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Ein Filmklassiker - Vom Spaß beim Beischlaf bis zum Terror in der Bahn

Ein FilmklassikerFolge 15
Vom Spaß beim Beischlaf bis zum Terror in der Bahn

In dieser Reihe DER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch mitunter manche Klassiker des Films tummeln. Wir werden hierzu einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. von manchen Actionfilmen über Western bis hin zu besonderen Romanzen einen Einblick gewähren werden. Manches kommt direkt aus der seichten Schmuddelecke ins Heimkino.

Horrorsex im Nachtexpress (La ragazzo del vagone letto)Horrorsex im Nachtexpress (La ragazzo del vagone letto)
Ja, dieser deutsche Titel ist schon grenzwertig holprig und der italienische Originaltitel ist da auch nicht viel besser.  Ehrlich, ich habe den Originaltitel mal über den Übersetzer von Google gejagt (Italienisch/Deutsch) und war auch hier nicht wirkich Begeisterungsfähig, weswegen ich euch diese Übersetzung von Google lieber mal erspare. Da gab dann doch der internationale Titel zumindest etwas Hoffnung, der locker flockig den Film als TERROR EXPRESS in die damaligen Kinos einfahren ließ.

Dieser FILMKLASSIKER, der allerdings auch vom Härtegrad her kaum die Grenze zum (wie auch immer gelagerten) Horror auch nur ankratzte, sieht sich jedoch gerne als Beitrag, der sich irgendwo zwischen I SPIT ON YOUR GRAVE (USA/1978), MÄDCHEN IN DEN KRALLEN TEUFLISCHER BESTIEN (Italien/1975) oder THE LAST HOUSE ON THE LEFT (USA/1972) tummeln würde, wenn ... ja wenn er denn wirklich mehr zu bieten hätte und auch härter wäre. Beides kann dieser Giallo jedoch nicht leisten, so das man hier eigentlich nur einen angenehmen Terror und viel nackte Haut erwarten darf, welcher aber an manchen Abenden ohne wirklich hohe Ansprüche doch noch irgendwie unterhalten kann.

Gesamt gesehen, dürfte daher dieser Artikel auch auf angenehme Weise etwas kürzer ausfallen. Zumindest halten sich auch im Internet tiefschürfendere Informationen und Jubelschreie zu diesem Giallo wohltuend zurück. Und ob man ihn nun in einer privaten Filmsammlung unbedingt haben muss, überlasse ich hier auch gerne jedem Fan selbst.

Horrorsex im Nachtexpress (La ragazzo del vagone letto)Der Menschenfresser macht es etwas schmuddeliger:
Regie führte bei unserem HORRORSEX IM NACHTEXPRESS (der Titel könnte auch glatt als Erfindung aus der "Sendung mit der Maus" stammen) übrigens Ferdinando Baldi, den man auch eher mit dem Italowestern DJANGO UND DIE BANDE DER GEHENKTEN aus dem Jahre 1968 (mit Terence Hill in der Hauptrolle) in Verbindung bringen würde, wo Baldi ja auch neben der Regie am Drehbuch mitgearbeitet hatte. Ebenfalls mit Terence Hill und der damals auch bei uns bekannten Pop und Schlagersängerin Rita Pavone drehte er auch 1967 den Musikwestern BLAUE BOHNEN FÜR EIN HALLELUJA, der jedoch erst durch den Erfolg der Spencer/Hill-Filme im September 1973 den Weg in die deutschen Kinos schaffte. Bei seinem Italowestern DJANGO, DER RÄCHER von 1966 machte allerdings noch Franco Nero in der Hauptrolle den finsteren Revolverhelden. Und auch die späteren zwei Baldi-Filme VIER FÄUSTE SCHLAGEN ZU (1973) und VIER FÄUSTE UND EIN HEISSER OFEN (1975) gehören nicht zu den Spencer/Hill-Filmen, auch wenn die deutschen Titel dies vielleicht hoffen lassen könnten.

Zu nennen wäre sicherlich auch noch Luigi Montefiori, den man als Darsteller (tritt häufig unter dem Pseudonym "George Eastman" auf) gleich aus mehreren Django-Italowestern her kennt, wie z.B. DJANGO TÖTET LEISE (1967) oder eben DJANGO UND DIE BANDE DER GEHENKTEN von besagtem Ferdinando Baldi. Von 1966 bis 1971 spielte er jedenfalls in rund fünf Django-Filmen mit. Als Regisseur brachte er es jedoch nur auf zwei Filme wie etwa 2020 - TEXAS GLADIATORS (1982).

Horrorsex im Nachtexpress (La ragazzo del vagone letto)Neben Sexfilmchen wie ORGASMO NERO 3 - SCHWARZE HAUT AUF WEISSEM SAND (1980) spielte er aber auch in einigen Zombiefilmen mit wie etwa IN DER GEWALT DER ZOMBIES (1980) oder dem Rocker-Schocker THE RIFFS - DIE GEWALT SIND WIR (1982). Wirklich einen Namen hat er sich aber als Darsteller und Drehbuchautor gemacht in dem Film MAN EATER - DER MENSCHENFRESSER (1980), der ihm unter Fans auch den Ehrentitel "George MAN EATER Eastman" eingebracht hatte. Montefiori, der auch mit Laura Gemser verheiratet ist, die man aus den BLACK EMANUELLE-Sexfilmchen her kennen dürfte, wird den Film MÄDCHEN IN DEN KRALLEN TEUFLISCHER BESTIEN von Aldo Lado (Regie)  mit Sicherheit kennen. Hierzu legt ihm z.B. das Internet-Portal FILMTIPPS.AT folgendes lustige Zitat im Hinblick zu dem Film HORRORSEX IM NACHTEXPRESS in den Mund, welches ich euch so mal nicht vorenthalten möchte:

Luigi Montefiori kennt ihn definitiv. Und irgendwann nach einem gemütlichen Videoabend mit Lados Rape' n' Revenge-Überhammer als Hauptfilm hat er zu seiner Ehefrau BLACK EMANUELLE Laura Gemser gesagt: "Laura Schatz! Das kann ich zwar nicht besser, aber schmuddeliger!"

(Zitat: FILMTIPPS.AT über den Film HORRORSEX IM NACHTEXPRESS)

Ob er dies nun wirklich zu Laura Gemser gesagt hatte und ob sie ihm wirklich eine Kanne starken schwarzen Kaffee aufgebrüht hat, damit er in nur einer Nacht das Drehbuch zu HORRORSEX IM NACHTEXPRESS in die Schreibmaschine hämmern konnte, kann ich ebenfalls nicht wirklich bestätigen. Aber Montefiori ist es durchaus gelungen, nach einer harten Giallo-Filmkost, die Aldo Lado als Regisseur vorlegte, einen schmissigen kleinen Sexploitation Film mit Ferdinando Baldi nachzuschieben.

Horrorsex im Nachtexpress (La ragazzo del vagone letto)Ein Blick auf die Darsteller:
Wer sich im Genre des Horror etwas auskennt, der dürfte bei HORRORSEX IM NACHTEXPRESS auf einige recht bekannte Gesichter stoßen. So haben wir da z.B. Zora Kerova, die man auch in Montefioris MAN EATER bereits bewundern durfte. Werner Pochath kann dann mit RATMAN (Italien/1988) auch nachziehen. Silvia Dionisio wiederum kennt man bereits aus ANDY WARHOL'S DRACULA (Italien-Frankreich/1974) und Carlo de Mejo bimmelte ebenfalls fleißig im Zombiefilm EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL (Italien/1980) vom Untoten-Großmeister Lucio Fulci mit.

Insgesamt kann man allerdings sagen, dass die weiblichen Darstellerinnen mit viel nackter Haut sicherlich eher als Blickfang glänzten, welche sich auch eventuell etwas wehrten, dann aber sich doch flott ihren "Peinigern" willig hingaben. Weitere Darsteller huschen zwar ebenfalls durch den Film, jedoch vergisst man sie ehrlich gesagt auch genauso schnell wieder, weil für diese eher schmale Handlung einfach zu viele Personen hier präsent sein wollen. Wirklich auffallen kann hierbei eigentlich nur in Sachen Darstellung der Schauspieler Werner Pochath (geboren 1939 in Wien - gestorben 1993 in Kempfenhausen/Bayern) als gewalttätiger "Lustmolch". Pochath dürfte den Zuschauern in Deutschland durchaus sehr bekannt sein, auch wenn er ab 1980 eher in B-Movies aus dem Actiongenre aktiv war. Jedenfalls spielte er auch in Filmen wie VENUS IM PELZ (1969), PLATTFUSS IN AFRIKA (1978 mit Bud Spencer) oder STEINER- DAS EISERNE KREUZ 2 (1979) mit. Aber auch aus vielen deutschen Krimiserien dürfte sein Gesicht bekannt sein. Zu nennen wären hier nur als Beispiel die Serien STAHLNETZ, DERRICK, DER KOMMISSAR oder DER ALTE. In HORRORSEX IM NACHTEXPRESS bleibt er auch wohl als der Darsteller im Gedächtnis, der die größten Schweißflecke unter den Armen im Hemd hatte.

Es dürfte auch eher der Beharrlichkeit zu verdanken sein, mit der der Film HORRORSEX IM NACHTEXPRESS später auf Video und DVD veröffentlicht wurde, dass er heute irgendwie doch in den (zumindest) hinteren Reihen der Filmklassiker zu finden ist. Was die Handlung angeht, so bekleckert er sich jedenfalls nicht wirklich mit übermäßigem Ruhm. Trotzdem muss man diesem Giallo aber auch bescheinigen, dass er an manchen lockeren Abenden durchaus zu unterhalten weiß. Und seien wir ehrlich, manchmal macht es eben auch Spaß, mal etwas mehr nackte bis feuchte Action statt harte Kost mit (ansatzweise) geistigen Höhenflügen zu genießen. In diesem Sinne kommen wir auch schon zur eigentlichen Handlung des Film HORRORSEX IM NACHTEXPRESS.

Horrorsex im Nachtexpress (La ragazzo del vagone letto)Terror, Platzangst und Sleazefaktor:
Schon auf dem Bahnhof trifft die junge Giulia mit den drei Psycho-Typen David, Elio und Nico an einer Telefonzelle zusammen und macht mit ihnen sogleich eine eher unschöne Bekanntschaft. Aber sie wird ihnen auch im Nachtexpress wieder begegnen, was auch für sie wohl weiterhin weniger angenehm verlaufen wird. Aber auch andere Fahrgäste besteigen diesen Zug. Da ist z.B. ein älteres Ehepaar, bei der die Frau hochgradig Herzkrank ist, ein Unternehmer mit der Neigung, seinen Sekretär herum zu scheuchen und sich von ihm am Kiosk Pornohefte besorgen zu lassen, eine Familie bei der der Vater heimlich erotische Gefühle zu seiner 18-jährigen Tochter Elena hegt, oder ein Ehepaar, welches sich wohl nicht mehr viel zu sagen und noch weniger zu geben hat. Aber auch ein Polizist steigt zu, der den politischen Häftling Pierre begleiten muss.

Giulia fährt jedoch nicht zum Spaß im Zug mit, sondern geht hier der Prostitution nach, während der Schaffner für sie unter den Fahrgästen Freier heranschafft und sich so nebenbei noch als stiller Zuhälter betätigt. Indessen zeigen David, Elio und Nico bereits im Speisewagen, dass sie ordentlich auf Krawall gebürstet sind. Da die anderen anwesenden Herrn diesen Drei jedoch eher hilflos gegenüberstehen, lassen sie ihren Frust lieber an dem Polizisten aus und der Tatsache, das Pierre in Handschellen speisen soll.

Giulia wird indessen von dem Unternehmer als erster Freier in ihrem Abteil aufgesucht. Anna, die es mit ihrem Ehemann Mike nicht mehr aushält, lässt sich indessen in der Toilette des Zug von Elio sexuell beglücken, dem sie im Speisewagen bereits schöne Augen gemacht hatte. Dabei ahnt sie allerdings noch nicht, dass sie gleichsam auch noch von Nico aufgesucht wird, um dann von den beiden Unholden gleichzeitig vergewaltigt zu werden.

Horrorsex im Nachtexpress (La ragazzo del vagone letto)David rastet indessen vor der Abteiltür von Giulia aus, die gerade den Familienvater beglückt, der darauf steht, wenn sie beim Sex das Nachthemd seiner Tochter Elena trägt. Als dann auch noch der Polizist dazwischen geht, kommt es zu einem Gewaltausbruch seitens David, der diesen überwältigt und dessen Pistole an sich nimmt. Nun sind die Fahrgäste alle den drei Schurken ausgeliefert, die diese weiter terrorisieren und die Frauen vergewaltigen. Nur Giulia widersetzt sich David mutig weiter. Die Männer versuchen sie mit Geld dazu zu überreden, auch David ran zu lassen, damit sie ungeschoren bei dem offensichtlichen Psychopathen davon kommen. Doch erst als die Mutter der 18-jährigen Elena sie hierzu anfleht, damit ihre Tochter den Schurken nicht in die gierigen Hände fällt, lässt sich Giulia erweichen, worauf sie von David und Elio gleichzeitig missbraucht wird.

Nur der Sträfling Pierre nimmt bald den Widerstand gegen die drei Terror-Kumpels auf, um Giulia vor David zu beschützen. Dabei wird er brutal zusammengeschlagen. Inzwischen sucht Elio die Nähe zu der 18-jährigen Elena, die sich sogar freiwillig diesem Schurken hingibt, weil sie sich in ihn verliebt zu haben glaubt.

Erst als der Nachtexpress ohne Vorankündigung plötzlich langsamer wird, schlägt die Stunde von Pierre und Giulia, während David, Elio und Nico in Panik geraten. Als Pierre den Zug durch ein Fenster verlässt, ist es David, der Giulia noch an der Flucht hindern kann, während Nico Pierre verfolgt um diesen mit seinem Messer zu töten. Aber auch die herzkranke Frau stirbt durch die Hand von Elio, der ihr in Panik den Mund zuhält.

Pierre gelingt es indessen Nico auszuschalten und als der Zug wieder losfährt, ist er der einzige, der dem Terror von David und Elio noch Einhalt gebieten kann. Gerade bei der Auseinandersetzung mit David wird er durch die Schusswaffe dann auch noch schwer verletzt, hat aber am Ende die drei psychopathischen Verbrecher zur Strecke gebracht, gegen die sich sonst niemand traute, ernsthaft Widerstand zu leisten.  

Horrorsex im Nachtexpress (La ragazzo del vagone letto)Meine Filmkritik:
Ehrlich gesagt könnte ich hier jetzt noch lange um den heißen Brei reden. Das würde diesen Giallo aber auch nicht auf ein Podest heben, dem er eigentlich eh nicht gewachsen ist. In seiner besten Zeit dürfte dieser Italo-Sex-Thriller wohl eher in den diversen Bahnhofskinos gelaufen sein und was den Härtegrad angeht, den man z.B. aus besseren Filmen kennt, reicht dieser auch nur recht bedingt an das Prädikat "Terrorkino" heran. Da reicht es eben nicht aus, einige Soft-Sex-Szenen zu drehen und dabei jede Menge nackte Haut zu präsentieren. Blutige Szenen sind hier zumindest schon einmal absolute Mangelware und die Logik, die ja bekanntlich auch harte Gewaltszenen und Sex nicht ausschließt, kommt hier auch nur sehr zaghaft unter dem Tisch hervor wie ein scheues Reh.

Der Film punktet durchaus (wenn ich es mal aus der Sichtweise eines Mannes sagen darf) mit einigen weiblichen Darstellerinnen, die allerdings nicht viel mehr bieten, als eben eine Menge nackter Haut und ein hübsches Gesicht. Die schauspielerischen Leistungen jedenfalls bleiben da weit hinter den Erwartungen irgendwo zwischen Schlafwagen und Bahnsteig zurück.

Die männlichen Darsteller bekleckern sich in Sachen Schauspiel allerdings auch nicht unbedingt mit Ruhm. Wäre da nicht Werner Pochath, dann würde in diesem Bereich auch alles durch eine eher nett gemachte Durchschnittsleistung glänzen, die eher Gefahr läuft, weiter nach unten zu tendieren. Und mal ehrlich gesagt, die drei jungen Spunde mit terrorartigem Backround nimmt man dem Film auch nicht ab, Pochath hin oder her. Dafür sehen sie wirklich einfach schon zu alt aus.

Horrorsex im Nachtexpress (La ragazzo del vagone letto)Eines kann man diesem Film aber auch nicht absprechen: Für einen Filmabend, bei dem man sich zwischen Chips und Popcorn einfach nur berieseln lassen will, ohne wirklich geistig gefordert zu werden, reicht die Handlung und die gebotenen Bilder durchaus aus. Denn wirklich gähnende Langeweile kommt bei HORRORSEX IM NACHTEXPRESS auch nicht auf und die Mädels sind eben auch nicht hässlich, so das man eventuell gerne freiwillig das heimische Sofa verlässt, um in Panik die Bettdecke über den Kopf zu ziehen.

So fällt es mir nicht unbedingt schwer, diesem Film noch lockere drei von insgesamt fünf Punkte als Bewertung zuzusprechen. Das ganze wie gesagt mit einem Augenzwinkern, viel gutem Willen und der Hoffnung auf baldige, bessere Filmabende.

Ausblick:
Ob man nun den nächsten Beitrag als Horrorfilm bezeichnen möchte, halte ich durchaus für sehr gewagt. Düstere Momente besitzt er jedoch durchaus, ohne völlig in einer Art Gruselstimmung zu versinken.

Wenn, dann würde ich den nächsten Beitrag eher unter der Bezeichnung Mystery-Thriller einordnen wollen. Hier wird auch nicht der Teufel aus dem Hut gezaubert, sondern Gott und seine Heilslehre wirksam als Show unters Volk gebracht. Hauptsache für den Prediger klingelt die Kasse. So etwas geht natürlich am besten in den USA und dann auch noch in den Bundesstaaten, in denen die Langeweile die Menschen in jeden christlichen Budenzauber treibt. Hauptsache eben, die Show stimmt und die Selbstmord-Anwandlungen aus purer Langeweile werden zeitlich etwas gemildert.

Und diese Show wird in der Hauptseite durch die Tochter des Predigers bestritten, die die Verbindung zu den Verstorbenen herstellen soll. Das hier natürlich ordentlich geflunkert wird, davon ist selbst der Prediger und Vater völlig überzeugt. Doch wie weit liegt er damit richtig, wenn die Tochter dies völlig anders sieht?

Die Tochter jedenfalls und ihre mystischen Aussagen werden auch für einen Zeitungsreporter bald interessant, weil sie plötzlich Aussagen von Verstorbenen tätigt, die allerdings erst noch vor ihrem baldigen (realen) Ableben stehen.

Da ihre plötzlichen Prophezeiungen allerdings auch andere Personen aufschreckt, die genau wissen, warum wer gerade vor dem Ableben steht, wird das gesamte Unterfangen christlicher Kapitalvermehrung zusehends zu einem gefährlichen Spießrutenlauf. Denn bald ist bereits ein gut bezahlter Killer dem hübschen Medium auf den Fersen.

Nun will ich aber hier nun auch nicht den gesamten Film verraten, denn interessant ist er durchaus und in Sachen Darsteller auch recht ansprechend besetzt.

Von daher überlasse ich es ab jetzt eurer Kunst, auch diese Nuss in Sachen DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER zu knacken. Und wer nicht dahinter kommt, welchen Film ich hier meine, der darf sich am nächsten Samstag dann eben überraschen lassen.

Horrorsex im Nachtexpress (La ragazzo del vagone letto)Horrorsex im Nachtexpress
(La ragazzo del vagone letto)
mit Werner Pochath, Silvia Dionisio, Zora Kerova, Carlo De Mejo, Fausto Lombardi, Gianluigi Chirizzi, Gino Milli, Giancarlo Maestri, Rita Livesi, Gianfranca Dionisi, Roberto Caporali, Antonio Maimone, Fiammetta Flamini, Venantino Venantini, Cesare Gelli u.a.
Regie: Ferdinando Baldi
Drehbuch: Luigi Montefiori (George Eastman)
Produktion: Armando Todaro
Genre: Giallo
Laufzeit: 82 Minuten (DVD-Limited Edition 1000 Stück)
DVD/FSK: Keine Jugendfreigabe
Vertrieb: Xploited Cinema
Italien 1979

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Kommentare  

#1 Andreas Decker 2018-04-14 19:24
Den gab es auch bei Camera Obscura in einer wohl besseren wenn auch bestimmt teurerern Version. Die COs kosteten damals so zwischen 20 und 28 Euro, waren aber Mediabooks mit vielen Extras. Darunter aktuelle Interviews mit den Hauptdarstellern. Sind wohl beide nur noch schwer zu bekommen. Obwohl ich einiges von CO habe, fehlt er mir.

Ich habe aber darüber gelesen, Die Kritiken gehen teilweise mit dir konform. Das Schlimmste dürfte wirklich der deutsche Titel gewesen sein ;-) Verglichen mit dem heutigen Torture Porn hielt sich der Inhalt noch in Grenzen, obwohl es dennoch damals starker Tobak war. Es gab ja mehrere italienische Filme, die ähnliche Thematik hatten. Wie "Orca - Gefangen, geschändet, erniedrigt", auch von CO. Immerhin mit Michele Placido. Der soll sein Thema allerdings deutlich ernster genommen haben und nicht nur der Vorwand für ein bisschen Sex gewesen sein.

Ich halte diese italienischen Filme für deutlich interessanter als das Gegenwartskino.
#2 Laurin 2018-04-14 20:33
@ Andreas Decker:
Ja, als Torture Porn geht dieser Film hier nur äußerst bedingt durch. Da fehlt ihm einfach zu viel Härtegrad.
Für 1979 war er selbst mit den Soft-Sex-Szenen schon nicht mehr wirklich auf der höhe der Zeit. Da waren die "Lederhosen-Filme" und der "Schulmädchenreport" noch freizügiger. Aber wie gesagt, unterhalten kann der Film trotzdem, da haben die italienischen Filme etwas, was manchem Film heute schlicht abgeht.

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