zugestehen kann.

Der Zinker tötet in diesem Film seine Gegner mit gefrorenen Schlangengift, das er ihnen mit Hilfe eines Schussapparates injeziert. So eine Mordwaffe kommt im Roman nicht vor, stammt aber aus einem anderen Wallace-Roman, und zwar aus "Die drei Gerechten". Dieser eher langweilige Stoff war offenbar nicht für eine Verfilmung geeignet, doch diese einzigartige Mordwaffe wollte man unbedingt drin haben. Also fand sie im "Zinker" Verwendung.

Der Wohnsitz von Produzent Wendlandt diente im übrigen als Kulisse für das Haus der Mrs. Mulford. Auf DVD schaffte es der Film ohne Kürzungsauflagen mit einer Freigabe ab 16 Jahren.
Ein flott inszenierter Krimi, mit viel Gangstern und einem großen Unbekannten im Hintergrund. Eben typisch Wallace.

Barabra Rütting und Eddi ArentZuschauer: 2.900.000
Laufzeit: 85 Minuten


Stab
: Regie: Alfred Vohrer Drehbuch: H.G. Petersson Produktion: Rialto Film, Horst Wendlandt Musik: Peter Thomas Kamera: Karl Löb Schnitt: Hermann Haller
Besetzung: Heinz Drache (Chefinspektor Elford) Barbara Rütting (Beryl) Agnes Windeck (Mrs. Mulford) Günter Pfitzmann(Frank Sutton) Inge Langen (Millie Trend) Eddi Arent (Harras) Klaus Kinski (Krischna) Jan Hendriks (Leslie) Siegfried Schürenberg (Sir Fielding) Albert Bessler, Siegfried Wischnewski, Wolfgang Wahl, Michael Chevalier, Stanislav Ledinek u.a.

 

(1) Wikipedia

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