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Die Dr. Mabuse-Filme: IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE

Die Dr. Mabuse-FilmeIm Stahlnetz des Dr. Mabuse

Ein Interpol-Beamter wird in einem Zugabteil ermordet und die geheimen Dokumente, die er bei sich hatte, werden gestohlen.

Kommissar Lohmann (Gert Fröbe) ist alarmiert. Denn ein Chicagoer Gangster-Syndikat will ein Bündnis mit einer versteckt operierenden einheimischen Bande, die von Dr. Mabuse geführt wird, schließen. Eine Agentin, die dort eingeschleust werden soll, wird auf bestialische Weise umgebracht. Ein Flammenwerfer beendet ihr Leben auf offener Straße.


Mabuse-FilmeKommissar Lohmann sowie FBI-Agent Joe Como (Lex Barker), die die Frau warnen wollten, kommen leider zu spät. Zudem taucht in Gestalt von Maria Sabrehm (Daliah Lavi), eine neugierige Reporterin auf.

Die Polizei entdeckt bei der Toten ein Buch mit dem Titel ANATOMIE DES TEUFELS, geschrieben von einem Pfarrer Dr. H. Brietenstein (Rudolf Fernau), das sich auch mit dem Mabuse-Mythos beschäftigt.

Lohmann kontaktiert Pfarrer Brietenstein in seiner Kirche, wo Dr. Mabuse versucht, den Polizeibeamten umzubringen. Doch der Mordanschlag misslingt. Kurze Zeit später wird ein wichtiger Zeuge, ein Blinder, vor dem Polizeirevier von einem Lastwagen überfahren. Lohmann und Joe Como nehmen die Verfolgung auf und können einen gewissen Alberto Sandro (Ady Berber) stellen, der eigentlich eine Gefängnisstrafe absitzt. Den beiden Männern gelingt es, Sandro auszuschalten und zu verhaften.

Gefängnisdirektor Wolf (Fausto Tozzi) ist fassungslos, als Kommissar Lohmann ihn mit Sandros Flucht konfrontiert, zumal in Sandros Zelle ein Toter liegt, den der getötete blinde Zeuge durch seinen ungewöhnlichen Gang hätte identifizieren können. Denn der Tote trägt ein Holzbein.

Wolf macht umgehend Böhmler (Werner Peters) Beine, der aber überhaupt nicht verstehen kann, wie das alles passieren konnte.

Beim Verhör von Sandro im Polizeipräsidium greift dieser plötzlich die anwesenden Polizisten an und springt danach, vom fremden Willen Mabuses beseelt, aus dem Fenster und bricht sich dabei das Genick.

Wie Kommissar Lohmann bei seinen weiteren Ermittlungen feststellen muss, führen alle Spuren ins Gefängnis von Wolf. Auch Maria Sabrehms Vater sitzt dort ein. Der Chemie-Professor entdeckte einst eine Methode, künstliches Rauschgift herzustellen. Ein Gift, das die menschliche Willenskraft völlig auszuschalten vermag.

Professor Julius Sabrehm (Rudolf Forster) wurde vor Jahren der Spionage bezichtigt und zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Und sitzt nun seine Strafe in Wolfs Gefängnis ab. Maria kämpft schon seit Jahren um die Rehabilitierung und Freilassung ihres in Wirklichkeit unschuldigen Vaters, aber Pfarrer Brietenstein, der Seelsorger der Strafanstalt, macht ihr wenig Hoffnungen.

Um weitere Morde zu verhindern, dringt Lohmann zusammen mit Maria zu Sabrehm vor. Die Begegnung mit dem Professor und andere Beobachtungen im Gefängnis bestätigen seine schlimmsten Befürchtungen: In Wolfs Gefängnis wird im Auftrag von Dr. Mabuse in großen Mengen das künstliche Rauschgift produziert.

Wer aber ist Mabuse? Ist es der Gefängnisdirektor Wolf, der Lohmann so bereitwillig alle erbetenen Auskünfte gibt? Ist es der sonderbare Anstaltsarzt Griesinger? Oder Brietenstein, der im Zuchthaus aus und ein geht? Oder gar Böhmler?

Um hinter dieses Geheimnis zu kommen, lässt sich Joe Como als 'Häftling' in das Zuchthaus einliefern. Hier erfährt er von dem teuflischen Plan des Dr. Mabuse. Um seine Macht zu beweisen, will der Verbrecher die ganze Stadt unter seine Gewalt bringen.

Mabuse organisiert den heimlichen Ausbruch von Hunderten von Häftlingen, die mit dem Gift behandelt wurden. Sie sollen alle wichtigen Punkte der Stadt besetzen, das E-Werk, die Bahnlinien und das Wasserwerk.

Joe Como gelingt es, Kommissar Lohmann hiervon durch eine heimliche Botschaft zu unterrichten. Unterdessen hat Mabuse Maria in seine Gewalt und ins Zuchthaus gebracht. Joe entdeckt sie, steckt aber gleich darauf selbst in einer tödlichen Falle, aus der er und Maria sich nur unter Einsatz ihres Lebens befreien können.

Lohmann erwartet unterdessen mit einem riesigen Polizeiaufgebot den Angriff der ausgebrochenen Zuchthäusler auf die Versorgungszentren der Stadt ...

Nach dem Erfolg von DIE 1000 AUGEN DES DR. MABUSE plante Arthur Brauner mit IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE bereits den nächsten Mabuse-Film. Das Drehbuch zum Film verfassten Marc Behm und Ladislas Fodor. Da sich Fritz Lang aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hatte, wurde HARALD REINL als Regisseur für IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE verpflichtet, was dem Film sehr zugutekommt.

Für die Rolle des Kommissars, der diesmal Lohmann heißt, wurde erneut GERT FRÖBE engagiert. Für die Rolle des FBI-Agenten Joe Como hatte Brauner zunächst den Schauspieler Jerome Courtland in die engere Wahl genommen. Doch Brauner änderte seine Meinung, als er sich den italienischen Film DAS SÜSSE LEBEN (Originaltitel: LA DOLCE VITA) anschaute und darin den US-amerikanischen Schauspieler LEX BARKER in einer Nebenrolle sah.

Der deutsche Produzent war danach überzeugt, in Lex Barker den richtigen zweiten Hauptdarsteller für seinen zweiten Mabuse-Film gefunden zu haben. Der Rest ist Filmgeschichte, und so drehte Barker als Joe Como in IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE seinen ersten deutschsprachigen Film.

Auch für die Rolle der Reporterin Maria Sabrehm waren erst Darstellerinnen wie Marianne Koch, Maria Perschy, Sabina Sesselmann oder Elke Sommer im Gespräch. Brauners Wahl fiel schließlich auf die israelische Schauspielerin DALIAH LAVI, die 1960 in BRENNENDER SAND in ihrer ersten Hauptrolle zu sehen gewesen war.

Nach seiner Rolle in DIE 1000 AUGEN DES DR. MABUSE war WERNER PETERS auch im zweiten Mabuse-Filme wieder dabei. Diesmal in der Rolle des Bösewichtes Böhmler.

Im August 1961 begannen die Dreharbeiten zu IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE in West-Berlin sowie in den CCC-Studios, die im September 1961 abgeschlossen wurden.

Am 13. Oktober 1961 feierte der zweite Mabuse-Film im Mathäser Filmpalast in München seine Uraufführung. Entgegen der schlechten Kritiken kam IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE sehr gut beim deutschen Kinopublikum an. Der zweite Mabuse-Film avancierte zu einen der Kassenhits der Kino-Spielzeit 1961/1962.

Im Gegensatz zu DIE 1000 AUGEN DES DR. MABUSE geht es in IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE weit heftiger zur Sache. Für damalige Verhältnisse ungewöhnlich brutal. Was vermutlich auch der Grund war, warum der Film erst ab 16 Jahren freigegeben wurde.

U. a. wird in IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE eine eingeschleuste Agentin von den Männern des Dr. Mabuse mit einem Flammenwerfer umgebracht, ein Blinder von einem Lastwagen getötet oder ein Gefangener springt aus dem Fenster des Polizeipräsidiums in den Tod.

Auch die Action wurde im zweiten Mabuse gesteigert, die vorwiegend der Schauspieler Lex Barker als FBI-Agent Joe Como übernimmt. Ein Beispiel dafür ist der Zweikampf zwischen Barker und ADY BERBER als Alberto Sandro. Aber auch Gert Fröbe kann im Film nicht nur gut austeilen, sondern kann in der Rolle des Kommissar Lohmann durchweg überzeugen.

Mabuse-FilmeIM STAHLNETZ DES DR. MABUSE
BRD/Frankreich/Italien 1961

Regie: Harald Reinl

Darsteller
Gert Fröbe als Kommissar Lohmann
Lex Barker als Joe Como
Daliah Lavi als Maria Sabrehm
Fausto Tozzi als Gefängnisdirektor Wolf
Werner Peters als Böhmler
Rudolf Forster als Professor Julius Sabrehm
Rudolf Fernau als Pfarrer Brietenstein
Joachim Mock als Kriminalassistent Voss
Laura Solari als Mrs Pizarro
Ady Berber als Alberto Sandro
Henry Coubet als der Blinde
Jean-Roger Caussimon als Küster
Albert Bessler als Trödler

Laufzeit: 85 Minuten
FSK: Ab 12 Jahren

Uraufführung: 13. Oktober 1961, Mathäser Filmpalast in München

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© by Ingo Löchel

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