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Ein Filmklassiker - Von Sträflingen unter dem Weihnachtsbaum

Ein FilmklassikerFolge 15
Von Sträflingen unter dem Weihnachtsbaum

In dieser Reihe DER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch mitunter manche Klassiker des Films tummeln. Wir werden hierzu einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. von manchen Actionfilmen über Western bis hin zu besonderen Romanzen einen Einblick gewähren werden. Auch mit Leichen klappt mitunter Weihnachten recht gut.

Wir sind keine Engel (We're No Angels)Wir sind keine Engel (We're No Angels)
Nein, ich werde hier nun nicht nochmals etwas zu dem nervigen, filmischen Weihnachtsterror von Charles Dickens A CHRISTMAS CAROL in den verschiedensten Versionen ablästern. Ich mache es mir da einfach und ignoriere diesen Angriff der verschiedenen Fernsehsender hier in Deutschland, der sich jedes Jahr wiederholt. Und auch eine ganze Reihe von US-Filmen zum, über und mit dem roten Rentner, auch Santa Claus genannt, habe ich mittlerweile im Fernsehen schon schön umschiffen können. Die bekommt man nämlich auch in schöner Regelmäßigkeit um die Ohren gehauen.

Dagegen ist der durchaus auch etwas sentimentale Film WIR SIND KEINE ENGEL aus dem Jahre 1955 doch ein wirklich perfekter Film für die Feiertage. Aber leider scheint man von den betreffenden Machern der verschiedenen Sender keine Lust zu verspühren, sich vor und zum Fest in Sachen Programmgestaltung nochmals wirklich einen Kopf zu machen. Sonst hätte man hier auch mal wieder bei den alten Klassikern etwas genauer nachgesehen, um nicht im kommenden Jahr zum Fest wieder die gleichen ausgelutschten Filme wie im Vorjahr zu servieren.

Da ist es dann schon passiert, dass z.B. genau dieser Klassiker zum Fest, wenn man ihn denn nun sehen wollte, nur über das Bezahl-TV wie Sky heran zu kommen war. Das nennt man dann mitunter schon ein mediales wie kulturelles Armutszeugnis im Quadrat.

Und ich kann euch von dieser Stelle schon mal sagen, dass dieser Artikel etwas kürzer sein wird, als der letzte Weihnachtsvorschlag aus der Reihe DER FILMKLASSIKER. Schließlich gilt es dieser Tage jede Menge Kekse und Schokolade zu vertilgen und zwischendurch auch noch vom lecker Braten zu kosten. Und damit Opa und Oma möglichst schnell wieder die Heimreise antreten, gilt es ja auch noch, die wirklich brutale Keule heraus zu holen und unter dem Tannenbaum ein paar flotte Liedchen zu trällern, bis das die Fensterscheiben im Takt mitschwingen und die lieben Verwandten fluchtartig die privaten Räumlichkeiten verlassen.

"Am liebsten sind mir ja die Mörder, die sind immer so höflich!"

(Filmzitat: Wir sind keine Engel)

Wir sind keine Engel (We're No Angels)Machen wir doch mal auf Komödie mit Sterbefällen:
So ungefähr könnte es sich Michael Curtiz gedacht haben, als er Humphrey Bogart für diese etwas schwarze Weihnachtskomödie nochmals mit ins Boot genommen hatte. Gemeinsam gearbeitet hatte man ja bereits öfter. Das erste mal war dies 1937 mit dem Film KID GALAHAD - MIT HARTEN FÄUSTEN. Danach folgten Filme wie CHICAGO - ENGEL MIT SCHMUTZIGEN GESICHTERN (1938), GOLDSCHMUGGEL NACH VIRGINIA (1940) oder der Klassiker schlechthin mit dem Titel CASABLANCA (1942). Danach drehte man dann noch 1944 den Film FAHRKARTE NACH MARSEILLE. Nach diesen fünf Filmen herrschte allerdings erst einmal eine längere Zeit an Jahren Funkstille zwischen Michael Curtiz und Humphrey Bogart.

Warum Michael Curtiz nun gerade 1955 den guten Humphrey Bogart mit ins Boot geholt hatte, um mit ihm gerade eine Weihnachtskomödie zu drehen, dürfte ein kleines Geheimnis bleiben. Schließlich ist Humphrey Bogart nicht gerade für Rollen in Filmkomödien berühmt gewesen. Da lag ihm der raubeinige Privatdetektiv z.B. viel eher, wie man es ja in DIE SPUR DES FALKEN (THE MALTESE FALCON/1941) sehr schön sehen konnte. Aber so ganz ohne Witz war auch ein Humphrey Bogart nicht, wie er ja schon in AFRICAN QUEEN von 1951 oder aber auch in dem Film SABRINA von 1954 etwas durchblitzen gelassen hatte. Gut, der Witz kam hier mitunter besonders in dem Film SABRINA etwas verhalten daher, aber immerhin. Dafür nahm man ihm aber kurz vorher (ebenfalls 1954) den krankhaft paranoiden Lt. Comdr. Queeg in dem Film DIE CAINE WAR IHR SCHICKSAL unbesehen ab.

Von Nero zum Engel:
Vielleicht hatte Bogart hier Peter Ustinov etwas hilfreich zur Seite stehen können, denn der spielte ja ebenfalls eine Hauptrolle in WIR SIND KEINE ENGEL. Peter Ustinov saß in vielen Filmen ja der sprichwörtliche Schalk eh immer etwas im Nacken, selbst wenn er als Nero mit scheußlich-schönem Gesang ganz Rom beim abbrennen zusah (QUO VADIS/1951). Mit seiner Rolle als Nero hatte Peter Ustinov ja auch damals die Chance, zum ersten mal den Hollywood-Produzenten sein darstellerisches Potential aufzuzeigen. Begonnen hatte er allerdings mit dem filmen bereits während seiner Dienstzeit im Zweiten Weltkrieg in der British Army. Denn dort war er in einer Schauspieler-Einheit und hatte kleinere Rollen in einigen Propagandafilmen. Sein Vorgesetzter dort war übrigens niemand anderes als der Schauspieler David Niven, der eigentlich auch jedem Fan klassischer alter Filme bekannt sein dürfte. Die Zeit des Krieges hatte Ustinov allerdings auch sehr in Richtig Pazifismus und humanistischem Denken geprägt.

Wir sind keine Engel (We're No Angels)Zwischen Komödie, Propaganda und Pornofilm:
Auch Aldo Ray ist eigentlich nicht wirklich ein Unbekannter, wenn ma sich noch an viele Filme zurück erinnert, die man damals so als kleiner Lausbube im Fernsehen mit anschauen durfte. 1958 z.B. spielte er im Film DIE NACKTEN UND DIE TOTEN mit und 1964 sah man ihn auch in einer Rolle in der US- Western-Serie BONANZA mit dem Titel EIN EHEMANN AUF DER FLUCHT. Mit Schrecken erinnere ich mich aber auch daran, dass er in der filmischen Propaganda-Entgleisung neben John Wayne in THE GREEN BERETS (DIE GRÜNEN TEUFEL) aus dem Jahre 1967 mitgespielt hatte. So richtig geschockt hatte Aldo Ray, der auch einige Jahre mit einem Alkoholproblem zu kämpfen hatte, die US-Öffentlichkeit, als er 1979 in dem Pornofilm SWEET SAVAGE eine Rolle übernahm. Zwar hatte er in diesem Filmchen keine Nacktszene, aber für einen mittelschweren Skandal reichte es in der US-Filmbranche dann doch. Seine letzte Rolle hatte er dann 1991 in dem B-Movie SHOCK 'EM DEAD, in dem er neben dem ehemaligen Pornosternchen Traci Lords spielte. Als die ihren ersten schlüpfrigen Film drehte, war sie selbst ja noch Minderjährig (16 Jahre jung), was allerdings erst 1986 bekannt wurde. Später machte sie allerdings als Schauspielerin und Musikerin eine Karriere.

Wir sind keine Engel (We're No Angels)Ach ja, da war doch noch der kleine "Adolf":
Ich könnte nun noch über die anderen Darstellerinnen und Darsteller noch so einige kleine Informationen hier zum Besten geben, doch wie ich schon sagte, ihr müsst noch für das singen üben, also gibt es hier noch einen kurzen Abriss am Ende des Artikels. Natürlich hatte bei diesem Trio, dass in dem Film WIR SIND KEINE ENGEL aus dem Knast ausgebrochen ist, noch eine ... sagen wir mal ... vierte Persönlichkeit eine gewichtige Rolle. Doch viel gibt es zu "Adolf" nicht zu sagen, denn er ist klein, recht bunt und überaus giftig. Er legt auch die ungeliebte Verwandtschaft im Film kurzerhand um und sorgt somit für ein ruhiges und besinnliches Fest. Allerdings ist Adolf etwas schüchtern, weshalb man ihn auch nicht ein einziges mal im Film persönlich sieht. Und warum man der kleinen Giftschlange nun den Namen Adolf gegeben hat, konnte ich auch nicht wirklich nachvollziehen. Schließlich ist er ja nicht verwandt mit dieser österreichischen Fehlgeburt, die Deutschland mit aller Gewalt ins Elend stürzen musste.

"Mir ist das egal wie nett sie sind, ich bringe sie um."

(Filmzitat: Wir sind keine Engel)

Kommen wir aber nun gleich auch mal recht flott zum eigentlichen Inhalt des Films WIR SIND KEINE ENGEL. Vorher jedoch will ich euch auch noch mitteilen, dass der Film auf dem Bühnenstück LA CUISINE DES ANGES (EINE SCHÖNE BESCHERUNG) von Albert Husson aus dem Jahre 1953 basiert.

"Wir müssen sie erschlagen und ihnen zur Sicherheit noch die Gurgel durchschneiden. Aber erst spülen wir das Geschirr."

(Filmzitat: Wir sind keine Engel)

Wir sind keine Engel (We're No Angels)Weihnachten und Sonnenschein auf der Teufelsinsel:
Wir schreiben das Jahr 1895 und befinden uns auf der sogenannten Teufelsinsel in Französisch-Guayana. Die Sträflinge Joseph, Julius und Albert sind samt ihrem Haustierchen, der Giftschlange Adolf gerade aus der dortigen Strafanstalt geflohen. Eigentlich sind nur Julius und Albert richtige Mörder, während Joseph sich eher auf das manipulieren von Dokumenten und Bilanzen spezialisiert hat. Und Adolf, na ja, er tötet zwar auch, kann aber irgendwie nichts dafür, weil es eben in seiner Natur liegt. Nun lümmeln sie im Hafen herum und haben sich gleich so nebenbei den Kolonialwarenladen ausgesucht, den sie vorher erst einmal ausrauben wollen, bevor sie das nächste Schiff, weg von der Insel und ab in die Freiheit, nehmen wollen. Also schleicht man sich erst einmal ein, macht auf nett und höflich und gibt vor, das Dach reparieren zu wollen, von wo aus man die dortige Familie so herrlich ausspionieren kann.

Doch was sie dort so erfahren, lässt auch nicht so wirklich auf eine fette Kasse hoffen. Der Laden läuft alles andere als gut und dass etwas fallsüchtige Töchterlein Isabelle hat sich unsterblich in ihren Cousin Paul verliebt, den sie seit einem Jahr nun nicht mehr gesehen hat und der ihr auch nie schreibt. Vater Felix und Mutter Amelie Ducotel bereiten sich indessen gerade auf ein etwas armseliges Weihnachtsfest vor. So machen sich Albert und Julius schon mal daran, Blumen und einen vernüftigen Tannenbaum samt Festtagsbraten zum Beispiel aus dem Garten des Gouverneurs zu entwenden. Und wie der Teufel es so will, liegt im Hafen gerade ein Schiff in Quarantäne auf dem der eigentliche Ladenbesitzer und Vetter von Felix, Andre Trochard samt eben seinem Neffen Paul noch festsitzen und von Felix herunter geholt werden wollen. Julius, Joseph und Albert fühlen sich wohl auch wegen des bevorstehenden Festes also angesprochen, der Familie Ducotel etwas unter die Arme zu greifen. Also setzt sich Joseph schon mal an die Geschäftsbücher um hier ein Komma zu verschieben oder dort einige kleine Radierungen vorzunehmen.

"Wo haben wir den Truthahn her?!" - "Er ist ihm nachgelaufen, gegen seinen Willen!"

(Filmzitat: Wir sind keine Engel)

Und ja, Vetter Trochard ist nicht gerade eine Ausgeburt an festlicher Fröhlichkeit. Will er doch mit Felix über die Festtage die Bücher prüfen und achtet auch sehr darauf, dass Neffe Paul sich nicht mit der hübschen Isabelle abgibt, schließlich hat er für ihn schon eine Hochzeit mit der Tochter eines Reedereibesitzer in die Wege geleitet, da er für seine weltweiten Geschäfte unbedingt Schiffe benötigt. Zwar greifen Albert und Julius bei Isabelle und Paul nun etwas unter die Arme in Sachen Liebe und so, aber auch Paul stellt sich bei ihnen nicht gerade in ein für ihn günstiges Licht.

Wir sind keine Engel (We're No Angels)Andre Trochard, der nicht gerade vor Freundlichkeit und Familiensinn strotzt, aber für Felix wie auch Joseph etwas zu schnell an die Geschäftsbücher will und sich dabei stets benimmt, als hätte er ständig einen Stock im Arsch, erblickt bald die recht negativen Zahlen und wittert überall bald Betrug und Hinterlist. Ersteres Gefühl führt dann dazu, dass er den drei Ausbrechern auch gleich das hübsche Kästchen abnimmt, was diese seiner Meinung nach aus seinem Warenbestand gestohlen haben müssen. Eine böse Falle, denn in diesem Kästchen wohnt die kleine Giftschlange Adolf und weder Joseph, noch Julius oder Albert mögen ihm wirklich sagen wollen, dass man nicht so einfach in das Kästchen hineingreifen sollte. Als man sich dann aber doch aufrappelt, diesen nicht gerade netten Herrn zu warnen, hat dieser wohl seit einiger Zeit schon selbst am eigenen Leib bemerkt, was man absolut nicht tun sollte, wenn man noch länger am Leben gehangen hätte.

"Vetter Andre ist gestorben." - "Das war sehr rücksichtsvoll von ihm, aber ich schau lieber noch mal nach. Ich traue ihm nicht."

(Filmzitat: Wir sind keine Engel)

Da Vetter Andre das zeitliche gesegnet hat, beschließen unsere drei Sträflinge, dass es besser wäre, jemand aus der näheren Verwandtschaft sollte die Leiche finden. Dies ist aber nicht wirklich leicht, denn so ziemlich jeder ist glücklich darüber, wenn dieser noch länger schläft, statt in der Wohnung herum zu laufen und Gift und Galle zu versprühen. Um das Weihnachtsfest etwas abzurunden, setzt sich Joseph daher schon mal an ein neues Testament von Vetter Andre, um die Familie Ducotel mit seinem Reichtum zu beglücken. Das Weihnachtsfest scheint also bestens zu laufen, wäre da nicht ein kleines Problem. Adolf ist nicht mehr in seinem kleinen Kästchen und muss unbedingt gefunden werden, bevor er sich entschließt, sich einem weiteren Familienmitglied vorzustellen.

Da Paul sich gleich die Aktentasche von Vetter Andre schnappt, in der Joseph das "neue" Testament gesteckt hatte, müsste die Bescherung zum Fest für die Familie Ducotel kurz bevorstehen. Doch auch Paul gehört nicht zu der netten Sorte von Verwandtschaft und hat das Testament gleich mal beseitigt um zu behaupten, es wäre keines vorhanden gewesen. Also müssen sich Joseph, Julius und Albert neben dem Umstand, Adolf zu suchen, auch noch mit dem Gedanken beschäftigen, ebenfalls Paul die verdienten Flügelchen anzubauen, damit er sein irdisches Dasein hinter sich lassen kann. Als die Drei dann irgendwie zur Tat schreiten wollen, kommt Paul aus dem Zimmer wieder heraus und fragt sie, ob sie sich mit Schlangenbissen auskennen würden und das es ihm gerade nicht so gut geht. Freudig stellt man also fest, dass Adolf den Dreien auch dieses Problem wieder einmal abgenommen hat, weil er sich in der Jackentasche von Vetter Andre zum schlafen zurückgezogen hatte, wo Paul unbedacht hinein gegriffen hatte. Zeit also, sich auch von Paul schon mal zu verabschieden, bevor das Gift richtig anfängt zu wirken.

"Sie ist ohnmächtig." - "Wissen sie, sie sollten ihr das abgewöhnen. Dabei kann was kaputt gehen."

(Filmzitat: Wir sind keine Engel)

Zwei Leichen später und eine glückliche Familie, wobei man flott die liebestolle Isabelle mit dem netten jungen Schiffsarzt verkuppelt hat ... besser hätte das Weihnachtsfest doch für Joseph, Julius und Abert (und natürlich auch Adolf) nicht laufen können. So schwingt man sich also in ein paar schicke Klamotten aus den Koffern von Vetter Andre und Paul und verabschiedet sich von der Familie Ducotel, die mittlerweile der Meinung ist, es hier statt mit Sträflingen eher mit Engeln zu tun zu haben.

Am Hafen packt unsere drei Sträflinge jedoch einige Stunden, bevor sie auf das Schiff müssen, ein Anflug von Heimweh. Schließlich würden sich die anderen Häftlinge bestimmt darüber freuen, wenn sie wieder zurück kämen. Und überhaupt, was sollte man mit so viel Freiheit auch anstellen. Also entschließen sich unsere Drei Sträflinge dazu, statt das Schiff zu nehmen, wieder ins Zuchthaus zurückzukehren. Und weil sie so nett waren, bekommen Joseph, Albert, Julius und natürlich auch Adolf von hoch oben ganz exklusiv noch jeweils einen Heiligenschein für besondere Verdienste verpasst.

Wir sind keine Engel (We're No Angels)Meine Filmkritik:
WIR SIND KEINE ENGEL hat selbst als Film etwas von einer Theateraufführung, was allerdings den Spaß wirklich zu keinem Zeitpunkt mindert. Die Story an sich ist ja ein Theaterstück und damit von der Handlung her eigentlich ziemlich überschaubar und schlicht gehalten. Peter Ustinov, ein komödiantisches Urgestein spielt hier die Bälle regelmäßig und zielsicher Humphrey Bogart zu, der hier mit einigen recht flotten Sprüchen zeigt, dass hinter einer eher rauen Schale trotzdem ein gewisser Witz schlummern kann, den man eben nur herauslassen muss. Aber auch Aldo Ray, der hier mehrmals das in Ohnmacht fallende Töchterlein durch die Bude tragen muss, weiß hier recht komödiantisch zu punkten.

Die Idee mit der Schlange Adolf, die ohne lange zu zögern mit ihrem Gift die Welt wieder ins Lot beißt, ist ebenfalls irgendwie einen Lacher wert, auch wenn man es im Film offensichtlich vermeidet, sie auch nur einmal ins Bild zu setzen. Aber auch den etwas schusseligen Felix gibt hier Leo G. Carroll recht interessant. Carroll kennen viele Freunde der PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKER ja aus Filmen wie TARANTULA, den er ebenfalls 1955 drehte. Aber auch aus der frühen Agentenserie SOLO FÜR U.N.C.E.L (102 Episoden) glänzte er von 1964 bis 1968. Gleichsam wirkte er auch in 29 Episoden in dem Ableger der Serie unter dem Titel THE GIRL FROM U.N.C.L.E. von 1966 bis 1967 mit. Gerade als Nebendarsteller genoss er allerdings auch ein ziemliches Ansehen bei Alfred Hitchcock. Joan Bennett wiederum machte bereits von sich in Hollywood reden in Filmen wie MOBY DICK (1930) oder DER MANN MIT DER EISERNEN MASKE (1939). Richtig bekannt dürfte sie in Deutschland aber mit Filmen wie STRASSE DER VERSUCHUNG (1945) oder VATER DER BAUT (1950) geworden sein. Aber auch späterhin hatte sie so ihre kleinen Abstecher ins Fach des Phantastischen, wie in Filmen wie SUSPIRIA (1977) oder ihrem letzten Film mit dem Titel DEVIL'S HOUSE - WENN MAUERN TÖTEN aus dem Jahre 1981.

Die Liste könnte ich jetzt noch bei den anderen Darstellern locker erweitern, aber mir fehlt dazu irgendwie schon wieder die Zeit, denn ihr wollt den Artikel ja auch noch pünktlich lesen können.

Wir sind keine Engel (We're No Angels)Gut, der Film selbst ist vielleicht auch schon etwas altbacken, schafft es aber immer wieder, eine gewisse besinnliche, aber mit Sicherheit, lustige Weihnachtszeit abzurunden. Schade also, dass gerade die Sender ARD oder ZDF hier nicht zum Fest der Feste zugreifen, sondern uns statt dessen mit anderen, mitunter weniger erbaulichen Eigenproduktionen belästigen. Wenn man eventuell mal zur Weihnachtszeit Glück haben will, sollte man daher zumindest auf die dritten Programme oder eventuell mal bei ARTE ein wachsames Auge werfen. Man weiß ja nie, ob es nicht zumindest hier mal ein Einsehen geben könnte zum Fest in den zukünftigen Jahren. Wer sich (wie ich) aber darauf nicht verlassen will, dem kann ich die wirklich günstige DVD nur ans Herz legen. Von mir jedenfalls erhält der Klassiker WIR SIND KEINE ENGEL gerade zum Weihnachtsfest daher die vollen fünf von insgesamt fünf Punkte, weil er in Sachen Spaß und Nostalgie passend zum Weihnachtsfest einfach nicht zu toppen ist.

Ausblick:
Ja, was habe ich denn für euch in dem PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKER noch in der Hinterhand? Hier wird es nämlich mittlerweile etwas enger. Nicht wenige Filme des phantastischen Genre sind ja bei mir noch zu jung um schon als "Klassiker" durchgehen zu können. Dies bedeutet, ich muss langsam ziemlich in den Regalen herum wühlen, um hier noch etwas zu finden, was ich euch noch nicht präsentiert habe. Aber keine Angst, ich will von euch diesmal nicht den Filmtitel wissen. Aber hierzu am Ende mehr.

Wie wäre es also mit folgenden Zutaten: Ein See, dem plötzlich das Wasser abhanden kommt, ein versunkendes Unterwasserreich in dem noch mächtig was los ist, einem Rieseninsekt samt seinem Kumpel aus der Landwanderjugend und einem Roboter mit einem affigen Namen? Dazu dann noch eine gigantische Echse, die das nette, immer fleißige Inselvölkchen immer wieder gerne mal besuchen kommt.

Ehrlich, da gibt es eine Menge Filme von, also wäre eine etwas andere Antwort als (nur) der Filmtitel zur Lösung dieses Rätsels schon irgendwie hilfreich. Und wer da noch eine kleine Hilfestellung benötigt, dem sei gesagt, dass in den damaligen Filmen auch immer mindestens ein Kind eine gewisse Hauptrolle inne hatte.

Das Studio, dass diese Filme machte, benutzte im übrigen bis ins Jahr 2004 hinein keine CGI-Effekte, so das man hier noch locker von der guten alten Handarbeit reden konnte. Der besagte Roboter hatte auch nur in Deutschland diesen wirklich falschen wie "affigen" Namen. Sein eigntlicher Name erinnert nämlich eher an eine Art "fliegendes" Auto einer gewissen Nobelmarke. Und unser bekanntestes Monster hat auch eine sehr bekannt Aussprache (auch wenn man ihn irgendwie nicht versteht). Um diesen Schrei aber zu erzeugen, hatte man im ersten Film z.B. einen Handschuh mit einem kleinen Zusatz über einen Kontrabass streifen müssen.

Und nun kommen wir mal zu dem eigentlichen Rätsel für euch: Wie heißt denn nun der Roboter richtig, der nur ein einziges mal in einem der Filme aufgetaucht ist (gut, diese Info dürfte nicht wirklich hilfreich sein, weil auch Roboter irgendwie ab und an mal vorkamen)? Und Nein, ich möchte hier auch nicht den "affigen" Namen für deutsche Kinogänger wissen, sondern den Originalnamen. Ich hoffe mal, ich   mache es euch hier nicht zu schwer. Also nicht umschreiben oder andeuten, sondern geschwind den richtigen Namen ins Kommentarfeld gepackt. Ihr wisst ja, nur die Mutigen kommen in den Himmel.

Wir sind keine Engel (We're No Angels)Wir sind keine Engel 
(We're No Angels)
mit Humphrey Bogart, Peter Ustinov, Aldo Ray, Leo G. Carroll, Joan Bennett, Gloria Talbott, Basil Rathbone, John Baer, Lea Penman, John Smith, Jean De Baer u.a.
Regie: Michael Curtiz
Drehbuch: Albert Husson, Ranald MacDougall
Produktion: Pat Duggan
Genre: Komödie
Laufzeit: 102 Minuten
DVD/FSK: 12 Jahre
Vertrieb: Paramount Pictures
USA 1955

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Kommentare  

#1 Estrangain 2017-12-23 10:15
Die Initialen des Roboters sind nicht zufällig Jet Jaguar?
#2 Laurin 2017-12-23 11:54
zitiere Estrangain:
Die Initialen des Roboters sind nicht zufällig Jet Jaguar?


Da dachte ich nun, ich mache es euch dieses mal schwerer. Wie man sich im alten Jahr doch noch täuschen kann. :eek:
Aber ja, Estrangain, es ist JET JAGUAR. :lol:

Dafür wünsche ich dir Morgen ein lecker Festessen und das du reich beschenkt wirst. Ein Frohes Fest, aber auch allen anderen hier im Zauberspiegel von mir gewünscht. :-)
#3 Estrangain 2017-12-23 12:05
Das wünsche ich Dir auch! Der Film gehört zu meinen Lieblingen, obwohl die deutsche Version beim Schnitt schon einige grobe patzer drin hat. Stellenweise ergeben die aufeinander folgenden Szenen gar keinen Sinn, und das liegt wohl nicht am Drehbuch...
Witzig ist auch der Jet JaguarSong: Dschett Schagaar, Dschett Schagaar...
#4 Laurin 2017-12-23 12:13
Stimmt leider, Estrangain.
Da der Film aber auch mein Liebling war, hatte ich den auch schwer gesucht gehabt auf DVD.
Und die Songs in den Filmen waren allgemein manchmal schon etwas grenzwertig.
#5 Friedhelm 2017-12-23 22:10
So ist das nun - da kommt man doch tatsächlich einmal zu spät - diese verd....Weihnachtseinkäufe aber auch. :-*

Über den "Engel-Film kann ich nur eines sagen: der hat mich immer wieder (wenn er denn mal lief) superb unterhalten.

Und zum Ausblick: Ich weiss noch wie mein Kumpel beim Anblick der Aushangfotos ( gibt es heute ja leider nicht mehr...) gerätselt hat: "Also, wer da King Kong sein soll, weiss ich jetzt irgendwie nicht."

Ich damals erstmal auch nicht - aber ich fand den Film dann einfach nur niedlich, weil Godzi so "kindgerecht" aussah. Sollte wohl auch vornehmlich ein Kinderfilm sein.

Den Roboter hat man wohl - etwas modifiziert- aus einer japanischen TV-Serie entnommen.
#6 Laurin 2017-12-24 12:03
@ Friedhelm:
Ja, für den Namen "King Kong" waren damals die Werbestrategen verantwortlich, die ihr Geld wohl auch irgendwie im Schlaf verdienten. Bis auf die Anfänge waren die Godzilla-Filme in der Showa-Reihe (1954 bis 1975) dann ab 1962/DIE RÜCKKEHR DES KING KONG wirklich auf kindgerecht getrimmt gewesen. Machten aber irgendwo auch richtig Spaß. Für den Film von 1962 hatte man seitens Toho Studios sogar die Rechte an dem Riesenaffen von RKO Pictures erworben. Ab der Heisei-Filmreihe (1984 bis 1995) wurde aus Godzilla dann seit langem wieder die alles zerstörenden Riesenechse. Gerade wegen dem Roboter Jet Jaguar hatte ich damals auch im noch existierenden Kino in Burscheid das Kinoplakat gekauft und in mein Zimmer gehangen. Was war ich damals Stolz gewesen, das Plakat an Land gezogen zu haben. :-)

@ Feldese:
Ja, an dem Film IST DAS LEBEN NICHT SCHÖN kam man früher zu den Festtagen auch nicht vorbei. Aber auch den hat man mittlerweile in den Programmen zu den Festtagen ziemlich verdrängt. Weiß im Moment nicht einmal, ob der letztes Jahr oder dieser Tage jetzt überhaupt auf einem der Sender noch läuft? Aber dazu sind Klassiker wie WIR SIND KEINE ENGEL ja da, um hier im Zauberspiegel in Erinnerung gerufen zu werden. ;-)
#7 Estrangain 2017-12-24 12:49
Haha, das Plakat hatte ich auch in meinem Zimmer hängen, zusammen mit einigen Aushangfotos!
#8 Laurin 2017-12-24 14:23
zitiere Estrangain:
Haha, das Plakat hatte ich auch in meinem Zimmer hängen, zusammen mit einigen Aushangfotos!


Nun ja, für diverse Aushangfotos reichte das Taschengeld damals nicht mehr. Der Kinobesitzer hatte nämlich für solche kleinen "Extras" ziemlich stolze Preise. :-*
#9 Andreas Decker 2017-12-24 15:20
zitiere Laurin:
. Weiß im Moment nicht einmal, ob der letztes Jahr oder dieser Tage jetzt überhaupt auf einem der Sender noch läuft?)


Ja, der läuft im Moment auf Sky Nostalgie, meistens nachts 8)
#10 Friedhelm 2017-12-24 17:33
Zitat:
dann ab 1962/DIE RÜCKKEHR DES KING KONG wirklich auf kindgerecht getrimmt gewesen.
Der Film war ja noch -in Ansätzen- auf eine Idee des Trickexperten Willis O'Brien ("King Kong, 1933") zurückzuführen.
Der wollte eigentlich ein riesiges Frankenstein-Monster gegen Godzi antreten lassen. Aber dann hat sein Partner, John Beck, die Idee der Toho verkauft.

Ich habe damals unserem Kino auch Werbematerial abgekauft. In meinem Zimmer hingen Bilder und das Plakat von "King Kong - Frankensteins sohn", "Frankensteins MOnster jagen Godzillas Sohn",,,ect..ect.

Hat Spass gemacht, die Sammelei
#11 Laurin 2017-12-24 19:46
zitiere Andreas Decker:
zitiere Laurin:
. Weiß im Moment nicht einmal, ob der letztes Jahr oder dieser Tage jetzt überhaupt auf einem der Sender noch läuft?)


Ja, der läuft im Moment auf Sky Nostalgie, meistens nachts 8)


Na ja, ich meinte frei empfangbare Sender, also für alle ansehbar. Bei Bezahlfernsehen schaue ich nicht einmal rein was läuft (zumal ich dafür nicht einmal die passende Programmzeitschrift habe), da ich so etwas wie Sky usw. nicht habe.

@ Friedhelm:
Das war das einzige Filmplakat bei mir. Also von einer Sammlung konnte man da kaum reden. Das Taschengeld wurde lieber für den nächsten Samstag zurückgelegt, weil man da ja wieder ins Kino wollte und das Taschengeld war früher auch nicht unbedingt üppig bemessen gewesen.

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