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ES GESCHAH IN BERLIN - Die Fälle des Kommissar Kappe

es geschah in BerlinES GESCHAH IN BERLIN
Die Fälle des Kommissar Kappe

Es begann im Jahre 1910. Genauer gesagt mit dem Roman "KAPPE UND DIE VERKOHLTE LEICHE" von Horst Bosetzky, mit dem die Reihe „ES GESCHAH IN BERLIN“ startete.

In diesem Roman begegnet der Leser Hermann Kappe zum ersten Mal, der darin als junger Polizist  an seinen ‚ersten‘ Fall arbeitet.


In den weiteren Kappe-Romanen, die vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg spielen, setzen Autoren wie Sybil Volks, Jan Eik, Iris Leister, Peter Brock, Wolfgang Brenner oder Petra A. Bauer die Krimi-Reihe fort, in der neben ‚fiktiven‘ Kriminalfällen auch die Zeit, in der die Ermittlungen des Kommissars Kappe stattfinden, recht authentisch wiedergegeben werden.

Doch Kappes ‚Abenteuer‘ im alten Berlin gehen auch nach seinen Abenteuern in den 1920er Jahren weiter.

So erlebt der Kommissar hautnah mit, wie die Nationalsozialisten in den 1930er Jahren nach und nach die Macht in Berlin und in ganz Deutschland an sich reißen. Vor ihnen bleibt auch die Polizeibehörde in Berlin nicht verschont, die die neuen Machthaber nach und nach unter ihre Kontrolle bringen. Das muss auch Hermann Kappe, besonders bei seinen Ermittlungen, miterleben.

In der Zeit des Nationalsozialismus bzw. während des Zweiten Weltkrieges spielen auch  „POLNISCHER TANGO“ von Jan Eik, „BEUTEZUG“ von Petra Gabriel sowie „UNTERM FALLBEIL“ von Horst Bosetzky, die drei zuletzt erschienenen Romane.

1„POLNISCHER TANGO“, geschrieben von Jan Eik, spielt in der Zeit von Oktober bis November 1940. In diesem Roman feiert Kommissar Hermann Kappe sein 30. Dienstjubiläum bei der Berliner Kriminalpolizei.

Seit einem Jahr ist Kriminal-Oberrat Dr. Morack, promovierter Jurist im Range eines SS-Standartenführers, sein Vorgesetzter.

Zu dieser Zeit befindet sich NS-Deutschland noch im Siegestaumel. Nacheinander hat die Wehrmacht die Tschechoslowakei, Polen, Norwegen, Dänemark, Holland, Belgien sowie Frankreich besetzt. Doch während Luftsiege über England gemeldet werden, fallen die ersten Bomben auf Berlin.
Je stärker der Krieg auf das Leben in der Reichshauptstadt einwirkt, desto häufiger suchen die Berliner nach Ablenkung. Eine beliebte Vergnügungsstätte ist die Rialto-Bar, in der allabendlich Swing-Musik gespielt wird.
Als Kommissar Kappe bei seinen Ermittlungen im Mordfall einer jungen Polin den Musiker Peter Zöbel, einen Halbjuden, kennenlernt, stößt er auf ein gefährliches Geheimnis. Dadurch gerät Kappe zwischen die Fronten. Denn wenn er seine Erkenntnisse weitergibt, werden unschuldige der Gestapo in den Hände fallen.

2Es ist der Mai 1942, als Kommissar Kappe in „BEUTEZUG“, geschrieben  von Petra Gabriel, in einem neuen Fall ermittelt. Er trifft  seinen ehemaligen Schulfreund Traugott Lempel wieder und wird in dessen Büro bei Rheinmetall-Borsig plötzlich Zeuge eines mysteriösen Todesfalls, als ein Mann aus dem Fenster im dritten Stock stürzt.
Kappe nimmt sofort die Ermittlungen auf, wird aber bald von seinen Vorgesetzten und der Gestapo zurückgepfiffen.

Noch ahnt der Kommissar  nicht, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Toten bei Borsig und dem Verschwinden eines jungen Mannes, um den Lempel sich sorgt. So ermittelt der Kommissar weiter und stößt bald auf Spuren über geheimnisvolle Geldtransaktionen seitens hoher NS-Funktionäre.

3In „UNTERM FALLBEIL“, geschrieben von Horst Bosetzky, feiert Hermann Kappe am 11. Februar 1944 seinen 56. Geburtstag. Doch der Kommissar kann seinen Geburtstag nicht so recht genießen. Denn nicht nur die regelmäßigen Bombenangriffe der Alliierten bestimmen das Leben in Berlin.
Im Angesicht des massenhaften Sterbens fällt es dem Kommissar von Tag zu Tag schwerer, seiner alltäglichen Ermittlungstätigkeit nachzugehen. Doch der Mord an Irmgard Klodzinsky, die erschlagen aufgefunden wird, und an einer weiteren Frau, reißen den Kommissar aus seiner Lethargie.

Was „ES GESCHAH IN BERLIN“ so interessant und so besonders macht, ist zum einen der Protagonist der Krimi-Reihe. Denn im Gegensatz zu vielen anderen ‚Helden‘ der Kriminalliteratur, altert Kommissar Kappe mit den Romanen.

In „"KAPPE UND DIE VERKOHLTE LEICHE", seinem ersten Abenteuer, ist Kappe ein junger Polizist von 22 Jahren.  In „UNTERM FALLBEIL“, dem 18. Roman der Reihe, feiert der Kommissar seinen 56. Geburtstag und hat, wie die Leser der Reihe es hautnah miterlebt haben, in über 30 Jahren deutscher Geschichte bzw. Berliner Geschichte sehr viel erlebt bzw. miterlebt.

Und das ist der zweite positive Aspekt der Krimi-Reihe. Denn in „ES GESCHAH IN BERLIN“ kommen nicht nur Fans von Kriminalromanen, sondern auch geschichtsinteressierte Leser auf ihrer Kosten, die durch die Kappe-Romane eine Menge über das Leben zwischen den Jahren 1910 und 1944 erfahren.

Sie erleben den Alltag vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg hautnah mit und in späteren Romanen auch die Zeit vor und während des Zweiten Weltkrieges.

Hier kommt natürlich noch hinzu, dass in den Kappe-Romanen, die während des Nazi-Herrschaft spielen, auch die ideologischen Konflikte innerhalb der Familien dargestellt werden. Und hierbei bleibt auch die Familie von Kommissar Kappe nicht verschont. Zudem erfährt der interessierte Leser auch einiges über die Polizeiarbeit der damaligen Zeit sowie über das Vorgehen der Gestapo und andere Organe der Nationalsozialisten.

So ist „ES BEGANN IN BERLIN“ nicht nur  eine ungewöhnliche, sondern auch  interessante Krimi-Reihe, die den Leser auf eine Zeitreise durch die 'Anfänge' des 20. Jahrhundert mitnimmt.


Polnischer Tango
von Jan Eik
Broschur, 208 Seiten
ISBN 978-3-89773-678-8
7,95 Euro

Beutezug
Von Petra Gabriel
Broschur, 192 Seiten
ISBN 978-3-89773-679-5
7,95 €

Unterm Fallbeil
Von Horst Bosetzky (-ky)
Broschur, 208 Seiten
ISBN  978-3-89773-680-1
7,95 €

ES GESCHAH IN BERLIN (erschienen im Jaron Verlag)
Horst Bosetzky: Kappe und die verkohlte Leiche (1910)
Sybil Volks: Cafe Größenwahn (1912)
Jan Eik: Der Ehrenmord (1914)
Horst Bosetzky/Jan Eik: Nach Verdun (1916)
Iris Leister: Novembertod (1918)
Horst Bosetzky: Der Lustmörder (1920)
Peter Brock: Das schöne Fräulein Li (1922)
Wolfgang Brenner: Stinnes ist tot (1924)
Petra A. Bauer: Unschuldsengel (1926)
Horst Bosetzky: Bücherwahn (1928)
Petra A. Bauer: Kunstmord (1930)
Jan Eik: Goldmacher (1932)
Klaus Vater: Am Abgrund (1934)
Horst Bosetzky: Mit Feuereifer (1936)
Jan Eik: In der Falle (1938)
Jan Eik: Polnischer Tango (1940)
Petra Gabriel: Beutezug (1942)
Horst Bosetzky: Unterm Fallbeil (1944)

Jaron-verlag.de

 © by Ingo Löchel

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