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Andreas Franz und seine Werke - Daniel Holbe: DIE HYÄNE

Andreas Franz - Daniel HolbeDie Hyäne
von Daniel Holbe

Er mordet scheinbar ohne Plan. Er weidet seine Opfer aus und schickt ihre Eingeweide an die Frankfurter Polizei.

Wer ist der Serienkiller, der sich »Die Hyäne« nennt?

Die beiden diensthabenen Kommissar Peter Kullmer und Doris Seidel werden zu einem Tatort gerufen, wo sie mit der Leiche des siebzehnjährigen Mathias Wollner konfrontiert werden.


1Kurze Zeit später erscheint auch Kommissar Frank Hellmer. Julia Durant ist verhindert, da sie dringend nach München musste, weil ihr Vater einen Schlaganfall erlitten hat.

Da sich Kullmer und Seidel um ihre gemeinsame Tochter kümmern müssen, überbringt Kommissar Hellmer den Eltern Martin und Elisabeth Wöllner die Todesnachricht

Danach geht es mit der Befragung im Freundeskreis von Mathias weiter. Während Seidel und Kullmer George Neumann befragen, kümmert sich Hellmer um die fünfzehnjährige Eva Stevens. Doch die ist laut Aussage von Evas Eltern, Conrad und Melanie Stevens, bei ihrer besten Freundin Greta Leibold.

Da sich Eva und Greta noch in der Schule befinden, befragt Hellmer die Eltern von Greta, die ihm erzählen, dass Eva die letzte Tage nicht bei ihnen gewesen sei.

Auch in der Schule ist Eva nicht aufgetaucht. Eine erneute Vernehmung von Evas Eltern bringt aber keine neuen Erkenntnisse, nur dass Eva im Gegensatz zu der Aussage der Mutter doch ein Handy besitzt, das ihr ihr Vater geschenkt hat.

Die Ortung des Handys ergibt, das es das letzte mal in der Nähe von Fechenheim eingeschaltet war.

Auch die Befragung von Greta Seibold durch Kullmer und Seidel erbringt keine neuen Erkenntnisse, was auch auf die Vernehmung von Charly Brückner, Tim Franke, Hannah Wolf und Lennard Kramer, der Clique um Mathias, Eva und Gilda zutrifft.

Nachdem Julia Durant aus München zurückkehrt und sich der Täter, der sich selbst Hyäne nennt, bei der Kommissarin per Mail meldet, überschlagen sich die Ereignisse ...

Fazit: Leider will im Roman DIE HYÄNE, dem neuen Durant-Buch von DANIEL HOLBE, keine rechte Stimmung aufkommen, auch weil man sich fragen muss, warum sich die Protagonisten der Buchserie ständig mit irgendwelchen privaten Problemen herumschlagen müssen. Irgendwann muss es ja auch mal gut sein.

Stattdessen tauchen immer wieder neue bzw. alte Probleme auf. Zudem benimmt sich Frank Hellmer noch wehleidiger als zu Zeiten von DAS ACHTE OPFER, weil seine Frau mit ihrer kranken Tochter in die USA gereist ist und den ‚armen‘ Mann allein gelassen hat, der sich vernachlässigt fühlt und wieder zum Alkohol greift.
Hinzu kommen Probleme mit seiner Tochter Stephanie, mit denen Hellmer nicht fertig wird. Man könnte dazu klischeehaft sagen, typisch Mann.

Und auch sonst scheint Hellmer, wie seine Kollegen, ohne Julia Durant nichts auf die Reihe zu bekommen, was nicht nur sehr weit hergeholt erscheint, sondern auch ziemlich unrealistisch wirkt. All dies führt dazu, dass keine richtige Krimi-Atmosphäre aufkommt und der Roman sehr behäbig dahinplätschert.

Doch dann kommt nach etwa 100 Seiten die Allzweckwaffe Julia Durant zum Einsatz, die trotz des Schlaganfalles ihres Vaters nichts anderes zu tun hat, als von München nach Frankfurt zu fahren und ihren Kollegen sofort zu helfen und unter die Arme zu greifen. Zudem zieht sie, nachdem Durant mit Hellmers Tochter Stephanie gesprochen hat, bis zur Rückkehr von Hellmers Frau Nadine, bei Frank ein.

Aber auch die Nebenhandlungen mit Durants Vater, Hellmers Tochter etc. sorgen nicht für Abwechslung, sondern lenken nur von den Ermittlungen ab, die irgendwie auch nicht so recht (wie die ganze Krimi-Handlung) in die Gänge kommen, sondern die nur etwas anstrengende und langatmig konstruierte Geschichte in die Länge zieht.

Die hätte man nämlich getrost um mindestens 100 Seiten hätte kürzen können bzw. sollen, um das Szenario aus Mord, Entführung, Internet-Mobbing, Chatroom-Sex etc. etwas flüssiger, gradliniger und abwechslungsreicher zu gestalten.

So aber wirkt das ganze Szenario um DIE HYÄNE nicht gerade sehr inspirierend, sondern eher langweilig.

 

Die Hyäne
von Daniel Holbe
Taschenbuch, 416 Seiten
ISBN: 978-3-426-51375-0
9,99 Euro

Knaur

 

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© by Ingo Löchel

 

 

Kommentare  

#1 Beatrix Petrikowski 2015-02-24 15:08
Upps, diese Beurteilung wundert mich ja schon, zumal für mich der Krimi genug Spannung geboten hat und so ganz nebenbei auch noch auf die Gefahren unserer sozialen Netzwerke hinweist.
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