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Die deutschen Edgar Wallace-Filme: Die SchauspielerInnen - Elisabeth Flickenschildt

Die deutschen Edgar wallace FilmeElisabeth Flickenschildt
1905 - 1977

Nach einer Lehre in einem Modehaus, absolvierte Elisabeth Ida Marie Flickenschildt ihre Schauspielausbildung unter Duldung ihres Vaters.

Sie spielte darauf an den Schauspielhäusern in Hamburg, München und Berlin. Bereits zur Nazi-Zeit spielte die Hamburgerin ihre ersten Spielfilme. Von Hitler wurde sie in die Gottbegnadeten-Liste aufgenommen.


Elisabeth FlickenschildtSpäter hatte sie deshalb Schwierigkeiten sich zu entnazifizieren, zumal sie Mitglied der NSDAP war. Sie saß sogar 1945 kurze Zeit ein. Am Theater spielte sie unter Gustav gründgens und wurde stark von ihm geprägt.

Zu ihren berühmtesten Filmen zählen während der dreißiger Jahre u.a. "Der zerbrochene Krug" (1938) nach Heinrich von Kleist:

Dorfrichter Adam wacht verkatert auf. Er hat einen tiefen Schnitt am Bein, ein blaues Auge und Wunden am Kopf. Seine Perücke ist und bleibt verschwunden. Der Gerichtsschreiber Licht erscheint und ist ob des Zustandes des Richters erstaunt: Adam behauptet, er sei beim Aufstehen gestürzt. In seiner Perücke habe die Katze nachts ihre Kinder zur Welt gebracht, sodass diese nicht mehr zu gebrauchen sei. Licht verkündet Adam, dass Gerichtsrat Walter aus Utrecht im Dorf erwartet wird, der derzeit eine Kontrollreise durch die Dörfer unternimmt. Adam verfällt in Panik und will gerade die Akten ordnen lassen, als Walters Ankunft angekündigt ist. Als der erfährt, dass an diesem Tag im Dorf Gerichtstag ist, will er zur Verhandlung bleiben. (1)

Ein weiterer Film dieser zeit war "Der Maulkorb" (1938). Dies alles waren mehr oder weniger auch Propagandafilme. Nach dem Krieg spielte sie einige unbedeutende Filme, zumeist Literaturverfilmungen, so dass sie ihrem Lieblingsfach, der Dramaturgie, stets treu bleiben konnte.

1960 wirkte sie dann zum ersten Mal in einem Edgar Wallace-Krimi mit. "Die Bande des Schreckens" (1960). Es folgten "Das Gasthaus an der Themse" (1963) und "Das indische Tuch" (1963).

Im Fach des Krimis war sie nur selten vertreten, dabei hat sie bei Wallace stets eine düstere und unheimliche Figur dargestellt, die tatsächlich direkt aus dem Roman des Briten hätte entsprungen sein können.

»Über die Filme spreche ich ungern, weil ich sehr traurig bin, daß es in Deutschland heute keine guten Filme mehr gibt. Ja, ich habe Kriminalfilme gemacht, das haben mir viele Leute sehr übelgenommen und haben gesagt, pfui Teifi, jetzt macht sie Kriminalfilme. Aber wissen Sie, in England ist das zum Beispiel ganz anders, da gibt es Kriminalfilme, an denen die fabelhaftesten Schauspieler beteiligt waren. Man ist als Schauspieler doch immer irgendwie so naiv, daß man jede Arbeit, die man anfängt, voll anpackt und denkt, ahh, da könnte doch was Wunderbares passieren, fabelhaft! Und dann kommen all die Leute zusammen, und nachher ist es wieder gar nichts. Ich habe immer gehofft, man müßte das, was ich da gemacht habe, doch in einen Zusammenhang bringen können, aber nein, das geschah nicht, nichts geschah, gar nichts.« (2)

Auf die Frage ob die Wallace-Filme sie populär gemacht haben, antwortete die Mimin 1973:

»Nein, darf ich mal versuchen, Ihnen das zu erklären? Ich bin ja kein populärer Typ. Ich bin ja nicht Inge Meysel oder so was. Ich bin im Grunde vollkommen unpopulär.» (3)

Elisabeth FlickenschildtFlickenschildt war einmal verheiratet - mit dem Theaterwissenschaftler Rolf Badenhausen. In ihrer Autobiographie schweigt sie sich darüber aus, obwohl sie noch lange nach ihrer Scheidung mit ihm befreundet war.

Nach dem Tod von grüngens war sie lange ohne Theater, und konnte sich nicht mehr finden. Nur noch gelegentlich ging sie auf Tournee. Auch für das Fernsehen sprang sie ein. So spielte sie 1967 im Reinecker-Dreiteiler "Der Tod läuft hinterher", sowie zwei Jahre darauf in einer Folge von "Der Kommissar".

Durch das Land Nordrhein-Westpfahlen wurde ihr 1967 der Titel "Professor" verliehen. Weitere Auszeichnungen waren der Bambi (1967) und das Bundesverdienstkreuz (1975).

Ihr letzter Film war "Nuit d'or" (1976).

"Flicki" wie das Volk sie liebevoll nannte, starb 1977 an den Spätfolgen eines Autounfalls in Stade.

(1) Wikipedia
(2-3) Elisabeth Flickenschildt

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