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Mit Schirm, Charme und Melone - Stadt ohne Rückkehr (The Town of no Return)

Mit Schirm, Charme und Melone Mit Schirm, Charme und Melone
Stadt ohne Rückkehr (The Town of no Return)

Als John Steed gemeinsam mit Emma Peel so manche diabolischen Pläne von skurrilen Genies, ausländischen Agenten und exzentrischen Kriminellen durchkreuzten, fieberte auch das deutsche Publikum vor den Fernsehern mit. Es war der 18. Oktober 1966 als die Serie MIT SCHIRM, CHARME und MELONE im ZDF ihren Siegeszug antrat und den deutschen Zuschauern einen bis dahin noch nie gesehenes Mix aus Krimi-, Thriller-, Science-Fiction- und Agentenfilm offerierte.

Mit Schirm, Charme und MeloneAls am Abend plötzlich ein Mann mittels eines seltsamen Sack am Strand von Norfolk dem Meer entsteigt und recht freundlich nach dem Weg zum Dorf Little Bazeley fragt, dürfte dies eigentlich für rege Diskussionen sorgen. Jedoch eben nicht hier, wo alles etwas anders ist, als es im ersten Augenblick erscheint.

Indessen machen sich John Steed und Emma Peel gleichfalls mit dem Zug in Richtung Little Bazeley in Norfolk auf. Denn dort sind bereits einige Agenten urplötzlich von der Bildfläche verschwunden. Zeit also, hier einmal der Sache näher auf den Grund zu gehen. Dabei machen sie auch Bekanntschaft mit einem weiteren Fahrgast mit Namen Smallwood, der das selbe Ziel ansteuert, weil er von einem dort lebenden Familienmitglied, dem dortigen Schmied, seit längerem nichts mehr gehört hat. Begeistert zeigt er dabei Mr. Steed und Mrs. Peel ein Foto seines Familienangehörigen, welches diese sich auch gleich einprägen.

Dort angekommen, suchen sich die beiden erst einmal ein Zimmer in dem örtlichen Gasthof "Der betrunkene Gremlin", wobei sich John Steed als Makler und Mrs. Peel als neue Lehrkraft an der hiesigen Schule ausgibt. Bis auf den Besitzer des Gasthof scheinen sich aber die anderen Gäste aus dem Dorf recht verschlossen und seltsam zu benehmen. Auch Emma Peel wird zwar nett, aber eben nicht gerade überschwänglich freundlich empfangen, da man bisher von der plötzlichen Zuweisung einer neuen Lehrkraft eigentlich nicht informiert war.

Mit Schirm, Charme und MeloneAls beide am nächsten Tag auf Erkundung gehen, stellt Emma Peel weitere Merkwürigkeiten fest. Denn seit wann befindet sich eine Schule auf dem Gelände eines aufgegebenen Militärstützpunkt der Luftwaffe und warum befinden sich die Kinder plötzlich an diesem Ort in außerplanmäßigen Ferien? John Steed ist dabei in der Nacht aufgefallen, dass auf der Straße vor dem Gasthaus scheinbar durch mehrere Personen förmlich aufmarschiert wird, nur gelingt es ihm nicht, diesen Aufmarsch, der recht militärisch klang, zu beobachten. Denn alle Fenster sind durch fest angebrachte Bretter blickdicht gesichert. Und auch der Besitzer des Gasthof scheint seinen neuen Gast irgendwie ständig im Auge zu behalten.

Als Steed am nächten Tag den Schmied aufsucht, wird es noch merkwürdiger, denn der ist nicht die gleiche Person die er durch den anderen Fahrgast auf dem Foto gezeigt bekommen hatte und plötzlich recht aggressiv ist er dazu auch noch, weshalb Steed ihn erst einmal ausschalten muss. Am Strand selbst finden sowohl Steed als auch Mrs. Peel am nächsten Tag dann auch noch die eher halbherzig unter Sand und Müll vergrabene Leiche ihres Mitreisenden Smallwood wieder.

Im Dorf selbst scheint jedenfalls von den ursprünglichen Bewohnern jegliche Spur zu fehlen. Zeit also, sich einmal auf dem alten Militärstützpunkt etwas näher umzusehen, da sich hier scheinbar alle seltsamen Fälle zu konzentrieren scheinen. Als sie sich dabei auch Zugang zur unterirdischen Bunkeranlage verschaffen, müssen sie gar schreckliches Feststellen. Denn eine ausländische Macht hat hier nicht nur ein hochtechnologisches Waffenarsenal gehortet, sondern versucht ausgehend von diesem Dorf in Norfolk auch eine feindliche Invasion zu starten, indem man schlicht die eigentliche Bevölkerung durch nach England geschleuste eigene Leute zu ersetzen versucht. Ein Zustand also, den weder John Steed noch Emma Peel so einfach kampflos hinnehmen können.

Mit Schirm, Charme und MeloneMein Fazit:
Mit dieser Episode beginnt innerhalb der mir vorliegenden DVD-Box (seitens Studiocanal) die vierte Staffel mit Diana Rigg als Emma Peel, die als neue Partnerin an der Seite von John Steed (Patrick Macnee) so manche Abenteuer erleben wird. Dabei wird sich der Aufbau der Episoden auch nach der Staffelung innerhalb der DVD-Box in dieser Artikelserie richten. Besonders fallen zwei Dinge in der Handlung auf. Als erstes bekommt man eigentlich nicht wirklich viel von dem besagten Dorf zu sehen, da sich das meiste weder im Gasthof, am Strand oder auf dem ehemaligen Militärstützpunkt abspielt und zweitens erfährt man während der gesamten Episode nicht, um welche "ausländische Macht" es sich bei den heimlichen Invasoren handelt. Bei letzterem lassen sich nicht einmal versteckte Hinweise, z.B. in Richtung des damaligen Ostblock unter der Führung der UdSSR erkennen.

Im Grunde handelt es sich bei dieser Episode jedoch eher um eine klassische Agentengeschichte, die durchaus recht interessant aufgezogen wird, da die geplant schleichende Vorgehensweise der gegnerischen Invasoren durchaus einen interessanten Reiz aufweist. Unterfüttert wird die Handlung dann natürlich noch durch die zum Großteil stets recht witzigen Wortgefechte zwischen John Steed und Emma Peel. Die Episode THE TOWN OF NO RETURN dürfte dabei aber nicht wirklich ein Highlight der Serie sein, Interessant und witzig umgesetzt ist sie jedoch durchaus, so das für eine recht kurzweilige Unterhaltung auf einem angenehmen Spannungsniveau gesorgt ist.

Regie: Roy Baker
Buch: Brian Clemens
Mit: Patrick Macnee, Diana Rigg, Patrick Newell, Jeremy Burnham, Terence Alexander, Juliet Harmer, Roger Lloyd-Pack, Alan McNaughtan u.a.
Erstaustrahlung in Deutschland: 20.12.1966
Erstaustrahlung in Großbritannien: 28.09.1965

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Kommentare  

#16 AARN MUNRO 2020-05-19 07:43
Dabei ist Bond eigentlich eine ganz billige, zweitklassige Schreibe, wenn man mal die Originalromane liest. Die Filme sind Klassen besser, egal mit welchem "Bond".
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#17 Laurin 2020-05-19 11:24
@ AARN MUNRO:
Da kann ich nun nicht mitreden. Hatte zwar damals mal mit dem Gedanken gespielt, mir die wirklich schön aufgemachten Romane vom Verlag Cross Cult zuzulegen und zu lesen, hatte es dann allerdings auch wieder schnell aus den Augen verloren. Und irgendwie reichen mir die Filme ab Sean Connery bis zum Ende von Roger Moore völlig aus. Von den anderen Darstellern habe ich nur noch einen Film mit Pierce Brosnan als Bond, weil da in "Die Welt ist nicht genug" Sophie Marceau mitspielte. Ansonsten erspare ich mir allerdings auch alle Bond-Filme, die nach Roger Moore kamen.
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#18 Friedhelm 2020-05-19 14:21
@AARN MUNRO: die Produzenten wussten damals sicherlich auch, dass eine "Eins zu Eins"-Verfilmung der doch eher drögen Fleming-Romane kaum die nötige Kasse bringen würde. Das wurde Ihnen wahrscheinlich dann auch in den 1970ern erstmals richtig klar, als die cineastisch völlig uninteressante "Ich-Erzählung" "Der Spion, der mich liebte.." auf dem Plan stand. Film und Buch haben überhaupt nichts mehr gemein - eine adäquate Verfilmung der ansich schon angestaubten Story wäre kaum erfolgreich gewesen. Was daraus letztendlich wurde, ist eine klar erkennbare Neuinterpretation vom Connery-Bond "Man lebt nur zweimal" - ebenfalls von Lewis Gilbert inszeniert.

Meiner bescheidenen Meinung nach, gibt es unter den Bond-Filmen auch andere "Rohrkrepierer. Ich möchte da mal ganz einfach Moores zweiten Einsatz, "Der Mann mit dem goldenen Colt" nennen, - da ging mir sogar der Titlesong von Lulu auf den Senkel. Dann würde ich "Moonraker"nennen, der den gleichen Plot wie sein Vorgänger wieder verwertet..(und wieder von Gilbert..) Naja, und "Diamantenfieber.." der ja eigentlich so etwas wie eine Fortsetzung vom "Lazenby-Bond" sein sollte, zeigt einen Sean Connery, der mit seinen damals 41 Lenzen irgendwie verbraucht und fett rüberkam. Ganz ehrlich, da habe ich dann wehmütig an George Lazenby gedacht. :-* Damit lasse ich es jetzt aber gut sein, gelle? ;-)
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