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Mister Dynamit - Die Taschenbuchserie von C. H. Guenter

Mister Dynamit Die Taschenbuchserie von C. H. GuenterMister Dynamit
Die Taschenbuchserie von C. H. Guenter

Nach dem Erfolg der Krimi-Serie "KOMMISSAR X", begann der Autor Karl-Heinz Günther 1963 nicht nur über eine neue Romanfigur nachzudenken, sondern sie auch in Ruhe zu entwickeln.

Doch im Gegensatz zu Kommissar X, wollte Günther diesmal die Rechte an der Romanfigur nicht an den Pabel Verlag abtreten. 

Mister Dynamit Die Taschenbuchserie von C. H. GuenterDenn genau das hatte der Autor Karl-Heinz Günther mit seiner Romanfigur Kommissar X erleben müssen, da es damals allgemein üblich gewesen war, dass die alleinigen Rechte an einem Serienhelden bei den Heftverlagen blieben.

"Nachdem ich die Figur entwickelt hatte, habe ich mir Zeit gelassen. Denn ich wollte Mister Dynamit nicht in die Hände des Verlegers geben. Hätte ich seinerzeit gesagt, ich schreibe euch monatlich einen Roman, dann wäre die Antwort gewesen: O. K., Sie schreiben, alle Rechte bei uns. Das stand für mich nicht zur Debatte." (1)

Für die Verlage war diese Regelung auch deshalb vorteilhaft, weil sie dadurch auch verschiedene Autoren für dieselbe Serie einsetzen konnten.

1965 erschien schließlich mit dem Pabel Taschenbuch # 212 "MORGEN KÜSST EUCH DER TOD" der erste Roman mit MISTER DYNAMIT alias BND-Mann BOB URBAN aus der Feder von Karl-Heinz Günther, der 1967 mit Lex Barker verfilmt wurde.

Mister Dynamit Die Taschenbuchserie von C. H. GuenterMit der Zeit waren die Abenteuer von Mister Dynamit so erfolgreich, dass sich der Pabel Verlag schließlich entschied, Bob Urban seine eigene Taschenbuchreihe zu geben.

Das geschah im Jahr 1969, in dem mit "DAS PARADIES DES SATANS"“ das erste Taschenbuch der eigenständigen "MISTER DYNAMIT"-Taschenbuchreihe veröffentlicht wurde.

"Als dann der Verleger kam und monatlich einen Roman wollte, war das natürlich ein Erfolg. Ich konnte fordern. Heute habe ich als einer der wenigen Autoren die kompletten Weltrechte an meinen Romanen. Und „Dynamit“ wird immerhin in die USA, Frankreich, Brasilien, Italien und und und übersetzt.
Der Verlag hat versucht, ein Modell zu finden, daß ich gewisse Teile meines Vertrages in Form von Generallizenzen abgebe; um Vater Guenter zu entlasten.
Doch ein passender Co-Autor ist nicht aufzustellen. Er muß ja ein guter Autor sein, der Ideen produzieren kann, der Phantasie hat, technisches Allgemeinwissen. Solche Leute lassen sich für Mister Dynamit nicht einspannen." (2)

Mister Dynamit Die Taschenbuchserie von C. H. GuenterSchätzungen gehen davon aus, dass, dass die Auflage der Serie pro Taschenbuch bei 120.000 bis 200.000 Stück lag.

1974 erschien mit "MR DYNAMIT-ERFOLGSNACHDRUCK", eine weitere Taschenbuchreihe, in der einige Romane der Originalserie "MISTER DYNAMIT" neu aufgelegt wurden.

28 Jahre lang schrieb der Autor Karl-Heinz Günther unter dem Pseudonym C. H. Guenter über 300 "MISTER DYNAMIT"-Romane, bis die Taschenbuchreihe mit dem Roman "DAS MITLA-PASS-GEHEIMNIS" (# 664) überraschend 1992 eingestellt wurde.

"C.H. Guenter hat über Jahre bewiesen, dass seine Romane mit dem Finger am Puls des Weltgeschehens geschrieben werden. Die politischen Entwicklungen in den letzten zwei Jahren haben uns vom Verlag und den Autor – wie viele andere auf der Welt – natürlich in gleicher Weise überrascht.
Damit ist die Mister-Dynamit-Classic-Reihe leider so weit von der Wirklichkeit entfernt, dass wir uns entschließen mussten, sie als nicht mehr zeitgemäß einzustellen." (3)

Mister Dynamit Die Taschenbuchserie von C. H. GuenterEinige "MISTER DYNAMIT"-Romane, die Karl-Heinz Günther bereits geschrieben hatte, wurden aufgrund dieser Einstellung nicht mehr im Pabel Verlag veröffentlicht.

Vier von diesen Romanen

erschienen viele Jahre später im Oerindur Verlag.

Hinzu kam eine Veröffentlichung im Blitz Verlag. Dort wurde der "MISTER DYNAMIT"-Roman "DIE GERMANIA GANG" unter dem Titel "MISTER DYNAMIT UND DIE CHAOS-THEORIE" veröffentlicht.

 

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© by Ingo Löchel

(1) Karl-Heinz Günther
(2) Karl-Heinz Günther
(3) Pabel Verlag

Kommentare  

#1 matthias 2018-11-06 11:13
Wir als Ossis habe ja damals alles gelesen, was aus dem "goldenen" Westen kam. Man kam allerdings extrem schlecht ran, und wenn, dann war es teuer. Aber an MISTER DYNAMIT kann ich mich gut erinnern. Gerade weil die Taschenbücher für mich einfach enttäuschend waren. Irgendwie sprang der Funke nicht über.
Und daher habe ich heute auch nichts von C.H.Guenter in meinerSammlung.
Aber das so viele Texte erschienen sind! Respekt!
#2 Andreas Decker 2018-11-06 11:39
Zitat:
Und „Dynamit“ wird immerhin in die USA, Frankreich, Brasilien, Italien und und und übersetzt.
Schade, dass da für ihn nicht viel rumgekommen ist. Zwar habe ich keine Infos über Brasilien, aber sonst war das nie viel. In den USA waren es aus dem Gedächtnis 7 Bände, in Italien Ende der 90er um die 30, aber chronologisch wild durcheinander.

Ich möchte nicht wissen, wie die Verkaufszahlen bei der Einstellung lagen. Aber die Schätzungen erscheinen doch ziemlich hoch. Sind da vielleicht alle Nachdrucke mitgerechnet? Manche Bände sind ja 4 mal neu aufgelegt worden, ein paar der frühen gab es wohl sogar noch als Leihbuch.

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