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Die deutschen TV-Straßenfeger: TIM FRAZER UND DER FALL SALINGER

StraßenfegerTim Frazer und der Fall Salinger

Charles Ross (Konrad Georg) schickt Tim Frazer (Max Eckard) nach Amsterdam, um herauszufinden, warum sein Mitarbeiter Leo Salinger dort bei einem Autounfall ums Leben kam, der von einer gewissen Barbara Day (Ingrid Ernest) überfahren wurde. In Amsterdam angekommen,  verfolgt er Barbara Day auf Schritt und Tritt mit seiner Kamera.

Als Frazer in London den Film gemeinsam mit Ross ansehen will, bemerkt er, dass dieser vertauscht wurde.


Zudem ist auf dem vertauschten Film der tödliche Autounfall Leo Salingers zu sehen.Kurze Zeit danach lädt ihn Barbara Day zu sich nach Hause ein. In ihrer Wohnung angekommen, schiebt ein Unbekannter den Wohnungsschlüssel unter der Tür hindurch. Nachdem Frazer mit Hilfe des Schlüssel die Wohnung betreten hat, entdeckt er die Leiche des Amerikaners Cordwell (Wolfgang Wahl), den er und Barbara Day in Amsterdam kennengelernt haben.

Nachdem sowohl Frazer als auch Barbara Day vom zuständigen Inspektor Trueman (Siegfried Wischnewski) verhört wurden, der den Mordfall untersucht, überrascht Frazer zwei unbekannte Männer, die seine Wohnung durchsuchen. Trotz Gegenwehr schlägt ihn einer der beiden Fremden nieder. Als er aus der Bewusstlosigkeit wieder erwacht, findet Frazer in seiner Jackentasche einen Zettel mit einem Hinweis.

Dieser führt ihn zum Cafe "The Dyke", wo nicht nur Barbara Day verkehrt, sondern Frazer lernt auch deren Geschäftspartnerin Vivian Gilmore (Eva Pflug) kennen. Im selben Café wird zur gleichen Zeit ein Tulpenzwiebelkatalog abgegeben, der Frazer auf eine neue Spur bringt .

Diese neue Spur führt ihn in das Büro der "Internationalen Tulpenzwiebelimportexportgesellschaft", wo Frazer einen gewissen Mr. Dempsey (Max Mairich) kennen lernt.

Gordon Dempsey gibt Frazer einige Tulpenarten zur Auswahl - eine heißt "Phantasie". Frazer erinnert sich an den mysteriösen Straßenhändler, der ihm das Losungswort „Phantasie 2-30“ zugespielt hat. Und so beschließt er, diese Tulpenart zu bestellen.

Als Dempsey ihn fragt, welche Menge, antwortet Frazer "2-30", worauf Dempsy ihm ein Metronom vor die Nase setzt. Doch da Frazer das Erkennungszeichen nicht kennt, kommt es zum Kampf mit Dempsey, den Frazer für sich entscheiden kann und danach das Büro wieder verlässt.

Frazer gelingt es danach mit dem  falschen Obsthändler van Dakar (Hermann Lenschau) in Kontakt zu treten, der sich mit Frazer treffen will. Doch nach dem Gespräch wird Dakar aus einem fahrenden Auto heraus erschossen.

Frazers einzige Spur ist nun das Tulpengeschäft von Gordon Dempsey, den er schließlich dazu 'überreden' kann, ihm einige Auskünfte zu geben ...

 

Aufgrund des großen Erfolges von TIM FAZER entschloss sich der WDR, einen weiteren Frazer-Mehrteiler zu produzieren. Im  Mai 1963 begannen mit einem Budget von 450.000 DM die Außenaufnahmen zu TIM FRAZER-DER FALL SALINGER in London und danach in Amsterdam. Die Innenaufnahmen fanden zwischen dem 8. August und 4. Oktober 1963 in einer Tennishalle bei Köln statt, da der WDR noch keine eigenen Studios besaß.  

Warum der Sechsteiler TIM FRAZER UND DER FALL SALINGER, der vom 10. Januar bis zum 20. Januar 1964 ausgestrahlt wurde,  beim westdeutschen Fernsehpublikum nicht so gut ankam, wie sein Vorgänger TIM FRAZER, kann heute nicht mehr so genau verifiziert werden. Es sei denn es gelingt, Zeitungen und Zeitschriften aus dieser Zeit zu bekommen, die darauf näher eingehen.

Jedenfalls soll besonders die Kürze der ersten Teils mit seinen 21 Minuten Grund für den Unmut der Fernsehzuschauer gewesen  sein. Auch die übrigen Teile von TIM FRAZER UND DER FALL SALINGER,  hatten keine einheitliche Länge. Sie schwankten zwischen 26 und 34 Minuten. Die sechste und letzte Folge war sogar knapp 41 Minuten lang.

Warum der WDR bei TIM FRAZER UND DER FALL SALINGER keine einheitliche Länge gewählt hat, wird wohl immer ein Rätsel bleiben, zumal sich auch Hauptdarsteller MAX ECKARD für weniger Teile ausgesprochen hatte, um die Spannung besser zur Geltung zu bringen.

Inwieweit der Widerstand seitens Francis Durbridge an dem sechsteiligen Konzept nichts zu ändern und vertragliche Regelungen mit Durbridge & Co. für den  Misserfolg verantwortlich waren, ist nicht bekannt.

Jedenfalls sorgte der hausgemachte Misserfolg von TIM FRAZER UND DER FALL SALINGER dafür, dass zum einen kein dritter FRAZER-Mehrteiler gedreht wurde und zum anderen, dass nachfolgende Durbridge-Verfilmungen nur noch aus insgesamt drei Teilen bestanden. 

Den Schauspielern des Sechsteilers kann man den Misserfolg nicht ankreiden. Sie spielten ihre Rollen sehr glaubwürdig und professionell. Neben Max Eckard als Tim Frazer war  Konrad Georg als Charles Ross in TIM FRAZER UND DER FALL SALINGER wieder dabei, was dem Sechsteiler sehr zu gute kam. Denn Max Eckard gab in dem Mehrteiler wieder eine überzeugende Darstellung als bodenständiger Tim Frazer ab.

Der Durbridge-Sechsteiler TIM FRAZER UND DER FALL SALINGER basiert auf dem Francis Durbridge-Drehbuch zur 18teligien Serie THE WORLD OF TIM FRAZER, die von der  BBC von 1960 bis 1961 ausgestrahlt wurde. Die britische Serie beinhaltete drei Abenteuer von Tim Fazer, die jeweils aus sechs Teilen bestanden.

Nach dem Serien-Drehbuch verfasste Francis Durbridge drei Frazer-Romane, von dem der zweite unter dem Titel TIM FRAZER AGAIN (Tim Frazer und der Fall Salinger) 1964 veröffentlicht wurde. 

Der Roman TIM FRAZER UND DER FALL SALINGER  ist eine gute Umsetzung des Mehrteilers. Zudem bietet er eine gute Ergänzung, da er neben zusätzlichen Informationen auch noch erweiterte Dialoge etc. enthält, die in der Fernsehverfilmung des WDR nicht vorkommen.

Tim FrazerTIM FRAZER UND DER FALL SALINGER
BRD 1963

Regie: Hans Quest

Darsteller
Max Eckard als Tim Frazer
Ingrid Ernest als Barbara Day
Eva Pflug als Vivien Gilmore
Konrad Georg als Charles Ross
Wolfgang Wahl als Martin Cordwell
Siegfried Wischnewski als Inspektor Trueman
Hartmut Reck als Lewis Richards
Hermann Lenschau als van Dakar
Max Mairich als Mr. Dempsey

 

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© by Ingo Löchel

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