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Ein Filmklassiker - Chicago in den 20ern und das Leibgericht der Engel

Ein FilmklassikerFolge 21
Chicago in den 20ern und das Leibgericht der Engel

In dieser Reihe DER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch mitunter manche Klassiker des Films tummeln. Wir werden hierzu einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. von manchen Actionfilmen über Western bis hin zu besonderen Romanzen einen Einblick gewähren werden. In manchen Fällen fliegen da auch reihenweise die Fäuste.

Auch die Engel essen Bohnen (Anche gli angeli mangiano fagioli)Auch die Engel essen Bohnen (Anche gli angeli mangiano fagioli)
Der Film, der in den späten 20er Jahren in Chicago spielt, hatte eigentlich während der Produktion den recht liebreizenden Arbeitstitel "... e arrivo la notte die San Valentino", was übersetzt so viel heißt wie "... UND ER KAM IN DER NACHT VON VALENTINSTAG".

Aber lassen wir das mal und fragen hier erst nicht danach, welchen Bezug dieser Titel für den Film eigentlich hat. Denn wie gesagt handelt es sich hier um einen Arbeitstitel. Und es gab bereits in der Filmgeschichte genügend Arbeitstitel, die mit dem eigentlichen Film überhaupt nichts gemeinsam hatten. Mitunter wählte man auch einen völlig sinnlosen und an der eigentlichen Handlung völlig vorbeigehenden Arbeitstitel, um die Neugierigen in und um der besagten Filmbranche herum, tüchtig in die Irre zu führen.

Die Kinopremiere in Italien erfolgte übrigens am 22. März 1973. In Deutschland kam der Film dann etwas später am 25. Mai 1973 in die Kinos und konnte erfolgreiche 3.500.000 Zuschauer am Ende erreichen. Nur eines hielt sich mit den Jahren nicht erfolgreich in den Köpfen der Zuschauer und das war der damalige deutsche Titel DER DICKE IN AMERIKA.

Wirklich bekannt blieb der Film bis heute unter dem Titel AUCH DIE ENGEL ESSEN BOHNEN, mit dem der Film auch am 07. September 1983 im ZDF seine Fernsehpremiere feierte. So oft, wie man es vielleicht annehmen sollte, lief dieser Film auch nicht als Wiederholung im Fernsehen. Am häufigsten wurde der Film wohl wiederholt im Jahre 2015 auf den Sendern K1 Classics und TV24(CH), wo man insgesamt  neun Sendetermine vorfinden kann.

Auch die Engel essen Bohnen (Anche gli angeli mangiano fagioli)Gesamt gesehen dürften allerdings Filme seitens Bud Spencer und Terence Hill mit den Titeln VIER FÄUSTE GEGEN RIO, DIE MIAMI COPS, ZWEI SIND NICHT ZU BREMSEN oder DIE RECHTE UND DIE LINKE HAND DES TEUFELS weitaus häufiger im deutschen Fernsehen wiederholt worden sein, um hier nur vier Filme stellvertretend zu nennen. Hinzu kommen nämlich auch noch diverse Filme, in denen Bud Spencer eben nicht mit Terence Hill zusammen gespielt hatte.

Und da der Film AUCH DIE ENGEL ESSEN BOHNEN eben nicht alle Nase lang über den Bildschirm flimmerte, kam es unter denen, die sich eigentlich nie einen Film mit Bud Spencer und Terence Hill entgehen ließen, irgendwann zu einer kuriosen Fehlbetrachtung. Denn nicht wenige behaupteten Jahre später durchaus, dass in dem Film AUCH DIE ENGEL ESSEN BOHNEN eben Bud Spencer und Terence Hill gemeinsam vor der Kamera gestanden hätten. Fakt war jedoch, dass Terence Hill zu dieser Zeit aufgrund anderer Verpflichtungen die Rolle des Sonny Abernathy nicht übernehmen konnte, weshalb man hierfür nun Giuliano Gemma für den Part neben Bud Spencer verpflichtete.

Gemma spielte seine Rolle auch so überzeugend und mit reichlichem Wortwitz, dass rückblickend Jahre später viele Fans der festen Meinung verfallen waren, sie hätte hier wirklich Terence Hill gesehen.

Giuliano Gemma, der eher durch Rollen in diversen Italo-Western bei den Zuschauern und Fans im Gedächtnis blieb, spielte daher dann auch folgerichtig in der Fortsetzung von AUCH DIE ENGEL ESSEN BOHNEN mit, welcher unter dem Titel AUCH DIE ENGEL MÖGEN'S HEISS 1974 in die Kinos kam. Bei dieser Fortsetzung tun sich dann die Fans der Spencer/Hill-Filme jedoch wiederum recht schwer, denn nun spielte in der Fortsetzung eben nicht Bud Spencer neben Giuliano Gemma wieder die Hauptrolle. Der Film kam übrigens auch unter dem Alternativtitel NICHT ALLE ENGEL ESSEN BOHNEN in manche Kinos.

Auch die Engel essen Bohnen (Anche gli angeli mangiano fagioli)Warum bei der Fortsetzung nun Bud Spencer seinen Part nicht wieder einnahm, kann hier nicht wirklich gesichert gesagt werden. Seine Rolle übernahm dafür der schwedische Leichtathlet, Autor und Schauspieler Ricky Brunch. Brunch selbst trat in den späten 60er Jahren als Diskuswerfer in Erscheinung und gewann auf sportlicher Ebene in den 1980er Jahren drei internationale Medaillen.

Rickard "Ricky" Brunch lebte die meiste Zeit seines Lebens in Malmö, wo er auch abwechselnd für mehrere verschiedene sportliche Vereine antrat. Mit rund 1,99 m und einem Wettkampfgewicht von 135 Kilo war Brunch beim Publikum durchaus beliebt, auch wenn er ansonsten durchaus als Exentriker bei den Funktionären verschrien war, der in der Öffentlichkeit nie ein Blatt vor den Mund zu nehmen pflegte.

Das Lexikon des internationalen Films konnte sich indessen recht gut mit der Fortsetzung AUCH DIE ENGEL MÖGEN'S HEISS anfreunden und hauten doch tatsächlich eine wohlwollend-positive Kritik  heraus. Man sollte bei dieser postiven Kritik jedoch wieder etwas Vorsicht walten lassen, denn zum Originalfilm AUCH DIE ENGEL ESSEN BOHNEN konnte sich Das Lexikon des internationalen Films nicht zu einer positiven Kritik durchringen. Genau umgekehrt hingegen und wohl fachlich auch kompetenter war zu beiden Filmen die Kritik seitens CINEMA gelagert, welche die Fortsetzung AUCH DIE ENGEL MÖGEN'S HEISS ohne Bud Spencer als eher langweiligere Variante bezeichneten, die nur noch halb so viel Spaß mache wie der Originalfilm mit Bud Spencer.

Der Film AUCH DIE ENGEL MÖGEN'S HEISS wurde übrigens gleich zweimal synchronisiert. Zum einen wurde die erste deutsche Synchronfassung 1974 seitens Buch und Dialogregie von Karlheinz Brunnemann erstellt. Das gleiche Studio erstellte in den 90er Jahren für das ZDF dann eine zweite Synchronfassung. Diese wurde nun seitens Buch und Dialogregie von Thomas Danneberg verantwortlich gezeichnet.

Auch die Engel essen Bohnen (Anche gli angeli mangiano fagioli)Besonderheit bei der spanischen Fassung:
AUCH DIE ENGEL ESSEN BOHNEN erschien nicht in allen Ländern gleich in der Schnittfassung. So ist die spanische Fassung gleichsam auch von der Spielzeit die kürzeste.

Doch innerhalb der spanischen Fassung gibt es drei Szenen, die in allen anderen, also auch der deutschen Fassung fehlen. Hierbei handelt es sich um drei Szenen zwischen den Charakteren des  Spitzel "Judas" und dem Polizisten "O'Donnell", gespielt von Victor Israel und Ricardo Palmerola, die jedoch für die Gesamthandlung des Film völlig unrelevant sind. Wer sich diese drei Szenen trotzdem einmal im Originalton ansehen möchte, der muss bei der BD einfach nur auf das dort vorhandene Bonusmaterial zurückgreifen.

Die Anspielung auf Judas Iskariot:
Ja, auch eine Anspielung auf Judas Iskariot aus der Bibel gibt es in dem Film AUCH DIE ENGEL ESSEN BOHNEN. Denn immer mal wieder taucht in der Handlung ein Informant mit Namen Judas auf, der sowohl für die Mafia als auch für die Polizei spitzelt. Als Inspector Mackintosh diesem für seine Dienste drei Zehn-Dollar-Scheine aushändigen will, bittet dieser ihn darum, ihm die Summe von 30 Dollar in einzelne Dollarmünzen auszuhändigen, da es sich hier um eine sehr alte Familientradition handeln würde.  Hierbei handelt es sich um eine direkte Anspielung im Film auf die 30 Silberlinge, die Judas Iskariot für seinen Verrat an Jesus Christus erhalten haben soll.

Auch die Engel essen Bohnen (Anche gli angeli mangiano fagioli)Der Erfolg ohne Terence Hill:
Vorgesehen war für den Film AUCH DIE ENGEL ESSEN BOHNEN durchaus das erfolgreiche Duo Bud Spencer (bürgerlicher Name: Carlo Pedersoli) und eben Terence Hill (Bürgerlicher Name: Mario Girotti). Terence Hill dürfte jedoch zu diesem Zeitpunkt selbst recht beschäftigt gewesen sein mit dem Italo-Western samt komödiantischen Einlagen unter dem Titel MEIN NAME IST NOBODY, bei dem es auch gelang, Henry Fonda an seine Seite zu holen.  1975 drehte Hill dann eine Fortsetzung dieses Italo-Western mit dem Titel NOBODY IST DER GRÖSSTE.

Mit Giuliano Gemma hatte man als Ersatz für Terence Hill dann einen wahren Glücksgriff vollzogen, den man aber späterhin leider nicht mehr wiederholte. Das Zusammenspiel klappte jedenfalls in einer so perfekten Art und Weise, als hätten Spencer und Gemma bereits jahrelang zusammen Filme gedreht. Für Bud Spencer sorgte das fehlen seines eigentlichen Filmpartners Hill jedoch für einen weiteren filmischen Erfolgsschub. Der Erfolg von AUCH DIE ENGEL ESSEN BOHNEN zeigte hier nämlich recht gut auf, dass Spencer auch ohne seinen Partner Hill in einer Hauptrolle die Kassen klingeln lassen konnte. Dies zahlte sich besonders darin aus, dass man nun auch verstärkter Rollen an Spencer heran trug, in denen er ohne Hill zu einem gefragten Darsteller wurde. Diese Soloschiene setzte man im gleichen Jahr (1973) dann auch mit dem Film SIE NANNTEN IHN PLATTFUSS um, welche man als Filmreihe dann 1975 (PLATTFUSS RÄUMT AUF), 1977 (PLATTFUSS IN AFRIKA) und 1979 (PLATTFUSS AM NIL) weitere Fortsetzungen folgten ließ. Dazwischen drehte Spencer allerdings auch noch weitere Solofilme wie etwa SIE NANNTEN IHN MÜCKE (1978) oder DER GROSSE MIT DEM AUSSERIRDISCHEN KLEINEN (ebenfalls 1978).

Doch kommen wir jetzt einfach mal zur Handlung des Film AUCH DIE ENGEL ESSEN BOHNEN, der gegenüber den späteren Filmen von Spencer und natürlich den gemeinsamen Produktionen mit Terence Hill  im deutschen Fernsehen leider etwas arg stiefmütterlich behandelt wird.

Sonny: "Vielleicht wirkt das bei dem Menschenaffen gar nicht!"
DonAngelo: Der? Doch doch, den haben wir 2 mal zur Probe vergiftet, da hats gewirkt!"
Vorkoster: "A-ha."
Sonny: "Ach so und da hat der was am Kopf von zurückbehalten.!"

(Filmzitat: Auch die Engel essen Bohnen)

Auch die Engel essen Bohnen (Anche gli angeli mangiano fagioli)Vom erfolglosen Geld eintreiben und einem Pfirsichkern:
Charlie schlägt sich als maskierter Catcher durchs Leben und hat eigentlich nur einen markanten Nachteil - er kann es nicht leiden zu verlieren. Doch genau das verlangt der Mafiaboss Don Angelo von ihm. Da er diese Manipulation nicht mitmachen will, zieht er kurzerhand die Maske aus und taucht unter. Dabei trifft er auch auf den smarten Kleinganoven Sonny, während er sich bei der Heilsarmee einen Teller Suppe hinter die Backen schieben will. Als sie dabei auch noch einige Polizisten verprügeln, werden sie von Don Angelos Männern dabei beobachtet.

Der Mafioso läd die Zwei denn auch gleich zu einem "Vorstellungsgespräch" in die Bar "Smoky Joe" ein. Angelo findet schnell gefallen an den zwei ungleichen Burschen und stellt diese als neue Geldeintreiber ein. Doch dieser Job ist ihnen nicht gerade auf den Leib geschrieben, denn für den "harten Gangster" haben die zwei Halunken einfach ein zu gutes Herz.  

Da ist dann der erste Schuldner bereits tot, der nächste will sich gerade per Selbstmord durch die Socken machen und beim dritten Fall ist man sogar so pleite, dass das Baby einen alten Pfirsichkern lutschen muss, weil es sonst nichts zu essen gibt.

Um den armen Schuldnern nun überhaupt mal Geld zuspielen zu können, wollen unsere zwei Halunken erst einmal eine Bank überfallen, die aber leider ebenso pleite ist, wie der Rest der Gemeinde. Also besorgen sich Charlie und Sonny das Geld von anderen Geldeintreibern seitens der Mafia-Konkurrenz, was allerdings bald einen erbitterten Machtkampf in der Unterwelt von Chicago heraufbeschwört. Aber auch die Polizei ist auf unsere Halunken aufmerksam geworden, die diese für zwei hochgradig gefährliche Killer hält. Den beschwingten Showdown mit den Fäusten leiten Charlie und Sonny dabei in einer Lagerhalle am Hafen ein, was in einer wahren Prügelorgie unter den Mafiosos ausartet. Der Polizei bleibt da nur noch die Möglichkeit, alles an Mafiosi in Haft zu nehmen, was sich noch halbwegs bewegen kann. Unter den Größen befindet sich dabei auch Don Angelo. Da auch der aus dem Verkehr gezogen werden kann, ist für Charlie der Weg auch wieder frei, als Catcher im Ring wieder faire Kämpfe zu bestreiten, während Sonny ihm am Ring geradezu mütterlich betreut.  

Auch die Engel essen Bohnen (Anche gli angeli mangiano fagioli)Meine Filmkritik:
Natürlich muss ich sagen, dass früher in meiner Jugendzeit die Kinofilme von Spencer und Hill in unserer Clique schon Pflichtprogramm waren, wenn es am Wochenende in Richtung Leverkusen/Opladen ins Kino ging.

Da gab es dann auch sogenannte Favoriten, die man sich über die Jahrzehnte gesehen auch heute immer noch gerne ansieht, wie etwa den Bud Spencer-Klassiker SIE NANNTEN IHN MÜCKE oder z.B. der Spencer/Hill-Film ZWEI HIMMELHUNDE AUF DEM WEG ZUR HÖLLE. Daneben gibt es aber auch Filme wie etwa VIER FÄUSTE GEGEN RIO oder BANANA JOE, deren Gehalt an Albernheiten die Handlung etwas arg überstrapaziert. Da macht es dann auch wenig Freude, wenn solche Beiträge dann seitens der Privatsender am laufenden Meter wiederholt werden.

In dem Moment kommt der Fernbedienung dann eine besonders wichtige Rolle zu und wird bei mir meistens noch ergänzt durch den Einsatz der Fernbedienung seitens meines BD-Players. Aber in der Regel kann es auch durchaus passieren, dass mir die eher albernen Filme seitens Spencer und/oder Hill durch die Lappen gehen, weil ich gerade am PC gegebenenfalls einen neuen Artikel für den Zauberspiegel-Online erstelle.

Der Film AUCH DIE ENGEL ESSEN BOHNEN mit Spencer/Gemma gehört dabei für mich durchaus zu den filmischen Beiträgen, die ich gerne mal für mich als Beitrag der schon gehobeneren Klasse betrachte. Dabei hatte ich diesen Film nie im Kino gesehen. Eigentlich hatte ich ihn zum ersten mal überhaupt gesehen, als er im September 1983 seine Fernsehpremiere beim ZDF hatte. Zu dieser Zeit war ein Film von Bud Spencer und/oder Ternece Hill im Fernsehen auch noch ein gewisser seltener Spaßfaktor, den man wahrlich nicht alle Tage geliefert bekam. Das die Filme von Spencer/Hill dann später wie Massenware durch die diversen Wochenendprogramme geschleust wurden und werden, kam erst einige Jahre später wirklich voll und ebenso recht lieblos zum tragen.

Auch die Engel essen Bohnen (Anche gli angeli mangiano fagioli)AUCH DIE ENGEL ESSEN BOHNEN gehört dabei zu einem der wenigen filmischen Beiträge, die eher seltener wiederholt wurden bzw. werden und damit auch heute noch einen gewissen Überraschungsfaktor mit sich bringen. Trotzdem - und weil der Film mittlerweile auf recht positivem HD-Niveau daher kommt - hatte ich ihn mir dann als BD zugelegt und sehe ihn mir so ab und an schon mal gerne wieder an. Hier ist auch das seltene aber dennoch recht positive Zusammenspiel zwischen Spencer und Gemma mit ein Grund, weshalb dieser Film bei mir eine wichtige Sonderstellung einnimmt und bei meiner persönlichen Filmbewertung lockere 4,5 von insgesamt 5 Punkte einfahren kann.

Der Film macht einfach Spaß, ohne in einer gewissen Regelmäßigkeit in diverse kindliche Albernheiten abzugleiten, was manche Spencer/Hill - Filme leider auch mitunter auf der negativen Habenseite vorweisen können. In diesem Sinne kann ich auch eine volle Empfehlung aussprechen, wenn es z.B. um die BD von AUCH DIE ENGEL ESSEN BOHNEN geht, die man sich gerne in die private Filmsammlung stellen kann.

Ausblick:
Insekten haben so eine Eigenart, wirklich ekelhaft in Filmen des phantastischen Genre herüber zu kommen. Das funktioniert aber eigentlich nur so lange, wie sie ihre natürliche Größe beibehalten.

Werden sie größer bis übergroß, dann muss da mehr Butter bei die Fische, weil sie dann nicht mehr wirklich auf den Ekelfaktor bauen können.

Innerhalb der Phantastik sind Insekten eigentlich auch nicht mehr wegzudenken. Da dürfte dann das Rätsel um den Film der nächsten Folge von DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER wohl auch wieder recht schnell gelöst werden. Denn wirklich beweisen müssten mir da so mancher Leser eher, dass sie diesen speziellen Film tatsächlich noch nie gesehen haben.

Wirklich in den Bereich (oder die Schublade) des Horror wollen diese Insekten des anvisierten Films denn auch nicht gepackt werden und fühlen sich eher im Bereich des Science Fiction wohl, in den sie integriert wurden.

Dabei geht ihr Wirkungsbereich auch nicht nur über bestimmte Landstriche hinweg, sondern sie überbrücken auch locker viele Lichtjahre im Weltraum, auch wenn sie selbst kaum im Ansatz über die nötige Intelligenz verfügen, um bewußt ein gewisses Weltraumprogramm entwickeln zu können. Doch so ganz ohne Intelligenz geht es bei diesen eiskalten Killern auch nicht. So das man bald auf die Idee kommt, dass diese Insekten über eine Art Königin verfügen könnten, die in Sachen Intelligenz ihrem gemeinen Volk weit voraus sein könnte.

Das ganze hatte bereits als Roman im Bereich des Military-SF seine Erfolge gehabt, bevor man daran ging, diesen Stoff erfolgreich zu verfilmen. Gut, ich selbst kam mit dem Roman, der bei mir auch irgendwo in einem meiner Regale herumstehen muss, nie wirklich klar, weshalb es mir bis heute nicht gelungen ist, über die ersten 70 Seiten hinaus zu kommen. Die Verfilmung jedoch kann sich sehen lassen und ist seit einiger Zeit ungeschnitten auch mit einer Altersfreigabe ab 16 Jahre erhältlich. Das war nicht immer so und wer halbwegs eine ungeschnittene Version sehen wollte, der musste zumindest damals noch auf eine FSK 18er Freigabe zurück greifen. Aber auch in diesem Punkt gibt es ja seit einigen Jahren eine positive Entwicklung, sobald solche Filme von der "Freiwilligen Selbstkontrolle" neu bewertet und eingestuft werden.

Der Erfolg des ersten Films, der auch eine gewisse faschistoide Gesellschaftsform der Menschheit innerhalb der Handlung zugrunde legte, konnte bei den diversen Fortsetzungen jedoch nicht mehr erreicht werden. Ganz im Gegenteil bewegten sich die Fortsetzungen eher sogar im Bereich billiger C-Movies, die man im Leben wenn überhaupt, nicht mehr als einmal gesehen haben muss.

Wie gesagt, das Rätsel um welchen Film es sich hier handelt, dürfte nicht wirklich schwer sein. Da würde es mich hier auch etwas mehr interessieren, wer bei diesen Hinweisen auf den Autor der Romanvorlage kommt, ohne erst einmal googeln zu müssen. Aber auch hier glaube ich, dürften einige die gesuchte Antwort wie aus der Pistole geschossen beantworten können.

In diesem Sinne trotzdem viel Spaß beim rätseln. Ansonsten bis in einer Woche also, wenn es am kommenden Samstag wieder um DEN PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKER geht.

Auch die Engel essen Bohnen (Anche gli angeli mangiano fagioli)Auch die Engel essen Bohnen
(Anche gli angeli mangiano fagioli)
mit Bud Spencer, Giuliano Gemma, Roberto Middleton, Victor Israel, Lara Sender, Bill Vanders, Steffen Zacharias, Riccardo Pizzuti, George Rigaut, Fortunato Arena, Claudio Ruffini, Marcello Verziera, Luigi Antonio Guerra u.a.
Regie: Enzo Barboni
Drehbuch: Tulio Demicheli, J. Fortini, Angel G. Gauna, Marie Claire Solleville
Produktion: Thomas Sagone
Musik: Oliver Onions
Genre: Action/Komödie
Laufzeit: 125 Minuten (BD)
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: 3L-Homevideo
Italien 1973

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Kommentare  

#1 Friedhelm 2018-03-17 12:22
Mal eben so im "Vorbeigehen" (meine bessere Hälfte werkelt gerade an einem verspäteten Frühstück...)

Mein erster Spencer/Hill Film im Kino war( in den (sehr)frühen Siebzigern) "Zwei Himmelhunde auf dem weg zur Hölle". Ob ich nun Fan geworden bin, ist mir gar nicht so richtig klar, aber ich sehe die Dinger ab und an ganz gerne. Finde allerdings nur die frühen Filme - der beiden wirklich gut. Den Engel-Film habe ich auch nur im TV gesehen und da hat Gemma tatsächlich eine gute Figur gemacht. Wundert mich fast, dass es danach nicht noch mehr Versuche (außer dem mit Ricky Bruch) gab. Mit Hill konnte er locker mithalten -zumal der Mann ja u.a., eher als harter Italo-Westener bekannt wurde.
Man muss allerdings auch sagen, dass hier mal wieder einiges durch die flapsige Rainer Brandt-Synchro rausgerissen wurde - ansonsten wären die Filme ja eh kaum mehr als (unterhaltsame) "Prügel-Comics.

zum Ausblick:

Jo, hast wieder recht - den Streifen dürfte wohl jeder SF-Fan kennen. Ich habe ihn seit kurzem, endlich ungeschnitten, auf DVD (die BR war mir zu teuer.. :-* ). Und vor zwanzig Jahren habe ich die ungeschnittene Fassung noch im Kino gesehen.
Klar, der Regisseur ein Holländer, der Hauptdarsteller Sohn holländischer Emigranten. Der Film selber wirkt fast wie ein futuristischer Werbefilm für's Militär...

Und nu gehe ich mal "frühstücken - all die Weil mein Frauchen ungeduldig wird. ( Da hat dann selbst Bud Spencer keine Chance mehr... :lol: )
#2 Laurin 2018-03-17 14:50
@ Friedhelm:
Ich schätze mal (so aus dem Bauch heraus), dass man das bereits beliebte Duo Spencer/Hill nicht unnötig zerfleddern wollte, indem man auch weitere Streifen mit Gemma und Spencer ins Auge fasste. Mit Hill mithalten konnte Gemma jedenfalls alle male.

Was den "Ausblick" angeht, den hatte ich damals zum ersten mal in voller Länge noch auf VHS (Verleih-Kasette) gesehen, bevor er dann erst einmal wieder aus dem Regal der Videothek verschwand um später (nun allerdings geschnitten) wieder als 16er Fassung aufzutauchen. :sad:

Und einen "Holländer" gab es da ja auch bestimmt geschnitten bei eurem Frühstück. Hoffe es schmeckt. :lol:
#3 Friedhelm 2018-03-17 15:57
Ich hätte mir zumindest vorstellen können, dass Gemma in solchen Streifen öfter aufgetaucht wäre -evtl sogar mit Co-Star. Man erinnere sich an zwei Versuche mit den sogenannten "Zwillingsbrüdern" von Spencer/Hill (Paul smith (echter Ami) und Michael Coby (Italiener mit amerikanischem Pseudonym). Da war allerdings nach zwei Filmen die Luft raus - wahrscheinlich weil man unbedingt auf dieser "Zwillingsmasche" reiten wollte. Aber mit Gemma, einem Sidekick ( meinetwegen wieder Ricky Bruch) und der üblichen Brandt-Synchro wäre das sicher auch eine Weile gut gelaufen.
#4 Grubert 2018-03-19 10:48
Zitat "Eigentlich hatte ich ihn zum ersten mal überhaupt gesehen, als er im September 1983 seine Fernsehpremiere beim ZDF hatte."

Die TV Premiere fand tatsächlich schon deutlich früher statt, und zwar so um 1978 herum, und da war er tatsächlich noch eine große Novität im Programm. Und blieb auch für viele Jahre der einzige Spencer/Hill Film (wenn auch ohne Hill hier) im Programm. Lief Dienstag Abends um 22:15.

Für mich gehört der auch zu den Höhepunkten des Duos, und das lag am Regisseur E.B. Clucher alias Enzo Barboni. Denn der war schon fast der einzige der damaligen Italienischen Komödienregisseure, der wirklich ein Händchen fürs Komische hatte. Mal abgesehen von Mein Name ist Nobody, der in mancherlei Hinsicht ein Sonderfall war, stammte die besten Filme des Duos alle von Barboni. Lediglich die 2 Himmelhunde konnten da einigermaßen mithalten.

Gemma wäre übrigens an sich die eigentlich logischere Wahl für diese Art von Filmen gewesen, denn er hatte schon vor Hill in komödiantischen Western mitgespielt, und wirkte auch in seinen harten Western leichter als Hill, der zunächst als grimmiger Franco Nero Klon Erfolg hatte.
#5 Grubert 2018-03-19 10:53
Ach ja, und Auch die Engel essen Bohnen war schon der Originalkinotitel.
Der Dicke in Amerika war ein Wiederaufführungstitel aus der Zeit als Spencer mit seinen Solo Auftritten so erfolgreich war, daß er aus dem Sidekick Schatten Hills herausgetreten war, so daß der Titel dann nur noch auf ihn zugeschnitten war. Also als Solofilm neu vermarktet wurde, zumal Gemma hier in Deutschland ohnehin nie allzu populär war.
#6 Friedhelm 2018-03-19 12:11
Anfänglich waren die Spencer/Hill-Filme ja auch weniger lustig. In ihren ersten gemeinsamen Streifen, "Gott vergibt, wir beide nie" (auch als.."...Django nie..."), "Vier für ein Ave Maria" und "Hügel der blutigen Stiefel" waren ihre Charaktere ja noch viel ernster angelegt. Ich muss schon sagen, dass mir diese Filme fast etwas besser gefallen haben, als die späteren Klamaukmovies.

Mir geht es da ähnlich wie dem Grubert. Die späteren Auftritte -besonders in den Achtzigern- kann man eigentlich in die Tonne kloppen.

Im übrigen haben ja Hill und Spencer nach ihrem ersten gemeinsamen "Spaßwestern" immer wieder mal mit die ernste Schiene versucht. Ich kann mich da gut an den Mafiastreifen "Allein gegen das Gesetz" und den Legionärsstreifen "Marschier oder stirb" (beide mit Hill) erinnern. Spencer habe ich dann sogar in einem Film von Dario Argento gesehen ("Vier Fliegen auf grauem Samt"). Da hatte er allerding nur eine Nebenrolle.

Und dann hat der Dicke in irgendeinem Interview sogar mal erwähnt, dass sein Partner auch gerne "James Bond" geworden wäre.
Aber als Italiener hätte Hill eh keine Chance gekriegt.
#7 Grubert 2018-03-19 13:33
zitiere Friedhelm:
Anfänglich waren die Spencer/Hill-Filme ja auch weniger lustig. In ihren ersten gemeinsamen Streifen, "Gott vergibt, wir beide nie" (auch als.."...Django nie..."), "Vier für ein Ave Maria" und "Hügel der blutigen Stiefel" waren ihre Charaktere ja noch viel ernster angelegt.


Ja, das waren noch düstere Italo Western, in denen Hill durchweg sehr finster guckt. Jedoch waren diese 3 schönen Western von Collizi (der ein begabter Regisseur war), auch schon von Anfang an mit Szenen versehen die die späteren Prügelkomödien vorwegnahmen. Und wurden alle 3 ja auch später noch einmal mit einer Kalauersyncro als Komödien im Kino wiederaufgeführt. Dafür aber ordentlich gekürzt, und mit idiotischen neuen Titeln versehen, die zu Halleluja Schiene passten.

Von ihren 80er Jahre Filmen haben mir die beiden Barboni Filme aber auch noch ganz gut gefallen, während andere unterirdisch unkomisch waren.
#8 Laurin 2018-03-19 16:50
Zitat Grubert:
Die TV Premiere fand tatsächlich schon deutlich früher statt, und zwar so um 1978 herum, und da war er tatsächlich noch eine große Novität im Programm. Und blieb auch für viele Jahre der einzige Spencer/Hill Film (wenn auch ohne Hill hier) im Programm. Lief Dienstag Abends um 22:15.
Ja, das mag sein. Ich habe für die deutsche Fernsehpremiere allerdings kein früheres Datum finden können. Und da ich den Film nach meiner Bundeswehrzeit gesehen hatte, kommt das mit dem Jahr 1983 ziemlich gut hin.

Zitat Grubert:
Ach ja, und Auch die Engel essen Bohnen war schon der Originalkinotitel.
Das stellte ich auch nicht in Abrede. "Der Dicke in Amerika" als Titel hört sich ja auch schon einfach zu flachgeistig Deutsch an, dass man hier kaum vom Originaltitel ausgehen könnte. :lol:

Also dem ersten Spencer/Hill mit dem Titel "Gott vergibt... Django nie!" von 1967 konnte ich noch nie wirklich etwas abgewinnen. Der hatte für mich etwas wie gewollt aber nicht gekonnt. Besonders Hill nervte mich da doch gewaltig.

Und was den Wunsch betrifft mal "James Bond" zu werden, hier eine Gegenfrage: Welcher Schauspieler hatte den Wunschtraum eigentlich noch nicht? ;-)
#9 Friedhelm 2018-03-19 18:52
Zitat:
Und wurden alle 3 ja auch später noch einmal mit einer Kalauersyncro als Komödien im Kino wiederaufgeführt. Dafür aber ordentlich gekürzt, und mit idiotischen neuen Titeln versehe
Stimmt, diese "Wiederverwertung" unter neuem Titel fand ich damals schon unterirdisch. Da gab es dann plötzlich so etwas wie "Zwei hau'n auf den Putz" ect..ect..-mit bemühter, deutscher Synchro auf komisch getrimmt.

Zitat:
Ach ja, und Auch die Engel essen Bohnen war schon der Originalkinotitel. Das stellte ich auch nicht in Abrede.
Den Titel kann ich übrigens auch bestätigen, so lief der Film 1973 bei uns im Kino. "Der Dicke in Amerika" war einer dieser typischen Wiederaufführungs-Titel..

Zitat:
Und was den Wunsch betrifft mal "James Bond" zu werden, hier eine Gegenfrage: Welcher Schauspieler hatte den Wunschtraum eigentlich noch nicht?
Stimmt schon, da haben sich ja einige ins Gespräch gebracht - aber der arme Terence wäre wohl, als Italiener, ziemlich chancenlos geblieben.

Früher hatte "Bond-Macher" ganz klare Vorgaben - zu allererst musste er Brite sein, dann ging man auch schon an die Amis. Burt Reynolds hat ja übrigens mal zugegeben, dass es sein schlimmster Fehler war, die Rolle abzulehnen.

Aber unter uns: Terence Hill hätte als 007 vielleicht gar keine schlechte Figur gemacht..
#10 Grubert 2018-03-19 21:44
zitiere Laurin:


Also dem ersten Spencer/Hill mit dem Titel "Gott vergibt... Django nie!" von 1967 konnte ich noch nie wirklich etwas abgewinnen. Der hatte für mich etwas wie gewollt aber nicht gekonnt. Besonders Hill nervte mich da doch gewaltig.

)


Echt?
Aber er spielt doch in dem Film sehr zurückhaltend, gibt vor allem den typischen emotionslosen kalten und wortkargen Helden des IW.

Ich finde übrigens alle 3 Colizzi Western sehr gekonnt gemacht. Er war nach Leone und Corbucci der begabteste IW Regisseur, seine Filme sind für mich visuell sehr beeindruckend. Und gerade Gott vergibt... Django nie war ja damals noch ein sehr brutaler Film, und ursprünglich auch mal FSK 18.
#11 Laurin 2018-03-21 19:18
@ Grubert:
Ich kann es nur leider so sagen, wie ich es empfinde und da schneidet "Gott vergibt... Django nie!" bei mir persönlich verdammt schlecht ab. Da nutzt ihm leider auch nicht die damalige FSK-18-Einstufung etwas. Ich werde einfach nicht warm mit Hill in diesem Italo-Western. :cry:

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