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PROTECTORS - Die komplette Serie

Protectors Teil 2 - Auf Leben und Tod (Livvagterne)PROTECTORS
Auf Leben und Tod

Stand bei der Serie „DER ADLER“ der Kampf gegen das Organisierte Verbrechen und bei „KOMMISSARIN LUND“ der Kampf gegen das Verbrechen als solches im Vordergrund, wollte man bei „PROTECTORS“ vermutlich mal etwas ganz andere Wege gehen, denn im Vordergrund der Serie in Spielfilmlänge stehen mehr oder minder die drei neuen Personenschützer Jasmina, Jonas und Rasmus, die zu einer Kopenhagener Spezialeinheit des dänischen Geheimdienstes gehören.


Die ersten drei Folgen der ersten Staffel von „PROTECTORS“ stehen dabei im Zeichen der Integration der ausländischen Mitbürger in Dänemark. Jedoch konnten die Macher mit der ersten Folge nicht wirklich überzeugen. Der Fernsehkrimi war einfach zu überfrachtet, bestand aus viel zu vielen Handlungen und Nebenhandlungen. Zum einen die Vorstellung und die Ausbildung der drei neuen Personenschützer Jasmina, Jonas und Rasmus, dazu kommen noch deren Vorgesetzte und Ausbilder und diverse Nebenhandlungen sowie der Vater der Amokläuft.
Da durch die Schuld des dänischen Verteidigungsministers der Personenschützer Ibro ums Leben, läuft dessen Vater Catic Amok, da er dem Politiker die Schuld an dessen Tod gibt, zumal Catic das Trauma des Krieges in Jugoslawien weder körperlich noch psychisch bewältigt hat und nun das Trauma durch den Tod seines Sohnes erst recht ausbricht.

Das alles ist dann doch etwas zu viel des guten. Man hätte da doch etwas geschickter bei der Verfilmung vorgehen sollen und die neuen Beschützer nach und nach vorstellen sollen. Vielleicht von Folge zu Folge. So ist der Zuschauer von diesen ganzen Handlungen und Nebenhandlungen doch etwas arg  überfordert. Auch was das Thema der doch arg konstruierten ersten Folge betrifft. So erreicht die erste Folge von „PROTECTORS“ bei weitem nicht die Qualität von  „DER ADLER“ oder gar „KOMMISSARIN LUND“.

Bei der zweiten Folge sieht die Sache aber schon ganz anders aus. Hier hat der Zuschauer eine gradlinige Handlung vor sich, die sich zwar wiederum mit der Thematik der Integration der ausländischen Mitbürger beschäftigen und deren Gegner in den eigenen sowie in den gegnerischen Reihen, doch der zweite Krimi von „PROTECTORS“ ist spannend erzählt und auch die drei neuen Beschützer Jasmina, Jonas und Rasmus kommen viel besser rüber als in der Vorgängerfolge.

Die dritte Folge der ersten Staffel von „PROTECTORS“ ist die dritte Variante oder Version eines Krimis, in dem die Integration und mangelnder Integration der ausländischen Mitbürger verarbeitet wird. Was zeigt, dass diese Probleme nicht alleine in Deutschland vorhanden ist, sondern in ganz Europa ein großes Problem ist. Ein Wunder, wenn dies nicht der Fall gewesen wäre.

So ist der dritte Fernsehkrimi der ersten Staffel von „PROTECTORS“ izwar solide gedreht und hat auch seine spannenden Momente, aber nach drei Folgen nervt das Thema Ausländer und Terroristen, zumal die Personenschützer wohl noch andere Aufgaben haben, wie z. B. Politker im In- und Ausland zu beschützen.

Und siehe da. In Folge 4 haben es die „PROTECTORS“ mit einer Stalkerin zu tun, die den dänischen Premierminister und dessen Verlobte gefährlich wird.

Folge 5 ist neben der zweiten Folge wohl die beste und spannendste der ersten Staffel der Serie. Hier wird das Thema Umwelt- und Klimaschutz geschickt behandelt, in dem nicht nur die Wirtschaft und die Ölgesellschaften ihre schmutzigen Hände im Spiel haben  und sich dabei auch nicht scheuen über Leichen zu gehen, sondern auch die Manipulation im Spiegel von Terrorismus und Klimaschützern wird in diesem Spiel aus Wahrheit, Halbwahrheiten und Lügen betrachtet.

Auch in der ersten Folge der zweiten Staffel geht es spannend weiter. Darin wird Jasmina mit Lille-Kurt und Morten Nyholm nach Pakistan geschickt, um dort alles nötige für den Besuch der dänischen Außenministerin vorzubereiten und die Sicherheit der Ministerin zu gewährleisten. Doch nach der Vorbesichtigung einer Mädchenschule, die von den Taliban immer wieder angegriffen werden, kommt es zu einem Bombenanschlag. Ein weiterer Bombenanschlag folgt. Während Jasmina dabei verletzt wird Nyholm bei dem Anschlag getötet.

Doch während sich diese Folge noch mit dem islamistischen Terrorismus beschäftigt, geht es in den nachfolgenden Episoden etwas abwechslungsreicher weiter. In Folge 8 z. B. begeht die dänische Außenministerin Margrethe Koch an ihrem 50. Geburtstag Selbstmord. Ihr engster Mitarbeiter, der Abgeordnete Thomas Eriksen, soll Justizminister werden. Doch es tauchen Probleme und Ungereimtheiten auf, als dessen Tochter Fanny verschwindet, die Eriksen - laut seiner Aussage - vor einem Kiosk vergessen hat.

Die Folge 9 zeigt, dass auch Personenschützer nur Menschen sind, und durchaus Fehler machen können.

Die kroatische Nonne Schwester Abraham, von der es heißt, sie sei "größer als Mutter Teresa", besucht Dänemark. Da bereits ein Attentat auf sie verübt wurde, sind die Sicherheitsvorkehrungen hoch, zumal bekannt wird, dass es eine erneute Attentatsdrohung gibt. Rasmus und Jonas werden für diesen Auftrag eingeteilt.
Als Schwester Abraham mit ihrer Begleitung nach einem Interview das Hotel verlassen will, sieht Rasmus auf ihrer Stirn einen roten Laserpunkt - und schießt. Doch die Kugel trifft nicht den Attentäter, der nicht zum Zuge kommt, sondern den elfjährigen Ahmed-Emil, der mit seinem Laserpointer nur gespielt hat. Der Junge wird sofort ins Krankenhaus gefahren, doch er überlebt die Notoperation nicht. Doch nach wie vor ist der  Attentäter Klaus Maria Grashoff hinter der Schwester her.

In der 10. und letzten Folge der Serie „PROTECTORS“ meldet sich Robin Andersen, den Jonas aus seiner Zeit bei der Eliteeinheit kennt,  telefonisch aus dem Kongo und bittet Jonas, ihn aus dem dortigen Gefängnis zu holen. Eine Aufgabe, für die die Sondereinheit jedoch nicht zuständig ist. Doch Andersen schlägt einen Deal vor: Informationen über ein geplantes Attentat auf den demnächst in Kopenhagen stattfindenden Weltklimagipfel gegen seine Rückkehr nach Dänemark. So fliegen Leon und Jonas in den Kongo, um sich persönlich ein Bild über die Lage zu verschaffen …

Alles in allem bietet die Serie „PROTECTORS“, die 2009 mit dem EMMY für die "Beste nicht-amerikanische Krimiserie" ausgezeichnet wurde, ab Mitte der ersten Staffel sehr gute Thriller-Unterhaltung. Das Plus der zweiten Staffel liegt in den abwechslungsreichen Fällen des Personenschützer-Teams, das nun glücklicherweise nicht nur gegen islamistische Terroristen eingesetzt wird.

PtrotectorsPROTECTORS
(Livvagterne)
Dänemark/Deutschland 2008-2010

Regisseure: Mikkel Serup, Søren Kragh-Jacobsen, Martin Schmidt, Kasper Gaardsøe

DARSTELLER
Cecilie Stenspil als  Jasmina El-Murad
Søren Vejby als  Rasmus Poulsen
André Babikian als  Jonas Goldschmidt
Thomas W. Gabrielsson als  Leon Hartvig Jensen
Ditte Gråbøl als  Diana Pedersen
Tommy Kenter als  Jørgen Boas
Rasmus Bjerg als  'Lille Kurt' Birk
Ellen Hillingsø als  Benedikte 'Tønne' Tønnesen
Michael Sand als  Store Kurt

Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Spieldauer: 1091 Minuten

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