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Die deutschen Edgar Wallace Filme - Der schwarze Abt

Die deutschen Edgar wallace Filme1963
Der schwarze Abt

Nachdem in den Ruinen der Abtei von Fossaway ein gewisser Mr. Smooth, der Besitzer eines nahe gelegenen Jagdhauses, ermordet worden ist, nehmen Inspector Puddler und sein Assistent Horatio von Scotland Yard die Ermittlungen auf. Sie nehmen im unweit gelegenen Schloss des undurchsichtigen Lord Shelford Quartier. Dessen Behauptung, dass es sich bei dem Mörder um ein altes Gespenst, den sogenannten „schwarzen Abt“, handelt, teilen die Beamten allerdings nicht.

 

Vielmehr vermuten sie das Interesse an einem sagenumwobenen Goldschatz, den man in der Abtei vermutet, als Motiv für den Mord. (1)

Als Horatio jedoch den schwarzen Abt persönlich trifft, wird es ernst. Denn es sterben noch mehr Menschen.

Wieder einmal dreht die RIALTO einen Wallace in Koproduktion mit Frankreich. Der Noir-Stil kommt hier sehr gut zum Tragen und passt zum Film. Die Story vom schwarzen Abt ist eine sehr gruselige und temporeiche. Die Umsetzung im Fim war nicht ganz so gelungen. Interessanterweise jedoch gibt es im Film nur eine Abweichung zum Originalroman: Es gibt hier zwei Äbte. Einen mit guten und einen mit bösen Absichten.

Im Roman von Wallace gab es nur einen guten Abt. Der hat völlig gereicht, um für Gruselspannung zu sorgen. Im Film brauchte man jedoch eine Gespenstergestalt, die Angst und Schrecken verbreitete, indem sie mordete. Zusätzlich gibt es im Roman noch ein Lebenselexier, hinter dem Lord Shelford her ist. Diese Idee wurde im Film fallen gelassen. Hier jagen alle nur den Goldschatz.

Die Sache mit den zwei Äbten gestaltete sich recht verwirrend. Die Auflösung am Ende wurde nur nebenbei abgehandelt, sodass dem Zuschauer ein unbefriedigendes Ende präsentiert wurde. Ein Fehler, der schon im "grünen Bogenschützen" begangen wurde. Im Buch ist es ähnlich. Dick Alford sagt nur, dass er als Abt keine bösen Absichten hegte, sondern nur wollte, dass sein Bruder nachts im Haus bliebe, anstatt dem Lebenselexier nachzujagen. Im Film war der zweite Abt der Butler, der Morde beging, weil er sich den Schatz unter den Nagel reißen wollte, und alle Schatzsucher ins Jenseits beförderte. Dieser Butler ist im Roman natürlich frei von jeder Schuld.

Joachim Fuchsberger spielt zum ersten und letzten Mal keinen Ermittler bei Wallace, sondern den Bruder des Schlossherren und den guten schwarzen Abt. Klaus Kinski darf dafür der böse Abt sein. Als Inpector agiert Charles Rengier zusammen mit Assistent Eddi Arent, der eigens für den Film wieder erfunden wurde.

Unter den biederen Wallace-Girls ist sie die biederste: Grit Böttcher. Sie spielt ihre Rolle passabel, ist aber extrem farblos und unglaubwürdig. Eine Fehlbesetzung, wie das später nur noch Uschi Glas toppen konnte. In ihrem zweiten Wallace-Auftritt ist Böttcher überzeugender.

Franz-Josef Gottlieb führte zum ersten Mal bei Wallace Regie. Seine Detailfreudigkeit kam dem atmosphärischen Krimi zugute. Gruselstimmung war also auf alle Fälle vorhanden, nur wirkt die heute, nach 50 Jahren, selbstredend nicht mehr so gut.

Mit 2,7 Millionen Besuchern stand der "schwarze Abt" ganz gut da. Somit wurden weitere Filme für die Spielzeit 63/64 vorbereitet.

  • Zuschauer: 2.700.000
  • Laufzeit: 85 Minuten

Stab: Regie: F.-J. Gottlieb Drehbuch: Johannes Kai Produktion: Rialto Film, Horst Wendlandt Musik: Martin Böttcher Kamera: Richard Angst Schnitt: Hermann Haller
Besetzung: Joachim Fuchsberger (Dick) Grit Böttcher (Leslie) Charles Rengier (Puddler) Eddi Arent (Horatio) Dieter Borsche (Lord Shelfort) Harry Wüstenhagen (Gine) Klaus Kinski (Thomas) Werner Peters (Gilder) Mady Rahl (Mary Wenner) Friedrich Schoenfelder u. a.


(1) Text aus der Wikipedia


 
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Die deutschen Edgar Wallace-Filme
 
 

Kommentare  

#1 Friedhelm 2012-05-04 03:09
Edgar Wallace war bei uns früher immer Pflichtprogramm. Ich selber habe ja den "Hund von Blackwood Castle" noch im Kino gesehen.
Beim "Abt" fand ich die Titelmusik so schön schaurig.
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