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Die deutschen Edgar Wallace Filme - Der Fälscher von London

Die deutschen Edgar wallace Filme1961
Der Fälscher von London

Der frisch verheiratete Millionenerbe Peter Clifton verbringt die Flitterwochen mit seiner Braut Jane auf Longford Manor. Als Jane nachts hinter einer Geheimtür ihren Mann an einer Druckerpresse entdeckt, glaubt sie, es handle sich bei ihm um den seit langem gesuchten Fälscher von London.

Janes alter Verehrer Basil Hale diskreditiert Clifton zudem mit geheimnisvollen Andeutungen über dessen Vergangenheit.

1Nach einer heftigen Auseinandersetzung mit Clifton wird Hale am nächsten Tag erschlagen im Park des Schlosses aufgefunden. Jane findet ihren verletzten, nicht ansprechbaren Mann und beseitigt alle Spuren sowie die vermeintliche Mordwaffe.

Inspektor Rouper sieht Cliftons Schuld als erwiesen an, nicht aber der bedächtige Oberinspektor Bourke. Als Cliftons Rechtsanwalt und Testamentsvollstrecker Radlow Bourke zu sich bittet, findet dieser Radlow erstochen in seinem Arbeitszimmer. Im Garten liegt der bewusstlose Clifton, daneben ein blutbeflecktes Stilett.

Trotz der scheinbar eindeutigen Beweislage sucht Bourke Cliftons Hausarzt Dr. Wells auf. Dieser muss eingestehen, Clifton mit Spritzen betäubt zu haben, um ihm die Morde anzulasten. Bourke überführt auch seinen eigenen Kollegen Rouper als Mittäter und lässt ihn verhaften. Durch Bourke erfährt Clifton, dass er einen anderen Vater hat als angenommen. Mrs. Unterson, die Mutter von Basil Hall, erschießt auf der Suche nach Clifton, dem vermeintlichen Mörder ihres Sohnes, Dr. Wells. Als „Fälscher von London“ wird schließlich der biedere Kunstmaler John Leith entlarvt.(1)

Helmuth LangeZunächst mit Schnittauflagen ab 16 Jahren freigegeben, erfolgte erst 1991 die Freigabe ab 12 Jahren. Der achte deutsche Wallace-Film der Nachkriegszeit wartete mit einem schwächeren Roman vom Krimi-Altmeister auf. Das Drehbuch verfasste diesmal Johannes Kaii, und es wurde sogar unverändert übernommen. Harald Reinl sollte schon "Die toten Augen von London" und "Das Geheimnis der gelben Narzissen" inszenieren. Doch da diese Projekte bereits an andere Regisseure gingen, gab man ihn nun den "Fälscher". Die Romanvorlage trug im Übrigen den Titel "Der Banknotenfälscher".

Dem Film fehlt leider das Wallace-Typische Element des Geheimnisvollen. Der große Unbekannte im Hintergrund spielt eine zu unbedeutende Rolle, als dass sie den Zuschauer wirklich faszinieren kann. Auch einige bekannte Wallace-Stars fehlen hier, vor allem ein zugkräftiger Star in der Hauptrolle. Man hatte zwar mit Karin Dor eine bekannte weibliche Hauptrolle, aber es fehlte eben doch ein Joachim Fuchsberger oder wenigstens Heinz Drache. Immerhin hat Siegfried Lowitz seinen zweiten Wallace-Einsatz.

Helmuth LangeFür die männliche Hauptrolle wählte man diesmal absichtlich einen unbekannten Schauspieler. Der Zuschauer durfte nicht voreingenommen sein, denn dieser Peter Clifton sollte eine zwielichtige Rolle spielen. Hellmut Lange bekam den Part und damit sein Wallace-Gastspiel.

Karin Dor spielt erneut kein Heldenliebchen, sondern eine recht selbstbewusste und eigenständig handelnde Dame mit einer ordendlich erotischen Ausstrahlung. Wenn jemand sie richtig in Szene zu setzen wußte, dann auf jeden Fall ihr Mann Harald Reinl.

Insgesamt gesehen, ist der "Fälscher" jedoch ein schwacher Wallace, der durch gute Darsteller und eine gute Regie getragen wird, aber zu keiner Zeit fesseln kann.

Den gemessen den "Toten Augen von London" und dem Narzissen-Film allgemeinen Rückgang der Zuschauerzahlen  schrieb man jedoch der Tatsache zu, dass in diesem Film ein zugkräftiger Hauptdarsteller wie Fuchsbeger fehlte. Schon allein aus diesem Grunde sollte er im nächsten Film auf jeden Fall wieder mit dabei sein, obwohl auch "Die seltsame Gräfin" insgesamt ein eher außergewöhnlicher Wallace-Film ist, der von ganz anderen Darstellern geprägt werden sollte.

LowitzEddi Arent kam im Fälscher zu seinem sechsten Wallace-Einsatz. Man wollte ihn unbedingt dabei haben, da er ja bereits im Narzissen-Film gefehlt hatte, und weil er einen Stammvertrag mit der Rialto hatte. Doch er spielt in diesem Film eine derart kleine Rolle (als Zeuge), dass man ihn auch ruhig hätte aufsparen können. Im kommenden Film bejam er wieder einen größeren und bedeutungsvolleren Part.

Erstmals komponierte Martin Böttcher die Titelmusik für einen Wallace. Er wird die Reihe auch noch in späteren Filmen mit seinen eingängigen Sounds prägen.

Schloß Hedringen dient in dem Film als Kulisse von Schloß Longford Manor. eines der eindrucksvollsten Wallace-Schlösser.

  • Zuschauer: 2.000.000
  • Laufzeit: 90 Minuten

Stab: Regie: Dr. Harald Reinl Drehbuch: Johannes Kai Produktion: Rialto Film, Horst Wendlandt Musik: Martin Böttcher Kamera Karl Löb Schnitt: Herrmann Ludwig
Besetzung: Hellmut Lange (Peter Clifton) Karin Dor (Jane) Siegfried Lowitz (Chefinspektor Bourke) Ulrich Beiger (Inspektor Rouper) Viktor de Kowa (Dr. Wells) Walter Rilla (Leith) Mady Rahl (Marjorie) Robert Graf (Basil Hale) Joseph Offenbach (Blonberg) Eddi Arent, Otto Collin, Sigrid von Richthofen, Heinz Klevenov


Quellen: Internet, Wikipedia, eigene Beobachtung, Joachim Kramp: Hallo, hier spricht Edgar Wallace (Schwarzkopf & Schwarzkopf)

Die deutschen Edgar Wallace-Filme - Einleitung

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