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Jerry Cotton - Die Heftromanserie - Die Autoren: Ein Interview mit J. J. Preyer

Jerry Cotton - Die HeftromanserieEIN INTERVIEW MIT DEM NEUEN AUTOR
J. J. PREYER

J. J. Preyer ist neu bei Jerry Cotton. Er sagt: »Ich schreibe seit meiner Kindheit. Einer meiner ersten Texte war ein Kriminalroman, angelehnt an ,Die Grube und das Pendel' von Edgar Allan Poe, festgehalten handschriftlich in einem linierten Schulheft. Wenn ich heute in dieses Manuskript schaue, erkenne ich schon alle Elemente meines heutigen Schreibens im Anfangsstadium. Mit vierzehn Jahren verfasste ich eine Weihnachtsgeschichte, die von der lokalen Zeitung veröffentlicht wurde. Dafür erhielt ich mein erstes Honorar.«

Heute ist er einer derjenigen, der die Abenteuer des berühmtesten deutschen FBI-Agenten in Worte fasst.
J. J. PreyerZauberspiegel: Herr Preyer, mit dem Roman WASSERSPIELE (JC # 2761, 18.05.2010) gaben Sie vor kurzer Zeit Ihr Jerry Cotton-Debüt im Bastei Verlag. Wovon handelte der Roman?
J. J. Preyer: Im Zentrum von WASSERSPIELE steht die Bedrohung der Wasserversorgung New Yorks. Der Ausgangspunkt war mein persönliches Interesse, in Erfahrung zu bringen, von woher das New Yorker Wasser kommt. Ich war erstaunt herauszufinden, wie verletzlich die Metropole tatsächlich in dieser Hinsicht ist.

Zauberspiegel: Haben Sie sich als Jerry Cotton-Autor beim Verlag 'beworben' oder trat der Bastei Verlag an Sie heran?
J. J. Preyer:
Ich sandte Ende des letzten Jahres einen Jerry-Cotton-Roman an den Bastei Verlag. Der Lektor, Dr. Marzin, meinte, dass dieses Manuskript noch nicht der
Linie der Serie entspreche, er aber Potenzial darin sehe und interessiert wäre,wenn ich es nach Studium des Serien-Exposés nochmal versuchte.
Bei den folgenden Romanen begann ich das raue, aber sehr professionelle schriftliche und auch telefonische Feedback des Lektors zu schätzen. In Abwandlung des Titels einer Fernsehserie kann man diese Kooperation als HART, ABER SCHMERZLICH bezeichnen.

Wasserspieke

Zauberspiegel: Mit SCHLANGENNESTER (JC # 2766, 22.06.2010) und GEISTERFAHRER (JC # 2774, 17.08.2010) folgten bereits zwei weitere Jerry Cotton-Romane. Sind weitere von Ihnen in Planung?
J. J. Preyer:
Am 4. November erscheint mein neuer Cotton mit dem Titel FAULER ZAUBER, der im Milieu der Magier spielt, und im neuen Jahr soll es weitergehen.

Zauberspiegel: Haben Sie früher selbst Romane mit dem FBI-Agenten gelesen?
J. J. Preyer:
Meine bevorzugte Serie war Kommissar X, aber ich las auch Cotton. In meinem damals jugendlichen Ungestüm war mir Jerry jedoch zu brav, während Jo Walker einiges von C. H. Guenters literarischer "Verrücktheit" zeigte, die mir näher lag.

Zauberspiegel: Haben Sie sonst freie Hand in Bezug auf die Figuren und die Handlung?
J. J. Preyer:
Die Charakterisierung der Hauptfiguren der Cotton-Serie ist in einem Serienexposé vorgegeben, ansonsten hat man freie Hand. Das heißt, man reicht ein detailliertes Exposé des konkreten Romans ein und bekommt per Mail das Okay oder Änderungswünsche.

Zauberspiegel:
Können Sie auch eigene Ideen etc. in die Romane mit einbringen?
J. J. Preyer:
Die Storys und die Themen stammen von mir und entsprechen meinen Vorlieben. Eine interessante Übung für mich war es aber, mich mit meinen Romanen in einen bestehenden, eher engen Rahmen einzufügen, also diszipliniert zu sein. Eine Eigenschaft, um die ich mich immer wieder neu bemühen muss. Und mich reizt es natürlich außerordentlich, für die einzige große Krimi-Serie im Heftromanbereich, die es noch gibt, zu schreiben.

Zauberspiegel: Wer ist eigentlich beim Bastei Verlag für die Jerry Cotton-Exposés, bzw. für die Serie verantwortlich?
J. J. Preyer:
Meine Ansprechperson ist Dr. Florian Marzin, der früher bei Pabel Moewig tätig war. Er ist, wie gesagt, ein Mann, der kein Blatt vor den Mund nimmt, sich aber von Argumenten überzeugen lässt.

Zauberspiegel: Wie bereiten Sie sich persönlich auf Ihre Jerry Cotton-Romane vor?
J. J. Preyer:
Ich finde ein Thema, das mich interessiert. Das waren bisher die Wasserversorgung New Yorks, die Möglichkeiten der Manipulation von Behörden und Firmen durch Beratungsfirmen, die Rückrufe von Autos großer Hersteller sowie die Manipulation der Elektronik und schließlich ein Duell der Fernsehmagier. Daraus entwickle ich eine Story, die auch noch persönliche Verwicklungen der handelnden Personen aufweist, abgesehen natürlich von Jerry und Phil, die unverrückbar über  all den Wirren stehen.

Zauberspiegel: Was fasziniert Sie persönlich an der Figur des FBI-Agenten?
J. J. Preyer:
Für mich ist Jerry Cotton der absolute Profi, der auf alle Mätzchen und Spielchen verzichtet, weil er sein Metier perfekt beherrscht. Genauso sollte der ideale Cotton-Autor sein.

Sherlock Holmes und der Fluch der Titanic

Zauberspiegel: Im Oktober 2010 erscheinen - meines Wissens - zwei neue Romane von Ihnen im Blitz Verlag. Zum einen Ihr zweiter Larry Brent-Roman DIE DAVINCI-LOGE sowie mit SHERLOCK HOLMES UND DER FLUCH DER TITANIC auch Ihr dritter Sherlock Holmes-Roman. Können Sie uns kurz etwas über die Inhalte der beiden Romane verraten?
J. J. Preyer:
In die DAVINCI-LOGE habe ich erstmals in meiner Laufbahn übernatürliche Elemente eingebaut. Bei der Lösung des Falles stößt Larry Brent auf das Voynich-Manuskript, das in seinen Augen von Leonardo da Vinci verfasst wurde und in verschlüsselter Form ein Geheimnis enthält.
Wer das Manuskript entziffern kann, besitzt damit den Schlüssel zu einem Wissen, das in den richtigen Händen die Menschheit weiterbringen kann, in den falschen Händen jedoch hoch gefährlich ist. Die Verschlüsselung entspricht einer bestimmten DNA.
So wie die Doppelhelix der DNA eine Spiegelung ist, so existiert, dem Text des Voynich-Manuskripts zufolge, eine Parallelwelt, ein zweites Universum. Und es gab immer wieder Berührungspunkte zwischen diesen Welten. Dämonen drangen ein in unsere Welt. Wesen mit bedeutend mehr Energie und Fähigkeiten als die Menschen. Fähigkeiten im Guten wie im Bösen. Die Wunder der Götter, aber auch die Gräueltaten von Dämonen zeugen von diesen jenseitigen Kräften.
In SHERLOCK HOLMES UND DER FLUCH DER TITANIC löst der Detektiv das Rätsel um den Untergang der Titanic, indem er zwei Jahre später eine Gedenkreise auf dem Schwesterschiff organisiert und Überlebende der ersten, fatalen Reise dazu einlädt. Bei der Arbeit an diesem Buch haben mich die Stimmungen der eisigen See, eine englische Winterlandschaft voll beklemmender Stille sowie das Schweigen eines geschockten Kindes besonders berührt.

Zauberspiegel: Wird es in DIE DAVINCI-LOGE neben Larry Brent auch ein Wiedersehen mit anderen bekannten Figuren aus der Serie geben?
J. J. Preyer:
Entsprechend den Parallelwelten, auf denen der Kern des Romans aufbaut, gibt es Doppelgänger wichtiger Personen, darunter auch von X-Ray-1 und Larry Brent selbst. Mehr soll nicht verraten werden. Ach ja, natürlich gibt es auch schöne, interessante Frauen, in diesem Fall Larrys Brents Freundin sowie Morna Ulbrandson.

Zauberspiegel: Spielt im neuen Sherlock Holmes-Roman auch wieder der Sohn von Moriarty mit?
J. J. Preyer:
Dieses Mal nicht. Dafür gibt es ein Wiedersehen mit DER Frau im Leben des Detektivs, mit Irene Adler, die Holmes zu einem beruflichen Duell herausfordert. Auseinandersetzung Mann-Frau in Form eines Holmes-Romans.

Zauberspiegel: Sind weitere Larry Brent- und Sherlock Holmes-Romane für die Zukunft geplant?
J. J. Preyer:
Mit großem Vergnügen würde ich einen weiteren Holmes-Roman schreiben. Larry Brent gegenüber verhalte ich mich vorsichtiger. Die intensive Beschäftigung mit dunklen Mächten ist meiner seelischen Balance nicht immer zuträglich. Man versetzt sich beim Schreiben doch sehr in die Figuren und ihre Welt. Und wer weiß, was einem dabei alles zustoßen kann?

Zauberspiegel: Würde es Sie persönlich reizen, auch mal einen "Mister Dynamit"- und/oder "Kommissar X"-Roman zu schreiben?
J. J. Preyer: MISTER DYNAMIT-Roman werde ich aus Ehrfurcht vor C. H. Guenter keinen verfassen. Das konnte er selbst am besten. Ihn nachzuahmen, käme für mich einem Sakrileg gleich. KOMMISSAR X jederzeit, wenn ein guter Verlag dafür Interesse zeigte. Jo Walker, der ja auch seinen Vornamen mit mir gemeinsam hat, ist ein Freund seit Jugendtagen.

Zauberspiegel: Welche weiteren Romane (neben Larry Brent, Holmes und Jerry Cotton) können die Fans und Leser in naher Zukunft von Ihnen erwarten?
J. J. Preyer:
Ende März 2011 erscheint im Wiener Verlagshaus Hernals ein großer Roman mit über 300 Seiten, ein Krimi, in dem König Ludwig II. eine wichtige Rolle spielt. Die Hauptfigur des in der Gegenwart angesiedelten Romans ist ein an Krebs erkrankter Wagner-Regisseur, der sich zur Ablenkung von der schmerzhaften Chemotherapie mit Wagner-Freund Ludwig zu beschäftigen beginnt und dabei auch das Mordkomplott gegen ihn selbst aufdeckt. Der Titel LUDWIGSMORD.
Zur Zeit schreibe ich an einem weiteren großen Roman, in dem die Seele der Hauptfigur, des Detektivs, stark mit dem Wesen des Täters mitschwingt, ohne dass sich der Mann dieses Umstandes bewusst ist.

Zauberspiegel:  Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.

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