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Die deutschen Edgar Wallace Filme - Das Rätsel der roten Orchidee

Die deutschen Edgar wallace Filme1961
Das Rätsel der roten Orchidee

Zwei internationale Gangsterbanden terrorisieren London. Einige Millionäre erhielten bereits Erpresserschreiben mit der Aufforderung, mehrere tausend Pfund zu ihrem eigenen Schutz zu bezahlen. Wer dem nicht nachkommt oder die Polizei verständigt, wird sterben. Als die attraktive Lilian Ranger, die bei dem wohlhabenden Mr. Tanner als Sekretärin tätig ist, erfährt, dass ihr Chef erpresst wird, bricht sie das Schweigen und verständigt Inspektor Weston von Scotland Yard. Dadurch gerät sie zwischen die Fronten beider Banden.

1Gleichzeitig wird Lilian von einem Mann beschenkt, der als Neffe Tanner auf das ganz große Erbe hofft. Doch leider enterbt der reiche Mann ihn, und vermacht alles Lilian. Weston sieht sie dadurch ebenfalls in Gefahr. Doch die Gangsterbanden interessieren sich nicht für die hübsche Unschuld vom Lande.

"Das Rätsel der roten Orchidee" ist ein Novum in der noch jungen Wallace-Reihe. es geht nicht um einen mysteriösen Einzeltäter, der hinter einer großen Erbschaft her ist, oder ein Rachemotiv hat. Es geht um Gangster aus Chigago, die durch Schutzgelderpressung London unsicher machen. Zwei Banden sind da am Werk, die untereinander verfeindet sind, sich aber dulden - wenn jeder in seinem Revier bleibt. Die eine Bande ist die des Kirky Minelli, die Andere die vom "schönen Steve", der aber nur seinen ehemaligen Chef O`Connor beerbt hat. Der ist in Chigago ums Leben gekommen, so dass nun Steve die Bande leitet.

Scotland Yard kann gegen die Gangsterbanden alleine nicht bestehen, und holt sich Beistand aus den USA. Inspektor Allermann kommt zu Hilfe.

Büttner, Lee, HovenWarum Rialto Film nun einen Ganster-Wallace bringen wolte, hatte mit dem Wunsch nach Abwechslung zutun, und dem etwas neues auszuprobieren. Eigentlich war an dieser Stelle, der Film "Die Tür mit den 7 Schlössern" vorgesehen, doch das Projekt musste wegen eines unakzeptablen Drehbuchs verschoben werden. Der Orchidee-Film beruht auf Wallace´s Roman "Gangster in London" und wurde für die Filmadaption bearbeitet. Vom Grundgerüst her, kommt der Film dem Roman jedoch sehr nahe. Nur eine rote Orchidee kommt darin nicht vor. Die hat man einfach als Element eingeführt, weil der Film "Das Geheimnis der gelben Narzissen" so gut beim Publikum ankam. Hier ist die Orchidee jedoch nur das Geschenk von Tanners Neffen an Lilian. Es gibt gar kein Rätsel um die Orchidee.

Die Innenaufnahmen des Films entstanden natürlich im Studio. Für die Außenaufnahmen kehrte man erstmals nach dem Narzissen-Film wieder nach London zurück. Weitere Außeaufnahmen wurden in Hamburg und Cuxhaven gedreht. Ein rundherum deutscher Film also, der allerdings überwiegend durch einen ausländischen Stab getragen wird. Angefangen bei Regisseur Helmuth Ashley. Der Österreicher ist eigentlich Kameramann und dreht hiermit erst seinen dritten Spielfilm.

Unter den Darstellern befanden sich ebenfalls einige Österreicher: Eric Pohlmann, Adran Hoven, Marisa Mell. Aus der Schweiz war erstmalig Pinkas Braun in einem Wallace dabei. Und Christopher Lee aus Großbritianien spielt zum zweiten Mal in einem Wallace. Bei allen seinen Auftritten spielte er einen Ausländer. Hier einen Amerikaner, einen Chinesen im Narzissen-Film und noch eine weitere Figur in dem Nicht-Rilato-Film "Das Rätsel des silbernen Dreiecks". Klaus Kinski ist Pole und somit kann man von einem bunten Ensemble sprechen.

Eddi Arent hat seine bisher komischte Rolle als Todesbutler Parker. Diese Darstellung nötigt ihm sogar einige Slapstick-Einlagen ab, die ihn immer weiter zur "Witzfigur" der Reihe ausbauten.

Pinkas Braun, maris MellIm Großen und Ganzen kann man sagen, dass der Versuch einen andern Wallace zu machen als bisher, fehl schlug. Dafür sprechen schon allein die Zuschauerzahlen von 1,5 Millionen. Der bisher am schwächsten besuchte Wallace-Film. Der Gedanke: Orchideen müssten genauso erfolreich sein wie Narzissen ging also nicht auf. Dafür hat man den Zuschauer viel zu offensichtlich ander Nase herumgeführt, mit dem Rätsel, das es nicht gab.

Als Hauptdarsteller wählte man Adrian Hoven, den man als Kontrast zu Fuchsberger aufbauen wollte. Doch daraus wurde nichts, was sicher auch dem Mißerfolg des Films zu zuschreiben ist. Marisa Mell spielt die weibliche Hauptrolle soverän. Sie gehört zur Coleur der selbstbewusten und dominanten Wallace-Girls und ist in Sachen Attraktivität weniger mit Karin Dor zu messen, kommt jedoch auch sehr gut an. Mell spielte genau zehn Jahre später nocheinmal bei Wallace mit. Im letzten Film der Reihe "Das Rätsel des silbernen Halbmond". Alle Darsteller dieses Films sind im übrigen bereits verstorben, mit Ausnahme von Arent und Lee. Auch Friedrich G. Beckhaus weilt unter den Lebenden, hat aber nur eine winzige Nebenrolle. Wir kennen als Synchronsprecher und Hörspielsprecher. Zu denen zählen auch Hans Paetsch, Willem Fricke, Benno Gellenbeck und Herbert A.E. Böhme, die hier ebenfalls in Kleinstrollen mitwirken.

Illustrierte FilmvühneFritz Rasp, der einzige Darsteller mit Vorkriegs-Wallace-Erfahrung (er spielte in den 30er Jahren in den Filmen "Der Hexer" und "Der Zinker") verbaschiedet sich nach fünf Einsätzen von der Rialto-Reihe.

  • Zuschauer: 1.500.000
  • Laufzeit: 81 Minuten

Stab: Regie: Helmuth Ashley Drehbuch: Trygve Larsen, Piet ter Uhlen Produktion: Rialto Film, Horst Wendlandt Musik: Peter Thomas Kamera Frank X. Lederle Schnitt: Herbert Taschner
Besetzung: Adrian Hoven (Inspektor Weston) Christopher Lee (Captain Allerman) Marisa Mell (Lilian) Edwin Tanner (Pinkas Braun) Klaus Kinski (Steve) Eddi Arent (Parker) Eric Pohlmann (Minelli) Fritz Rasp (Tanner) Wolfgang Büttner (Tetly) Christiane Nielsen, Günter Jerschke, Hans Paetsch, Benno Gellenbeck u.a.


Quellen: Internet, eigene Beobachtung, Joachim Kramp: Hallo, hier spricht Edgar Wallace (Schwarzkopf & Schwarzkopf)

Die deutschen Edgar Wallace-Filme - Einleitung

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