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Ein Edgar Wallace als Giallo - »Das Geheimnis der grünen Stecknadel«

Das Geheimnis der grünen StecknadelEin Edgar Wallace als Giallo
»Das Geheimnis der grünen Stecknadel«

Inspektor Barth von Scotland Yard hat es in seinem Job wirklich nicht immer leicht. Denn als einziges Indiz bei der Leiche einer ermordeten Schülerin eines katholischen Mädcheninternat im Londoner Hyde Park ist eine Stecknadel mit grünem Kopf. Allerdings gerät gerade der Italienischlehrer Henry Rossini dabei ins Fadenkreuz der Ermittlungen. Denn der hat nicht nur ein Verhältnis mit der Schülerin Elisabeth, sondern war auch mit ihr in unmittelbarer Nähe des Tatort.

Das Geheimnis der grünen StecknadelUnd da er Scotland Yard nicht gleich mit den wirklich schlüpfrigen Details zu seiner Affäre beglücken möchte, verstrickt sich Rossini natürlich auch recht schnell in verdächtige Widersprüche. Und auch seine Ehefrau Herta dürfte nicht wirklich begeistert über Henrys Seitensprünge mit seinen Schülerinnen sein.

Doch so wirklich kann man Rossini nicht als Mörder überführen und dann wird mit der Schülerin Janet auch ein weiteres Mordopfer vorgefunden, welches wieder eine grüne Stecknadel bei sich trug. Doch erst als auch die hübsche Elisabeth zum nächsten Opfer dieser gruseligen Morde wird, beschließt Rossini nun die Suche nach dem Mörder nicht alleine der Polizei zu überlassen, die offenbar immer noch keine wirkliche Spur vorweisen kann. Und bei den Nachforschungen stößt Rossini auch auf ein Mädchen mit dem Namen Solange.

Doch Solange scheint sich geistig von einem früheren Schockzustand nie wieder richtig erholt zu haben. Doch was war denn nun tatsächlich vor einigen Jahren mit Solange passiert und hat bei ihr diesen negativen geisitgen Zustand ausgelöst?

Wie die anderen ermordeten Mädchen war auch Solange damals ein Mitglied einer eingeschworenen Mädchen-Clique auf dem katholischen Internat. Und deren Erkennungszeichen war eben eine grüne Stecknadel, die sie sichtbar an ihrer Kleidung trugen. Erst mit diesem Wissen um Solange, die auch die Tochter von Professor Bascombe ist, gelingt es Inspektor Barth und Rossini wirklich langsam hinter das schreckliche Geheimnis auch um die Morde zu kommen.

Denn die Mädchen-Clique hatte damals in aller Heimlichkeit mit einer Jungen-Clique so einige geheime Sexparties abgehalten. Dabei ist Solange wohl nicht wirklich so ganz freiwillig von den Jungs missbraucht und dabei sogar schwanger geworden. Das durfte natürlich seitens der anderen Mädchen niemals öffentlich werden. Um also diese illegalen Partys auch weiterhin geheimhalten zu können, hatten die anderen Mädchen nun Solange zu einer ebenfalls illegalen Abtreibung gezwungen. Doch genau diese Abtreibung verlief eben nicht wirklich gut, weshalb Solange auch seit diesem Zeitpunkt in einen Schockzustand verfallen ist, bei dem sie offenbar geistig wieder in den Zustand ihrer Kindheit zurückgefallen ist und den sie eben nie wieder überwunden hatte.

Und hinter dieses Geheimnis ist auch Solanges Vater, der Professor gekommen. Doch statt zur Polizei zu gehen hatte er einen perfiden Racheplan wegen seiner geschändeten Tochter geschmiedet und in der Verkleidung eines Priesters die damals beteiligten Mädchen ermordet, wobei er ebenso nach der Tat bei den Opfern jeweils ihr damaliges Erkennungszeichen in Form einer grünen Stecknadel hinterlassen hatte.

Das Geheimnis der grünen Stecknadel"Hallo, hier spricht ... ähm* ... Edgar Wallace":
Nein, diesen kultigen Spruch bekommt man zu Beginn des Film EDGAR WALLACE: DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN STECKNADEL aus dem Jahre 1972  nun wirklich nicht mehr geboten. Denn zum einen ging die Ära  des Franchise um die Pulp-Grusel-Krimis beruhend auf den losen Erzählungen des Krimiautor Edgar Wallace locker nach über 30 Filmen seinem völligen Niedergang entgegen. Und zum anderen waren die zuletzt gedrehten Filme, darunter eben auch DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN STECKNADEL, nur noch grob an den Wallace Geschichten orientiert. So schielte Horst Wendland zu Beginn der 1970er Jahre in Sachen Kino ja gemeinsam mit der Filmfirma Rialto eher auch schon in Richtung internationales Kino. Später war die Rialto daher auch in Koproduktion an einigen Bud Spencer und Terence Hill Filmen  beteiligt gewesen, wozu auch als ein schönes Beispiel der Bud Spencer Film  SIE NANNTEN IHN MÜCKE von 1978 gehörte.

Die verbliebenen Edgar Wallace Produktionen waren hingegen wohl auch nur noch "deutsche Vermarktungsrechte" für "italienische Produktionen". Dabei stieß hierbei auch das gerade im aufblühen befindliche italienische Subgenre des Giallo hinzu, welches man in DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN STECKNADEL recht schön nachvollziehen kann.

Und auch was die Besetzung dieses Giallo-Wallace angeht, kann sich der Film durchaus sehen lassen. So spielten hier aus der noch blühenden Zeit der Wallace-Filme z.B. die deutschen DarstellerInnen Joachim Fuchsberger (DER FROSCH MIT DER MASKE/1959) als Inspektor Barth und Karin Baal (DIE TOTEN AUGEN VON LONDON/1961) als betrogene Ehefrau Herta Rossini sowie Günther Stoll (DER BUCKLIGE VON SOHO/1966) als Professor Bascombe mit. Hinzu kamen dann noch z.B. Fabio Testi (KNIE NIEDER UND FRISS STAUB/1871) als Enrico "Henry" Rossini, Camille Keaton (I SPIT ON YOUR GRAVE/1978) als das Mädchen Solange oder Cristina Galbo (DAS LEICHENHAUS DER LEBENDEN TOTEN/1974) als Elisabeth Seccles.

Das Geheimnis der grünen StecknadelFabio Testi hatte übrigens sogar mal eine verschwindend kleine Rolle in dem Italowestern SPEL MIR DAS LIED VOM TOD. Nur reichte das nicht einmal, um wirklich in Erinnerung zu bleiben. Denn da dominierten schlicht und ergreifend ja auch DarstellerInnen wie Claudia Cardinale, Henry Fonda oder Charles Bronson als weit größere Kaliber des Filmgeschäft die Handlung. Mit I SPIT ON YOUR GRAVE sorgte indessen Camille Keaton für den damaligen Skandalfilm schlechthin, bei dem selbst heute noch pflichtgetreue Jugendschützer sich lustwandelnd im Staub wälzen.

Nicht wirklich auf der darstellerischen Höhe der Zeit schien indessen Joachim Fuchsberger, der innerhalb der Handlung irgendwie etwas deplatziert wirkte, was allerdings auch daran gelegen haben könnte, dass er sich bei dieser Produktion damals nicht wirklich wohl fühlte. Den Vogel schoss dabei allerdings wohl die Schauspielerin Karin Baal ab, die darstellerisch hier ebenfalls keine wirkliche Erleuchtung war, dafür aber in den Bonusmaterialien zum Film eher bei einem Interview Jahre später als damalige Diva wohl etwas unangenehm auffiehl. Denn das erste was sie hier an Informationen zur damaligen Produktion vom Stapel lässt, sind so ziemlich die Hinweise darauf, was sie alles nicht im Film machen wollte und dies dann auch im Vorfeld vertraglich festhalten ließ. Aber auch sonst lässt sie nicht unbedingt ein gutes Haar an der Produktion. Und mal ehrlich gesagt, wäre ich damals Produzent gewesen, hätte ich die Baal wohl schneller wieder vor die Tür gesetzt, als sie hätte ausatmen können. Denn unter dem Strich war wohl für sie alles miserabel gewesen bei der Produktion bis eben auf sie selbst und wohl dem Gehaltsscheck, den sie dabei eingestrichen hatte. Und Joachim Fuchsberger - so sehr ich den Schauspieler damals auch in seinen Filmen mochte - hätte man sicherlich ebenfalls durch einen besseren Darsteller ersetzen können.

Sieht man aber von Joachim Fuchsberger und insbesondere Karin Baal einmal ab, muss ich durchaus gestehen, dass ich von dem Film DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN STECKNADEL mehr als positiv überrascht wurde, den ich mir als Mediabook mit zwei internationalen Langfassungen (Blu-ray & DVD/zwei Disc) sowie als kürzere deutsche Kinofassung (Blu-ray/eine Disc)vor einiger Zeit seitens Koch Media erstanden hatte.

Das Geheimnis der grünen StecknadelUnd damit wären wir schon bei meinem Fazit:
DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN STECKNADEL wusste mich vom Handlungsaufbau und der sich steigernden Spannung voll zu überzeugen. Auch wenn man wirklich nicht mehr viel aus den alten Edgar Wallace Filme hier wiederfinden konnte. So hatte man damals ein recht schönes Händchen für eine bedrohliche Grundstimmung, der Spannungsbogen wurde beständig aufgebaut und eine wirklich exzellente italienische Handschrift lässt sich hier innerhalb der Handlung wirklich nicht bestreiten.

Die gravierenden inhaltlichen Veränderungen mögen die alteingeschworenen Fans der alten Wallace-Filme damals zwar nicht wirklich geschmeckt haben, allerdings kommt man im Filmgeschäft auch nicht wirklich weiter, wenn man versucht, weiter auf einem bereits toten Pferd zu reiten. In dem Sinne konnte ich hier auch gerne auf den typischen Spruch "Hallo, hier spricht Edgar Wallace" locker verzichten. Denn inhaltlich hat dieser Giallo nicht mehr wirklich viel mit den alten Wallace-Filmen zu tun, in denen Klaus Kinski, Heinz Drache, Eddi Arent, Siegfried Schürenberg oder  Elisabeth Flickenschildt und eben auch Joachim Fuchsberger und Karin Baal einmal wirklich glänzen konnten. Die neu und durchaus frische Richtung konnten hier jedenfalls seitens Massimo Dallamano (Regie) sowie gemeinsam mit Peter M. Thouet und Bruno Di Geronimo (Drehbuch) durchaus spannend umgesetzt werden. Grundlage hierbei bildete für die italienische Version übrigens wohl eine Wallace-Geschichte unter dem Titel THE CLUE OF THE NEW PIN.

Alles in allem kann ich hier jedenfalls den Film DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN STECKNADEL (Originaltitel: COSA AVETE FATTO A SOLANGE) nur jedem empfehlen, der einen spannenden Ciallo mit damals frisch umgesetztem Handlungsbogen zu schätzen weiß.

Das Geheimnis der grünen StecknadelEdgar Wallace: Das Geheimnis der grünen Stecknadel
(Cosa avete fatto a Solange)
mit Joachim Fuchsberger, Cristina Calbo, Camille Keaton, Fabio Testi, Joe D'Amato, Günther Stoll, Claudia Butenuth, Giovanna Di Bernado, Karin Baal, Emilia Wolkowicz u.a.
Regie: Massimo Dallamano
Drehbuch: Peter M. Thouet, Massimo Dallamano, Bruno Di Geronimo
Produktion: Fulvio Lucisano, Horst Wendlandt, Leo Pescarolo
Musik: Ennio Moriccone
Genre: Giallo
Ausführung: Mediabook mit 3 Disc (2 BD & 1 DVD) sowie 18-seitigem-Booklet
Spieldauer: 107 Minuten (BD-Langfassung), 96 Minuten (BD Kurzfassung) sowie 102 Minuten (DVD-Langfassung)
Extras: Interviews, Audiokommentar von Giallo-Experte Troy Howarth, Arte-Dokumentation: "German Grusel" u.m.
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Italien/Bundesrepublik Deutschland 1972

Kommentare  

#1 G. Walt 2022-05-28 19:26
In der deutschen Fassung von Rialto gibt es schon das Intro mit "Hallo, hier spricht Edgar Wallace". Du bist aber stolzer Besitzer des Mediabooks auf dem sich die Originalfassung des Films befindet. Dort fehlt das Intro richtigerweise und es sind auch alle Szenen vorhanden, die hier teilweise untertitelt wurden, weil sie seinerzeit nicht für das deutsche Publikum synchronisiert wurden. Und nur diese Fassung ist wirklich genießbar. Und man kann sie ganz losgelöst von Wallace betrachten, was auch nötig ist. Denn der Inhalt hat nicht mit dem Roman von Wallace ("Das Geheimnis der Stecknadel") zutun
#2 Laurin 2022-05-28 21:10
Stimmt @G. Walt, gebraucht hätte es das Intro hier auch nicht, da der Film doch stark von den bekannten früheren Wallace-Filmen abweicht, die man auch heute noch manchmal im Fernsehen sehen kann. Und wie groß oder klein der Einfluss von Wallaces Roman hier war, kann ich nicht sagen, da ich eben den auch nie gelesen habe. Genau genommen wäre mir Edgar Wallace auch direkt nicht einmal in den Sinn gekommen, wenn der Name nicht auch zum Film recht werbewirksam überall genannt würde. Gesamt betrachtet hatte es mich aber doch überrascht, wie positiv sich der Film für mich gestaltete, da ich eigentlich gerade wegen der Nennung von Edgar Wallace eher mit nicht zu hohen Erwartungen an den Film herangegangen war.
#3 Friedhelm 2022-05-28 22:16
Man muss natürlich sehen, dass Horst Wendtlandt hier (wie bereits für Ricardo Fredas Film "Das Gesicht im Dunkeln" ) "nur" als Co-Produzent "auftrat". Der "Rialto-Patron" erkannte ja bereits Ende der 1960er, dass seine einst so beliebten "Edgar Wallace-Gruselkrimis", mit ihren nebelumhangenen Schlössern, Käuzchenrufen und "schwarzen Äbten" beim Publikum längst passe' waren.

1969 wurde Alfred Vohrers Krimi "Der Mann mit dem Glasauge" bekanntlich bereits ohne diese Zutaten -erfolglos- in die Kinos gebracht. Mit Wendlandts letztmaligem (und ebenso erfolglosem) Versuch ein rein deutsches Wallace-Movie zur produzieren, ("Die Themse,1971" ) "starb" die ursprüngliche Reihe dann eben auch.

"Wallace-Stempel" (samt dem bekannten Intro..) erhielt der oben besprochene Film also nur für die deutsche Fassung - Wendlandt wollte den endgültigen Abgesang damit noch ein bisserl hinausschieben. Darum wurden wohl auch einige Schnitte vorgenommen. Den italienischen Titel kann man ganz banal mit "Was hast du mit Solange gemacht?" übersetzen - schon mal untypisch für einen angeblichen "Edgar Wallace".

Damit erklärt sich eigentlich, warum der Film vom Stil echter "Rialto-Wallaces gänzlich abweicht". Und dass der Plot (wie viele andere Wallace-Verfilmungen) herzlich wenig mit einem Roman des guten Mr. Wallace zu tun hat, dürfte freilich niemanden wirklich überraschen. ;-)

Dass hier Schauspieler wie Joachim Fuchsberger oder Karin Baal dabei sind, dürfte sich halt mit einem gewissen Mitspracherecht erklären, dass man Wendlandt, als Co-Produzenten, dann doch zugestehen musste.

Fuchsberger und Baal betreffend, bin ich schon nahe an Konrad/Laurin. "Blacky" (Fuchsbergers Spitzname..) war mir als Schauspieler schon immer viel zu hölzern - und wenn es in dieser Hinsicht einen Wettbewerb gäbe, dann würde ihn wohl nur noch der dödelige Heinz Drache überholen.

Karin Baal empfand ich schon aufgrund ihrer nervigen "Stimmfarbe" schier unerträglich Als Beispiel möchte ich ihr Gekreische ("Laaaarrryyy...") in "Die Toten Augen von London erwähnen. Ganz ehrlich, als Inspektor Holt hätte ich gar keine Lust darauf verspürt, die Dame zu retten. Warum sie immer wieder besetzt wurde, ist bis heute für mich ein Rätsel. :-* :-*

Zitat:
Gesamt betrachtet hatte es mich aber doch überrascht, wie positiv sich der Film für mich gestaltete, da ich eigentlich gerade wegen der Nennung von Edgar Wallace eher mit nicht zu hohen Erwartungen an den Film herangegangen war.
IDie Sache mit deiner Erwartungshaltung wäre nun evtl. vom Tisch, gelle :-* ;-) Man könnte auch sagen: Nicht überall wo "Edgar Wallace" draufstand, war auch einer drin.." :-*

Und einma mehr gilt, dass ich nur meine Sicht der Dinge darlege - wie immer.. :-*
#4 Laurin 2022-05-29 10:30
Zitat Friedhelm:
"IDie Sache mit deiner Erwartungshaltung wäre nun evtl. vom Tisch, gelle :-* ;-) Man könnte auch sagen: Nicht überall wo "Edgar Wallace" draufstand, war auch einer drin.." :-* "

Nun ja, mit den Jahrzehnten waren mir die alten Wallace-Krimis schon so bekannt wie ein alter Schuh mit einem Loch in der Sohle. Man hatte sie zwar durchaus mal gerne gesehen, bis sie einem dann aber irgendwann schon nachliefen. Und da schraube ich dann bei Filmen schon eher mal meine Erwartungen lieber herunter, wenn der Name Edgar Wallace auftaucht. Auch wenn ich den besagten Film vorher noch nicht wirklich kannte. Und das er mit den damaligen Wallace-Filmen inhaltlich nicht mehr wirkich etwas zu tun hatte, war hier sicherlich kein Nachteil für mich. Gefallen hatte er mir dann von der Handlung her jedenfalls bestens. :-)
#5 Friedhelm 2022-05-29 11:47
Na gut, die (cineastischen ) Geschmäcker sind halt verschieden - das durften wir hier ja schon des öfteren feststellen. Ich kann mir meine Faszination für diese meist biederen Filmchen übrigens manchmal auch nur mit meinem ausgeprägten Nostalgiedrang erklären. :-*

Die alten Wallace-Movies werden ja ab und an auf "Kabel 1" gezeigt. Ein paar von denen schaue ich dann eben gerne immer mal wieder - unter meinen "Favoriten sind Filme wie "Der Hexer" , "Der schwarze Abt" oder "Der Hund von Blackwood Castle", den ich ca 1972 sogar noch in einem unserer Kinos in Aurich gesehen habe. Habe ja lange den Jubiläums-Trailer gesucht, der eine Woche vorher dort gezeigt wurde, als wir "Jerry Cotton - Mordnacht in Manhattan" im selben Kino "erleben durften".

Etwas später, als bei uns dann auch "Der Todesrächer von Soho" lief, den der Trash-Regisseur Jess Franco angeblich nach einer Vorlage vom Wallace Sohnemann Brian Edgar verzapft hat, war ich tatsächlich unangenehm berührt, weil mir hier einiges fehlte - heute weiss man ja, woran das lag.. :-)

Es gibt einige Kritiker, die es für einen Fehler hielten, dass Horst Wendlandt sich mit italienischen Partnern zusammentat, weil die "Wallace-Marke" damit stark "verwässert wurde".

Das mag stimmen, ich bin allerdings eher der Meinung, dass dieser Umstand zu diesem Zeitpunkt längst keine große Rolle mehr spielte, weil "Edgar Wallace" in den 1970ern eh "tot" war.

Mit dem "neuen deutschen Film" im Nacken, wären weitere Filme wohl zudem eh nicht mehr möglich gewesen. :cry:
#6 Laurin 2022-05-29 16:37
Zitat Friedhelm:
"Es gibt einige Kritiker, die es für einen Fehler hielten, dass Horst Wendlandt sich mit italienischen Partnern zusammentat, weil die "Wallace-Marke" damit stark "verwässert wurde".

Das mag stimmen, ich bin allerdings eher der Meinung, dass dieser Umstand zu diesem Zeitpunkt längst keine große Rolle mehr spielte, weil "Edgar Wallace" in den 1970ern eh "tot" war.
"

Da stimme ich dir voll zu, denn das hätte in Sachen Wallace-Filme wirklich bedeutet, ein bereits totes Pferd weiter zu reiten.
Allerdings glaube ich auch nicht, das es an Wendlandt alleine gehangen hatte, denn die Rialto hatte ja ebenfalls die Fühler bereits Richtung Italien ausgestreckt.
#7 G. Walt 2022-05-29 17:26
zitiere Friedhelm:

Karin Baal empfand ich schon aufgrund ihrer nervigen "Stimmfarbe" schier unerträglich Als Beispiel möchte ich ihr Gekreische ("Laaaarrryyy...") in "Die Toten Augen von London erwähnen. Ganz ehrlich, als Inspektor Holt hätte ich gar keine Lust darauf verspürt, die Dame zu retten. Warum sie immer wieder besetzt wurde, ist bis heute für mich ein Rätsel. :-* :-*


Die wirklichen interessanten Schauspielerinnen rangierten in der Reihe tatsächlich eher in der zweiten Reihe (Ann Savo, Eva Pflug, Sophie Hardy, Renate Ewert). Für die Hauptrollen wählte man für meinen Geschmack mit Ausnahme von Karin Dor meist recht farblose Typen wie Brigitte Grothum, Grit Böttcher, Uschi Glas o.ä. Karin Dor und Karin Baal wurde dazu aber obendrein meist recht "anständig" dargestellt, weil sie wohl nur so die verfolgte Unschuld vom Lande glaubhaft mimen konnten. Angenehme Ausnahmen waren neben Catharina von Shell auch Corny Collins. Das gilt aber nur für die rein optische Variante. Karin Baal war insgesamt dreimal bei der Reihe dabei.

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