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Der deutsche Film: 1963 - DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN WITWE

Der deutsche FilmDas Geheimnis der
schwarzen Witwe

Scotland Yard ist auf der Jagd nach einem unheimlichen Mörder, der seine Opfer mit einer Waffe tötet, aus der er Geschosse mit dem Gift der Schwarzen Witwe verschießt, die absolut tödlich sind. Chefreporter Wellby (O. W. Fischer) von der Zeitung "London Sensations" entdeckt bei seinen Ermittlungen, dass die Opfer des Mörders aus einem Kreis von Männern stammten, die vor zwölf Jahren an der Mexiko-Expedition des englischen Wissenschaftlers Alfons Avery teilgenommen haben.


Der deutsche FilmAvery kam jedoch bei der Expedition ums Leben, angeblich durch den Biss einer Schwarzen Witwe. Interessanterweise kehrten die Überlebenden der Expedition danach als reiche Männer zurück und gründeten einen Konzern. Sie bestimmten, dass beim Ableben eines Gesellschafters dessen Anteil auf die übrigen aufgeteilt werden sollte.

Wie Wellby herausfindet, war die Quelle des plötzlichen Reichtums der sieben Männer ein Aztekenschatz, den die Expedition unter Avery in Mexiko fand. Daraufhin nimmt er die Teilnehmer der Expedition genauer unter die Lupe, von denen nach der Ermordung von Morton und Robbins nur noch fünf übrig sind.

Da ist William Osborne (Werner Peters), Verleger und Chef der Zeitung, für die Wellby tätig ist. Er lebt mit seiner Frau Helen (Doris Kirchner) in einem herrschaftlichen Haus. Der zweite ist Selwood (Gabriel Lopart), eine heruntergekommene Spielernatur, der  Inhaber eines obskuren Spielkasinos ist. Broomfield (Anton Cassas), der dritte im Bunde, ist Besitzer eines renommierten Antiquitätengeschäfts. Und schließlich sind da noch Cartwright (Jose Maria Caffarel), ein bulliger, aber unsicher wirkender Mann, und der eiskalte Bryan.

Trotz der Aufforderung seines Chefs Osborne, seine Berichterstattung über die Witwen-Morde einzustellen, denkt Wellby gar nicht daran, seine Ermittlungen aufzugeben, bei denen  er dem mysteriösen Mr. Boyd (Klaus Kinski) begegnet, der den Reporter warnt und Wellby mehrmals aus der Patsche hilft.

Wellby stellt fest, dass der Expeditionsleiter Avery eine Tochter hinterlassen hat. Sie heißt Clarisse (Karin Dor), hat jedoch den Namen Miller angenommen und arbeitet in Broomfields Antiquitätenladen als Verkäuferin und Sekretärin.

Inzwischen hat auch Cartwright sein Schicksal ereilt. Er wollte fliehen, wurde aber auf der Gangway zum Schiff, das ihn in Sicherheit bringen sollte, von dem Mörder erwischt.

Nachdem nach und nach auch die restlichen Mitglieder der Expedition vom Witwen-Mörder getötet werden, gerät auch Clarisse in dessen Visier. Doch der Mörder hat die Rechnung ohne Wellby, den Archivar Fish (Eddi Arent) sowie Mr. Boyd gemacht, die die Verfolgung aufnehmen, um Clarisse zu retten ...

Leider hat der Film zwei erhebliche Mankos. Zum einen ist O. W. Fischer eine vollkommene Fehlbesetzung, der versucht im Stile seiner PETER VOSS -  und ES MUSS NICHT IMMER KAVIAR - Filme als ermittelnder Reporter zu agieren, was leider zu einem Kriminalfilm wie DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZE WITWE nicht passt.

Hier hätten Typen wie JOACHIM FUCHSBERGER, ADRIAN HOVEN oder auch HEINZ DRACHE besser gepasst und der Rolle vermutlich auch mehr Glaubwürdigkeit gegeben. Für Kriminalfilme ist O. W. Fischer jedenfalls vollkommen ungeeignet.

Zum anderen versuchen die Macher des Films zu sehr auf den Spuren der Edgar Wallace-Filme zu wandeln, ohne einen eigenen Stil zu finden. Was sich ebenfalls negativ auf den Kriminalfilm auswirkt. Denn zu der Atmosphäre von DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZE WITWE hätte eher der ernste und düstere Stil der MABUSE-Filme gepasst.

Ein positiver Aspekt des Films ist allerdings die gute Besetzung sowie das Auftauchen von Klaus Kinski, der diesmal auf der Seite der Guten steht, obwohl der Zuschauer fast den gesamten Film annimmt, dass er einer der Bösewicht oder gar der Mörder ist. Was im Film auch für ein bisschen Abwechslung sorgt.

Vergleicht man den Film DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZE WITWE mit heutigen so genannten Kriminalfilmen oder Thrillern, so hat DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZE WITWE aus dem Jahre 1963 nicht nur einen, sondern gleich mehrere Vorteile. Er hat, trotz das er versucht die Edgar Wallace-Film zu kopieren,  Atmosphäre und präsentiert eine sehr gute Riege von Darstellern, die zudem noch schauspielern konnten. Wie auch EDDI ARENT, der leider am 28. Mai 2013 im Alter von 88 Jahren verstarb.

DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN WITWE
BRD/Spanien 1963

Stab
Regie: Franz Josef Gottlieb
Drehbuch: Rolf Becker, Alexandra Becker, Franz Josef Gottlieb
Musik: Martin Böttcher, Antonio Pérez Olea
Kamera: Godofredo Pacheco
Schnitt: Jose Luise Madensatz

Darsteller
O. W. Fischer als Reporter Welby
Karin Dor als Clarisse
Doris Kirchner als Helen Osbourne
Werner Peters als William Osbourne
Eddi Arent als Fish
Klaus Kinski als Mr. Boyd
Claude Farell als Mrs Dyke
Gabriel Lopart als Selwood
Jose Maria Caffarel als Cartwright
Anton Cassas als Bromfield
Felix Dafauce als Inspektor Terry

FSK: Ab 12 Jahren Laufzeit: 96 Minuten

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© by Ingo Löchel

Kommentare  

#1 Manfred Kraft 2013-06-08 14:45
Die Besetzung mit O. W. Fischer habe ich immer ganz anders empfunden. Er hat mir in seiner ironischen Art sehr gut gefallen und seine Rollenverkörperung brachte eine angenehme neue Farbe in diese Art von Filmen. Joachim Fuchsberger, Heinz Drache oder auch Harald Leipnitz waren ja mehr oder weniger austauschbar in ihrer Rollengestaltung. Und das Fehlen eines eigenen Stils dürfte auf den Einfluss der spanischen Coproduktionspartner zurückzuführen sein, die von Aussehen eines solchen Films eben ganz andere Vorstellungen hatten (wie später auch die Italiener bei den italienisch-deutschen Wallace-Filmen).
Viele Grüße
Falk
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