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Unterschätze nie, wozu eine Mutter fähig ist - Linda's Child

Linda's ChildUnterschätze nie, wozu eine Mutter fähig ist
Linda's Child

Die siebzehnjährige Emanuel (Kaya Scodelario, bekannt als Effi aus der britischen Serie SKINS) hat so ihre eigenen Probleme.

Da wäre die Sexualität, mit der sie am Anfang nicht so wirklich zurecht kommt, als sich bei ihr für den jungen Claude erste Gefühle regen. Zumindest wäre das noch das kleinere Übel das sich überwinden ließe, wenn dies Emanuels einziges Problem wäre.


The Truth about Emanuel (original DVD)Denn der Tod ihrer Mutter hat Emanuel ebenfalls traumatisiert und sie gibt sich selbst die Schuld daran, wobei sie stets nach einem Ventil sucht, um ihre Trauer und Wut zu kanalisieren. In diesem Punkt ist ihre zukünftige Stiefmutter das Opfer, die schon etwas nervend versucht, Zugang zu Emanuel zu erlangen. Auch ihr Vater Dennis (Alfred Molina, bekannt als Doktor Oktopus aus Spider-Man 2) hat kaum noch einen wirklichen Draht zu seiner Tochter und wirkt streckenweise in dem Gefühlskampf zwischen Emanuel und seiner zukünftigen Frau Janice (Frances O'Conner) eher hilflos.

Als jedoch die mysteriöse junge Linda (Jessica Biel, die ihren Durchbruch als Schauspielerin in Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre erlang) in dem Haus nebenan einzieht, fühlt sich Emanuels magisch zu ihr hingezogen. Die attraktive alleinerziehende Frau ähnelt nämlich sehr stark Emanuels verstorbener Mutter. Schnell bietet sie sich daher Linda als Babysitterin für ihr Kleinkind an, um in ihrer nähe zu sein.

Das ganze entwickelt sich zu einer verstörenden Beziehung zwischen den beiden jungen Frauen. Seltsam kommt es indessen den anderen Beteiligten vor, dass niemand Lindas Baby wirklich zu Gesicht bekommt. Doch Emanuel ist mittlerweile zu allem bereit, um ihre neue „Ersatzfamilie“ nicht mehr zu verlieren.

Jessica BielDüstere Stimmung und eine dramatische Story:
Der Thriller LINDA'S CHILD arbeitet mit zum Teil düsteren Bildern ohne jedoch wirklich erschreckende oder gar blutige Elemente sein Eigen nennen zu können. Dafür weiß er jedoch mit empfindsamen Reflexionen über Verlust, Nähe und Sehnsucht zu punkten. Man hat es also hier nicht mit einem Film im sinne phantastischer Schauergeschichten zu tun und wer da hofft, dass es bald mal eine gut in Szene gesetzte Leiche gibt, der dürfte eher enttäuscht werden.

Die Spannung rührt eher daher, dass der Zuschauer über eine längere Strecke im unklaren gelassen wird, was es z.B. mit der jungen Mutter auf sich hat. Auch die Figur der Emanuel drückt nicht gleich zu Beginn mit Volldampf auf die Sympathieschiene, was den Film sogar eher aufwertet. Lässt er so doch genügend Raum, um sich zum Beispiel ihrer Figur langsam anzunähern und Verständnis für ihr Verhalten  zu entwickeln. Auch manche am Anfang scheinbar eingeschlagene Richtung lässt den Zuschauer eher erst einmal mit dem Kopf schütteln.

Kaya ScodelarioDoch ab dem Moment, wo die Handlung richtig an Fahrt aufnimmt, fügt sich die Handlung in ein logisches Ganzes, dass mitunter aufzuwühlen weiß, auch wenn die im Kern recht traurige Story es schwer hat, die Handlung von einer gewissen Oberflächlichkeit weg zu führen.

Wer sich jedoch eher auch mal unkonventionell durch eine Geschichte treiben lassen mag, die eher auf Gefühl und Drama als auf Action setzt, für den dürfte dieser Independent-Film zwar nicht unbedingt eine filmische Offenbarung, aber ein sinnvoller Geheimtipp sein.

Was die schauspielerischen Leistungen gerade von Jessica Biel und Kaya Scodelario angeht, kann man in diesem Film durchweg auf Leistung und Können auf hohem Niveau setzen. Kritiken lassen sich da eher an der Story festmachen, die durchaus noch viel Luft nach oben gehabt hätte.


Informativer Hintergrund:
Der Psychothriller von Francesca Gregorini hatte zum Drehbeginn den Arbeitstitel (übersetzt) DIE MÄDCHEN VON TANNER HILL. Dann folgte die Titelgebung in EMANUEL AND THE TRUTH ABOUT FISHES, wurde aber dann schließlich in LINDA'S CHILD (bzw. THE TRUTH ABOUT EMANUEL)umbenannt.

Linda's ChildAm 18. Januar 2013 wurde der Film auf dem Sundance Film Festival erstmals einem breiten Publikum präsentiert. Dort wurde LINDA'S CHILD auch für den großen Preis der Jury nominiert.


LINDA'S CHILD
(The Truth About Emanuel)
mit Kaya Scodelario, Jessica Biel, Alfred Molina, Frances O'Conner, Aneurin Barnard, Jimmi Simpson, Sam Jaeger u.a.
Regie: Francesca Gregorini
Laufzeit: 91 Minuten
Psychothriller (FSK 16)
Filmverleih: PIERROT LE FOU Filmvertrieb GmbH
DVD/Deutschland: Mai 2014
USA  2013

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