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Ein Filmklassiker - Ein Lied, erfolgreicher als der Film

Ein FilmklassikerFolge 16
Ein Lied, erfolgreicher als der Film

In dieser Reihe DER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch mitunter manche Klassiker des Films tummeln. Wir werden hierzu einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. von manchen Actionfilmen über Western bis hin zu besonderen Romanzen einen Einblick gewähren werden. Am Beginn des Wirtschaftswunders klappte es da auch noch beim Film.

Der Tag als der Regen kamDer Tag als der Regen kam
Ja, dieser Titel ist gleichfalls der Originaltitel des vorliegenden Kriminalfilm, der sich insbesondere im Bereich der Jugendkriminalität aus dem Jahre 1959 drehte. Das Wirtschaftswunder war bereits im vollem Gange und stammte eben nicht, wie viele selbst heute noch glauben, alleinigst aus der Feder des ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer und seiner CDU. Zum einen sorgte das sogenannte Wirtschaftswunder auch nicht bei der normalen Bevölkerung für prall gefüllte Brieftaschen und Kühlschränke, sondern zuerst einmal nur für Arbeit in rauen Mängen. Dies wiederum war ein logischer Werdegang, denn die noch recht junge Bundesrepublik befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch im Aufbau. Die Wirtschaft musste Stück für Stück weiter auf die eigenen Beine gestellt werden und dann waren eben die äußeren wirtschaftlichen Bedinungen ebenfalls mehr als recht günstig für die noch junge Bundesrepublik. Genauso wie das wirtschaftliche wurde aber auch das politische System, dass mit einigen Parteiverboten gleich auch mal eine aufkeimende freie Demokratie gleich wieder etwas schleifte, weiter in eine bestimmte Richtung gelenkt.

1952 traf es da die gleich wieder offen auftretende neonazistische SRP (Sozialistische Reichspartei), bei der man sich scheinbar nicht in der Lage sah, diesen wohl wieder offen auftretenden politischen Verbrechern gleich im Vorfeld mit demokratischen Mitteln den Boden zu entziehen. Damit war der erneute Spuk von Rechts jedoch nicht beseitigt, denn viel zu viele ehemalige Mitglieder und Schergen der damaligen NSDAP tauchten auch recht schnell in den politischen Reihen besonders der CDU/CSU oder der damaligen FDP unter und hatten sich hierzu recht flott ein (mitunter nur scheinbar) demokratisches Mäntelchen umgehangen. Eine vorbildliche Erziehung im Fach Demokratie blieb indessen bereits in den Schulen eher ein Wunschdenken. Und weil man ja gerade dabei war, machte man gleich auch wenige Jahre später den nächsten Verbotsschlag gegen eine gewählte Partei.

Der Tag als der Regen kamHier lag der Beginn aber bereits bei dem Verbot der linksorientierten Jugendorganisation FDJ (Freie Deutsche Jugend) im Jahre 1951 und gipfelte im Parteienverbot der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) im Jahre 1956. Die Aktivitäten gerade in den letzteren beiden Fällen hatten mit einem demokratisch-politischen Umgang gerade von Seiten Adenauers und seiner Bundesregierung nicht wirklich viel gemeinsam und setzten eher die undemokratische Politik seitens des Nationalsozialismus in diesem Punkte fort. Damit nahm die Bundesrepublik innerhalb Europa sogar eine Sonderstellung ein, denn in den anderen Staaten kam man locker ohne ein Verbot der kommunistischen Parteien aus, ohne das man hier gleich wie in der damaligen Bundesregierung, den Weltuntergang voraussah.

Zum anderen wurden in den sogenannten Wirtschaftswunderjahren eben nur die wenigsten zu Gewinnern innerhalb der aufblühenden Wirtschaft. Man vermehrte hier eher den schon bestehenden Reichtum, der durchaus bereits schon innerhalb der Diktatur des Dritten Reiches vermehrt wurde, bzw. vorhanden war, oder man wusste einfach, an welchen Hintern man sich reiben musste, um sich nicht für einen kleinen bis mittelmäßigen Lohn die Finger schmutzig zu machen. Und dann gab es noch die Möglichkeit, sich eben nicht auf dem legalen Weg das zu besorgen, was einem trotz eines Arbeitsplatzes scheinbar verwehrt wurde. Genau hier aber setzte dann der damalige Filmklassiker AM TAG ALS DER REGEN KAM - durchaus vielleicht ungewollt - mit einigen wenigen kritisch-politischen Aussagen an, die allerdings recht interessant im Film plaziert wurden.

Der Tag als der Regen kamKriminell aber nicht dumm:
Die Hauptfigur des Films ist der junge Kleinganove Werner Maurer (gespielt von Mario Adorf), der sich hier als Bandenboss einer Clique von jugendlichen Kriminellen hervortut. Das er nicht dumm ist, beweist er bereits während einer mündlichen Auseinandersetzung mit seinem Vater, dem ehemaligen Arzt Albert Maurer (gespielt von Gerd Fröbe). Er will eine wirkliche Zukunft  und ein Auto nicht erst dann, wenn er bereits alt ist und er will etwas von der Welt sehen, ebenfalls wenn er noch jung ist. Nun mag man sagen, dass dies so ziemlich alle jungen Leute gerne wöllten. Doch im Gegenzug charakterisiert er dabei sehr genau die Welt, die ihn gerade umgibt und was seinen Träumen ebenfalls im Wege stehen könnte, wenn er dies auf ehrliche Weise versuchen würde. Denn in Sachen Weltfrieden sah es damals gerade an der Schnittlänge zwischen Ost und West nicht wirklich rosig aus, und was Werner mit Sicherheit nicht möchte, ist irgendwann als Soldat bald Gewehr bei Fuß stehen zu müssen. Und was wäre eine mögliche bessere Zukunft in einigen Jahrzehnten wert, wenn West und Ost ihren Konflikt plötzlich mit ihren Atomwaffen eskalieren lassen würden.

Man sieht also, dass der Film hier bewusst oder unbewusst einige Kritikpunkte anspricht, die damals wirklich die Menschen bewegten. Das eine waren die Gefahren, die von seiten der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland ausgingen (in diesem Punkt stand die damalige FDJ und die KPD der damaligen Bundesregierung nämlich besonders im Wege). Zum anderen war es die bis Heute bestehende, drohende Katastrophe, die ein Nuklearkrieg mit sich bringen würde. Denn bei letzterem dürfte sich die Sache mit der Menschheit, einer persönlichen Zukunft und/oder der Zivilisation an sich erledigt haben. Diese eher unterschwellige Kritik  hebt diesen Film um jugendliche Kriminelle eher von gleichwertigen deutschen Produktionen ab, die das Thema Jugendbanden eher wie unter einer gesellschaftlichen Käseglocke in der noch jungen Republik zum Thema hatten. Hier sei z.B. der Film DIE HALBSTARKEN mit Horst Buchholz und Karin Baal aus dem Jahre 1956 genannt, der in diesem Punkt viel eher in die Kategorie "gut gemachte Dutzendgeschichte um die Jugendkriminalität" passt.  Denn hier dreht sich das Karussell der Geschichte eigentlich generell um das anvisierte Thema, spart allerdings dabei gewisse gesellschaftliche Kritiken und Missstände fasst völlig aus.

Gut, auch der Film AM TAG WENN DER REGEN KAM verfällt nach diesem  Gesellschaftskritischen Element recht schnell wieder zurück in das Konzept der gut gemachten Dutzendgeschichten seiner Zeit. Doch genau diese Dialogstelle hebt eben doch diesen Film positiv aus den Dutzendgeschichten der damaligen Zeit zumindest etwas heraus und vermittelt damit kurz aber dennoch eindringlich, dass die Wirtschaftswunderjahre eben nicht für alle schön und bunt gewesen sind und einem die gebratenen Tauben damals auch nicht einfach so in den Mund geflogen sind.

Der Tag als der Regen kamDa ich, um bei diesem Beispiel zu bleiben, auch den Film DIE HALBSTARKEN recht gut kenne (auch wenn mir hierzu die DVD nicht vorliegt), verwundert es mich indessen schon etwas, dass dieser Film des öfteren im Fernsehen bereits ausgestrahlt wurde, während der Film AM TAG ALS DER REGEN KAM recht schnell in der hintersten Ecke der Fernsehanstalten verschwand. Vom eigentlichen Thema und seiner Darreichungsform ist der Film AM TAG ALS DER REGEN KAM nämlich weder als besser noch als schlechter zu betrachten.  Die Frage stellt sich also hier eher, ob man sich hier so mancher kritischen Gesichtspunkte im Film bewußt geworden war? Denn es gibt in diesem Film durchaus noch einige andere gesellschaftliche Kritikpunkte, die scheinbar fasst schon zufällig innerhalb der Handlung auftauchen. So wäre hier auch die Beziehung zwischen dem Bandenmitglied  Robert (gespielt von Christian Wolff) aus dem Westteil Berlins und seiner Freundin Inge (gespielt von Corny Collins) aus dem Ostsektor zu nennen.

Denn Robert würde gerne das Ganze einfach nur hinter sich lassen und aus Berlin mit seiner Freundin verschwinden. Doch hierzu benötigt Inge zumindest vorläufige Papiere um sich mit Robert in den Westen absetzen zu können. Und hier kommt dann die Polizei mit dem Kriminalassistenten Thiel ins Spiel (gespielt übrigens von Horst Naumann). Der nämlich verspricht Robert, mal eben seine Beziehungen etwas spielen zu lassen um die benötigten Papiere für Inge zu besorgen, sollte Robert hierbei im Gegenzug seine Kumpels ans Messer liefern. Tja, auch dieses Bild, durchaus innerhalb der Handlung zuerst etwas unauffällig, zeigt bei näherer Betrachtung einen gesellschaftlichen Kritikpunkt auf. Denn mal ehrlich, diese Form der "persönlichen" Hilfe besitzt einen etwas bitteren Beigeschmack einer nicht wirklich ganz legalen Polizeimethode, die einher geht mit einer noch niederschwelligen Form von Menschenhandel. Denn Inge wird unwillkürlich zu einer Ware, mit der man eben nur handeln kann, wenn man an gewissen Stellen bestens zu schmieren versteht. Man mag dies vielleicht nun nicht so eng sehen wollen und unter Umständen hatte man im Vorfeld vielleicht auch nicht einmal wirklich daran gedacht, was man da für Themen anschneidet, doch spricht auch nichts dagegen, dass dieses späterhin durchaus sehr wohl aufgefallen sein könnte und der Film deshalb wieder so schnell in der Versenkung verschwand. Auffällig ist jedenfalls hierzu auch, dass wirkliche Hintergrundinformationen und damalige Kritiken zum Film auch Heute im Internet extreme Mangelware sind.

Der Tag als der Regen kamAlles was man hierzu findet, ist z.B. eine kurze und nicht wirklich auf die eigentliche Handlung bezogene Kritik seitens des Film-Dienst. Und selbst das der DVD beigefügte Heft (Nachdruck) seitens der "Illustrierte Film-Bühne" beschränkt sich nur auf das wesentlichste wie die Namen aller am Film beteiligten, der Erzählung des Handlungsablauf und dem Hinweis auf den zweiten sehr bekannte Rock 'n' Roll-Song aus dem Film mit dem Titel "Charlie Brown". Ähnliches widerfuhr ja damals auch dem Film HEISSES PFLASTER KÖLN (1967), der dann erst vor wenigen Jahren seitens einer recht bekannten  Boulevardzeitung aus Köln wieder ans Licht geholt wurde (hierzu gab es im Zauberspiegel von mir bereits einen Artikel).

Damals zumindest hatte man seitens der Stadt Köln so einiges daran gesetzt, damit dieser Film in den dunklen Archiven verschwand. Denn der hier beschriebene, offene Umgang mit der Kölner Unterwelt und dem Rotlichtmilieu sah man als zu gefährlich an hinsichtlich der angestrebten Tourismusziele der Rheinmetropole.

Der Tag als der Regen kamDafür ging ein Lied um die Welt:
Das Titellied AM TAG ALS DER REGEN KAM, dürfte indessen um ein vielfaches bekannter sein. Das wurde nämlich damals (1959) mit einem deutschen Text von Ernst Bader versehen und von der Sängerin Dalida gesungen. Der Chanson selbst entstand allerdings bereits unter dem Titel "Le jour ou la pluie viendra" seitens Gilbert Becaud (Musik) und Pierre Delanoe (Text) im Jahr 1957 in Frankreich, und erschien zuerst auf der B-Seite einer Single. Die Sängerin Dalida wiederum übernahm ihre Version des Chanson mit dem Orchester Raymond Lefevre im Dezember 1957 bei Barclay Records. 1959 kam diese Version in Deutschland und mit deutschem Text bei Ariola auf dem Markt und wurde hierbei ebenfalls eingespielt vom Orchester Raymond Lefevre und wie oben beschrieben, gesungen von Dalida, die hiermit auch ihre erste Single auf dem deutschen Markt überhaupt herausbrachte. Mit dem Lied AM TAG ALS DER REGEN KAM landete damit die Sängerin Dalida nicht nur ihren ersten, sondern auch zugleich erfolgreichsten deutschen Hit.

Das französische Originallied selbst brachte es danach auf  zumindest 36 Coverversionen, wobei hier alleine acht deutsche Fassungen zu rechnen sind. Dalida selbst brachte den Song dann zuletzt nochmals 1985 als Disco-Remix heraus.

Auch im Film kam dieser Chanson durchaus mehrmals vor. Bei AM TAG ALS DER REGEN KAM (gedreht zwischen September und Oktober 1959 in Berlin und München) diente er z.B. auch als Vorlage für den Filmtitel. Ein weiteres mal wurde er allerdings schon im Juli 1959 in dem Film MÄDCHEN FÜR DIE MAMBO-BAR gesungen. Die Schauspielerin Barbara Sukowa sang dieses Lied dann nochmals 1981 während einer Bühnenszene des Films LOLA von Rainer Werner Fassbinder.

Doch kommen wir nun erst einmal zur Filmhandlung selbst, bevor ich mich an meine persönliche Filmkritik machen werde.

Der Tag als der Regen kamKriminelle Zeiten im noch mauerfreien Berlin:
An der Avus sollte man sich in den 50er Jahren nicht gerade mitten in der Nacht nach ein paar hübschen jungen Beinen unter einem Rock umsehen. Das muss auch der ältere Mitbürger lernen, der etwas lüstern die hübsche Ellen mitnimmt, die per Anhalter hier selbst nach willigen Opfern Ausschau hält. Auch fällt diesem Herrn nicht auf, dass die Freundin von Ellen in Wirklichkeit ein junger Mann in Verkleidung ist. Nur die zwei Motoradfahrer stimmen ihn bald etwas bedenklich, doch da schnappt eigentlich die Falle schon zu für ihn. Dabei hat er jedoch noch Glück im Unglück, denn auch die Polizei ist gerade in der Nähe und nimmt nun die Verfolgung seines gestohlenen Autos auf. Aber das Glück ist den Gesetzeshütern nur bedingt hold, denn einer Verkehrsstreife gelingt es gerade einmal Robert mit seinem Motorad festzuhalten.

Das Robert zu einer Bande von Jugendlichen gehört, kann sich Kriminalkommissar Bäumler nur zu gut vorstellen, doch der Bestohlene kann Robert nicht als einen der Diebe identifizieren und Beweise sind so auch keine zu erlangen. Dafür macht der junge Kriminalassistent Thiel sich mit seiner lockeren Art bei Robert schon beliebter. Auch er glaubt zwar, dass Robert mit dem Überfall etwas zu tun hat, doch sieht er in ihm eher den gesuchten Schlüssel, um dem Rest der Bande das Handwerk legen zu können.

Auch Werner Maurer, Sohn eines ehemaligen Arzt, der jedoch mittlerweile stark dem Alkohol zuspricht, traut nun Robert nicht gerade über den Weg. Werner ist schließlich der Boss der Panther-Gang und muss die Truppe auf Kurs halten um sich seine eigenen Träume vom Leben zu erfüllen. Werner ist alles, nur nicht blöde und sorgt mit den anderen seiner Gang und einer Abreibung für Robert dafür, dass dieser gefälligst weiter vor der Polizei dicht hält. Werners Vater Dr. Albert Maurer würde es zwar am liebsten sehen, wenn sein Sohn einem ordentlichen Beruf nachgehen würde, doch insgeheim weiß er, womit sein Sohn sein Geld macht, auch wenn er hierzu lieber beide Augen davor verschließt. Und Werner erkauft sich das Schweigen seines Vaters durch Geld und Alkohol.

Zwar hat auch Werner langsam genug von den Touren mit der Gang, doch um ein neues Leben ohne Sorgen beginnen zu können, will er noch einen ganz großen Coup landen. Hierfür will er die fette Tageskasse des Berliner Busunternehmen bei Nacht und Nebel ausräumen. Und dazu benötigt er eben auch Robert, zumal Rudi sich beim Diebstahl eines Wagens schwer verletzt hat, für den Werner die ärztliche Hilfe seines Vaters benötigt.

Der Tag als der Regen kamRobert quält indessen sein Gewissen, zumal die Gang mittlerweile auch nicht davor zurückschreckt, Schusswaffen für ihren Raubzug zu benutzen. Um einen weiteren Jugendlichen in die Gang aufzunehmen, zwingt Werner Robert zudem, mit diesem gemeinsam seine weitere Zugehörigkeit zur Gang bei einer gefährlichen Mutprobe zu beweisen. Aber erst seine Liebe zu der jungen Inge aus dem Ostsektor von Berlin bringt Robert dazu, sich Kriminalassistent Thiel wegen des bevorstehenden Raub anzuvertrauen. Denn er würde sich mit ihr am liebsten in den Westen der Republik absetzen und mit ihr ein bürgerliches Leben beginnen, doch hierfür benötigt Inge spezielle Papiere, die sie im Ostteil nicht so ohne weiteres bekommen würde. Thiel verspricht ihm hierfür, sich bei einigen Kontakten um die passenden Papiere für Inge zu kümmern, wenn dieser die Gang faktisch ans Messer liefert.

Der Plan der Polizei hätte auch fasst Erfolg, wäre nicht ein Mitglied der Panther-Gang als Mitarbeiter des Busunternehmens getarnt gewesen und riecht dadurch vorzeitig Lunte über die geheime Polizeiaktion. Werner weiß inzwischen sehr genau, wer seinen Plan verraten haben könnte und holt Robert direkt aus dem Bett weg in das Versteck der Bande ... dem Keller eines alten Abbruchhaus. Auf der einen Seite weiß man, dass man Robert nicht einfach laufen lassen kann, weil dieser wohl direkt zur Polizei gehen würde. Auf der anderen Seite jedoch widerstrebt es Werner, ihn hierfür selbst zu beseitigen. Also lässt er die Gang über Roberts Schicksal abstimmen. Doch auch hier ist niemand wild darauf, Robert eigenhändig zu töten. Doch gerade der Neue, den man allgemein "Professor" nennt, gibt man die Pistole nun in die Hände und der schießt mehr aus einem panischen Effekt heraus, als mit bewußter Mordabsicht auf Robert.

Dabei wird Robert schwer verletzt. Nun geraten auch Werner und die anderen der Gang immer mehr in Panik. Um keinen Mord am Hals zu haben, lässt Werner seinen Vater holen um Robert zu retten. Doch dieser kommt zu spät, so das Robert unter seinen Händen stirbt. Der Schock hierüber sitzt bei Albert Maurer so tief, dass er sich von seinem Sohn Werner offen lossagt und das Versteck wieder verlässt. In diesem Moment treffen gerade auch Inge und Ellen am Ort ein, da sie schlimmes befürchten. Albert Maurer schickt sie noch hin zum Versteck, hat seinerseits jedoch bereits die Polizei vertändigt und ihnen mitgeteilt was geschehen ist, und wo sie die Mitglieder der Panther-Gang festnehmen können.

Der Tag als der Regen kamMeine Filmkritik:
Ja, die Zeit, in der dieser recht gut gemachte Klassiker spielt und die er auch mit einigen recht nostalgischen Bildern eines Berlin schmückt, in der die Stadt eben noch nicht durch eine graue und nicht gerade humane Mauer geteilt war, hatte seit damals einige Mythen zu bieten, die genau betrachtet der Realität nicht wirklich Stand halten. So war Kanzler Adenauer nicht der Vater des Wirtschaftswunders, genauso wenig wie Kanzler Kohl (ebenfalls CDU) nicht der "Konstrukteur der deutschen Einheit" war. Beide saßen allerdings zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz und konnten hier von der inneren wie äußeren Entwicklung durchweg profitieren. Ein Kanzler einer SPD geführten Regierung hätte dies allerdings ebenso gut (oder vielleicht sogar noch etwas besser) umsetzen können. Nun, darüber Heute zu philosophieren wäre müßig, denn die Geschichte als solches lässt sich weder ändern noch alternativ auf  mögliche positive wie negative Veränderungen hin überprüfen.

Interessant jedoch sind eben hier neben einer gängig und recht spannend gebotenen Handlung um eine Bande jugendlicher Krimineller, so manche Einblicke und Dialoge, die etwas hinter den geschichtlichen Vorhang der damaligen Zeit blicken lassen, bei der eben nicht alles so rosarot war, wie man es dann späterhin ausmalte. Dabei kann und will ich den Machern nicht einmal andichten, dass sie hier bewußt eine gewisse gesellschaftliche Kritik einbauen wollten. Ganz im Gegenteil, denn man hat hier durchaus den Eindruck, als wäre dies den Machern während der Dreharbeiten nicht einmal wirklich bewußt gewesen. Dies schmälert allerdings diese geschichtlich gesehenen Gesellschaftskritiken nicht im mindesten. Ob diese dann etwas später aufgefallen sind und dies mit ein Grund sein könnte, warum gerade dieser recht gut gemachte Film mit seiner einmaligen Besetzung in den finsteren Kellern der Archive verschwunden ist, kann man einfach einmal als Vermutung hinstellen, aber leider nicht beweisen. Hierzu ist dann leider auch der nachträglich, verfügbare Informationsgehalt leider zu gering, um hier wirklich den Finger in mögliche Wunden legen zu können.

Aber auch wenn man diese Punkte einmal völlig beiseite lässt, bleibt es unverständlich, weshalb z.B. die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender (ARD/ZDF) diesen Filmklassiker dermaßen sträflich vernachlässigten. Denn schon das Aufgebot an damals noch recht jungen Schauspielerinnen und Schauspielern ist hinsichtlich späterer Jahre ein wirkliches Highlight. So lassen Namen wie Gerd Fröbe, Mario Adorf, Elke Sommer oder Claus Wilcke so manches nostalgische Herz eines Filmfreundes beträchtlich höher schlagen. Hinzu kommt dann die recht gut gewählten Kulissen, wobei ich hier nur einmal die Avus in Berlin nennen möchte und eben die perfekte Umsetzung der Geschichte an sich. Wer also Filme und hier einmal explizit aus dem Bereich des Krimi aus früher deutscher Produktion liebt, der kommt eigentlich zu keinem Zeitpunkt an diesem Filmklassiker unter dem Titel AM TAG WENN DER REGEN KAM vorbei. Leider könnte bei der DVD seitens Pidax-Film etwas fehlen, denn die DVD gibt hier 81 Minuten Spielzeit an, während in der Wikipedia 88 Minuten angegeben werden. Allerdings sind Angaben der Wikipedia auch leider immer mit etwas Vorsicht zu genießen.

Der Tag als der Regen kamIch persönlich kann diesem Klassiker jedenfalls die vollen fünf von insgesamt fünf Sterne verpassen (einfache Punkte werden diesem Filmklassiker jedenfalls nicht gerecht). Und dies natürlich mit einer mehr als eindeutigen Empfehlung an alle Interessierten, den Film AM TAG ALS DER REGEN KAM unbedingt der eigenen Sammlung hinzuzufügen, weil ansonsten einfach eine zu große Lücke innerhalb einer entsprechenden Filmsammlung klaffen würde.

Ausblick:
Ja, ich will mich hier einfach mal recht kurz fassen. Da wir uns ja schon beim letzten mal einem riesigen Monster und einem Roboter zugewendet haben, der in Japan einfach Kultstatus genießt, so werden wir da gleich auch mal bei riesigen Monstern verbleiben.

Zumindest jedenfalls einem Monster. In diesem Film in Schwarzweiß gibt es jedoch keinen zusätzlichen Roboter und auch kein anderes Monster zu bewundern, mit dem sich das erste dann herum prügeln darf, soll oder kann.

Dieses Monster kommt locker alleine daher und versetzt alles in Angst und Schrecken. Und da dieses unkontrollierbare Biest schnell eine Schneise der Verwüstung hinterlässt, ist man recht bald auf die Waffe eines Wissenschaftlers angewiesen. Doch diese "Waffe" ist selbst eine Erfindung, die nicht gerade allgemeine Heiterkeit erzeugen dürfte, wenn man sie einsetzt.

Diesen Klassiker habe ich hier auf einer schönen BD vorliegen, wobei der Film selbst sogar gleich in zwei Fassungen genossen werden kann. Die Kinofassung z.B. ist dabei leider über 10 Minuten kürzer als die originale Langfassung. Aber zum Glück kann man sich hier auf der BD auch gleich die Langfassung zu Gemüte führen.

Und für den ganz schlauen Leser dürfte es hier jetzt kaum eine Schwierigkeit darstellen, den Filmtitel schnell zu erraten. Zumindest kann ich euch hier schon einmal verraten, dass dieser Film bereits runde sieben Jahre existierte, bevor ich überhaupt geboren wurde und das manche Kritiken dieser Zeit den Inhalt sogar als z.B. "taktlosen Abenteuerfilm" bezeichneten.

Na, schon eine Idee? Nun, weitere Hinweise gibt es nicht hierzu. Da müsst ihr euch nun selber anstrengen. Aber ehrlich, so schwer dürfte der Titel nun wirklich nicht sein. In Sachen PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER gehört er allerdings unbedingt noch in diese Artikelserie hinein.

Der Tag als der Regen kamDer Tag als der Regen kam
mit  Mario Adorf, Elke Sommer, Gerd Fröbe, Claus Wilcke, Christian Wolff, Corny Collins, Ernst Jacobi, Gert Günther Hoffmann, Horst Naumann, Hans Zesch-Ballot, Herbert Weissbach, Wolf Richards, Arno Paulsen u.a.
Regie: Gerd Oswald
Drehbuch: Gerd Oswald, Heinz Oskar Wuttig, Will Berthold
Produktion: Artur Brauner/Alfa-Film GmbH, Berlin/West
Genre: Kriminalfilm
Laufzeit: 81 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Pidax Film
Bundesrepublik Deutschland 1959

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Kommentare  

#1 Friedhelm 2018-01-06 01:15
Da kommt man nächtens nach hause...und hat gerade nix besseres zu tun... - als dann...

Wenn ich nicht irre, dann ist dieser Film höchstens mal in den Siebzigern im TV gelaufen - kann mich irgendwie schwach erinnern. Ich kenne da allerdings "Die Halbstarken" besser - und würde mich echt wundern, wenn den "Regenfilm" irgendjemand in den letzten 30 Jahren gesehen hat.

Zum Ausblick: Weiss jetzt nicht, ob du von uns den Titel wissen willst - falls nicht, dann lass ich erstmal ein großes "G" da. Un der Wissenschaftler, Dr. S., trägt eine Augenklappe..

Den Film habe ich das erste Mal 1978, an einem Samstagabend, in der ARD gesehen. Ich besitze zur Zeit allerdings nur eine DVD - reicht mir aber auch.

Nu hast du wieder "Pech" ( wenn man das so nennen soll..) Selbst bei den "mageren" Hinweisen - und auch ohne meinen Text- werden sämtliche Zauberspiegler wissen, welcher Film gemeint ist.

Sind halt alles echte Experten hier - deshalb mag ich den Zauberspiegel. (Aber das nur nebenbei..)
#2 Hermes 2018-01-06 07:30
Zitat:
Damit nahm die Bundesrepublik innerhalb Europa sogar eine Sonderstellung ein, denn in den anderen Staaten kam man locker ohne ein Verbot der kommunistischen Parteien aus, ohne das man hier gleich wie in der damaligen Bundesregierung, den Weltuntergang voraussah.
Das verwundert aber eigentlich gar nicht. In Deutschland nahm damals die amerikanische Schutzmacht die wichtigste Stellung ein. Und dort wurden Kommunisten "gejagt".
#3 Laurin 2018-01-06 12:41
Zitat Friedhelm:
Ich kenne da allerdings "Die Halbstarken" besser - und würde mich echt wundern, wenn den "Regenfilm" irgendjemand in den letzten 30 Jahren gesehen hat.
DIE HALBSTARKEN dürfte wohl jeder besser kennen, denn wie bereits geschrieben, verschwand der Film AM TAG ALS DER REGEN KAM leider recht schnell in den staubigen Kellern der Fernsehanstalten. Wer da also nicht auf eine damalige Videoversion im Verleih oder jetzt auf die DVD zurück greifen kann, für den dürfte dieser Film glatt fasst schon filmisches Neuland sein.

Zitat Friedhelm:
Nu hast du wieder "Pech" ( wenn man das so nennen soll..) Selbst bei den "mageren" Hinweisen - und auch ohne meinen Text- werden sämtliche Zauberspiegler wissen, welcher Film gemeint ist.
Damit hatte ich im "Ausblick" auch fasst schon gerechnet in diesem Fall. :lol: Denn um dieses Rätsel wirklich schwer zu machen, hätte ich absolut nichts schreiben dürfen (also Null Hinweise). :sigh: Aber das große "G" mit dem "Dr. S" ist schon völlig richtig. :P
Irgendwie bin ich ja dabei immer in der Experten-Falle ... :cry:

Zitat Hermes:
Das verwundert aber eigentlich gar nicht. In Deutschland nahm damals die amerikanische Schutzmacht die wichtigste Stellung ein. Und dort wurden Kommunisten "gejagt".
Könnte man zuerst durchaus so sehen, Hermes. Nur hatte die KPD direkt nach 1945 als erste Partei in Deutschland von den vier Besatzungsmächten (darunter ja auch die USA) die benötigte Lizenz erhalten. Und selbst die CDU hatte bei den ersten freien Wahlen auf ihren Plakaten massiv mit dem "Sozialismus" als Zukunftsmodell für die neue Bundesrepublik um Stimmen geworben. Adenauer und Co. wollten allerdings in Wirklichkeit direkt eine feste Anbindung an die Westmächte und hier insbesondere an die USA und spielten bereits direkt mit dem Gedanken, in das militärische Militärbündnis NATO eingegliedert zu werden, weswegen man ja dann auch den seitens der Sowjetunion angebotenen Friedensvertrag ablehnte. Dieser sah nämlich vor, dass sich ein neues Gesamtdeutschland ähnlich neutral verhalten sollte wie damals die Schweiz. Da die West-CDU (entgegen der damaligen Ost-CDU) bereits in Richtung Wiederbewaffnung und eben einer militärischen Blockbildung agierte, wurde die damals durchaus bei den Wahlen recht gut laufende KPD mit ihrer anvisierten Friedenspolitik zu einer Bedrohung für die Ziele der damaligen Bundesregierung. In diesem Sinne spielte die dann später durch den Mauerbau erfolgte "harte Teilung" Adenauer und Co. sogar in die Hände, denn ihnen gelang es damals nicht, die CDU im Ostsektor für diese politische Linie auf Kurs zu trimmen. Erst seit neuerer Zeit weiß man z.B. dass das KPD-Verbot eigentlich rechtlich kaum Bestand hätte. Das Bundesverfassungsgericht hing damals allerdings noch ziemlich am Tropf der Bundesregierung, weshalb das Verbotsverfahren erfolgreich war und gleich mit einer Art "Ewigkeitsrecht" versehen wurde, weswegen dieses Verfahren auch Heute nicht wieder aufgerollt werden darf. Erst durch den Druck aus dem Ausland (besonders den der europäischen Länder), kam es später zur "kleineren Lösung", indem die KPD sich wieder offiziell gründen durfte, jedoch ihren Namen ändern musste, woraus dann die DKP entstand. Schließlich war die KPD ja politisch weiterhin aktiv, nur eben aus der Illegalität heraus. Die USA ist zwar alles andere als ein Liebhaber der sozialistischen Idee (der Kommunismus ist ja erst einmal nur ein politisch-globales Fernziel), besitzt allerdings selbst (trotz der McCarthy-Ära) bis Heute eine legale kommunistische Partei (bekanntestes Führungsmitglied dürfte hier Angela Yvonne Davis sein, die bis 1980 Führungsmitglied der Kommunistischen Partei der USA war und wegen ihrer Aktivitäten bei den "Black Panther" sogar inhaftiert wurde) , was aber nicht wirklich außenpolitisch auffällt, da das seltsame Wahlsystem der USA am Ende nur die politischen Richtungen der Republikaner und Demokraten zur Wahl zulässt, die aber nicht von ihren inneren Strukturen her wirklich mit Parteien wie z.B. in Europa vergleichbar sind. Von daher dürfte der Anteil der damaligen "amerikanischen Schutzmacht" denkbar gering (man hat sich einfach herausgehalten) bei dem KPD-Verbot gewesen sein. Aber nun ist genug mit der Geschichtsstunde, denn da könnte man Bücher zu verfassen. ;-)
#4 Friedhelm 2018-01-06 14:36
Zitat:
Irgendwie bin ich ja dabei immer in der Experten-Falle ...
Naja, ich nehme an, , dass die "Zauberspiegeler" , bis auf einige wenige vielleicht, wie ich alle "Ü50er" sind. Da ist man als Filmfan ja schon automatisch Experte - weil man in den letzten vierzig Jahren irgendwie alles gesehen hat.

Ich, z.B. bin seit 1970 Filmfan - und, u.a., mit den guten. alten "Kaijus" praktisch aufgewachsen.
Da kommt dann ja auch einiges andere hnzu: ("Hammermovies, Katastrophenfilme, "Martial Arts..ect...ect..ect - ich könnte noch weiter aufzählen, würde aber hier den PLatz sprengen..) also Filme, die jüngerer Filmfreunde nur noch von der Mattscheibe oder Video/DVD kennen,

Ich finde das immer wieder interessant - und arbeite zur Zeit an einem Blog, in dem ich , u.a. auch meine "frühen" Jahre (die Siebziger) "verarbeiten" will.

Aber, wie das immer so ist: die Zeit, die Zeit - und manchmal das gesundheitliche Befinden. Da komt man zu gar nichts.
#5 Laurin 2018-01-06 19:40
@ Friedhelm:
Wenn der Blog von dir hierzu irgendwann mal an den Start geht, lass es mich wissen. Macht schließlich Spaß, in die frühe Zeit nochmals die Nase reinhängen zu lassen und darin zu schwelgen. Der Werdegang in Sachen Filme scheint bei uns ja recht gleich verlaufen zu sein. ;-)

Na ja, bis auf die Martial Arts-Filme, die hatten bei mir eine recht schnelle Sättigung zur Folge.
#6 Friedhelm 2018-01-06 20:41
@Laurin:
Ich hatte bereits vor längerer Zeit hier im Zauberspiegel ,eine Reihe mit dem Titel "Back to the Seventieth". Da habe ich meine diversen, cineastischen Erlebnis bereits ein wenig aufbereitet. Komme irgendwie nie dazu, das weiterzuführen...
#7 Laurin 2018-01-07 03:35
@ Friedhelm:
Oh ja, deine Reihe "Back to the Seventieth" habe ich hier im Zauberspiegel immer interessiert mit verfolgt. :-)
Wäre doch was, da schon einmal wieder was zu bringen. Würde mich freuen.

PS: Habe mich nun entschlossen, dich als DER Rätselknacker schlechthin im nächsten Artikel von DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER zu zitieren. Warum? Mehr dazu im Artikel vom nächsten Samstag. Es sei nur so viel verraten, du hast oben in deiner Antwort zum "Ausblick" quasi mehr in die richtige Kerbe getroffen, als ich es selbst gedacht hatte. zumindest, bis ich die Infos zum nächsten Artikel hierzu genauer gesichtet hatte. ;-)
Da ist dir jedenfalls ein für mich bisher unerwarteter Treffer gelungen. Das muss einfach gewürdigt werden.
#8 Erlkönig 2018-01-07 21:22
Gelungene Intro.

Den Film habe ich Anfang der 80er zum 1. und letzten Mal gesehen. Meine Erinnerungen an den Film sind nicht ganz so positiv. Filminhalt:

Ein im Grunde gutherziger, kleinkrimineller
Jugendlicher, wird von der ach so großen,
reinigenden Liebe ergriffen und will sein
Leben ändern. Kann das gutgehen? Reicht
die Liebe? Nö.

Moral des Films für die heranwachsenden Zuschauer:
Nur als gesetzestreuer, gesellschafts-
konformer Staatsbürger wirst du seelig
werden. Dann klappts vielleicht
auch mit der Liebe.

Ein bisschen schielt der Film nach grossen Vorbildern, wie "Denn sie wissen nicht was sie tun", "Die Halbstarken", "Die Frühreifen" etc., ist dabei aber durchaus eigenständig.

Der Film hat sicherlich namhafte Darsteller. Allerdings habe ich die Vater (Fröbe) und Sohn (Adorf) Darstellung etwas lächerlich in Erinnerung. Ich sage mal überspitzt: Hotzenplotz und Sohn.

Mit dem Filmtitel und dem eingebauten Titellied, das s.Zt. der kassenträchtige Ohrwurm Nr. 1 war, wollte der Produzent sicherlich noch ein breiteres Publikum anlocken. (Nehme ich jetzt einfach mal an)
Allerdings fand ich dieses Lied für den Film ziemlich unpassend. Um es wieder mal überspitzt zu sagen: Würde "Süsser die Glocken nie klingen" als Filmmusik zu "Spiel mir das Lied vom Tod" passen?
Auf mich hat der Film "Der Tag, als der Regen kam" wie ein (recht sorgfältig) verfilmter Illustrierten-Roman gewirkt.
Vielleicht noch kurz zum Titellied. Es war damals einfach überall in Deutschland präsent. Man konnte meinen, daß in jedem Haushalt die Schallplatte zu finden war. Das Lied wurde s.Zt. auch als "Dachstuhlbrand-Gebet" bezeichnet. Sollte wohl bedeuten - die klimatischen Verhältnisse in Deutschland zu Grunde gelegt - daß nur jemand Regen als derart "langersehnt, heißerfleht" (Liedtext), erbittet/begrüßt, wenn sein Dachstuhl in Flammen steht. O goldiger 50er Humor. 8)
#9 Friedhelm 2018-01-07 23:10
Zitat:
Habe mich nun entschlossen, dich als DER Rätselknacker schlechthin im nächsten Artikel von DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER zu zitieren.
Nun , alles weiss man ja eben doch nicht, und da könnte eine "Auszeichung" als "DER Rätselknacker" wahrscheinlich der Ehre zuviel sein. Zumal es hier sicher User gibt, die es genauso - oder besser- drauf haben.

Na, mal sehen....
#10 Laurin 2018-01-08 17:45
Zitat Erlkönig:
"Moral des Films für die heranwachsenden Zuschauer: Nur als gesetzestreuer, gesellschaftskonformer Staatsbürger wirst du seelig werden. Dann klappts vielleicht auch mit der Liebe."
Nun ja, zumindest haben einen dann alle lieb. :lol: Aber diese Aussage kann man eigentlich unter alle Krimis usw. aus heimischer Produktion klemmen. ;-)

Allerdings muss man hier auch sagen, dass eben diese Liebesgeschichte auch nicht zentral im Mittelpunkt der Geschichte steht und sich quasi der Rest nur darum herum abspielt. Aber klar, auch als filmischer Klassiker (schon vom Alter her) muss und kann der Inhalt nicht jeden Geschmack treffen.

@ Friedhelm:
Es geht dabei auch nicht darum, was du ganz bewusst geschrieben hast im ersten Kommentar, sondern eher, womit du unbewusst hierbei den Nagel auf den Kopf getroffen hast. Aber lass dich einfach mal überraschen mit was du dies geschafft hast. :-)

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