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Mickey Spillane: Ich, der Richter

Mickey Spillane - Mike Hammer & Co.Mike Hammer 1
Ich, der Richter
von Mickey Spillane

Jack Williams war tot, bestialisch ermordet. Er war mein bester Freund gewesen, war durch dick und dünn mit mir gegangen. Mit tat seine Frau leid - und ich hasste seinen Mörder.

Ich machte Jagd auf ihn, und daraus wurde ein Wettrennen zwischen Pat und mir.

Ich, der RichterPat, der Mann von der Mordkommission, wusste genau, warum er den Mörder vor mir erwischen musste. Denn wenn ich ihn als erster fand, konnte er sich auf was gefasst machen.

Ich wollte mich nämlich nicht damit begnügen, dieses Verbrechen nur aufzuklären. Ich hatte mir vorgenommen, für den Mörder gleichzeitig Richter und Henker zu sein...

Aufgrund akuten Geldmangels schrieb der Autor Mickey Spillane seinen ersten Roman "I, the Jury" in nur 19 Tagen.
Nachdem das Buch von vier Verlagen abgelehnt wurde, sandte Spillane seinen Debütroman an den Verlag E. P. Dutton, der "I, the Jury" 1947 als Hardcover veröffentlichte.

Der Kriminalroman "I, the Jury" wurde nach seiner Veröffentlichung ein Riesenerfolg. Zusammen mit der Dutton-Hardcover-Ausgabe des Romans (1947) sowie mit der Signet-Paperback-Ausgabe (Dezember 1948) verkaufte sich der erste "Mike Hammer"-Roman in den 1940er-Jahren insgesamt 6 ½ Millionen Mal in den USA.

1953 wurde "I, the Jury" mit Biff Elliot als Mike Hammer, Preston Foster als Captain Pat Chambers, Peggie Castle als Charlotte Manning und Margaret Sheridan als Velda zum ersten Mal verfilmt.

1982 folgte unter der Regie Richard T. Heffron die zweite Verfilmung von Mickey Spillanes Romanstoff. Diesmal mit Armand Assante als Mike Hammer, Barbara Carrera als Dr. Charlotte Bennett, Laurene Landon als Velda und Paul Sorvino als Detective Pat Chambers

In Deutschland wurde der erste "Mike Hammer"-Romane "I, the Jury" im Jahr 1953 als Leihbuch unter dem Titel "Ich, der Richter" vom Amsel-Verlag veröffentlicht.
1954 erfolgte jedoch eine Indizierung des Kriminalromans durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften.
Das hatte zur Folge, dass der "Mike Hammer"-Roman "Ich, der Richter" ab den 1960er Jahren in Deutschland nur noch in gekürzter Fassung erscheinen konnte und durfte. Erst 1996 wurde der Mike Hammer in einer ungekürzter Fassung im Rotbuch Verlag veröffentlicht.

Selbst nach über 70 Jahren beeindruckt der Roman "Ich, der Richter", den interessierten Krimi-Fan, der unter anderem durch seine härtere Gangart punkten kann.
Hinzu kommt die flotte Schreibweise und der unverkennbare Sprachstil Spillanes sowie die zügige und abwechslungsreiche Handlung, die den ersten "Mike Hammer"-Roman nicht ohne Grund zu einem zeitlosen Klassiker des Krimi-Genres gemacht hat.  

Ich, der Richter
(I, the Jury)
Verlag E.P. Dutton, 1947
Ungekürzte deutsche Ausgabe
Rotbuch Verlag, 1996

© by Ingo Löchel

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Kommentare  

#1 Erlkönig 2021-02-28 21:07
"Ich, der Richter" ist 1982 von Heyne als Taschenbuch Nr. 6017 in der ungekürzten Fassung veröffentlicht worden. Die spätere Ausgabe von Heyne (Nr. 8154 ) von 1990 erschien dann leider wieder in gekürzter Form.
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#2 Advok 2021-03-01 15:27
Wenn der Roman 1954 indiziert wurde, erscheint eine ungekürzte Veröffentlichung 1982 durchaus realistisch: M.W. laufen die Indizierungen nach 25 Jahren automatisch aus.
Wenn der Roman dann 1990 erneut gekürzt erschien: evtl. wurde er erneut indiziert? (Evtl. dann in Hinblick auf die 1996er-Veröffentlichung dann revidiert?)
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#3 Erlkönig 2021-03-01 21:34
Advok

Heyne brachte 1982 die ungekürzte Fassung gleichzeitig zum Filmstart von "Ich, der Richter" (Assante als Mike Hammer) heraus. Auf der Buchrückseite steht:

"Das Buch zum neuen Film. Dieser Roman, der
Mickey Spillane weltberühmt machte, erscheint
zum ersten Mal ungekürzt in deutscher
Sprache."

Das würde implizieren, daß der 1954 indizierte Roman gekürzt war. Eine möglicher Weise noch bestehende Indizierung hätte keinen Einfluss auf die Version von 1982 gehabt, da - wenn die Version 1954 gekürzt war - keine Inhaltsgleichheit beider Versionen vorlag. Ob die ungekürzte Version von 1982 dann später auch dem Index zum Opfer fiel, ist mir nicht bekannt.
Vielleicht betrachtete Heyne die ungekürzte Fassung auch nur als einmalige Sonderausgabe zum gerade anlaufenden Film. :-)
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#4 Erlkönig 2021-03-03 20:20
Hab mal nachgeschlagen:
Die ungekürzte Heyne-Fassung (Nr. 6017) von 1982 wurde am 14.10.1982 indiziert.
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#5 Advok 2021-03-04 10:52
Danke für das Nachschauen, Erlkönig.
Die Indizierung aus 1982 müsste dann aber wieder aufgehoben worden sein, wenn bereits 1996 eine neuerliche ungekürzte Veröffentlichung erfolgte?
Vielleicht ist auch noch der Heyne-Verlag dagegen vorgegangen - bei Norman Spinrads "Der stählerne Traum" haben sie ja auch gewonnen. Da hat der bereits damalige ehemalige Vorsitzende Herr Steffen noch bei einem Kongress der Phantasie (EDFC) gewettert ... Der Heyne-Sieg habe nur Bestand, da sie dagegen nicht erneut vorgegangen seien.
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#6 Ingo Löchel 2021-03-04 14:10
Hallo Erlkönig, vielen Dank für die Infos.
Wie sah es bei den nachfolgenden "Mike Hammer"-Romanen
Das Wespennest (My Gun Is Quick)
Späte Gäste/Die Rache ist mein (Vengeance Is Mine)
Die schwarzen Nächte von Manhattan (The Big Kill)
Menschenjagd in Manhattan (One Lonely Night)
Rhapsodie in Blei (Kiss Me, Deadly)
aus?
Erschienen diese im Heyne Verlag auch in einer ungekürzter Fassung?
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#7 Erlkönig 2021-03-04 21:57
Ingo

Bei Heyne:
Wespennest, erschienen 1990, Nr. 8110,
Rache ist mein, erschienen 1989, Nr. 7946,
Schwarzen Nächte von Manhattan, erschienen 1991, Nr. 8185,
Menschenjagd in Manhattan, erschienen 1990,
Nr. 8043,
Rhapsodie in Blei, erschienen 1990, Nr. 8071.

Alle genannten Bände tragen auf der Rückseite den Hinweis:
Zum ersten Mal in einer ungekürzten
Neuübersetzung
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