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Kommissar Marthaler 2 - PARTITUR DES TODES

1Kommissar Marthaler
Partitur des Todes

Fünf Gäste werden auf einem Frankfurter Restaurantschiff förmlich hingerichtet. Der Restaurantbesitzer wird kurze Zeit später schwer verletzt am Mainufer gefunden.

Für die Presse ein klarer Fall: Mord im Schutzgeldmilieu. Aber spätestens als klar wird, dass auch eine französische Journalistin an Bord war, die offenbar verschleppt wurde, stehen Kommissar Robert Marthaler und sein Team vor einem Rätsel.


Der Schlüssel zum Fall scheint in einer  bislang unbekannten Partitur von Jacques Offenbach versteckt zu sein, die  aus einem Vernichtungslager der Nazis geschmuggelt werden konnte. Ein Wettlauf um das Leben der jungen Journalistin beginnt ...

Nach dem ersten Marthaler-Krimi DIE BRAUT IM SCHNEE sendete das ZDF am 14. April 2014 mit PARTITUR DES TODES den zweiten KOMMISSAR MARTHALER-Film.

Seine TV-Premiere feierte der zweite Marthaler-Krimi übrigens am 10. Januar 2014 auf ARTE.

Der Krimi beginnt spannend. Ein unbekannter Killer liquidiert auf einem Restaurantschiff die fünf anwesenden Gäste. Der Besitzer des Restaurants Erkan Önal kann fliehen, wird aber bei seiner Flucht schwimmend durchs Wasser von dem Killer angeschossen und später schwerverletzt angeschwemmt.

Die Ermittlungen gegen zunächst von Schutzgelderpressung aus. Als aber eine Zeugin, die anscheinend den Täter gesehen hat,  erstochen wird und eine Journalistin die wie die fünft toten Gäste ebenfalls auf dem Schiff anwesend war, anscheinend entführt wurde, gehen die Ermittlungen in eine ganz andere Richtung.

Kommissar Marthaler und seine Kollegen stoßen auf die Spuren einer unbekannten Partitur von Jacques Offenbach,  die die verschwundene französische Journalistin nach Frankfurt mitgebracht hatte.

Neben dem windigen Besitzer eines Musikverlages interessiert sich anscheinend auch das LKA in Gestalt von Kommissar Oliver Frantisek (Roman Knižka) für den Fall, der während eines Alleingangs umgebracht wird.

Bei der Durchsuchung des Hotelzimmers der Journalistin findet Marthaler keine Spur von der Partitur. Die entdeckt er in einem Abstellzimmer auf der Hoteletage.

Bei der Untersuchung der Partitur durch den befreundeten Gerichtsmediziner, entdeckt dieser verschlüsselten Notizen eines KZ-Häftlings, die von den Gräueltaten eines Lagerarztes berichten.

Mit Hilfe eines Historikers, kann Marthaler den Namen des SS-Arztes des Vernichtungslagers herausfinden, der nach Ende des Zweiten Weltkrieges seinen Namen geändert hat und untergetaucht ist.

Hat dieser Mann den unbekannten Killer beauftragt, die Partitur an sich zu bringen und die Journalistin zu entführen?

Wenn einem Krimi-Autor nichts mehr einfällt, müssen anscheinend die verstaubten Nazis aus der Mottenkiste hervorgeholt werden und die Nazivergangenheit für eine Krimihandlung herhalten.

Was im Grund aber überhaupt gar nicht notwendig gewesen wäre. Denn die Jagd nach der wertvollen Partitur von Jacques Offenbach hätte genug Spielraum für eine spannende und abwechslungsreiche Geschichte geboten. Zumal die Partitur selbst und deren Verwertungsrechte Millionenen von Euros wert sind. Und Menschen sind schon für weniger umgebracht worden.

So aber flacht die Handlung ab Mitte des Filmes erheblich ab. Auch die sehr konstruierte Lösung des Falles  katapultiert die gute Krimi-Geschichte leider wieder in Richtung Durchschnittsware zurück.

Warum sollte ein 94jähriger ehemaliger SS-Offizier, der seinen Namen geändert hat und untergetaucht ist, einen Killer anheuern, um zu verhindern, dass auf einer ominösen Partitur von Jacques Offenbach, die Geheimschrift eines Insassen des Konzentrationslagers in Ausschwitz entziffert wird. Zumal es schon fraglich ist, dass auf so wenigen Notenseiten, eine so lange Aufzeichnung in Geheimschrift stehen soll. Keiner wäre je auf seine Spur gekommen, hätte er nicht einen Killer beauftragt, der einen Mord nach dem anderen begeht.

Auch sonst wirkt der ganze Fall und das ganze Szenario von PARTITUR DES TODES nicht sehr plausibel.

Dafür konnte sich der Schauspieler MATTHIAS KOEBERLIN in der Rolle des Kommissars gegenüber seiner Darstellung in DIE BRAUT IM SCHNEE erheblich steigern. Auch die private Probleme aus dem ersten Marthaler-Krimi wurden auf ein Mindestmaß reduziert, so dass die nervige Freundin glücklicherweise in den Hintergrund rückt und Kommissar Marthaler sich voll und ganz auf den Fall und die Ermittlungen konzentrieren kann. Was dem Film sehr zugute kommt.

1Kommissar Marthaler
Partitur des Todes
Deutschland 2013

Regie: Lancelot von Naso

Darsteller
Matthias Koeberlin als Robert Marthaler
Julia Jentsch als Kirsten Höppner
Jürgen Tonkelals Kai Döring
Tim Seyfi als Manfred Petersen
Peter Lerchbaumer als Polizeioberrat Hermann
Claudio Caiolo als Carlo Sabato
Roman Knižka als Oliver Frantisek
Anke Sevenich als Elvira
Ellenie Salvo González als Tereza

FSK: Ab 12 Jahren
Laufzeit: 90 Minuten

Studio Hamburg

© by Ingo Löchel

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