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Ein britischer Krimi-Autor: SAX ROHMER

Ein britischer KrimiautorSAX ROHMER
(1883 –- 1959)

Arthur Henry Ward wurde am 15. Februar 1883 als Sohn von William Ward und Margaret Mary (Furey) Ward in Birmingham, England, geboren.

Der junge Rohmer ging bis zu seinem 9. bzw.10. Lebensjahr nicht zur Schule, wurde aber bis dahin von seinem Vater unterrichtet der ihm lesen und schreiben beibrachte.

Nach dem der junge Rohmer die Schule beendet hatte, arbeitete er in verschiedenen Jobs, so u. a.  als Bankangestellter, als Angestellter in einer Gasfirma oder als Reporter. Während dieser Zeit vergaß er nie seinen Traum, Schriftsteller zu werden, und so startete er im Alter von 20 seine schriftstellerische Karriere.
"My earliest interests were centered in Ancient Egypt and I accumulated a large library on Egyptology and occult literature."  (1)
Sax RohmerDIE ANFÄNGE SEINER KARRIERE
1903 veröffentlichte Sax Rohmer  mit “THE MYSTERIOUS MUMMY” seine erste Kurzgeschichte in “PEARSON’S WEEKLY”. Sechs Jahre später heiratete er Rose Elizabeth Knox, deren Vater ein bekannter Komödiant  in Rohmers Jugend gewesen war. Zwei Jahre blieb die Heirat allerdings gegenüber Roses Familie ein Geheimnis. Während dieser Zeit lebte Rose mit ihrer Schwester und Rohmer mit seinem Vater zusammen.

1910 wurde mit „PAUSE“, sein erster Roman veröffentlicht, der allerdings nicht unter seinem eigenen Namen, sondern Anonym erschien. Zwei Jahre später erblickte mit der Erzählung „THE ZAYAT KISS“ (1912), in der Oktober-Ausgabe des britischen Magazins „THE STORY-TELLER“, DR. FU MANCHU das Licht der Welt.

Im Juni 1913 erschien mit “THE MYSTERY OF DR. FU MANCHU” der erste Fu Manchu-Roman in England. Drei Monate später, genauer gesagt im September 1913, wurde das Buch unter dem Titel „THE INSIDIOUS DR. FU MANCHU“ auch in  den USA veröffenticht. Der Roman, in der der Bösewicht Dr. Fu Man Chu versucht die Weltherrschaft an sich zu reißen, was sein Gegenspieler Inspektor Nayland Smith von Scotland Yard mit allen Mitteln zu verhindern weiß, war sehr erfolgreich und machte Rohmer über Nacht berühmt. Zudem avancierte er mit seinen weiteren Romanen zu einen der Bestsellerautoren der 1920er und 1930er Jahre.

ColliersAm 15. Feburar 1915 wurde das Dr. Fu Manchu-Debut  „THE ZAYAT KISS“ auch im amerikanischen Magazin „Collier’s Weekly“ (das von Peter Fenelon Collier gegründet worden war und von 1888 bis zum 4. Januar 1957 erschien) veröffentlicht. Danach erschienen bis zum 19. März 1949 Rohmers Geschichten und seine Romane in Fortsetzungen in insgesamt 208 Ausgaben des Magazins.

“. . . the perennial serialists for Collier's were Sax Rohmer, with his Fu Manchu, and Arthur Somers Roche, specialist in the modern love story in what used to be called "high life." These writers, with unflagging invention, wrote millions of words for Collier's over a long series of years. Though there was an essential sameness in the production of each of them, their "fans" seem never to have been sated.
And those fans---especially the "Fu Manchu" addicts---were sometimes found in surprising places. Chenery tells of calling on President Coolidge at the White House and being pleased to have him say that he had recently been reading Collier's with great attention; indeed, he had been sending a White House messenger out to a dealer on the avenue to get advance copies each week.
The magazine was then running an important series by Shepherd and Chenery ventured to ask the President's opinion on those articles, only to find that all he was reading in the weekly was the current Sax Rohmer mystery; he just could not wait each week to learn whether the hero would foil Fu Manchu and how.
”
(2)

The Yellow Claw1915 erblickte mit dem Roman “THE YELLOW CLAW”  der Rohmer-Held GASTON MAX das Licht der Romanwelt. 1920 wurde das Buch unter der Regie von René Plaissetty unter dem gleichnamigen Titel von Hollywood verfilmt.  In den Hauptrollen waren Kitty Fielder als Lady of the Poppies, Norman Page als  Soames,  Harvey Braban als Gaston Max  und  Sydney Seaward als Inspector Dunbar zu sehen. „THE YELLOW CLAW“ war damit der erste Rohmer-Roman, der verfilmt wurde.

Im Februar 1916 erschien mit “THE RETURN OF DR. FU-MANCHU“ das zweite Buch-Abenteuer mit dem Bösewicht in Amerika. Erst knapp ein Monat später, genauer gesagt am 2. März, erschien der Roman unter dem Titel „THE DEVIL DOCTOR“ auch in England. Ein Jahr später erschien das dritte Abenteuer mit Fu Man Chu unter dem Titel „THE SI-FAN MYSTERIES“, das im  selben Jahr unter dem Titel „THE HAND OF FU-MANCHU“ auch in den USA veröffentlicht wurde, in dem der Bösewicht das Zeitliche segnet.

Aufgrund seines großen Interesses am Mystiszismus und am Okkultismus trat Rohmer der “STELLA MATUTINA“„HERMETIC ORDER OF THE GOLDEN DAWN“, die von William Butler Yeats geführt wurde.

Sein Interesse an dem Übernatürlichen spiegelte sich zudem auch in einigen seiner Werke wieder. So in dem 1918 erschienenen Mumien-Roman „BROOD OF THE WITCH QUEEN“ sowie in den Romanen “THE GREEN EYES OF BAST“, 1920 (ein Okkult – Roman über die Geheimnisse des alten Ägyptens), „GREY FACE“, 1924,  (ein Roman über die Widergeburt des Magiers Cagliostro) sowie im theosophische Roman “THE ORCHARD OF TEARS”. Rohmer soll – laut einigen Biographen - neben der „STELLA MATUTINA“ auch noch in mehreren anderen okkultistischen Vereinigungen Mitglied gewesen sein. bei, der Nachfolgeorganisation des

"Some of the things that Sax learned in these occult societies probably found their way into the stories, and here, obviously, is the source from which he obtained the idea of a secret brotherhood holding arcane knowledge, which he has used in such books as The Bat Flies Low.” (3)

1918 erschien neben der die Kurzgeschichtensammlung „TALES OF SECRET EGYPT“  auch der erste RED KERRY-Roman “DOPE”, einer der wohl ersten Kriminalromane  über den Rauschgifthandel.

“The increasing drug habit has had my attention for some time past & knowing of the link existing between certain purveyers frequenting the night clubs & like resorts- & Limehouse, I saw an opportunity for a dramatic & strongly contrasted novel. Some of my inquiries have brought to light very odd facts respecting this traffic, the increase in which I ascribe to the spirit restrictions.”  (4)

1919 wurde mit “THE GOLDEN SCORPION” der zweite Roman mit Gaston Max veröffentlicht. Zwei Jahre später erschien mit „BAT-WING“, der erste Roman mit PAUL HARLEY, gefolgt von „FIRE-TONGUE“, dem zweiten Abenteuer und letzten Abenteuer mit diesem Protagonisten. 1926 kam "YELLOW SHADOWS“,  der zweite und letzte Roman mit RED KERRY heraus.

"Sax Rohmer is a literary genius. He uses a good bit more description than I care for, but his work shows extreme talent. His stories are interesting and his plots are wonderful. He must be an Englishman, or he must have spent a good deal of time in London, for he knows more about that city than I do of my own."  (5)

DIE SAX ROHMER-VERFILMUNGEN
Im Jahre 1929 drehte Hollywood mit „THE MYSTERIOUS DR. FU MANCHU” den ersten FU MANCHU-Film.  Es folgten „THE RETURN OF DR. FU MANCHU” (1930) und “DAUGHTER OF THE DRAGON“ (1931). In allen drei Filmen spielte der Schauspieler Warner Oland die Rolle des Fu Manchu und O. P Heggie ist darin als Inspektor Nayland Smith zu sehen.

Bors Karloff als Fu Man Chu1932 brillierte BORIS KARLOFF als Bösewichte im Film  „THE MASK OF FU-MANCHU“. Karloff, der durch den Film „FRANKENSTEIN“ weltberühmt geworden war. spielte den Dr. Fu Manchu mit so großer Intensität und Leinwandpräsenz, als wäre ihm die Rolle auf dem Leib geschrieben worden und spielte die anderen Schauspieler des Films glatt an die Wand.

Erst in den 1940er Jahren ging es mit den Fu Man Chu-Verfilmungen weiter.  1940 wurde ein Serial unter dem Titel „DRUMS OF FU MANCHU“ gedreht. Drei Jahre später folgte ein Film unter dem gleichnamigen Titel. In beiden Verfilmungen mimte der Schauspieler Henry Brandon den Fu Man Chu. In der Rolle seines Gegenspielers war William Royle als Nayland Smith zu sehen.

Glen Gordon als TV Fu Ma Chu1956 wurde eine TV-Serie unter dem Titel “THE ADVENTURES OF DR. FU MANCHU“ gedreht, der aber kein Erfolg beschieden war. Darin spielte Glen Gorden die Rolle des Bösewichtes.

1965 startete mit „ICH, Dr. FU MAN CHU“ (The Face of Fu Manchu) eine erneute Fu Man Chu-Welle in die Kinos: 

Christopher Lee als Fu Man ChuMit CHRISTOPHER LEE, in der Rolle des diabolischen Bösewichtes, brillierte ein weiterer Star des Horror-Films, der eine ähnliche Leinwandpräsenz sein Eigen nennen kann, wie vor 30 Jahren Boris Karloff als Fu Manchu.

Der Film war so erfolgreich, dass zwischen 1966 und 1969 vier weitere Fu Man Chu-Streifen mit Christopher Lee in der Hauptrolle gedreht wurden:
  • 1. „Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu“ (The Brides of Fu Manchu), 1966
    2. „Die Rache des Dr. Fu Man Chu“ (The Vengeance of Fu Manchu), 1967
    3. „Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu“ (The Blood of Fu Manchu), 1968
    4. „Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu“ (The Castle of Fu Manchu), 1969

FU MANCHU KEHRT ZURÜCK
Seven Sins1931 ließ Sax Rohmer in dem Roman „DAUGHTER OF FU MAN CHU“ den Bösewicht wieder ‚auferstehen‘. Die nächsten Romane folgten Schlag auf Schlag. Bis 1941 erschienen sechs weitere Abenteuer mit dem Bösewicht und 1944 mit “SEVEN SINS” der letzte Gaston Max-Roman.

Der große Erfolg seiner Bücher brachte Sax Rohmer für kurze Zeit eine gewisse finanzielle Sicherheit. Er reiste mit seiner Frau in den Nahen Osten, nach Jamaica sowie nach Ägypten und baute ein Haus in Surrey, das er „Little Gatton“ nannte. Aber das Geld ging schneller weg, als er es durch seine Schreiberei verdienen konnte. Auch Rohmers Instinkte für Geschäfte waren nicht die besten. Zudem verspielte er das meiste seines verdienten Geldes in Monte Carlo.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen die Rohmers nach New York City. Von da ging es  weiter nach Greenwich, Connecticut, bevor sie sich schließlich in White Plains, New York, niederließen. 1948 erschien “SHADOW OF FU MANCHU”. Ein Jahr später folgte sein okkulter Roman „HANGOVER HOUSE“ sowie 1950 mit „SINS OF SUMURU“, der erste Roman seiner fünfteiligen SUMURU-Reihe, deren letzter Teil 1956 unter dem Titel „SINISTER MADONNA“ veröffentlicht wurde.

1955 verkaufte Rohmer die Film-, Fernsehen- und Radio-Rechte seiner Bücher für mehr als 4 Millionen Dollar. Vier Jahre später erschien mit „EMPEROR FU MANCHU“, der 13. und letzte FU MAN CHU-Roman. Sax Rohmer verstarb am 1. Juni 1959 in White Plains, New York, USA.

BIBLIOGRAPHIE

Dr. Fu Manchu
The Mystery of Dr Fu-Manchu/ The Insidious Dr Fu Manchu (1913)
The Devil Doctor/ The Return of Dr Fu-Manchu (1916)
The Si-Fan Mysteries/ The Hand of Fu-Manchu (1917)
Daughter of Fu Manchu (1931)
The Mask of Fu Manchu (1932)
Fu Manchu's Bride/ The Bride of Fu Manchu (1933)
The Trail of Fu Manchu (1934)
President Fu Manchu (1936)
The Drums of Fu Manchu (1939)
The Island of Fu Manchu (1941)
Shadow of Fu Manchu (1948)
Re-Enter Fu Manchu (1957)
Emperor Fu Manchu (1959)

Gaston Max
The Yellow Claw (1915)
The Golden Scorpion (1919)
The Day the World Ended (1930)
Seven Sins (1943)

Red Kerry
Dope: A Story of Chinatown and the Drug Traffic (1919)
Yellow Shadows (1925)

 
Paul Harley
Bat-Wing (1921)
Fire-Tongue (1921)

 
Sumuru
Sins of Sumuru (1950)
Sumuru/ Slaves of Sumuru (1951)
Virgin in Flames/The Fire Goddess (1952)
Return of Sumura/Sand and Satin (1954)
Sinister Madonna (1956)

 
Sonstige Romane
Pause! (1910)
The Exploits of Captain O'Hagan (1916)
Brood of the Witch Queen (1918)
The Orchard of Tears (1918)
The Quest of the Sacred Slipper (1919)
The Green Eyes of Bast (1920)
Grey Face (1924)
Moon of Madness (1927)
She Who Sleeps (1928)
The Emperor of America (1929)
Yu'an Hee See Laughs (1932)
The Bat Flies Low (1935)
White Velvet (1936)
Egyptian Nights/Bimbashi Baruk of Egypt (1944)
Hangover House (1949)
Wulfheim (1950) (als Michael Furey)
The Moon Is Red (1954)

Anthologien
The Sins of Severac Bablon (1914)
Tales of Secret Egypt (1918)
The Dream Detective (1920)
The Haunting of Low Fennel (1920)
Tales of Chinatown (1922)
Tales of East and West (1932)
Salute to Bazarada: And Other Stories (1939)
The Secret of Holm Peel: And Other Strange Stories (1970)

Kurzgeschichten  (Eine Auswahl)
The Mysterious Mummy (1903)
The Zayat Kiss (1913)
Tcheriapin (1922)  
Red Mist (1924)
Lord of the Jackals (1927)


(1) Sax Rohmer
(2) Frank Luther Mott's A History of American Magazines, 1885-1905
(3) Peter Haining
(4) Sax Rohmer
(5) Richard Knorp

© by Ingo Löchel

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Kommentare  

#1 Walter Mayrhofer 2018-01-08 17:43
1967 erschien der Film "Sumuru, die Tochter des Satans" und 1969 "Die sieben Männer der Sumuru"
Neues Film Programm 4650
NFP 5305
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#2 AARN MUNRO 2018-01-09 10:58
The Emperor of America hatte mich sehr amüsiert. Rasant und schnell.
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