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Die deutschen TV-Straßenfeger: EIN MANN NAMENS BRENT

Ein Mann namens Harry Brent

Sam Fielding (Paul Verhoeven) ist auf der Suche nach einer neuen Sekretärin, da Jane Conway (Brigitte Grothum) ihren Verlobten Harry Brent (Günter Ungeheuer) heiraten möchte und gekündigt hat, und scheint die richtige Nachfolgerin in Gestalt von Barbara Smith (Barbara Frey) endlich gefunden zu haben.

Doch während des Vorstellungsgespräches zieht die junge Frau plötzlich einen Revolver und erschießt Fielding. Bevor jedoch Barbara der Polizei etwas über den Grund ihrer Tat erzählen kann, vergiftet sich die junge Frau in der Haft.


Während des Todeskampfes im Krankenhaus ruft sie immer wieder den Namen Harry Brent.

Der ermittelnde Inspektor James Wallace (Peter Ehrlich), der mit Jane befreundet ist, stößt bei seinen Ermittlungen auch immer wieder auf den Namen Harry Brent. Als er herausfindet, dass Barbara Smith vor der Tat mit Harry in einem Zugabteil gesessen hatte, und dass sie auf dem Friedhof Blumen auf dem Grab seiner Eltern hinterlassen hat, scheint der Fall für ihn klar.

Zudem erzählt ihm Phyllis Brother (Christiane Nielsen), die Frau des Supermarktbesitzers William Brother (Gert Haucke), von einem Gespräch zwischen Fielding und Harry Brent in einem Café. Brent hatte bisher immer bestritten, Fielding vor dem Tattag gekannt zu haben.

Alle Spuren führen in ein Apartmenthaus, in dem Phyllis Brother unter falschem Namen eine Wohnung gemietet hatte. Als Inspektor Wallace und sein Assistent Roy Philipps (Dirk Dautzenberg) dort auftauchen, hören sie aus der Wohnung Schreie. Sie brechen mithilfe des Hausmeisters Reg Bryer (Erland Erlandsen) die Tür zwar auf, kommen aber zu spät. Der Täter ist verschwunden und im Schlafzimmer finden sie die Leiche von Phyllis Brother vor.

In der Wohnung eines flüchtigen Gangsters findet Wallace schließlich einen Schmalfilm, der eindeutig beweist, dass Harry Brent seine Verlobte Jane Conway angelogen hat. Dem Film nach müssen Sam Fielding und Harry Brent sich seit Monaten gekannt haben. Harry und Jane treffen sich daraufhin im Restaurant San Remo zu einer Aussprache.

Nach dem Treffen mit Harry Brent verschwindet Jane Conway spurlos. Ihr Bruder George (Wolfgang Preiss) verständigt daraufhin Inspektor Wallace, da Harry Brent nicht erreichbar ist.

Kurze Zeit später wird eine Frauenleiche, auf die die Beschreibung Janes passt, aus einem Fluss geborgen. Die Leiche entpuppt sich jedoch als die der Schauspielerin Jacqueline Dawson (Anneliese Römer) ...

Nach dem Erfolg des Durbridge-Dreiteilers MELISSA hatte der WDR wieder Blut geleckt und entschied sich, in Gestalt von EIN MANN NAMENS HARRY BRENT einen weiteren Durbridge-Mehrteiler zu drehen.

Nach den Dreharbeiten, die von März bis Mai 1967 dauerten, strahlte die ARD vom 15. bis 19. Januar den neuen Dreiteiler aus, der ebenfalls sehr gut beim Publikum ankam.

EIN MANN NAMENS HARRY BRENT sollte allerdings die letzte Durbridge-Verfilmung in Schwarz-Weiß werden. Regie führte diesmal PETER BEAUVAIS, der seine Sache sehr gut machte, wie auch die Darsteller des Dreiteilers.

GÜNTHER UNGEHEUER, der in der Titelrolle zu sehen ist, spielt den undurchsichtigen Harry Brent, von dem man nie genau weiß, ob er nun zu den Guten oder doch zu den Bösen gehört, sehr überzeugend. Ähnlich wie ALBERT LIEVEN in DER ANDERE.

PETER EHRLICH spielt den ermittelnden Inspektor, an den man sich erst einmal gewöhnen muss, da der Polizist ziemlich höflich agiert. Ganz im Gegensatz zu den Darstellern, die man heutzutage als Kommissare und Polizisten vorgesetzt bekommt, die alle meistens überaus unhöflich agieren und auch kein Fettnäpfchen auslassen. Doch nach kurzer Zeit hat man sich an Peter Ehrlich als Inspektor Wallace gewöhnt, der die Rolle sehr gut auszufüllen vermag.

Der positive Gegenpol zum Inspektor ist sein bodenständiger Assistent Sergeant Roy Phillips, der von DIRK DAUTZENBERG ausgezeichnet porträtiert wird. Ein kleines Glanzlicht in EIN MANN NAMENS HARRY BRENT.

Die weibliche Hauptrolle mimt BRIGITTE GROTHUM, der es zwar durchaus gelingt, ihre Rolle auszufüllen, an die man sich aber nicht wirklich nach Ende des Dreiteilers erinnert. Auch weil die Rolle der Jane Conway etwas farb- und substanzlos wirkt.

EIN MANN NAMENS HARRY BRENT basiert auf den britischen Fernsehsechsteiler A MAN CALLED HARRY BRENT aus dem Jahr 1965. Fünf Jahre später erschien der gleichnamige Roman aus der Feder von Francis Durbridge, der auf dem Drehbuch des Sechsteilers basiert.

Im Gegensatz zum britischen Original wurden in der deutschen Verfilmung einige Namen geändert. So wurden u. a. aus Inspektor Alan Milton James Wallace und aus Carol Vyner Jane Conway.

Tim FrazerEIN MANN NAMENS HARRY BRENT
BRD 1967

Regie: Peter Beauvais

Darsteller
Günther Ungeheuer als Harry Brent
Peter Ehrlich als Inspektor James Wallace
Brigitte Grothum als Jane Conway
Wolfgang Preiss als George Conway
Dirk Dautzenberg als Roy Phillips
Paul Verhoeven als Samuel Fielding
Anneliese Römer als Jacqueline Dawson
Christiane Nielsen als Phillys Brother
Barbara Frey als Barbara Smith
Gert Haucke als William Brother
Erland Erlandsen als Reg Bryer
Helmut Käutner als Sir Gordon Towns
Günther Hoffmann als Sergeant Tomlins

Erstausstrahlung

  • 1. Teil: Montag, 15. Januar 1968 (60 Minuten)
  • 2. Teil: Mittwoch, 17. Januar 1968 (61 Minuten)
  • 3. Teil: Freitag, 19. Januar 1968 (65 Minuten)

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© by Ingo Löchel

Kommentare  

#1 Alter Hahn 2013-06-26 12:28
Ein gewisser junger Autor namens Jürgen Grasmück war von diesem Krimi so fasziniert, dass er für den Helden eines eigenen Krimis mit Gruselelementen eben nur statt einem "H" ein "L" nahm - und ihn das Grauen jagen ließ, das um Bonnards Haus schlich. Die wenigsten Leser der erfolgreichen Serie "Larry Brent" wussten damals noch, woher der Name kam. Wobei sich Larry Brent als Romanfigur natürlich ganz anderes entwickelte als die Figur im TV-Krimi.

Aber der Name war bekannt und eingängig - und genau darauf kommt es an. Wie Jason Dark das immer sagte: "Das kennt der Leser. Und das kauft er auch!"

Und wenn wir schon bei ungefähr gleich klingenden Namen sind. Jürgen hat mir mal gesagt, woher sein Pseudo "Dan Shocker" kam. Er sah nämlich wie Millionen anderer Fernsehzuschauer auch, gern die Western-Serie Bonanza.Besonders faszinierte ihn die Figur des starken Hoss Cartwright. Der Name des Schauspielers, der den "Hoss" verkörperte. was "Dan Blocker" - wie man ja auf den Bildschirm lesen konnte.

Und als Jürgen dann einen "Versuchsballon" mit einem Kriminalroman mit übernatürlichen Elementen startete und dafür ein neues Pseudonym brauchte, das sich nach "Grusel" anhörte, wurde eben in einer kleinen Wortspielerei aus "Dan Blocker" ein "Dan Shocker". So einfach war das... und doch durchdacht und nicht willkürlich gewählt.
#2 G. Walt 2013-06-26 14:16
Die Assoziation zu Dan Blocker war bekannt. Aber das Larry Brent dem Harry Brent zugrunde liegt, wusste ich bisher nicht. Jürgen behauptete mir gegenüber immer, der Name sei ihm einfach so eingefallen. Auch sonst gibt es keine schriftlichen Belege für diese These. Zeitlich kommt es aber hin. HB wurde 67 gesendet und LB jagte die Vampire in Bornards Haus 1969.
#3 Harantor 2013-06-26 14:24
Zeitlich passt es. Aber Larry jagte Bonnards Riesenfledermäuse 1968, aber Brent entstand in Folge der Buchmesse 1967. Und er sollte mal "Kent" heißen, wurde dann aber in Brent geändert.
#4 G. Walt 2013-06-26 14:38
dann wohl doch eher eine Marketingidee des Verlages als eine von DS.
#5 Harantor 2013-06-26 14:45
Ich müsste es in Montillon Buch nachschlagen, aber soweit ich das beurteilen kann, geht die Änderung auf Jürgen zurück

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