Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

SERIE IN SCHWARZ

Serie in SchwarzSERIE IN SCHWARZ

Leider scheint beim französischen Film nicht nur die Zeit guter Krimis und Thriller vorbei zu sein, sondern es mangelt auch erheblich an guten Schauspielern und Ideen. Und das scheint auch auf das französische Fernsehen zuzutreffen. Bestes Beispiel hierfür ist leider, die für das Fernsehen gedrehte Reihe „SERIE IN SCHWARZ“: Schon die ersten beiden 60-Minuten-Filme „NÄCHSTE AUSFAHRT MORD“ sowie „SCHIESSEN SIE AUF DEN WEINHÄNDLER“ konnten mich leider nicht überzeugen. Sie enttäuschten leider beide,  zumal man sich nach der Hälfte der Filme fragt, ob man die Handlung nicht etwas straffen und spannender gestaltet hätte können.


So erschießt der 60jährige Winzer und Weinhändler Gérard in „SCHIESSEN SIE AUF DEN WEINHÄNDLER“ seine Frau, weil sie nach Jahrzehnten immer noch nicht gelernt hat zu kochen und seinen kulinarischen Ansprüchen nicht gewachsen ist.
Als Ersatz ‚engagiert‘ er die junge Streunerin Aline. Doch auch die junge Frau sorgt für Gewaltausbrüche seitens Gerard, wenn sie dessen Geschmack in kulinarischen Fragen nicht trifft und seinen empfindlichen Gaumen beleidigt.
Doch Aline ist auch kein Kind von Traurigkeit und entpuppt sich als kriminelle Kampflesbe, die auch vor Gewalt nicht zurückschreckt.

„SCHIESSEN SIE AUF DEN WEINHÄNDLER“
versprüht nur zu Anfang einen gewissen Anflug von schwarzem Humor, wenn Jacques seine Frau erschießt, weil er die Schnauze voll hat, dass seine Frau immer wieder das Essen vermasselt.
Aber mit der Zeit wird die arg dürftige Handlung des Films, die man getrost um 20 Minuten hätte kürzen können,  mehr als langweilig. Da helfen auch nicht die Gewaltausbrüche von Jacques oder die Lesben-Nacktszenen in der Rückblende, wenn man erfährt, wer Arline wirklich ist. Eine junge und kriminelle Lesbe, die ebenfalls zu Gewaltausbrüchen neigt und Jacques in dieser Hinsicht mehr als ebenbürtig ist.

Ein wirklicher Langweiler der Reihe ist „NUR DJS GIBT MAN DEN GNADENSCHUSS“.  Darin geht es um Christa, die in ihrer Radiosendung Gefängnisinsassen zu Wort kommen lässt, unter anderem auch einen gewissen Manu. Nachdem dieser entlassen wird,  besucht er Crista persönlich, die sich auf der Stelle in den Ex-Knacki verliebt.
Was sie jedoch nicht weiß, ist, dass Manu von der Polizei erpresst und für diese als Informant arbeitet. Zudem muss Manu einen dubiosen Handel für die Polizei abwickeln, der aber schief läuft. Nachdem Manu von der Polizei allerdings in Stich gelassen wird, schweben nicht nur er, sondern auch Christa in Gefahr.

Grundsätzlich kann man über die Handlung nicht meckern, doch wenn man sie so langweilig verfilmt wie Orso Miret, muss man sich nicht wundern, wenn die Zuschauer ausschalten und zum nächsten Film der Reihe „Serie in Schwarz“ greifen, die aber leider auch nicht viel besser und spannender verfilmt wurden.  So  passiert in „NUR DJS GIBT MAN DEN GNADENSCHUSS“  nicht gerade viel. Ein bisschen mehr Tempo und Spannung hätte „NUR DJS GIBT MAN DEN GNADENSCHUSS“ nicht geschadet.

„SCHÖNHEIT MUSS STERBEN“ wandelt auf den Pfaden einer Detektivgeschichte. Natürlich musste der Film unter der Regie von Brigitte Rouan und die Detektiv-Geschichte als solches etwas ‚modernisiert‘und der ‚heutigen‘ Zeit angepasst werden. So ist in dem Film der Privatdetektiv mit Namen Corbucci ein Farbiger mit korsischem Vater, der bei seinen Recherchen in einer Schönheitsklinik auf ein Netz aus Korruption und mafiösen Strukturen stößt. Doch sieht ein wirklich ernst zunehmender Versuch einer Detektivgeschichte etwas anders aus, um sie als Kritik an der Gesellschaft an den Mann oder die Frau zu bringen.

Auch in „DIE STADT BEISST“, unter der Regie Dominique Cabrera, scheint das Allheilmitter der Reihe „SERIE IN SCHWARZ“ in sich aufgesogen zu haben: Gewalt. Die schwebt, in welcher Art sie auch immer dargestellt wird, über jede Folge der Reihe.

Alles in allem ist die „SERIE IN SCHWARZ“ nichts für alte Hase und Freunde und Fans von gut gemachten und spannenden Krimis oder Thrillern, sondern eher auf ein ‚junges‘ Publikum zugeschnitten, das nicht viel nachdenken muss.
Die 60 Minuten pro Filme reichen jedenfalls allemal aus, um sich gleich den nächsten Film der Reihe anzuschauen. Aber wenn man glaubt,  der wäre besser als der Vorgänger, wird man bitter enttäuscht.
Denn den acht Filmen fehlt leider etwas gravierendes, eine spannende, rasante Handlung und tatsächlicher schwarzer Humor. Stattdessen sind die Filme schon in dieser Länge mehr als langweilig und sprießen nicht gerade von guten Ideen.

Erneut schaue ich mir „Serie in Schwarz“ jedenfalls nicht an. Da greife ich lieber zu ein paar alten Krimis mit Gabin, Delon, Ventura oder Belmondo, wie „Razzia in Paris“, „Der Profi“ oder „Der Kämpfer“. Die habe ich zwar schon mehrfach angeschaut, doch mit diesen Filmen bekomme ich wenigstens das, was ich auch von „Serie in Schwarz“ erwartet habe, beste und spannende Unterhaltung.

 

Serie in Schwarz

SERIE IN SCHWARZ

01 "Nächste Ausfahrt Mord"
Regie: Laurent Bouhnik
02 "Schiessen sie auf den Weinhändler"
Regie: Emmanuelle Bergot
03 "Papas Musik"
Regie: Patrick Grandperret
04 "Nur DJs gibt man den Gnadenschuss"
Regie: Orso Miret
05 "Die Königin der Pfeifen"
Regie: Guillaume Nicloux
06 "Das Tamtam der Angst"
Regie: Claire Devers
07 "Schönheit muss Sterben"
Regie: Brigitte Rouan
08 "Die Stadt beißt"
Regie: Dominique Cabrera

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Französisch (Dolby Digital 2.0)
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 - 1.75:1
Anzahl Disks: 4
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Spieldauer: 488 Minuten

© by Ingo Löchel

Kommentar schreiben

Probehalber öffnen wir wieder den Gästezugang für Kommentare. Wir werden sehen, wie lang es dauert. Da diese nicht automatisch publiziert werden, kann es eine Weile dauern, bis diese freigeschaltet werden

Please notice: If you are not a registered user, your comments have to de moderated. It may be last some time till it appears ...

- Bitte nehmt Rücksicht auf andere und kommentiert zum Thema und bleibt sachlich...
- Rassistische und diskriminierende Kommentare werden nicht zugelassen
- Kommentare werden begutachtet und dann - unverändert - frei geschaltet.


- Nur noch Administratoren [SuperUsern] ist es gestattet Kommentare zu editieren - bitte den Zusatz mit einem geeigneten Wort wie "Edit" kennzeichnen - oder zu löschen

- Wer Kommentare entfernt haben möchte, wende sich bitte via Kontaktformular oder Mail an den Administrator. Dann wird darüber entschieden.

Sicherheitscode
Aktualisieren

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.
Mehr Infos Ok