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Die deutschen Edgar Wallace Filme - Das Geheimnis der gelben Narzissen

Die deutschen Edgar wallace Filme1961
Das Geheimnis der gelben Narzissen

Großalarm bei der Londoner Polizei: Ein offensichtlich wahnsinniger Mörder hat zum dritten Male innerhalb kürzester Zeit eine junge Frau umgebracht. Jedes Mal hinterließ der Täter einen Strauß gelber Narzissen am Ort des schrecklichen Geschehens. Oberinspektor Whiteside übernimmt die Ermittlungen. Jack Tarling, Agent einer internationalen Fluggesellschaft, und der geheimnisvolle Chinese Ling Chu glauben allerdings nicht an die Tat eines Einzelnen.

Fuchsbergerr findet eine LeicheErst recht nicht, nachdem sie nur knapp einem Bombenanschlag entkommen, der eine gerade erst entdeckte Lieferung geschmuggelten Heroins vernichtet.

Immer mehr scheint sich der Verdacht der beiden zu bestätigen, dass die rätselhafte Mordserie im Zusammenhang mit dem Drogenhandel steht. Oberinspektor Whiteside hält zunächst an seiner These fest, bis auch seine Spuren in einen verruchten Club und zu dessen Besitzer führen, einem reichen Londoner Geschäftsmann. (1)

Dies ist der Film der Wallace-Rialto-Reihe, der etwas aus der Reihe tanzt. Es ist der sechste Film insgesamt. Der Film war eigentlich als fünfter Beitrag geplant anstelle von "Die toten Augen von London". Doch da das Drehbuch stark überarbeitet werden musste, schob man den Film auf. Zum ersten Mal wurde die Handlung komplett geändert, indem man den Roman sozusagen von hinten aufrollte. Der Mord an Lyne geschieht im Roman ganz am Anfang. Im Film geschieht er erst gegen Ende. Die Geschichte mit dem Rauschgiftring wurde gänzlich von den Drehbuchautoren erfunden. Die Figuren stimmen überwiegend mit dem Roman überein, haben jedoch zum Teil andere Namen. Der Sicherheitschef Jack Oliver Tarling ist im Roman ein Privatdetektiv. Anne Ride heißt im Roman Odette. Und Peter Kenne, den Klaus Kinski spielt, trug im Roman den Namen Sam Stay.

Ferner geht es in dem Film um einen Frauenmörder, der in Serie mordet. Im Roman allerdings existiert dieser Serienmörder nicht, es geht nur darum, einen Mord aufzuklären. Das war den Produzenten wohl zu wenig.

Typisch KinskiDie nächste Besonderheit war die Tatsache, dass der Film in zwei Versionen entstand., einer deutschen und einer englischen. Gleichzeitig war es eine Co-Produktion mit der britischen Omnia. Diese kam zustande, als Preben Philipsen 1960 über Penelope Wallace Kontakt zum englischen Autor Basil Dawson bekam. Dawson wiederum machte Philipsen mit den britischen Filmemachern von Omnia bekannt. So entstand die Idee, den Narzissen-Film in Co-Produktion zu entwerfen. Das machte allerdings eine englische Version erforderlich, so dass es am Ende im Grunde zwei Drehbücher gab. In der englischen Version wurden die Schauspieler Joachim Fuchsberger, Sabina Sesselmann und Klaus Kinski durch britische Darsteller ersetzt.

Akos von Rathony, der sich ohnehin abwechselnd in Hamburg und London aufhielt, übernahm die Regie in beiden Versionen, so dass er die Darsteller auch in verschiedenen Sprachen aufnahm. Viele Szenen entstanden direkt in London. Es gibt da eine Szene am Piccadilly, wo ein Mädchen erschossen wird. Genau diese Szene wird 10 Jahre später in dem Film "Die Tote aus der Themse" neu aufgenommen.

Eddie Arent fehlt in diesem Film zum ersten und einzigen Mal bis zu seinem Ausstieg bei Wallace. Christopher Lee feiert seinen Einstand in der Reihe, ebenso wie Sabina Sesselmann. Eine Tradition, die in Film 1 "Der Frosch mit der Maske" begann, wird hier fortgesetzt: eine singende Darstellerin. In diesem Fall ist es die spätere Dschungelqueen Ingrid van Bergen, die den Song "Bei mir ist alles nur Natur" zum Besten gibt.

Fuchsberger und SesselmannEin weiterer Akteur dieses Film ist Walter Gotell. James-Bond-Fans kennen ihn als als KGB-Chef General Anatol Gogol, eine Rolle, die er in mehreren Bond-Filmen ausfüllte. Hier spielt er den Inspektor Whitside.

Der Film hat mir nicht besonders gefallen, da er eine recht undurchsichtige Handlung hat, die zudem recht dünn ist. Aber er hat durchaus Höhepunkte, die ihn wieder einzigartig machen und so seine Sonderstellung innerhalb der Rialto-Reihe rechtfertigen. Ursprünglich sollte sogar Jürgen Roland den Film inszenieren. Doch dazu kam es nicht mehr, da er sich nach dem "Bogenschützen" von der Reihe distanzierte. Als Hauptdarsteller unter ihm hatte man Heinz Drache und Elke Sommer vorgesehen. Vielleicht wäre das der bessere Film gewesen. Eine Co-Produktion mit Großbritanien hat man bei Rialto dann wieder 1964 mit "Das Verrätertor" und 1966 mit "Das Geheimnis der weißen Nonne" realisiert. Kurz zuvor entstand zwar auch "Das Rätsel des silbernen Dreiecks" in britischer Co-Produktion, doch damit hatte Rialto nichts zu tun - obwohl gerade in diesem Film dann auch Heinz Drache, Christopher Lee, Eddi Arent und Klaus Kinski mitwirkten.

Illustrierte Film-BühneFür Rialto war der Narzissen-Film der erfolgreichste bisher und sollte auch zum zweiterfolgreichsten der gesamten Reihe werden. Qualitativ macht der Film dennoch nicht den Eindruck, zu den Besten zu gehören.

  • Zuschauer: 3,5 Mio.
  • Laufzeit: 90 Minuten

Stab: Regie: Akos von Rathony Drehbuch: Basil Dawson, Trygve Larsen, Donald Taylor, Horst Wendlandt, Gerhard F. Hummel Produktion: Rialto Film, Horst Wendlandt Musik: Heinz Funk Kamera Karl Löb Schnitt: Ira Oberberg
Besetzung: Joachim Fuchsberger (Jack Tarling) Christopher Lee (Ling Chu) Sabina Sesselmann (Anne) Klaus Kinski (Peter Keene) Albert Lieven (Lyne) Jan Hendriks (Charles) Ingrid van Bergen (Gloria) Marius Goring (Milburgh) Walter Gotell (Inspektor Whitside) Grace Denbeigh-Russel, Dawn Berret

(1) Wikipedia
Quellen: Internet, eigene Beobachtung, Joachim Kramp: Hallo, hier spricht Edgar Wallace (Schwarzkopf & Schwarzkopf)

Die deutschen Edgar Wallace-Filme - Einleitung

Begleitartikel
 
 
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Die deutschen Edgar Wallace-Filme
 



Kommentare  

#1 McEL 2012-02-16 01:35
Da Geschmäcker nun mal verschieden sind, hat mir der Film gut gefallen. Lag vielleicht an Christopher Lee. Seine ewigen zum Besten gegebenen "chinesischen" Weisheiten gaben der Handlung eine ungewöhnliche galgenhumorige Note. Und hat Lee nicht auch in der deutschen Fassung original seinen Text gesprochen = mit seiner eigenen Stimme? Immerhin konnte er gut Deutsch.
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#2 G. Walt 2012-02-16 01:43
Ja, er hat selbst gesprochen. In der deutschen und englischen Version. In einem Interview hat er einmal gesagt, wieviel Spaß er nach Drehschluss mit Fuchsberger und Kinski hatte.
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