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Die deutschen Edgar Wallace-Filme: Neues vom Hexer

Die deutschen Edgar wallace FilmeNeues vom Hexer
1965

Der wohlhabende Lord Curtain wird von seinem Neffen Archie und Butler Edwards umgebracht. Am Tatort findet Inspektor Wesby die Visitenkarte des „Hexers“.

Da sich dieser nach seiner Flucht allerdings längst in Australien befindet, reist er kurzerhand mit seiner Frau Cora Ann und Butler Finch nach London, um sich vom Mordverdacht zu befreien und den Fall selbst aufzuklären.


Neues vom HexerAuch Inspektor Wesby - einst auf der Jagd nach Arthur Milton - ist von dessen Unschuld überzeugt und schreckt nicht vor einer Zusammenarbeit mit dem „Hexer“ zurück. Sir John zeigt sich davon zunächst wenig begeistert, bis im Hause Curtain ein weiterer Mord geschieht, dem Lady Curtain zum Opfer fällt. Auch den Tod von Archie Moore kann der Inspektor nicht verhindern.

Auf Margie Fielding und Charles werden Mordanschläge verübt. Deren Leben können der „Hexer“ und Inspektor Wesby aber immer im letzten Augenblick retten.
Am Ende stellt sich heraus, dass der totgeglaubte Philip Curtain der Drahtzieher der Verbrechen ist. Philip wird von Arthur Milton erschossen. Beim Versuch den Flughafen zu erreichen, um das Land zu verlassen, wird der „Hexer“ von der Polizei verhaftet.(1)

Neues vom HexerNach dem grandiosen Erfolg des ersten Hexer-Film war es nur logisch, dass auch die Fortsetzung "Neues vom Hexer" verfilmt werden musste. Die Vorlage war allerdings nicht mehr als eine Sammlung von Kurzgeschichten, in denen der Hexer auftrat und ungesühnte Verbrechen abstrafte. Wie nun daraus einen Film machen?

Zuerst einmal holte man als Drehbuchautoren Herbert Reinecker ins Boot, denn dieser hatte den ersten Hexer-Film erfolgreich adaptiert. Als Story erfand man hingegen ein ganz neues Konstrukt, welches mit dem Wallace-Roman überhaupt nichts gemeinsam hatte und nur die Figur des Hexers übernommen wurde. Eine weitere Änderung besteht darin, dass der Hexer am Ende gefasst wird. Im Roman entkommt er auch in der Fortsetzung. Damit hatte sich Wallace seinerzeit die Option auf einen dritten Hexer-Roman offen gelassen, der jedoch nie verwirklicht wurde.

Neues vom HexerAus dem ersten Film ist wieder Heinz Drache als Kommissar Wesby dabei.

Einige Abänderungen, so hieß es später, seien nötig gewesen, da die Identität des Hexers aus dem ersten Film ja bekannt sei. Dies ist natürlich völliger Quatsch, da man dem Hexer jede Identität geben kann - er wechselt sie ja ständig. Hier hat man dann den Hexer zum Mitarbeiter der Polizei gemacht - er soll Ihnen helfen ein Verbrechen zu klären, was er auch tut und nachher wird er wie vereinbart verhaftet. Es verwundert nicht, dass diese Idee beim Zuschauer keine Akzeptanz fand. Jegliches Flair, der alte Charme und der Crime-Effekt, den man aus allen anderen Wallace-Filmen gewohnt war, ist hier gar nicht vorhanden. Insgesamt gesehen ist der Film immer noch nicht der schlechteste Wallace, aber doch ziemlich in einer Reihe mit dem "Safe" und dem "Verrätertor", Und es ist auf jeden Fall der Schlechteste den Vohrer gedreht hat. Dieser wurde übrigens gegen Ende der Dreharbeiten von Will Tremper ersetzt. Vohrer erkrankte.

Neues vom HexerDas schlechte Einspielergebnis des Films führte zu neuen Überlegungen bei Rialto. Man wollte endlich in Farbe drehen und Stoffe wählen, die sich noch weiter von Wallace entfernten. Dazu gehörte auch, dass der ausländische Gruselfilm in Deutschland immer mehr die Oberhand gewann. Außerdem gab es erfolgreiche Agentenfilme aus den Staaten. Wendlandt plante einen moderneren Wallace. Aber er tat nicht mehr, als den eigentlichen und bisherigen Stil der Filme noch weiter zu überspitzen.

Barbara Rütting, René Deltgen und Margot Trooger verließen die Serie mit diesem Film. Dafür feierte Frau Horney ihren Einstand. Eddi Arent hier nochmals als Taschendieb und Hexer-Gehilfe zu sehen, wird nie mehr als weißwestiger Komiker in der Serie auftauchen. Fortan wird er nur noch den Mörder spielen. Gleiches gilt im Übrigen für Heinz Drache. Er ist hier zum letzten Mal als Kommissar zu sehen, und zum vorletzten Mal überhaupt. In seinem letzten Film der Reihe "Der Hund von Blackwood-Castle" spielt er ebenfalls einen Verbrecher.

"Neues vom Hexer" ist einer der wenigen Filme der Reihe mit einer 16er Freigabe. Ein dritte Hexer-Film wurde noch angekündigt, aber nicht mehr verwirklicht.

Zuschauer: 1.800.000
Laufzeit: 91 Minuten

Stab: Regie: Lafred Vohrer/Will Tremper Drehbuch: Herbert Reinecker Produktion: Rialto Film, Horst Wendlandt Musik: Peter Thomas Kamera: Karl Löb Schnitt: Jutta Hering
Besetzung: Heinz Drache (Wesby) Barbara Rütting (Margie Fielding) René Detlgen (Hexer) Margot Trooger (Cora Anne) Brigitte Horney (Lady Aston) Eddi Arent (Finch) Siegfried Schürenberg (Sir John) Klaus Kinski (Edwards) Karl John, Albert Bessler, Kurt Waitzmann u.v.a.

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2016-05-24 15:18
Der steht auch nicht besonders hoch in meiner Gunst. Das ist mir zu viel Selbstparodie, man kauft keinem seine Rolle ab, da sind nur Leute, die Krimi spielen und rumrennen. Das Abstruse ist blöd-abstrus, nicht clever-abstrus. Abgesehen von dem einarmigen jungen Lord, der noch mit elf mit seinen grässlichen Puppen spielt. Und Barbara Rütting als dezenter Love-Interest geht ja schon mal gar nicht. :lol: Da glaube ich eher, dass Klaus Kinski ein sanfter und bescheidener Mensch war, der nach Drehschluss seine Briefmarkensammlung pflegte.
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