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Die deutsche Kriminalfilm-Welle: »Die Nylonschlinge«

Die deutsche Kriminalfilm-WelleDie deutsche Kriminalfilm-Welle
»Die Nylonschlinge«

Während einer Striptease-Nummer in der Londoner Esquire-Bar wird der Yard-Inspektor Powers mit einer Nylonschlinge erdrosselt. Inspektor Harvey (Dietmar Schönherr) und Sergeant Masters (Denis Seiler) von Scotland Yard nehmen daraufhin die Ermittlungen auf. Der ermordete Inspektor hatte den Nachtclub anstelle des erpressten Mr. Wilkins (Karl Scherrer) aufgesucht, der kurze Zeit später ebenfalls mit einer Nylonschlinge getötet wird. 

Die NylonschlingeDie weiteren Ermittlungen von Harvey und Masters führen die beiden Polizisten zum Schloss Elford Manor, wo gerade die Versammlung der Gründungsmitglieder der Southern Oil Company stattfindet, die ebenfalls alle Erpresserbriefe des unbekannten Mörders erhalten haben...

Der Erfolg des ersten Edgar Wallace-Filme löste in den 1960er Jahre eine wahre Kriminalfilm-Welle in den westdeutschen Lichtspielhäusern aus.

Neben dem Produzenten Arthur Brauner, der mit seinen Mabuse- und Bryan Edgar Wallace-Filmen auf diese Anfangs sehr erfolgreich Kriminalfilm-Welle aufsprang, sah anscheinend auch der schweizerische Filmproduzent Erwin C. Dietrich ("Der Mustergatte", "Der Herr mit der schwarzen Melone") seine Stunde gekommen, einen eigenen Kriminalfilm auf die Kinoleinwand zu bannen.

1963 begannen schließlich die Dreharbeiten zum Kriminalfilm "Die Nylonschlinge", dessen Drehbuch von Fred Ignor und Thomas Engel stammt.

Als Regisseur verpflichtete der Produzent Erwin C. Dietrich den Regisseur Rudolf Zehetgruber, der bereits mit dem Film "Die schwarze Kobra" erste Erfahrung im Kriminalfilm-Genre gesammelt hatte.

Nachdem der Film "Die Nylonschlinge" am 30. Juli 1963 in den westdeutschen Lichtspielhäusern gestartet war, erwies sich der Krimi-Streifen als so erfolgreich, dass der Produzent Dietrich 1964 mit "Ein Sarg aus Hongkong" mit Heinz Drache in der Hauptrolle einen weiteren Kriminalfilm drehen ließ.

Die NylonschlingeDer durchaus unterhaltsame Kriminalfilm "Die Nylonschlinge" unter der Regie von Rudolf Zehetgruber zeigt ganz deutlich und verschleiert in keiner Weise, dass es sich bei ihm um einen Nachahmer der Edgar-Wallace-Film handelt.

Nicht nur die ganze Handlung und der Handlungsort ist im Stile der Wallace-Filme aufgebaut, sondern wir haben unter anderem mit dem Schauspieler Denis Syler auch eine Art Eddie Arendt-Verschnitt, der sich aber in seiner Rolle als Sergeant Masters etwas schwer tut.

Der österreichische Schauspieler Dietmar Schönherr spielt den Inspektor Harvey zwar sehr routiniert, doch ihm bleibt durch die Eingeschränktheit seiner Rolle leider nicht sehr viel Spielraum, um mehr aus seiner Rolle zu machen. Hinzu kommt die Schauspielerin Helga Sommerfeld, die als Jane Stone sehr farblos und nichtssagend wirkt.

Ein Lichtblick des unterhaltsamen Kriminalfilms, bei dem bis zum Ende keine Langeweile aufkommt, ist Ady Berber, der nach dem Film "Die schwarze Kobra" auch in dem Film "Die Nylonschlinge" keinen Bösewicht, Mörder oder Irren spielt, sondern glücklicherweise in einer positiven Rolle zu sehen ist, was allerdings erst im Verlauf der Handlung des Kriminalfilms zum Vorschein kommt. 


Die NylonschlingeDie Nylonschlinge
Deutschland 1963

Regie: Rudolf Zehetgruber
Drehbuch: Fred Ignor und Thomas Engel
Kamera: Otto Ritter
Schnitt: Anne Demmer
Musik: Walter Baumgartner

Darsteller
Dietmar Schönherr als Inspektor Harvey
Helga Sommerfeld als Jane Stone
Adi Berber als Henry
Gustav Knuth als Charles Clifton
Denis Seiler als Sergeant Masters
Ernst Schröder als Mr. Harrison
Kurt Beck als Donald Smith
Hedda Ippen als Mrs. Wells
Chris Van Loosen als Marilin Wells
Eduard Huber als O’Connor
Alex Freihart als Sir David
Walter Kiesler als Van Dorn
Gustav Kloster als Lord Elford
Karl Scherrer als Wilkins
Laya Raki als Nicole

FSK: Ab 16 Jahren
Laufzeit: 81 Minuten

Deutscher Kinostart: 30. Juli 1963


© by Ingo Löchel

 


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