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DER FILM NOIR - Die Filme der schwarzen Serie - Teil 1

Die Schwarze SerieDIE FILME DER
„SCHWARZEN SERIE“
Teil 1
 
Wenngleich die Ursprünge der „Schwarzen Serie“ durchaus weiter zurückreichen, wird nach Ansicht vieler Kritiker John Hustons Detektivfilm „DIE SPUR DES FALKEN“ (1941) als erster „Film noir“ angesehen.

Andere wiederum fangen mit dem Beginn dieses Films - Stils bereits ein Jahr früher, und zwar. mit dem Film „STRANGER ON THE THIRD FLOOR“ mit Peter Lorre aus dem Jahr 1940, an.

Plakat1958 markierte Orson Welles’ Meisterwerk „IM ZEICHEN DES BÖSEN“ mit Janet Leigh und Charlton Heston den  Schlusspunkt der „Schwarzen Serie“.

Trotzdem gab es auch nach Ende der 1950er Jahre noch Filme, die thematische, visuelle oder andere Elemente des klassischen „Film noirs“ wieder aufgriffen, der so genannte „Neo-Noir“

Plakat

1941 markierte der Film „THE MALTESE FALCON“ (Die Spur des Falken“ den Begin der „Schwarzen Serie“.
John Hustons Regie – Debüt nach dem gleichnamigen Kriminalroman von Dashiell Hammett zählt noch heute zu den Meilensteinen des Kriminalfilms. Der Held ist kein sympathischer Strahlemann, sondern ein mieser Knochen.

Der zynische Sam Spade (Humphrey Bogart) und sein Partner Miles Archer arbeiten als Privatdetektive in San Francisco.
Eines Tages taucht bei ihnen eine junge Frau auf, die einen Mann beschatten lassen will. Der vermeintliche Routinefall entpuppt sich als tödliche Falle: Archer wird erschossen.
FotoSam Spade geht der Sache nach und findet eine Gruppe skrupelloser Verbrecher, die einer wertvollen Falken-Statuette nachjagen.

"Durchweg erstklassig ist die Besetzung: Bogart prägte mit seiner Darstellung bis heute das Bild des Detektivs als einsamer Großstadtwolf, Sydney Greenstreets pompöse Erscheinung gibt einen grandiosen Schurken ab, Mary Astor brilliert als undurchsichtige Schönheit, Elisha Cook jr. ist als verweichlichter Killer mit schweren Komplexen Bogarts Lieblingszielscheibe, und Peter Lorre hat als schwuler Mr. Cairo einen seiner prägnantesten Leinwandauftritte.“ (1)

PlakatEin weitere Klassiker der „Schwarzen Serie“ ist „THIS GUN FOR HIRE“ (Die Narbenhand, 1942) unter der Regie von Frank Tuttle,  mit dem Alan Ladd und Veronica Lake über Nacht zum neuen Traumpaar Hollywoods avancierte und Ladd zum neuen Superstar der 1940er Jahre machte.

Profi-Killer Raven wird nach Erledigung eines Jobs von seinem Auftraggeber an die Polizei verraten. Doch Raven kann dem Zugriff der Cops entkommen und beginnt nun einen gnadenlosen Feldzug gegen seinen Auftraggeber.
Die schöne Sängerin Ellen wird auf ihn angesetzt. Raven nimmt sie als Geisel und verliebt sich fatalerweise in die Schöne...


„Mit der Rolle des eiskalten Mörders in einer profitorientierten Gesellschaft schuf Ladd einen neuen Typus.
Die düster-fatalistische Grundstimmung des Films wurde stilbildend und machte „Die Narbenhand“ zu einem Klassiker der Schwarzen Serie.“  (2)

PlakatIm selben Jahr drehten Alan Ladd und Veronica Lake mit „THE GLASS KEY“ (Der gläserne Schlüssel), nach dem gleichnamigen Kriminalroman von Dashiell Hammett, einen weiteren Klassiker der „Schwarzen Serie“ zusammen, diesmal unter der Regie von Stuart Heisler.

Donlevy, Lake und LaddDer Politiker Madvig (Brian Donlevy) gerät ohne eigenes Verschulden es sei denn, man wertet seine Naivität als Schuld unter Mordverdacht.
Sein hartgesottener Assistent Beaumont (Alan Ladd) will ihm aus der Bredouille helfen und macht sich auf die Suche nach den Hintermännern.
Denn es kann sich doch nur um eine Verschwörung handeln, oder?

„Stuart Heislers spannender Krimi aus dem Jahr 1942 entstand nach dem gleichen Roman von Krimikönig Dashiell Hammett («Die Spur des Falken»), den sich schon Frank Tuttle 1935 als Vorlage für seinen Kriminalfilm gleicher Titel, gleiche Story mit George Raft und Edward Arnold gewählt hatte. Tatsächlich ist in diesem Fall aber das Remake, also Heislers Version, der gelungenere, weil spannendere Film.“ (3)

 

1943 drehte Alfred Hitchcock mit „SHADOW OF DOUBT“ (Im Schatten des Zweifels) einen spannenden Thriller mit Teresa Wright und Joseph Cotten in den Hauptrollen.

Charlie (Teresa Wright) ist überglücklich: Ihr Lieblingsonkel und Namensvetter (Joseph Cotten) besucht das Kaff, in dem sie mit ihren Eltern lebt.
Allerdings scheinen ihn Schuldgefühle zu plagen – und Fremde erkundigen sich nach ihm. Ist er vielleicht der überall gesuchte Witwenmörder?

„Mit seinem eigenen Lieblingsfilm gelang Hitchcock ein abgründiges, böses Familiendrama.“  (4)

Plakat1944 folgte „DOUBLE INDEMNITY“ (Frau ohne Gewissen) nach einem Roman von James M. Cain unter der Regie von Billy Wilder mit Barbara Stanwyck und Fred MacMurray in den Hauptrollen.

MacMurray und Barbary Stanwyk in Double IndemitSchwer verwundet rast der Versicherungsagent Neff mit dem Auto durch die nächtlichen Straßen von Los Angeles. In seinem Büro angekommen, spricht er sein Memorandum auf ein Tonband.
Darin gesteht er den Mord an einem Mann, zu dem ihn dessen Ehefrau getrieben hat, um in den Genuß der Versicherungssumme zu kommen.

„In seinem ersten film noir - sein dritter Hollywood-Film - erzählt Regisseur Billy Wilder in düsteren Rückblenden die spannende Geschichte einer mörderischen Intrige.
Besonders gut: Barbara Stanwyck als böse femme fatale und Edward G. Robinson als betrogener Ehemann. Es hagelte sieben Oscar-Nominierungen, gewonnen hat ihn keiner.
“ (5)

 

Im selben Jahr gelang Dana Andrews und Gene Tierney unter der Regie von Otto Preminger durch den Film  „LAURA“ der Durchbruch in Hollywood .

PlakatEin Polizeidetektiv verliebt sich in das Gemälde einer mysteriösen schönen Frau, die angeblich ermordet wurde. Seine Recherchen werden zur Obsession.
Als Laura plötzlich lebendig vor ihm steht, nimmt der Mordfall eine unerwartete Wendung...

„Ein Meisterwerk des film noir, von Otto Preminger 1944 inszeniert. "Laura" ist sicher einen der stilsichersten und elegantesten Mordfälle der Filmgeschichte, der zahlreiche Remakes nach sich zog.
Vordergründige Action ersetzte Preminger durch tiefschichtige psychologische Beziehungen und geschliffene Dialoge.“  (6)

 

Plakat1944 gelang Dick Powell mit der Rolle des Philipp Marlowe in „MURDER, MY SWEET“ (Leb wohl, Liebling) ein Comeback

Privatdetektiv Philip Marlowe sucht im Auftrag eines ehemaligen Häftlings dessen Geliebte Velma, die spurlos verschwunden ist.
Dabei wird er in einen Fall von Raub, Erpressung und Mord verwickelt. Drahtzieherin ist eine geheimnisvolle und verführerische Frau, die Marlowe zu ihrem Komplizen macht und für ihre blutigen Pläne einspannt...

„Beeindruckend ist der virtuose Einsatz filmischer Mittel. Die lange Rückblende, die Voice-Over-Erzählweise und das Licht-Schatten-Spiel geben dem Film seine typische noir-Atmosphäre.
Eine weitere Besonderheit ist die Darstellung eines Drogenrausches, die deutlich an den deutschen Expressionismus angelehnt ist. "Leb wohl, Liebling" ist einer der ersten Filme, in dem die bis dahin nur fragmentarisch auftretenden stilistischen Elemente und thematischen Motive des film noir zu einer Einheit verschmolzen wurden.
“ (7)

 

PlakatEin weiterer, aber leider etwas vergessener Klassiker der "Schwarzen Serie" ist „THE MASK OF DIMIRIOS“ mit Peter Lorre und Sydney Greenstreet in den Hauptrollen.

FotoIstanbul 1938: Dimitrios (Zachary Scott), Mörder und Spion, ist tot. Der holländische Schriftsteller Cornelius Leyden (Peter Lorre) ist von dem berüchtigten Gangster fasziniert und will ein Buch über ihn schreiben.
Seine Recherchen offenbaren ihm die Abgründe des Verbrechens und bescheren ihm unangenehme Bekannte…



 

(1) Prisma Online
(2) Cinema Online
(3) Cinema Online
(4) Cinema Online
(5) Prisma Online
(6) Prisma Online
(7) Prisma Online

© by Ingo Löchel

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