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Die drastischste Thriller-Reihe des US-Marktes – Ein Blick in die Hölle (Buch 1)

Ein Blick in die HölleDie drastischste Thriller-Reihe des US-Marktes
Ein Blick in die Hölle (Buch 1)

Seth hat so seine Probleme mit der Justiz. Nicht das er sich selbst auf der Seite des Verbrechens sehen würde. Weder Betrug, Diebstahl oder gar Mord gehören zu seinen Methoden, um sich durch das Leben zu schlagen und sind auch kein persönlicher Versuch, in die Reihen der oberen Zehntausend vorzustoßen.

Doch wer in die Hände von Seth gerät, hat nichts mehr zu lachen.


Ein Blick in die HölleSeth steht eher mit dem Ablauf des modernen Strafvollzugssystem auf dem Kriegsfuß. Gerechtigkeit verkommt für ihn zu einem reinen Geschäft, korrupte Staatsanwälte und Richter lachen der Gerechtigkeit schamlos ins Gesicht und selbst die schlimmsten Täter haben scheinbar nichts zu befürchten, wenn sie über die nötigen Finanzmittel verfügen, um sich von ihren Taten frei zu kaufen.

Justitia, die personifizierte Form der Gerechtigkeit ist bekanntlich blind. Für Seth allerdings etwas zu blind und wohl auch etwas zu taub für diese Welt. Zeit also, die übelsten Verbrecher, die durch die Maschen des Gesetzes schlüpfen wie ein glatter Aal, selbst einer „gerechten Strafe“ zuzuführen.

Wade H. Garrett hat mit seiner Thriller-Reihe A GLIMPSE INTO HELL auf dem US-Buchmarkt ein Buch unter dem Titel THE ANGEL OF VENGEANCE abgeliefert, aus dem bereits das Blut strömt, wenn man nur den Band aufschlägt und in dem man die unmenschlichen Schreie zwischen den Zeilen gnadenlos vernimmt, während man sich durch die Grausamkeiten schmökert, die runde 6 Meter unter seinem Haus vonstatten gehen.

Egal ob pädophile Kinderschänder, Vergewaltiger oder Kindermörder, sie alle riskieren einen Blick in die Hölle, wenn sie Seth, dem selbst ernannten Inquisitor der gnadenlosen Gerechtigkeit in die Hände geraten. Denn tief unter der Erdoberfläche hört niemand ihre Schreie, wird ihnen niemand zu Hilfe kommen und sie werden sich bestimmt auch nicht von ihren Sünden freikaufen können.

Dies bekommt auch Dicky zu spühren, denn er findet sich plötzlich in der persönlichen Hölle von Seth wieder, in der dieser mit gnadenloser Härte die Sünden der Verbrecher mit Blut und Folter richtet. Scheinbar hat Seth auch für Dicky eine perfide Grausamkeit geplant, doch vorerst wird ihm in seinem Käfig noch kein Haar von Seth gekrümmt.

Vielmehr erweist sich Seth als Geschichtenerzähler mit einer Engelsgeduld. Er lässt den älteren Dicky genüsslich durch seine Schilderungen teilhaben an den Schicksalen seiner Mitgefangenen rund um ihn herum. Und das Seth ihm hier nicht einfach nur ein paar kranke Märchen auftischt, erkennt Dicky nur zu gut an den verstümmelten und durch viele Qualen entstellten Mitgefangenen um ihn herum.

Ein Blick in die HölleWenn das Rechtssystem die Gerechtigkeit pervertiert:
Selbstjustiz ist schon so eine Sache. Sie hat eigentlich nichts mit Gerechtigkeit zu tun und doch mag man manchmal bei ganz schlimmen Fällen bemerken, dass sich da bei einem selbst in der Magengrube ein Hass aufstaut, der mit der normalen Rechtsprechung nicht mehr viel gemein hat. Gerade dann, wenn der oder die Täter mit Strafen davon kommen, die kaum noch in einem vernünftigen Verhältnis zu ihren verbrecherischen Taten stehen. Schlimmer noch, wenn sie mit einem mit allen Wassern gewaschenen Anwalt und einem kalten Lächeln das Gerichtsgebäude wieder als freier Mann verlassen können. Ich wette, jeder hat da schon mal ungläubig sich die Augen gerieben und sich bei einem besonders schlimmen Fall gefragt, ob das ganze noch mit rechten Dingen vonstatten geht. Oder wer hat einem Kinderschänder nicht schon mal gewünscht, dass dieser mal etwas von seiner „eigenen Medizin“ zu spüren bekommt.

Seth gehört hier jedoch nicht zu der Masse derer, die sich nur ungläubig die Augen reiben. Seth hat sich geschworen, diesen Tätern die gerechte Strafe zukommen zu lassen, wenn die Gerichte versagen. Dabei dürfte die Idee der Todesstrafe wohl noch das gnädigste sein, was manche Verbrecher offiziell in einem betreffenden US-Bundesstaat, wo es die Todesstrafe noch gibt, was ihnen passieren könnte, denn in der Hölle bei Seth stirbt man nicht einfach mal so, sondern man fleht nach einer Weile geradezu darum, endlich sterben zu dürfen.

Seths Handlungen sind mit Sicherheit nicht zu billigen, doch durchaus verständlich, wenn man weiß, welche Bestie es trifft. Seth ist ein Folterer der übelsten und grausamsten Sorte, doch seine Motivation ist klar erkennbar und durchaus nachvollziehbar. Genau das macht diesen ersten Teil von EIN BLICK IN DIE HÖLLE so erschreckend für den Leser.

Gewalt in den schlimmsten Vorstellungen ist in EIN BLICK IN DIE HÖLLE daher kein hinzugefügtes Element als Teil der Handlung, sondern von Beginn an Programm … ein blutroter Faden der sich von Seite zu Seite durchzieht und sich Kapitel für Kapitel weiter an Intensität steigert.

Wer damit nicht umgehen kann, der sollte lieber gleich die Finger von diesem Buch lassen, denn manche Schilderung der Gewalt dürfte einem da schon ordentlich auf den Magen schlagen. Dabei verzichtet Wade H. Garrett hier durchaus auf ausufernde Gewaltpornographien oder intensive Perversionen, wie sie im Bereich des Hardcore-Horror-Thriller-Genre durchaus nicht mehr unüblich sind. Die Extrem-Reihe des FESTA Verlag hat hier ja bereits als Privatdrucke so einige Beispiele an harter Lesekost aufgeboten. Als Leser gerade der FESTA-Extrem-Reihe kann ich hier auch durchaus sagen, dass an manchen Stellen auch eine Spur tiefschwarzem Humors durchblitzt. Das schmälert aber keineswegs den Gore-Faktor und der dürfte zartere Gemüter ziemlich schnell um den erhofften, süßen Schlaf bringen. Generell darf man daher feststellen, dass Wade H. Garrett nicht gerade ein Autor ist, der mit Schilderungen zu Folter und Sadismus spart, so das seine Bücher wirklich nur in die Hände von erwachsenen Lesern gehören.

Da EIN BLICK IN DIE HÖLLE im Original wohl mit einem ziemlichen Seitenumfang daher kommt, wurde dieses Werk von Wade H. Garrett im FESTA Verlag denn auch auf zwei Bücher aufgesplittet. Der Folgeband EIN BLICK IN DIE HÖLLE – BUCH 2 folgte dann 2016 auch gleich zwei Monate (Oktober 2016) später in der Extrem-Reihe des Verlages. EIN BLICK IN DIE HÖLLE – BUCH 1 kommt daher auch mit rund 384 Seiten als deutsche Erstausgabe daher und kann, wie alle Titel der Extrem-Reihe nur über den FESTA Verlag direkt bestellt werden (die Bände der Reihe haben wie bereits hier mehrfach informiert, keine ISBN-Nummer und laufen so wie die limitierten Sammlerausgaben als Privatdrucke des Verlages).

Ein Blick in die HölleMeine kritische Betrachtung:
Ich gehöre nicht zu den zarten Gemütern und kann auch bei harten Gewaltschilderungen oder perversen bzw. obszönen Beschreibungen noch locker im Bett die Augen schließen und selig einschlafen.

Ich mag diese Art von Horror und Thriller sogar recht gerne und wenn das dann noch in eine gute Handlung verpackt ist, dann weiß solch ein Roman mich an die Seiten zu fesseln und mit einem hohen Spannungslevel durchaus zu unterhalten.

Dies ist wie gesagt nicht jedem gegeben, was ich durchaus nachvollziehen kann. Ich lese ja auch keine Romane über Liebe und Gefühlsschmerz auf einer Almhütte, kann aber durchaus verstehen, dass es Menschen (vornehmlich hier wohl weiblicher Natur) gibt, die sich nichts schöneres vorstellen können. In diesem Sinne ist das ganze also auch keine Grundsatzfrage. Doch Wade H. Gerrett hat in EIN BLICK IN DIE HÖLLE – BUCH 1 für mich einen fatalen Fehler begangen, der es mir doch erschwerte, diesen Band zügig und mit wachsender Spannung zu lesen.

Nach einer gewissen Seitenzahl hatte ich ihn sogar mal unterbrochen und mich einem anderen Roman des Genre zugewandt. Dabei kann man am Schreibstil von Garrett eigentlich nicht einmal meckern. Er schreibt flüssig lesbar, trifft meinen Nerv, den es zu kitzeln gilt und er weiß die Gewaltspirale stetig zu steigern. Doch sein Fehler liegt hier in der kaum vorhandenen, alles einbindenden Handlung. Vielmehr werden hier durch den Hauptprotagonisten Seth  Folterungen, Qualen und deren Begründungen fasst schon wie am Fließband aneinander gereiht. Das ermüdete mich dann doch trotz der intensiven wie auch fantasievollen Gewaltbeschreibungen recht schnell, weswegen ich dem ersten Band nunmehr, nachdem ich ihn beendet habe, gerade mal wegen einer fehlenden guten Rahmenhandlung nur drei von fünf Punkten zugestehen mag. Viel Besserung war nämlich auch gegen Ende des ersten Bandes nicht in Sicht gewesen.

Zwar hatten mir damals einige andere begeisterte Leserinnen und Leser im FESTA-Forum mitgeteilt, dass die Sache mit der Handlung im Band 2 wohl besser würde, doch ehrlicher Weise muss ich gestehen, dass ich mich erst einmal anderen Büchern (auch aus der Extrem-Reihe) zuwenden werde und somit erst einmal den Band 2, der mir ja auch vorliegt, noch etwas auf die Warteschleife verschiebe. Aber verschoben ist nicht aufgehoben und wenn mir gerade nach literarischem Blutrausch in Serie ist, dann werde ich bestimmt auch EIN BLICK IN DIE HÖLLE – BUCH 2 wieder in die Hände nehmen und genüsslich inhalieren. Doch wie gesagt, bei einem Roman sollte der Autor auch in Sachen Handlungsrahmen liefern, wenn er auf Dauer mich als Leser bei der Stange halten möchte.

Für Gore und Slasher-Fans, die auf wirklich blutigen und ziemlich derben Stoff im schnellen Takt stehen, kann ich aber durchaus beide Daumen hoch signalisieren (was schon mal den gelesenen ersten Band betrifft), denn sie werden hier vom Autor mehr als gut mit entsprechenden detaillierten Schilderungen eingedeckt und dürften den Band durchaus mit wachsender Begeisterung lesen und dann auch zur Fortsetzung in Buch 2 greifen lassen.
Ein Blick in die Hölle
Ein Blick in die Hölle (Buch 1)
(The Angel of Vengeance (Teil 1 von 2))
Buchreihe: A Glimpse into Hell
von Wade H. Gerrett
Genre: Thriller/Horror
Seitenanzahl: 384 Seiten
Ausführung: Paperback/Umschlag in Lederoptik
ISBN: Ohne/Bezug nur direkt über den Verlag
Reihe: FESTA-Extrem/Band 20
Preis: 12,80 Euro
Deutsche Erstveröffentlichung: 24. August 2016
Übersetzung: Christian Jentzsch
FESTA

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