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Die deutschen Edgar Wallace Filme - Zimmer 13

Die deutschen Edgar wallace Filme1963
Zimmer 13

In der Nähe des Landsitzes von Sir Robert Marney wird an einem Bahndamm eine Frau mit einem Rasiermesser ermordet. Kurz darauf erhält Marney überraschenden Besuch des Unterweltlers Joe Legge, dem er nach einem Banküberfall vor zwanzig Jahren verhalf, ins Ausland zu flüchten. Nun erpresst Legge ihn, bei einem Eisenbahnraub behilflich zu sein. Um sich und seine Tochter Denise vor Legge zu schützen, beauftragt Marney den in der Unterwelt gefürchteten Privatdetektiv Johnny Gray.
Doch auch der kann den nächsten Frauenmord nicht verhindern, der offensichtlich mit der finsteren Bande um Joe Legge in Verbindung steht ... (1)

Karin DorHorst Wendlandt, der Produzent von Wallace, wollte mit diesem Film ein wenig an den großen Erfolg von Hitchcocks Psycho anknüpfen, indem er einen schizophrenen Mörder seine Runden ziehen ließ. "Zimmer 13" ist aber auch gleichzeitig so etwas wie der Tabubruch bei Wallace. Denn von nun an wurden auch bisherige Sympathieträger der Reihe als Finsterlinge verheizt. Hier erwischt es Karin Dor, die als geisteskranke Frauenmörderin entlarvt wird. Doch damit verabschiedet sich die Dor nicht auf Nimmerwiedersehen von Wallace. Sie kommt in "Der unheimliche Mönch" zurück und ist dort wieder die feine Unschuld vom Lande.
Auch mit Finsterlingen verfährt man ab nun anders - sie werden zu den Guten. Hier ist es Hans Clarin, der zwar einem kleinen Ganoven spielt, diesen aber eher komisch darstellt. Eine ganz andere Rolle also für den Mörder mit dem Halstuch aus dem Vorfilm.

Kai Fischer"Zimmer 13" ist ein eher schwacher Wallace. Er zählt zudem zu den weniger bekannten der Reihe, da er nicht so oft wiederholt wurde, wie etwa die Klassiker "die toten Augen" oder "das Gasthaus". Mit 1,8 Millionen Kinogästen ist er nach dem "Bogenschützen" auch gleichzeitig der am wenigsten erfolgreichste Schwarz-Weiß-Film der Rialto-Reihe. Die Gangstergeschichte, die aus dem Originalroman von Wallace stammt, passt stimmlich nicht zu der dazuerfundenen Story mit dem Rasiermessermörder.

Zum letzten Mal in einem Wallace dabei ist Richard Häussler (insgesamt 3x dabei gewesen) und Hans Clarin nach 2 Einsätzen. Siegfried Schürenberg darf nach zwei Filmen Pause, in denen er andere Rollen spielte, wieder den Sir John mimen. Eberhard Junkersdorf spielt das Double des Mörders. Er doubelte im Übrigen auch den Halstuchmörder im "indischen Tuch".

Karin Dor und FuchsbergerHarald Reinl kehrt als Regisseur zu Wallace zurück. Eine kluge Entscheidung, denn somit wurde Vohrer nicht allzu sehr beansprucht, und Wallace erhielt etwas mehr Abwechslung. Nicht zuletzt deshalb wirkte hier auch Karin Dor seit Langem wieder mit, die zuletzt im "Fälscher" dabei war.
Die Co-Produktion mit Frankreich brachte diesmal einen sehr deutlichen Film-Noir-Stil hervor, welcher für eine gute Atmosphäre sorgt.

Das Drehbuch wurde entprechend umgearbeitet; da 1963 tatsächlich ein Postraub stattfand, schrieb man es in diesen Film mit rein. Eigentlich war "Die Gruft mit dem Rätselschloß" zur Verfilmung vorgesehen, doch diesen Film verschob man.
  • Zuschauer: 1.900.000
  • Laufzeit: 86 Minuten
Stab: Regie: Harald Reinl Drehbuch: Quentin Philips Produktion: Rialto Film, Horst Wendlandt Musik: Peter Thomas Kamera: E. W. Kalinke Schnitt: Jutta Hering
Besetzung: Joachim Fuchsberger (Jonny Gray) Karin Dor (Denise Marney) Richard Häussler (Legge) Walter Rilla (Sir Marney) Hans Clarin (Mr. Igle) Eddi Arent (Dr. Higgins) Siegfried Schürenberg (Sir John) Kai Fischer (Pia) Benno Hoffmann, Bruno W. Pantel, Artur Binder u. a.
 
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