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Sie hat keinen Namen... - Brett McBeans Psychotriller DIE MUTTER

MutterSie hat keinen Namen...
...und sie sucht den Mörder ihrer Tochter
Brett McBeans Psychotriller DIE MUTTER

Nun, wer ist Brett McBean eigentlich? Im Internet findet man nicht wirklich viel über den Autor Brett McBean und wer denn doch etwas mehr wissen möchte, dem schlage ich vor seine Homepage zu besuchen sofern man der englischen Sprache mächtig ist. Ich bin es bekennender Weise nicht, zumal ich dieser "Weltsprache" nie wirklich etwas abgewinnen konnte. McBeans Buch DIE MUTTER kann ich jedoch sehr viel abgewinnen!

 

Brett McBEanBleiben wir jedoch noch etwas bei Brett McBean der in Melbourne/Australien geboren wurde. Beim durchsehen seiner Homepage wurde mir McBean jedenfalls durchaus sehr vertraut in den Dingen die er so liebt. In seiner Hitliste von Romanen findet man Bret Easton Ellis mit AMERICAN PSYCHO ebenso wie Richard Laymon mit BLOOD GAMES, THE GIRL NEXT DOOR von Jack Ketchum oder Stephen King mit THE SHINING. Auch was Filme angeht kommt er mir recht nahe mit Streifen wie DAWN OF THE DEAD, EVIL DEAD, PSYCHO, THE LOST BOYS oder CANIBAL HOLOCAUST. Neben den recht blutigen Filmen kommen aber auch solche wie STAND BY ME (nach einer Novelle von Stephen King), TAXI DRIVER oder ROCKY zum tragen, die ich auch recht gerne mag. Der Autor Brett McBean hat also schon einige Eigenschaften mit denen er mir recht schnell ans Herz wachsen kann.

Aufgefallen ist mir Brett McBean bereits im Kurzgeschichtenband NECROPHOBIA 3., ZART WIE BABYHAUT mit seiner Kurzgeschichte GENIE EINES KRANKEN GEISTES, daß laut Frank Festa seine Erstveröffendlichung im Internet im Jahre 2000 hatte. Und weil er auch Frank Festa aufgefallen war, sicherte sich besagter Verleger auch gleich die Rechte von Brett McBeans Buch DIE MUTTER für den deutschen Buchmarkt, dass nun endlich ende Juni über den Festa-Verlag bestellbar ist. Insgesamt dürfte Brett McBean der jüngste Autor sein über den ich bisher hier einen Artikel veröffendlicht habe und bestimmt wird man noch einiges mehr von ihm hören.

Die MutterEinige Einblicke in DIE MUTTER
Eigentlich erfahren wir außer aus einem Brief den sie schreibt nicht wirklich viel von ihrer eigentlichen Person, dafür aber von ihren Beweggründen warum sie diesen selbstzerstörerischen Weg geht. In Wirklichkeit erfahren wir nicht einmal ihren Namen denn bei jedem bei dem sie im Wagen zusteigt nennt sie sich anders und eigentlich hat sie längst ihren eigenen Namen vergessen.

Ihr Leben spielt sich auf dem Hume Freeway zwischen Melbourne und Sydney ab, wo sie eines Tages darauf hofft, per Anhalter den Mann zu finden der ihre Tochter Rebecca auf grausame Weise ermordet hat. Und auf dem Hume trifft man nicht immer nette Menschen! Da gibt es solche wie einen Trucker der zwar Homosexuell ist und ein Doppelleben führt, ihr aber helfen will weil ihn ihre Verzweiflung nicht kalt lässt und dabei selbst auf grausame Art und Weise sterben muss. Nicht weil er Rebeccas Mörder gefunden hätte, sondern einfach weil er schwul ist. Ein anderer liebt es junge Anhalterinnen Angst zu machen um diese Angst in ihren Bildern festhalten zu können und wieder andere befinden sich auf ihrer letzten Fahrt in ihre Vergangenheit weil der Krebs bereits das Ende vorbestimmt hat. Auf all diese Menschen trifft die "Mutter" während sie ihre Suche zum einzigen Lebensinhalt macht und sich selbst dabei immer ein Stück mehr verliert - ja, zerstört!

Dabei ist die "Mutter" eigentlich keine wirkliche Kämpferin die aus Rache Selbstjustiz verüben will sondern eher eine gebrochene Frau deren Besessenheit sie innerlich und gefühlsmäßig ausbrennen lässt. Sie zahlt wenn es sein muß mit Sex um ihrem Ziel näher zu kommen, sie wird brutal vergewaltigt und fast zu Tode gefoltert. Sie läßt so ziemlich alles über sich ergehen nur um ihr Ziel zu erreichen. Doch was würde passieren wenn sie den Mörder ihrer Tochter wirklich trifft?
"Ich existiere nicht mehr. Ich bin eine Hülle. Und ich werde solange weitertrampen, bis meine Hülle völlig zerstört ist."
 (Zitat aus DIE MUTTER / Seite 326)
The MotherZum Roman selbst
Zwei Dinge fallen bei dem Roman DIE MUTTER von Brett McBean auf. Auf der einen Seite wird der Roman als "Horror TB" bezeichnet und auf der anderen Seite als "Psychotriller". Nun liebe Leser, beides trifft hier eigentlich zu denn was wir hier zumeist durch die Augen derer die auf die "Mutter" treffen miterleben, ist oftmals blanker Horror. Oder sollte ich sagen ein Psychoterror nicht nur für sanfte Gemüter?

In einigen Beiträgen anderer Foren vergleicht man Brett McBeans Roman DIE MUTTER bereits mit Jack Ketchums Roman EVIL und ich muss sagen das McBean ebenso direkt, hart und unnachgiebig schreibt wie Jack Ketchum. Trotzdem würde ich hier eher einen Vergleich ziehen wollen zu Bret Easton Ellis Roman AMERICAN PSYCHO. Brett McBean gelingt es nämlich die Kälte einiger seiner Protagonisten förmlich greifbar zu machen, dann wieder ungeschönt und rotzfrech den Leser auf eine Achterbahn des Schreckens zu führen, deren Taten und Folgen äußerst Real erscheinen weil sie eben nicht unrealistisch sind. Der Leser erlebt eigentlich Momentaufnahmen die sich wie Perlen an einer Schnur aufreihen, manche bedächtig, andere erschreckend und wieder andere blutig!
"McBean schleift Dich einmal durch die Hölle und zurück - und dabei schreist Du die ganze Zeit."
 (Zitat von Steve Gerlach: Klappentext/DIE MUTTER)
Nun liebe Leser, geschrieen habe ich beim lesen nicht (das hätten meine Nachbarn auch irgendwann unterbunden), aber was Steve Gerlach damit ausdrücken will ist mir beim lesen durchaus recht geläufig geworden. Tamara Thorne bringt es mit ihrem Satz glaube ich da verständlicher für den interessierten Leser herüber wenn sie sagt:
"Brett McBean zwingt dich, immer weiterzulesen, auch wenn es dich schüttelt."
 (Zitat von Tamara Thorne: Klappentext/DIE MUTTER)
The MotherFazit
Brett McBeans Roman DIE MUTTER gelang es nicht mich gefühlsmäßig so aufzuwühlen wie es Jack Ketchums EVIL konnte, dies liegt aber auch an der sich steigernden Bedrohung die Ketchum in EVIL langsam aufzubauen vermochte.

Schlechter ist Brett McBeans Roman DIE MUTTER deshalb aber nicht. Vielmehr schleift McBean den Leser/die Leserin gleich zu Anfang bereits in eine Situation des scheinbar banalen Schreckens. Eine Situation die wir auf erschreckende Weise als sehr realistisch wahrnehmen können weil sie nicht abwegig oder phantastisch wirkt. Man landet bei McBean also quasi gleich im eiskalten Wasser.

Wer bitte kennt die wohlgemeinten Ratschläge besorgter Eltern gegenüber ihren Kindern nicht, in denen diese gewarnt werden nicht per Anhalter zu fahren - aus gutem Grund! Wie oft aber werden diese Ratschläge von Kindern und Jugendlichen einfach ignoriert! Nun liebe Leser, ich war schon immer ein Anhänger der Schocktherapie!

Geben sie ihren Töchtern und Söhnen einfach mal Brett McBeans Roman DIE MUTTER zu lesen und wenn ihre Sprösslinge nicht gänzlich gefühlsmäßig abgestorben sind wie eben die Romanfigur der "Mutter", garantiere ich ihnen das sie in nächster Zeit oder für immer nie wieder den Daumen an der Landstraße hochhalten werden.


Die MutterDaten zum Buch:
DIE MUTTER
(The Mother)
von Brett McBean
Horror Taschenbuch 1528
ISBN: 978-3-86552-093-7
370 Seiten / 13,95 €
Erstauflage: Juni 2010
FESTA-Verlag

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