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Mit Schirm, Charme und Melone - Schock frei Haus (The Fear Merchants)

Mit Schirm, Charme und Melone Mit Schirm, Charme und Melone
Schock frei Haus (The Fear Merchants)

Als John Steed gemeinsam mit Emma Peel so manche diabolischen Pläne von skurrilen Genies, ausländischen Agenten und exzentrischen Kriminellen durchkreuzten, fieberte auch das deutsche Publikum vor den Fernsehern mit. Es war der 18. Oktober 1966 als die Serie MIT SCHIRM, CHARME und MELONE im ZDF ihren Siegeszug antrat und den deutschen Zuschauern einen bis dahin noch nie gesehenes Mix aus Krimi-, Thriller-, Science-Fiction- und Agentenfilm offerierte.

Mit Schirm, Charme und MelonePhobien sind ja so was feines und wenn man weiß, welche Phobie jemand hat, dann lassen sich viele lustige Streiche umsetzen. Fragen sie doch mal den ungeliebten Nachbarn oder ihren Chef, wovor die so in der Regel in Panik geraten. Ein Mordsspaß wäre sicherlich garantiert. Das sehen wir auch am Beispiel des Business-Tycoon Richard Meadows, der gerne inmitten einer Sportarena austicken kann. Der Wunsch wird ihm auch irgendwie erfüllt und führt ihn deshalb postwendend zur weiteren Behandlung in eine geschlossene Anstalt.

Doch Meadows war nicht der einzige, dem es so erging. Denn vor ihm traf der Wahnsinn schon zwei andere Firmeninhaber auf ähnliche Weise. Und da es einfach nicht angehen kann, dass man die Bosse diverser Firmen einfach fit macht für die Irrenanstalt, holt John Steed schon mal flott Emma Peel zum nächsten Einsatz ab. Denn mit dem Unternehmer Fox, der panische Angst vor Mäusen hat, ist mittlerweile auch noch das vierte Opfer zu beklagen.

Auch bei ihren Untersuchungen müssen sowohl John Steed als auch Emma Peel feststellen, dass ihr verborgener Gegner nicht gerade untätig bleibt. Jedenfalls als sich unser Agentenduo mit den Partnern von Mr. Fox, Mr. Crawley und Mr. White auseinandersetzen, erwischt es auch plötzlich Crawley. Doch Steed findet hierbei zumindest heraus, dass alle Firmen, die im Prozellangeschäft tätig waren, ein Angebot von Jeremy Raven zwecks einer Fusion erhalten hatten.

Mit Schirm, Charme und MeloneUnd Mrs. Peel, die im Büro von Mr. White nach Spuren sucht, bekommt etwas von einem höchst seltsamen Fragebogen mit, welcher von einem Rationalisierungsunternehmen mit dem Namen Business Efficiency Bureau, auch kurz B.E.B. genannt, den betreffenden Unternehmern vorlegt wird.

Und die führenden drei Köpfe von B.E.B. haben sich tatsächlich darauf spezialisiert, im Zweifelsfall unwillige Unternehmer mit recht unlauteren Mittel unschädlich zu machen, in dem man sie anhand ihrer Phobien einfach in den Wahnsinn treibt. Und ohne es zu wissen, weisen deren Opfer dem dubiosen Mr. Pemberton und Dr. Voss mittels deren Fragebögen auch gleich auf ihre Phobien hin, welche man bei eben unwilligen Opdern dann auch spektakuär ausschlachtet.

Also begibt sich John Steed mal nach B.E.B. und gibt Emma Peel als seine geschäftliche Widersacherin an, die er gerne irgendwie beseitigt sehen würde. Doch Steed wird durchschaut und man verübt sogar einen Mordanschlag auf ihn, bei dem jedoch der Täter selbst ums Leben kommt. Mr. Pemberton hat indessen bereits Emma Peel gekidnappt und versucht nun bei ihr ihre größte Angst festzustellen. Da aber weder sein Versuch mit dem Fragebogen noch mit einem Computer bei Emma Erfolge zeitigt, will er sie kurzerhand foltern. Natürlich kann Steed dies nicht zulassen und eilt bereits als rettender Held in Richtung Emma Peel.

Mit Schirm, Charme und MeloneMein Fazit:
Nun ist dies nicht der erste Auftritt des britischen Schauspielers Patrick Cargill in der Serie MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE und wieder einmal steht er hier als Mr. Pemberton auf der finsteren Seite des Lebens.

Jedoch hatte Cargill auch eine recht komische Seite, die er immer wieder mal gerne in so manchem Film präsentierte. Sei es z.B. IN 80 TAGEN UM DIE WELT (1956), oder in dem Beatles-Film HI-HI-HILFE! (1965) oder eben in INSPEKTOR CLOUSEAU (1968).

Allerdings kam mir irgendwie sein skurriles auftreten in dieser Episode mit dem Titel SCHOCK FREI HAUS doch irgendwie seltsam vertraut vor. Dies bezieht sich aber nun nicht auf seine Darstellung als Mr. Pemberton an sich, sondern viel eher eben an das seltsam skurrile Drumherum wie auch das entsprechende Verhalten und auftreten des kriminellen Trio. Denn irgendwie fühlte ich mich bei den entsprechenden Szenen an die Serie NUMMER 6 erinnert, welche ja auch mit so manchen skurrilen Verhaltensweisen verschiedener Figuren aufwarten konnte. Und da ging mir dann ein Licht auf, denn im gleichen Jahr (1967), wo Cargill nach 1965 nun zum zweiten mal in einer Episode von MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE auftrat, stand er auch als "Nummer 2" in der Serie NUMMER 6 (Originaltitel: THE PRISONER) neben Patrick McGoohan, der als gefangener, namenloser Agent mit üppigem Freigang immer wieder erfolglos die Flucht versuchte. Und auch hier stand Cargill als "Nummer 2" eben nicht auf der wirklich guten Seite und wirkte etwas teuflisch skurril.

Aber was gibt es zu dieser Episode eigentlich selbst zu sagen? Nun, es scheint so, als müsse sich die Serie in der fünften Staffel erst noch richtig warm laufen, denn so wirklich ist auch diese Folge kein wirkliches Highlight. Der Witz will nicht immer wirklich zünden und die Handlung ist zwar irgendwie etwas abgedreht (was ja nicht schlecht sein muss), aber eben auch sehr einfach zu durchschaubar.

Mit Schirm, Charme und MeloneDamit man mich jetzt nicht falsch versteht. Auch diese Episode lässt sich locker und ohne Probleme konsumieren und macht auch an einigen Stellen richtig Spaß. Aber zur Höchstform sind hier Partrick Macnee und Diana Rick leider noch nicht aufgelaufen.

Allerdings ist die Idee, die Opfer mittels ihrer Phobien in den völligen Wahnsinn zu treiben, schon irgendwie recht teuflisch gewählt. Bei manchen lösen solche Phobien ja auch real durchaus Schweißausbrüche aus, der Blutdruck jagt steil nach oben und man fängt an, unkontrolliert zu zittern, weil das Adrenalin nur so um sich schlägt. Aber das Phobien wirklich jeden auch bis in den Wahnsinn treiben könnten, ist eine nette wie ergiebige Idee, die sich in der Realität aber wohl so nicht wirklich ergiebig umsetzen lassen dürfte.

Regie: Gordon Flemyng
Buch: Philip Levene
Mit: Patrick Macnee, Diana Rigg, Patrick Cargill, Annette Carell, Garfield Morgan, Andrew Keir, Brian Wilde, Jeremy Burnham, Edward Burnham, Ruth Trouncer, Declan Mulholland u.a.
Erstausstrahlung in Deutschland: 19.12.1967
Erstausstrahlung in England: 21.01.1967

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Kommentare  

#1 Friedhelm 2020-09-21 11:37
Mit Patrick Cargill bin ich irgendwie n nie "richtig warm geworden". Aber bei den "Avengers" haben sich ja auch viele Gaststars getummelt, die -jedenfalls bei mir- immer so einen "Aha-Effekt" ausgelöst haben.

Hier sehe ich in der Cast-Liste den schottischen Actor Andrew Keir, den man, z.b. auch als Agrippa aus dem monumentalen "Elisabeth Taylor-Vehicle" "Cleopatra" kannte. (Selbstverständlich sollte man seine Auftritte bei "Hammerfilms" nicht vergessen.)

Natürlich kann Keir nicht mit Cargill verglichen werden - dazwischen liegen Welten, zumal Cargill nun eimal im komischen Fach "zuhause war."

Aber an den Schotten erinnere ich mich halt gerne.
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#2 Andreas Decker 2020-09-22 10:43
Ich bin kein großer Fan der ersten Farbe-Staffel. Es gibt ein paar großartige Episoden, aber auch zu viele, die sich krampfhaft bemühen, das lockere Avengers-Feeling zu reproduzieren, das sich bei der Vorstaffel automatisch einstellte. Und dabei schwer scheitern. Das ist so typisch, da hatte offensichtlich jemand angefangen, an den eigenen Hype zu glauben. Und heraus kamen ein "Witz" und eine Atmosphäre, die eher an den quitschbunten und albernen TV-Batman erinnerte.

Und es tut mir leid, aber ich kann Emma in ihren bunten Jogginganzügen einfach nicht ernst nehmen. Wie von Kik, das Gegenteil von sexy.

"Schock frei Haus" ist ganz nett, und zur Drehzeit war das mit den Phobien für die meisten Zuschauer vermutlich nur ein weiterer neumodischer Kram. :-)

In einem Avengers Führer steht, dass hier vermutlich der erste Anrufbeantworter in einer Unterhaltungsserie zu bestaunen war. Hat mich überrascht. Ich dachte immer, das wäre der in der zweiten Columbo-Folge gewesen, der die Größe eines Kühlschranks hat :lol: Aber die kam erst ein paar Jahre später.
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#3 Laurin 2020-09-22 20:21
Zitat Andreas Decker:
"Es gibt ein paar großartige Episoden, aber auch zu viele, die sich krampfhaft bemühen, das lockere Avengers-Feeling zu reproduzieren, das sich bei der Vorstaffel automatisch einstellte. Und dabei schwer scheitern."

Da muss ich dir recht geben, auch wenn ich selbst bisher nicht über Episode 3 dieser Farbstaffel hinaus gekommen bin. Aber schon in den ersten drei Episoden wirkt so mancher Witz leider plötzlich etwas arg bemüht, was doch vormals so locker vom Hocker kam. Aber diese Staffel wird uns wohl auch eine längere Zeit beschäftigen, da ich gesundheitlich gerade nicht auf der Überholspur bin (z.B. heute erst aus dem Krankenhaus wieder raus gekommen) und eigentlich schon auf einen nächsten Klinik-Termin warte. Von daher bitte nicht böse sein, wenn das Wort "regelmäßig" bei mir demnächst leider ein ziemlich dehnbarer Begriff wird. :sigh:
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#4 Friedhelm 2020-09-24 18:40
Zitat:
Aber diese Staffel wird uns wohl auch eine längere Zeit beschäftigen, da ich gesundheitlich gerade nicht auf der Überholspur bin (z.B. heute erst aus dem Krankenhaus wieder raus gekommen) und eigentlich schon auf einen nächsten Klinik-Termin warte. Von daher bitte nicht böse sein, wenn das Wort "regelmäßig" bei mir demnächst leider ein ziemlich dehnbarer Begriff wird.
Wer soll dir denn böse sein - du bist krank, und da muss selbst ein liebgewordenes Hobby hinten anstehen. Man sollte dabei keinen unnötigen Stress aufkommen lassen - wenn das Schreiben zum Pflichtgefühl wird, kann daraus nichts gutes mehr erwachsen.

Abgesehen davon, dass ich selber mit diversen, gesundheitlichen Problemen kämpfe, lasse ich mich in dieser Hinsicht auch (nicht mehr) "jagen. Die Schreiberei macht immer noch Spass - auch für den Zauberspiegel -, aber ich bin halt so frei, und lege Pausen ein, die kurz (ein Monat), aber auch sehr lang (ein Jahr oder mehr) sein können. Da ist mir dann völlig schnuppe, ob dafür ein mehrteiliger Artikel (hier: "Back to the Seventies: der Godzi-Beitrag) längere Zeit "brach liegt." Ich nehme mich da eh nicht so wichtig,

Mein Rat an dich: mache nicht zuviel auf einmal. Beende eine Sache zuerst (so würde ich das jedenfalls handhaben..), bevor du etwas neues anfängst - sonst wird's irgendwann zuviel.

Und dann entschuldige dich nicht dafür, dass du zur Zeit diese Leistung nicht bringen kannst.

Auf alle Fälle...gute Besserung....
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#5 Andreas Decker 2020-09-25 09:42
Gute Besserung. Mach dir keinen Stress deswegen. Auf längere Sicht gesehen killt das nur den Spaß an der Sache. Irgendwann hat man genug und es fällt einem nix mehr ein. Und Klinik ist genug Stress einer ganz anderen Art.

Also: alles mit Ruhe!
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