Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Eine allgemeine Kritik hinsichtlich der »Venom« Verfilmungen

Eine allgemeine Kritik hinsichtlich der »Venom« VerfilmungenEine allgemeine Kritik ...
... hinsichtlich der »Venom« Verfilmungen

Mittlerweile ist ja nun auch der Film VENOM: LET THERE BE CARNAGE längst schon durch unsere Kinos gejagt worden, der wiederum in den USA mit einer PG-13-Freigabe versehen wurde, was bei uns dann ähnlich wie beim ersten Film VENOM aus dem Sony-Spider-Man-Universum auch wieder zur Altersfreigabe (FSK) ab 12 Jahre geführt hat. Dabei hatten nicht wenige der Fans sich eigentlich einen ganz anderen Venom gewünscht, als diese Kinderstunden-Version eines ansonsten vielversprechenden Alien-Symbionten.

Eine allgemeine Kritik hinsichtlich der »Venom« VerfilmungenIn VENOM aus dem Jahre 2018 gelangt aus dem All eine schwarze symbiontische Lebensform mittels eines Raumschiff der Life Foundation des Dr. Carlton Drake auf die Erde und fordert schon kurz darauf die ersten Todesopfer, bis das sich dieser Symbiont mit Namen Venom mit dem Journalisten Eddie Brock verbindet. Und dieses sehr ungleiche symbiotisch verbundene Paar muss sich erst einmal zusammenraufen, denn Drake möchte nicht nur noch mehr dieser Alien-Symbionten mittels einer Rakete auf die Erde holen, sondern Drake ist auch selbst mit einem Symbionten mit Namen Riot verbunden, der nicht weniger als das Ende der Menschheit in ihrer jetzigen Form einläuten will.

In VENOM: LET THERE BE CARNAGE von 2021 wird Eddie Brock nun von Detective Mulligan aufgefordert, mit dem Serienkiller Cletus Kasady zu reden, weil genau der, wenn überhaupt, dann eben nur mit Eddie reden will. Also besucht Eddie Kasady in seiner Todeszelle, wo dieser jedoch den Symbionten Venom in Eddie provoziert, weshalb es in der Zelle zu einer Auseinandersetzung kommt. Dabei wird Eddie auch von Kasady in die Hand gebissen. Und weil Venom hier nicht so durfte, wie er es bei Kasady gerne gewollt hätte, verlangt er von Eddie mehr Freiheiten, um zumindest endlich böse Mitbürger auch ohne Eddies Einwilligung fressen zu dürfen. Natürlich geraten Eddie und sein Symbiont hierbei in eine Auseinandersetzung in deren Verlauf sich der Symbiont Venom völlig von Eddie Brocks Körper abtrennt und beide erst einmal wieder jeweils eigene Wege gehen. Doch dies bleibt natürlich nicht so, da Cletus Kasady durch den Biss etwas vom Symbionten Venom aufgenommen hat, was nun verbunden mit dem Serienkiller zum Symbionten Carnage heranwächst. Und um den bösartigen, eher rötlichen  Carnage nun stoppen zu können, muss Eddie Venom finden um sich zum Kampf wieder mit ihm zu verbinden. Doch Venom hüpft quasi gerade irgendwo in San Francisco von einem Wirtskörper zum nächsten.

Soweit eigentlich in recht groben Zügen die jeweilige Handlung der Filme VENOM von 2018 und der Fortsetzung VENOM: LET THERE BE CARNAGE aus dem Jahre 2021. Und der Grundgedanke hinter dem ersten Film zum Alien-Symbionten Venom war eigentlich, diese Figur in einem eigenen filmischen Ableger auch als eigenständige Figur eines Antihelden im eigenen Spider-Man Universum seitens Sony zu etablieren. Als Gegner von Spider-Man trat ja bereits die Figur des Venom erstmals im Film SPIDER-MAN 3 aus dem Jahre 2007 auf, wo er vom Schauspieler Topher Grace (Eddie Brock/Venom) dargestellt wurde. Aber schon hier konnte die Figur des Venom so einige kritische Stimmen nachträglich nicht wirklich verstummen lassen. Dafür hoffte man nun bei der Verfilmung von VENOM von 2018 auf Besserung. Denn gerade dieser besondere Gegner von Spider-Man hätte recht gruselig aufgebaut werden können und man hoffte auch von Seiten der vielen Fans dieser Figur auf einen Härtegrad, der zumindest unserer Altersfreigabe ab 16 Jahren entsprochen hätte. Eventuell hätte man sogar noch einen Zacken härter an diese Figur herangehen können (Richtung FSK 18) um diesem Charakter wirklich gerecht zu werden. Doch stattdessen wollte man natürlich auch seitens der Macher gerade das jüngere Puplikum in die Kinos locken. Und so entwickelte man bei VENOM damals ebenfalls ein eher witziges Konzept, welches ja schon bei der Figur des Marvel-Antihelden DEADPOOL recht gut funktioniert hatte. Doch Venom war eben nicht DEADPOOL, der allerdings in der inhaltlichen Umsetzung klar auch auf ein etwas älteres Publikum mit einer höheren Altersfreigabe  ausgerichtet wurde (bei uns dann FSK 16). Und so waren die negativen Kritiken danach eben auch nicht gerade nett mit dem ersten Film zu VENOM umgesprungen.

Eine allgemeine Kritik hinsichtlich der »Venom« VerfilmungenSchlechte Kritiken und volle Kassen:
Zum nachdenken hatten die recht negativen Kritiken zu VENOM die Macher jedoch nicht wirklich bewogen, denn da der Film trotzdem  an den Kinokassen über 855 Millionen US-Dollar einspielen konnte und somit finanziell zum Erfolg avancierte, hatte man nun natürlich erst recht nur noch die Dollarzeichen im Auge, was sich so leider auch inhaltlich weiterhin negativ auf die Fortsetzung VENOM: LET THERE BE CARNAGE auswirkte.

Und nach Aussage von Hauptdarsteller Tom Hardy gibt es ja einen Vertrag über drei Filme zur Figur des Venom. Da wird dann wohl auch VENOM 3 eher auch wieder auf ein recht junges Publikum in den Kinos zugeschnitten werden, ohne den Charakter von Venom wirklich inhaltlich positiv auszuschöpfen.

Mal sehen also, ob das wirklich für Sony dauerhaft gut geht.

Eine allgemeine Kritik hinsichtlich der »Venom« VerfilmungenWo hapert es denn bei Venom?
Nun, wer die Figur des Symbionten Venom aus den Spider-Man Comics kennt, den dürfte die jetzige Kinoversion wohl kaum ins nostalgische Schwelgen bringen. Denn wirklich viel hat die Figur in der Realverfilmung mit dem Comic-Charakter nicht mehr zu tun. Dabei war schon der Film VENOM von 2018 eigentlich vom Ansatz her eigentlich kein schlechter Film. Und auch ein wenig trockener Humor, den uns da Tom Hardy in seiner Rolle als Eddie Brock/Venom präsentiert, hätte den Film eigentlich durchaus positiv aufgelockert. Nun aber ist unter dem Strich eigentlich gerade dieser trockene Humor übrig geblieben, der den Film wirklich irgendwie noch aufrecht gehalten hatte.

Jedoch wirkt die Kombination aus einem gerade noch so eben derben Handlungsverlauf (ein paar Körperteile dürfen halt dann doch bei der geringen US-Altersfreigabe abgerissen werden) und diesem trockenen Humor recht schnell nicht mehr wirklich harmonisch. Und das Finale verkommt dann auch eher in ein wildes Durcheinander zweier kämpfenden Symbionten, bei dem man auch nicht unbedingt immer wirklich ein wachsames Auge hinsichtlich guter CGI-Effekte gelegt hatte. Mal ganz davon abgesehen, dass man ständig Tom Hardy als Schauspieler versucht, irgendwie noch ins Bild zu packen, indem man bei Venom dann häufig die Hälfte seines Gesicht zeigen muss. Das wirkt allerdings schon hinsichtlich des Charakter des Symbionten kaum irgendwie glaubwürdig und ist eigentlich nur störende Werbung für den eigentlichen Hauptdarsteller. Aber das hat man ja auch bei Tom Holland als Spider-Man bereits ins extreme umgesetzt, der sich ja auch bei jeder passenden wie unpassenden Gelegenheit in den Filmen die Maske vom Kopf zieht, um möglichst werbewirksam sein Gesicht präsentieren zu können.

Der für Fans eher zentrale Akt bei der ersten eigenen filmischen Umsetzung von VENOM aus dem Jahre 2018 hätte auch eher darin bestanden gehabt, die eigentliche Auseinandersetzung zwischen Eddie Brock und eben dem nicht gerade menschenfreundlichen Symbionten Venom um die Vorherrschaft über den Körper zu thematisieren. Doch gerade hier wickelte man diesen zentralen Punkt dann mit jeder Menge schrägem Humor einfach mal schnell ab, als erschaffe man hier gerade auf die Schnelle eine Marvel Version von Stan Laurel und Oliver Hardy (Dick & Doof). Wirklich ernst nehmen mag man für einen möglichst spannenden Handlungsverlauf diese Version hinsichtlich der Figur des Symbionten daher leider nicht wirklich, so das die Realverfilmung eher wie eine Spaßversion hinsichtlich der eigentlichen Comic-Figur erscheint. Hinzu kommt dann noch - so ganz nebenbei - das Venom sich bisweilen auch wie ein Angsthase hinsichtlich des Symbionten Riot verhält, der schon irgendwie gleich wie eine Blaupause für die Figur Carnage wirkt, die man nun als Symbionten des Serienkillers Cletus Kasady in der ersten Fortsetzung geboten bekommt.

Eine allgemeine Kritik hinsichtlich der »Venom« VerfilmungenVerschenkte Möglichkeiten:
Um nun unbedingt bereits in den USA für den ersten Film VENOM auch ein möglichst junges Puplikum mittels einer niedrigen Altersfreigabe an die Kinokassen zu bekommen, hatte man durchaus seitens Sony aber auch Avi Arad, Amy Pascal und Matt Tolmach (Produktion beider Filme) den Schwerpunkt nun eigentlich zu weit weg vom eigentlichen Charakter seitens Venom aus den Marvel Comics verlagert. Und da die Konstellation der Macher hinsichtlich der Produktion  sich nur unwesentlich veränderte, indem z.B. auch Tom Hardy selbst als Hauptdarsteller noch ins Produktionsteam bei VENOM: LET THERE BE CARNAGE aufrückte, war nun die erste Fortsetzung geradezu verdammt gewesen, genau die gleichen Fehler zu wiederholen. Da nutzt es dann auch recht wenig, wenn man mit einem bekannten Darsteller wie Woody Harrelson die Rolle des Serienmörders Cletus Kasady/Carnage besetzt, dem man dann auch noch eine recht schlecht sitzende Perücke auf den Kopf setzt.

Dabei hätte man den vielen Fans und Kinobesuchern eigentlich genau das bieten können, was sie sich hinsichtlich der Figur VENOM in Sachen Härte und gruseligem Handlungsverlauf erhofft hatten. Die Figur gerade des Symbionten Venom wäre hierzu nämlich perfekt gewesen. Man hätte eben nur schon ansetzend in der Frage der Altersfreigabe nicht so sehr darauf schielen sollen, selbst den Jüngsten noch an den Kinokassen deren Sparschwein aus den Hosentaschen ziehen zu wollen.

VENOM: LET THERE BE CARNAGE aus dem Jahr 2021 schwächelt als Fortsetzung jedenfalls wieder an den gleichen Stellen wie bereits VENOM von 2018 und dürfte daher nun (zumindest als günstigere DVD-Version) wohl  kaum noch in meine Filmsammlung gelangen, wo der Film VENOM aus dem Jahr 2018 ja bereits eher den Status eines Staubfängers genießt, den man leider wohl nur sehr ungern ein zweites mal wieder in den Player wirft, um ihn sich ernsthaft  nochmal anzutun. Man kann von dieser Stelle also nur hoffen, das Sony hinsichtlich des Marvel-Charakter zum Vampir MORBIUS mehr Sorgfalt an den Tag gelegt hat, welcher bei uns ja Anfang 2022 als weitere Figur des Spider-Man Universum von Sony als Antiheld in die Kinos kommen soll.

Eine allgemeine Kritik hinsichtlich der »Venom« VerfilmungenZusammenfassende Infos:
Venom (2018/Regie:Ruben Fleischer)
Venom: Let There Be Carnage (2021/Regie: Andy Serkis)
mit: Tom Hardy, Michelle Williams, Naomie Harris,  Woody Harrelson, Stephen Graham, Riz Ahmed u.a.
Drehbücher: Kelly Marcel, Scott Rosenberg, Jeff Pinkner u.a.
Produktion: Avi Arad, Amy Pascal, Matt Tolmach, Tom Hardy u.a.
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment
Laufzeit - Venom (2018)/ca. 108 Minuten (DVD)
Laufzeit - Venom: Let There Be Carnage (2021)/ca. 94 Minuten (DVD)
Erscheinungsdatum für Venom: Let There Be Carnage (DVD/BD) ca. 27. Dezember 2021


Kommentare  

#1 Andreas Decker 2021-11-26 10:04
Man könnte argumentieren, dass viele der späteren Carnage-Comics alles andere als PG-13 waren - auch wenn das Konzept natürlich nie richtig durchgezogen wurde. Sonst hätte man so was wie Se7en gehabt. Eigentlich war das eine ganz originelle Figur. Ich habe das damals nicht mehr aktuell verfolgt, weil ich die Zeit bei Marvel ätzend fand und finde, vor allem die Artwork, habe erst später reingeblättert. Aber David Micheline, der Creator, konnte schon was.

Ich habe Venom 1 mal im Fernsehen gesehen vor längerer Zeit und kann mich so gut wie an nichts mehr erinnern. Das hatte SYFy-Fernsehniveau.

Das sind alles nur noch bedingt interessante B+C-Charaktere, die schon auf dem Papier bis auf seltene Fälle, wo ein außergewöhnlich guter Autor/Zeichner zum Zug kommt, bestenfalls Mittelmaß sind. Überraschend unterhaltsam war allerdings die Carnage-Ausgabe von 2015 von Gerry Conway und Mike Perkins, wo man neben Man-Wolf noch ein paar vergessene Elemente der Marvel-Okkultschiene in den Topf geworfen hat.

Woody Harrelson? Echt jetzt? Ist der nicht was alt für so eine Rolle?
#2 Laurin 2021-11-27 01:18
Tja, Woody Harrelson scheint für die Rolle eigentlich noch recht rüstig zu sein. Zumindest ist er quasi ja auch noch zwei Monate jünger als ich. :-*
Aber als Carnage dürfte er auch hier eher kaum selbst in Action treten müssen. Das machen dann die computeranimierten Effekte schon zum größten Teil für ihn. ;-)

Der Gästezugang für Kommentare wird vorerst wieder geschlossen. Bis zu 500 Spam-Kommentare waren zuviel.

Bitte registriert Euch.

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.