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Die Jerry Cotton-Filme: TODESSCHÜSSE AM BROADWAY

Todesschüsse am Broadway

Nach einem Überfall auf einen Geldtransporter erbeutet der Gangster Joe Castello (Mihail Baloh) mit seiner Bande Goldbarren im Wert von mehreren Millionen US-Dollar aus der Federal Reserve Bank.

Doch die Gangster haben nicht lange etwas von ihrem großen Coup. Denn der FBI-Agent Johnny Peters (Hans Heyde), der in die Bande eingeschleust wurde, kann mit dem Transporter fliehen, wird aber von den Gangstern gestellt. Bei einem Feuergefecht wird Peters schwer verletzt.


1Als Joe Costello die Beute überprüfen will, ist der Wagen allerdings leer, da es Peters vor dem Abfangen durch die Gangster gelungen ist, das Gold in Sicherheit zu bringen.

Doch der FBI-Agent kann den Gangstern nichts mehr verraten, da er an seinen Verletzungen stirbt. Bevor er jedoch das zeitliche segnet, konnte er noch unbemerkt, einen Brief an seine Freundin Cindy Holden (Heidy Bohlen) in eine nahegelegenen Briefkasten stecken.

Bevor die Gangster fliehen können, werden sie von der Polizei gestellt und verhaftet. Auf den Weg zum Gefängnis wird Costello jedoch von Mitgliedern einer rivalisierenden Gangsterbande unter Führung von Woody Davis (Horst Naumann) befreit, weil diese ebenfalls hinter dem Gold her ist und Costello darüber 'befragen' wollen.

Aber dazu kommt es nicht mehr, da Constello nach seiner Befreiung fliehen kann und danach untertaucht. Damit ihn keiner erkennt und verraten kann, lässt er sich sein Gesicht verändern und tötet danach den Chirurgen und dessen Frau, damit diese, das Geheimnis mit ins Grab nehmen können.

Unterdessen wird Jerry Cotton (George Nader) und Phil Decker (Heinz Weiss) von ihrem Vorgesetzten Mr. Ross (Konrad Georg) auf den Fall angesetzt. Während ihrer Ermittlungen gelingt es ihnen, die Freundin von Johnny Peters, die Sängerin Cindy Holden, ausfindig zu machen, die vor den Gangstern geflohen ist.

Nachdem sie aber erfahren hat, dass ihr Freund von den Gangstern ermordet wurde, erklärt sie sich bereit, den beiden FBI-Agenten zu helfen, die Gangster aus der Reserve zu locken, gerät aber dabei in die Schusslinie von Costello und der Bande von Woody Davis, die nacheinander die Frau entführen, um den Aufenthaltsort des Goldes heraus zu bekommen.

Doch Cindy weiß nichts. Erst nachdem der Brief von Johnny Peters bei ihr eintrifft, der dessen Zimmerschlüssel enthält, auf denen Peters einige Zahlen eingeritzt hat, kommt Jerry Cotton dem Geheimnis des Goldes auf die Spur ...

Nach der Uraufführung von DER TOD IM ROTEN JAGUAR am 15. August 1968, begannen drei Monate später, genauer gesagt am 18. November 1968, die Dreharbeiten zu TODESCHÜSSE AM BROADWAY, die am 23. Januar 1969 beendet wurden.

Der Regisseur Harald Reinl präsentiert mit dem achten Jerry Cotton-Film eine sehr dünne Geschichte, mit der sich die Drehbuchautoren Rolf Schulz und Christa Stern wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert haben.

Aufgrund dieses Mankos, wurde der Film mit viel Ballerei, Explosionen und anderen Brutalitäten angereichert, die aber nicht über die bisweilen langweilige und nichtssagende Handlung hinwegtäuschen können.

Den Todesstoß bekommt der Film durch die schlechte Synchronisation, in der auch die deutschen Schauspieler - aus welchen Gründen auch immer - mit veränderten Stimmen versehen wurden, sowie durch die zum Teil sehr dämlichen und unzulänglichen Dialoge, die eher zu einer Krimi-Komödie oder Terence Hill und Bud Spencer-Film, als zu einem Jerry Cotton-Film passen.

Ein kleines Schmankerl in TODESSCHÜSSE AM BROADWAY ist das Auftreten des Schauspielers KONRAD GEORG als Mr. Ross. Denn einen Ross (mit Vornamen Charles) spielte Konrad George bereits in den beiden TIM FRAZER-Verfilmungen der ARD. Ob diese Namensgleichheit nun gewollt oder ungewollt war, lassen wir mal dahingestellt. Auf jeden Fall ist diese Namensgleichheit auffällig zumal unter diesem Namen ein und derselbe Schauspieler agiert.

Zudem ist im achten Jerry Cotton-Film die Schauspielerin MICHAELA MAY in einer eher nichtssagenden Rolle als Tochter des Gangsters Woody Davis zu sehen, die Krimi-Fans bestimmt noch als Hauptkommissarin Jo Obermeier aus POLIZERUF 110 kennen.

Interessant ist, dass TODESSCHÜSSE AM BROADWAY als gutes Beispiel dafür herhalten kann, wie sich in nur sehr wenigen Jahren (von1965 bis 1969) die Qualität des deutschen Films zu seinen ungunsten verändert hat. Diese negative Entwicklung kann man aber auch sehr gut bei anderen Filmreihen (Edgar Wallace oder Karl May) und bei anderen deutschen Filmen aus dieser Zeit deutlich erkennen.

So liegen z. B. zwischen DER MÖRDERCLUB VON BROOKLYN und TODESSCHÜSSE AM BROADWAY leider Welten. Und so gilt TODESSCHÜSSE AM BROADWAY neben UM NULL UHR SCHNAPPT DIE FALLE ZU nicht ohne Grund als der schlechteste Film der Film-Reihe.

1TODESSCHÜSSE AM BROADWAY
BRD 1969

Stab
Regie: Harald Reinl
Drehbuch: Rolf Schulz, Christa Stern
Produktion: Allianz Filmproduktion, Terra-Filmkunst GmbH
Musik: Peter Thomas
Kamera: Heinz Hölscher
Schnitt: Gisela Haller

Darsteller
George Nader als Jerry Cotton
Heinz Weiss als Phil Decker
Heidy Bohlen als Cindy Holden
Mihail Baloh als Joe Costello
Michaela May als Alice Davis
Horst Naumann als Woody Davis
Konrad Georg als Mr. Ross
Herbert Fux als Butler Robin
Manfred Reddemann als Hairy
Karl-Heinz Thomas als Dick
Ulli Kinalzik als Freddy
Art Brauss als Hank
Rudolf Fernau als Nasen-Charly
Hans Heyde als Johnny Peters
Gerhard Frickhöffer als Bob Hiller

FSK: Ab 16 Jahren
Laufzeit: 89 Minuten

Uraufführung: 26. März 1969 im Universum in Stuttgart

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 © by Ingo Löchel

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