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Die deutschen Edgar Wallace Filme - Der grüne Bogenschütze

Die deutschen Edgar wallace Filme1960
Der grüne Bogenschütze

Auf Schloss Garre Castle geht ein Phantom um. Der grüne Bogenschütze tötet scheinbar willkürlich Menschen durch einen Giftpfeil. Als der Besitzer des Schlosses Abel Ballamy aus Amerika zurückkehrt, glaubt er nicht an die Spukgeschichten. Er selbst scheint ein Geheimnis zu haben. Und seine Angestellten fürchten ihn mehr als den Schützen. Nur die hübsche Valerie Howett scheint ihm Paroli bieten zu können. Sie fühlt ihm auf den Zahn und kommt Stück für Stück einem entsetzlichen Geheimnis nahe.

Featherstone (wussow)Mithilfe von Polizeiinspektor Featherstone findet sie heraus, dass System hinter den Morden des Phantoms steckt. Ist er ein Rächer, der alte Rechnungen begleichen will? Möglich, denn alle seine Opfer hatten Dreck am Stecken und stehen irgendwie in Verbindung mit Abel Ballamy.

Mit dem "Bogenschützen" endete sozusagen der Probelauf. Die Wallace-Filme wurden vom Publikum angenommen, jetzt konnte man mutiger werden und sich weiter vorwagen. Dieser Film hob sich gewissermaßen schon von seinen drei Vorgängern ab. Es war vielmehr eine Komödie als ein Krimi. Allzu grotesk wirken die Figuren, allzu witzig und klamaukig sind die Dialoge. Mit der Vorlage hatte der Roman zwar immer noch vieles gemeinsam, doch die Umsetzung glich diesem in keinster Weise.

Eddi Arent spielt zum vierten Mal mit und ist als einziger Schauspieler in bisher jedem Wallace dabei gewesen. Zum ersten Mal spielt er sogar eine Rolle, die auch im Roman wirklich vorkam: den Reporter Spike Holland. Wussow spielt zum zweiten Mal mit und diesmal ist er Ermittler und kein Bösewicht. Karin Dor ist gleich nach der "Bande" erneut dabei.
Gert Fröbe ist so was wie der Gaststar. Seine Rolle ist die einzige, die nicht komisch wirkt. Seine Darstellung des Griesgrams Ballamy ist herrlich. Nie mehr hat er allerdings wieder in einem Wallace gespielt.
Heinz Weiss mimt den Bogenschützen.

Karin Dor mit Gert FröbeKarin Dor spielt hier eine sehr selbstbewusste Heldin, die den Schutz eines starken Yard-Beamten gar nicht braucht. Sie ist eher der dominierende Part dieses Films. Wahrscheinlich ihre beste Rolle. Sie wird ähnliche Rollen in "Der Fälscher von London" und "Der unheimliche Mönch" spielen. In keinem dieser Filme ist sie aber wieder gleichzeitig so sexy wie hier.

Filmisch hätte man viel mehr aus dem Thema machen können. Die Enttarnung des Bogenschützen und die Aufklärung des Falles verläuft sogar äußerst simpel. Geradezu beiläufig. Einen ähnlichen Fehler beging man einige Jahre später mit "Der schwarze Abt".

Die ironische Schlussszene (Eddi Arent hat einen Pfeil im Rücken mit einem Schild, auf dem der Schriftzug ENDE prangt) wurde in allen Fernsehausstrahlungen unterschlagen. Dank der DVD-Fassung ist nun auch diese Szene enthalten.

Mit 1,7 Millionen Zuschauern war der Film fast schon eine Enttäuschung. Doch das störte die Wallace-Macher nicht. "Die toten Augen von London" war bereits abgedreht und sollte wieder sehr erfolgreich werden. Mit dem Gesamtergebnis des fertigen Films war man auch bei RIALTO unzufrieden. Und Jürgen Roland und Wolfgang Menge warfen das Handtuch, weil sie sich nicht mit dem zukünftigen Produzenten Wendlandt einigen konnten.

Illustrierte Filmbühne "Der grüne Bogenschütze"Zum Kamerateam neu hinzu stieß Heinz Hölscher. Und das war ein Gewinn. Denn atmosphärisch wirkt der Bogenschütze etwas dichter als alle seine Vorgänger. Als Schloss Garre Castle hielt Schloss Ahrensburg bei Hamburg her.

  • Zuschauer: 1.700.000
  • Länge: ca. 89 Minuten

Stab: Regie: Jürgen Roland Drehbuch: Wolfgang Menge, Wolfgang Schnitzler Produktion: Rialto Film Preben Philipsen S/A (Preben Philipsen) Musik: Heinz Funk Kamera Heinz Hölscher Schnitt: Herbert Taschner
Besetzung: Klausjürgen Wussow (Featherstone) Karin Dor (Valerie) Gert Fröbe (Abel Ballamy) Eddi Arent (Holland) Harry Wüstenhagen (Savini) Wolfgang Völz (Higgins) Heinz Weiss (John Wood) Stanislav Ledinek (Creager) Hans Epskamp (Howett) Hela Gruel (Elaine), Helga Feddersen, Georg Lehn, Edith Teichmann



Quellen: Internet, eigene Beobachtung, Joachim Kramp: Hallo, hier spricht Edgar Wallace (Schwarzkopf & Schwarzkopf)

Die deutschen Edgar Wallace-Filme - Einleitung

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