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Die deutschen Edgar Wallace Filme - Die Tür mit den 7 Schlössern

Die deutschen Edgar wallace Filme1962
Die Tür mit den 7 Schlössern

Lew Pheeny, ein kleiner Ganove, taucht eines Abends bei Inspector Dick Martin von Scotland Yard auf und erzählt von einem unheimlichen Auftrag. Er sollte für einen Unbekannten eine Tür mit sieben der kompliziertesten Schlösser öffnen. Pheeny weiß, dass ihm das nicht gelingen darf und täuscht Hilflosigkeit vor. Er flüchtet zu Dick Martin. Zwei Stunden später ist Pheeny tot, und Dick Martin hat einen neuen Fall. Im Londoner Bahnhof stirbt zudem ein Mann, bei dem ein Schlüssel gefunden wird.

Pinkas Braun, Sabiner SesselmannMartin ermittelt in verschiedene Richtungen und stößt auf Shelford Manor, wo Dr. Staletti an fragwürdigen Experimenten arbeitet. Außerdem macht er die Bekanntschaft von Sybil Landstone und dem Ehepaar Cody. Alle benehmen sich merkwürdig.

Und dann ist da noch Tommy Cawler, der ein recht eigenwilliges Spiel treibt.

Die Realisation dieses Filmes erwies sich als äußerst schwierig. Dabei ist die "Tür" nicht nur ein spannender Wallace-Roman, sondern auch recht einfach umsetzbar, wenn man es nur richtig anstellt. Doch der Drehbuchautor Johannes Kai war offenbar größenwahnsinnig. Er sah Mexiko-Stadt, Caracas, Rio de Janeiro, Santiago de Chile, Tokio, Hongkong, Bombay, Kapstadt und Madeira als Schauplätze für den Krimi vor. Zu allem Überfluss ließ er am Ende ein ganzes Schloss in Flammen aufgehen. Bis auf das brennende Schloss kam keiner dieser Schauplätze in der Romanvorlage vor. Und Horst Wendlandt schien die Inszenierung freilich zu teuer.
 
Braun und DracheSomit wurde Harald G. Petersen engagiert, der eine kostengünstigere Variante des Drehbuchs entwarf. Statt aber komplett neu zu schreiben, wurde nur abgeändert. Dennoch zählt das Endergebnis nicht ohne Grund zu den spannendsten und erfolgreichsten Wallace-Filmen der Rialto. Zum allerersten Mal erlaubt man sich, außer dem Londoner Nebel auch richtige Gruselelemente mit einfließen zu lassen. Der Frankenstein ähnliche Dr. Staletti ist so ein Aspekt. In seinem Labor entstehen richtige Monstren. Genmanipulierte Lebewesen, zu denen auch der riesenhafte Giacco zählt. Eine ähnliche Figur gab es in "Die toten Augen" als der blinde Jake. Folgerichtig besetzte man ebenfalls Ady Berber mit der Rolle des Giacco. Die düstere Atmosphäre des Films überträgt sich in jede Szene.
 
Schürenberg, Drache ArentEin erstklassiges Zusammenspiel liefern sich Eddi Arent und Heinz Drache. Arent ist in Höchstform und wirkt ausnahmsweise nicht albern oder slapstickartig überdreht, sondern wirklich humorvoll komisch, da die meisten Gags hier aus der Situation heraus (also aus der Szene) entstehen.

Insgesamt gab es sechs Wallace-Filme der Rialto, die die Marke von 3 Millionen Zuschauern überschritt. Dieser gehört mit Recht dazu. Zum ersten Mal arbeitete man hier auch in Koproduktion mit Frankreich. Ein leichter Noir-Stil ist hier noch nicht so deutlich zu erkennen wie in späteren Koproduktionen mit Frankreich.
 
Heinz Drache spielt zum ersten Mal in einem RIALTO-Wallace mit, hatte jedoch Erfahrung durch den Konkurrenz-Wallace "Der Rächer" von Kurt Ullrich. Durch seine erfolgreiche Darstellung im Durbridge-Mehrteiler "Das Halstuch" wurden die Produzenten von Wallace erneut auf ihn aufmerksam. Mit ihm schien man dann endlich den richtigen Pendant zu Fuchsberger gefunden zu haben.
Hendricks und Gisela UhlenSabina Sesselmann ist zum zweiten und letzten Mal bei einem Wallace dabei. Sie zählte zur eher biederen Fraktion der Wallace-Girls. Die Schauspielerin erlag 1998 mit 62 Jahren einem Krebsleiden.
Klaus Kinski hat seinen kürzesten Wallace-Auftritt und stirbt bereits nach 15 Minuten.
Siegfried Schürenberg spielt zum ersten Mal den leicht trotteligen Sir John, den er fortan noch in 12 weiteren Filmen darbieten wird.
Ebenfalls zum ersten Mal dabei sind Giesela Uhlen und Werner Peters, die neben Pinkas Braun als Dr. Staletti herrlich böse und dämonisch spielen.

Die Titelcredits sind wie bei den "toten Augen" wieder farbig. Zumindest beim Titel. Alle anderen Credits sind in sw einkopiert. Die erste Szene des Films, wo eine Leiche in der Themse gefunden wird, wurde gestrichen und nie gezeigt. Auch in der heutigen DVD-Version ist diese Szene nicht vorhanden.
Die Musik von Peter Thomas ist etwas mager. Außer Türenknarren und Quietschen hört man nicht viel. Aber wir hatten schon schlechtere Wallace-Musiken.

Da der Film sehr erfolgreich war und bewies, dass Regisseur Alfred Vohrer ein Erfolgsgarant war, drehte er auch die folgenden zwei Filme.

  • Zuschauer: 3.200.000
  • Laufzeit: 91 Minuten

Stab: Regie: Alfred Vohrer Drehbuch: Johannes Kai, H. G. Petersson, G. F. Hummel Produktion: Rialto Film, Horst Wendlandt Musik: Peter Thomas Kamera: Karl Löb Schnitt: K.-Otto Bartning
Besetzung: Heinz Drache (Dick Martin) Sabina Sesselmann (Sybil) Pinkas Braun (Dr. Staletti) Giesela Uhlen (Mrs. Cody) Werner Peters (Mr. Cody) Eddi Arent (Holmes) Hans Nielsen (Havelock) Jan Hendriks (Tommy) Siegfried Schürenberg (Sir John) Friedrich Joloff, Ady Berber u. a.
 
Quellen: Internet, eigene Beobachtung, Joachim Kramp: Hallo, hier spricht Edgar Wallace (Schwarzkopf & Schwarzkopf)

Die deutschen Edgar Wallace-Filme - Einleitung

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