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Ein Fall für Zwei: DIE ANFÄNGE

Ein Fall für zweiEIN FALL FÜR ZWEI
Die Anfänge

Der Produzent Georg Althammer und der Drehbuchautor Karl Heinz Willschrei entwarfen Ende der 1970er Jahre die Serien-Idee um einen jungen Anwalt, der mit Unterstützung eines erfahrenen Privatdetektivs im Auftrag seiner Mandanten Kriminalfälle löst. Doch das ZDF war zunächst skeptisch. Erst als der Schauspieler GÜNTER STRACK (1929-1999) andeutete, für eine TV-Serie zur Verfügung zu stehen, sah die Sache plötzlich ganz anders aus. Das ZDF gab grünes Licht.


Dafür musste aber das geplante Serien-Konzept etwas umgeändert werden. So  wurde aus  dem geplanten jungen Anwalt ein älterer, erfahrener Rechtsanwalt in Gestalt des Schauspielers Günter Strack und aus dem erfahrenen Privatdetektiv ein junger, unerfahrener Privatermittler.

Als Claus Theo Gärtner 1980 die Rolle des Josef Matula in „EIN FALL FÜR ZWEI“ angeboten wurde, war der Schauspieler von der Rolle ganz und gar nicht überzeugt.
Es erforderte die ganze Überredungskunst des Produzenten Georg Althammer, den Schauspieler Gärtner davon zu überzeugen, was ihm schließlich im Münchner Franziskaner nach ein paar Bieren auch gelang.

Claus Theo Gärtner unterschrieb einen Zettel, in dem er sich für insgesamt 100 Folgen der Serie „EIN FALL FÜR ZWEI“ ‚verpflichtete‘. Und immer wenn Gärtner aus irgendwelchen Gründen keine Lust mehr hatte oder sich anderen Projekten widmen wollte, hielt der Produzent Althammer dem Schauspieler diesen Zettel unter die Nase. Was zu einer Art Ritual wurde. Und so blieb es glücklicherweise nicht bei den  100 Folgen von „EIN FALL FÜR ZWEI“.

„Es wurde immer wieder von Jahr zu Jahr verlängert, noch zehn und noch zehn und aus Mangel an Alternativen dazu, bin ich da so lange beigeblieben. Keine Alternativen heißt nicht, dass das alles Schrott gewesen wäre, was man mir angeboten hat, da waren sicher viele Sachen dabei, die ich gerne gemacht hätte, nur bei zehn Filmen im Jahr ist da einfach kein Platz.
Am Anfang, als wir nur sechs oder acht Folgen pro Jahr gedreht haben, habe ich ja noch Theater gespielt, aber dann kamen zehn und wissen Sie, es gibt noch ein Leben vor dem Tode.“
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Bei Drehbeginn von „EIN FALL FÜR ZWEI“ trat aber ein kleines Problem auf. Es stellte sich heraus, dass Matula gar kein Auto hatte. So entschieden sich die Macher der Serie schließlich dazu,  Gärtners Auto für die Dreharbeiten zu nehmen, einen Alfa Romeo Giulia Super. Dieser Automarke blieb Josef Matula in der Serie bis heute treu.

„Wir haben erst kurz vor Drehbeginn festgestellt: Der hat ja gar kein Auto. Was nehmen wir denn da für eins? Kam sofort: Porsche. Aber ein armer Polizist kann doch keinen Porsche fahren. VW? Zu langweilig.
Ein Mini Cooper? Geht nicht, wie soll denn da ein Kameramann mit der Kamera rein? Da sag ich: Nehmen wir doch meins. Steht doch dort. Ein Alfa Romeo, Giulia Super.“
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Am 11. September 1981 war es dann soweit. Mit „DIE GROSSE SCHWESTER“ lief die 75minütige Pilotfolge über die bundesdeutschen Fernsehbildschirme.

Für den Polizisten Joseph Matula ist der Prozess gegen den Jugendlichen Paul Schneider eine willkommene Abwechslung seines alltäglichen Dienstes. Obendrein hat seine Aussage vor Gericht einiges Gewicht. Er war es schließlich, der Paul dabei erwischt hatte, als dieser offensichtlich parkende Autos aufbrechen wollte.
Vor Gericht ist Matula allerdings sehr erstaunt, als Pauls Verteidiger, der bekannte Anwalt Dr. Dieter Renz, ihn so in die Mangel nimmt, dass er schließlich selbst nicht mehr genau weiß, was sich an diesem Abend zugetragen hat und was nicht.
So wird Paul freigesprochen, Matula aber beschließt, sich den Namen Renz zu merken. Wenige Zeit später lernt Matula eine junge Frau kennen und verliebt sich in sie. Laura entpuppt sich jedoch alsSchwester von Paul Schneider.
Es dauert jedoch nicht lange, da steckt Matula in der Klemme. Paul und ein paar seiner Freunde sind bei einem Einbruch erwischt worden. Matula wird beschuldigt, Tipps gegeben zu haben und wird vom Dienst beurlaubt. Da erinnert er sich an den Namen Dr. Renz. In der Hoffnung, dass dieser ihm helfen kann, sucht Matula den Anwalt auf ...

Am Ende der Pilotfolge quittiert Josef Matula den Polizeidienst und arbeitet fortan als Privatdetektiv.

Die reguläre Serie mit den jeweils einstündigen Folgen startete zwei Wochen später, genauer gesagt am 25. September 1981, mit der Episode „FUCHSJAGD“, im Wechsel mit „Der Alte“ und „Derrick“, den anderen Freitagskrimis  des ZDF.

„Ich musste die Figur ja neu erfinden, eine Geschichte hatte er nicht. Matula ist absolut ehrlich und authentisch. Zuverlässig. Er ist ein bisschen rau, aber ein guter Kerl.
Matula hat Mumm. Wenn es um Gerechtigkeit geht, nimmt er eine blutige Nase in Kauf. Der schützt sich nicht. Ich denke, darin liegt der Reiz der Figur: Viele wären gern selbst so mutig wie er.“
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„EIN FALL FÜR ZWEI“ entwickelte sich in den 1980er Jahren – nach anfänglichem Schwächeln -  neben „DERRICK“ und „DER ALTE“ zu einer der erfolgreichsten Krimi-Serien des ZDF.

1988 stieg der Schauspieler GÜNTER STRACK (1929-1999) nach sieben erfolgreichen Jahren aus der Serie aus. Der Ausstieg Stracks wurde in „EIN FALL FÜR ZWEI“ insoweit gelöst, dass Dr. Renz mit seiner alten Jugendliebe in die Toskana zog, um sich dort zur Ruhe zu setzen.

So flimmerte schließlich am 2. September 1988 mit „CAESARS BEUTE“ die 60. und letzte Folge mit Günter Strack über die bundesdeutschen Fernsehbildschirme.

Walter Schröder, in Gangsterkreisen bekannt unter dem Namen Caesar, ist nach einer Reihe unaufgeklärter Einbruchsdiebstähle vor Gericht gebracht worden.. Die Beweislage und die Aussage von Hauptkommissar Zander sprechen eindeutig gegen Schröder.
Dr. Renz kann somit für seinen Mandanten nur wenig tun. Allein durch die Aufdeckung der zwielichtigen Rolle Zanders bei der Vorbereitung des Überfalls auf ein Spielcasino kann Renz mildernde Umstände geltend machen. Dennoch wird Schröder zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Zudem ist die Karriere Zanders zerstört.
Privatdetektiv Josef Matula interessiert sich unterdessen für die Belohnung von zehn Prozent für denjenigen, der Caesars Beute von zwanzig Millionen Mark wiederbringt. Bei der Beschattung von Zander stößt er dabei auf jenen jungen Motorradfreund, der ihm kürzlich am Rande eines Moto-Cross-Rennens seine Freundin Cleo "ausgespannt" hat.
Schnell bringt er auch den Namen des ihm verdächtig erscheinenden Mannes in Erfahrung: Es ist Rechtsanwalt Dr. Rainer Franck, der offensichtlich Kontakt zu Zander hat …

Doch für einen Nachfolger des Schauspielers Strack war in Gestalt von RAINER HUNOLD bereits gesorgt, der als Rechtsanwalt Dr. Franck bereits in der 60. Folge den Zuschauer vorgestellt wurde und danach die Anwaltspraxis von Dr. Renz übernahm, nachdem sich dieser in der Toskana zur Ruhe gesetzt hatte.

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Die Folgen mit GÜNTER STRACK als DR. DIETER RENZ (1981-1988)
1. Die große Schwester
2. Fuchsjagd
3. Das Haus in Frankreich
4. Todfreunde
5. Der Erbe
6. Brandstiftung
7. Tollwut
8. Der Jäger als Hase
9. Kratzer im Lack
10. Überstunden
11. Alte Pistolen
12. Nervenkrieg
13. Partner
14. Zwielicht
15. Das Opfer
16. Herr Pankratz, bitte!
17. Der Zeuge
18. Tödliches Viereck
19. Strich durch die Rechnung
20. Die große Wut des kleinen Paschirbe
21. Totes Kapital
22. Auf eigene Gefahr
23. Elf Jahre danach
24. Chemie eines Mordes
25. Die verlorene Nacht
26. Zuckerbrot und Peitsche
27. Morgengrauen (1)
28. Morgengrauen (2)
29. Morgengrauen (3)
30. Immer Ärger mit Ado
31. Der Versager
32. Sechs Richtige
33. Fluchtgeld
34. Schwarze Zahlen
35. Rotkäppchen
36. Blutsbande
37. Scheidung in Weiß
38. Erben und Sterben (1)
39. Erben und Sterben (2)
40. Todestag
41. Schwind paßt auf
42. T.O.D.
43. Todsicherer Tip
44. Blinder Haß
45. Countdown
46. Fasolds Traum
47. Zorek muss schießen
48. Zahltag
49. Tatzeit
50. Irgendwann ...
51. Wertloses Alibi
52. Über den Tod hinaus ...
53. ... zum Tode verurteilt
54. Lebenslänglich für einen Toten
55. Ayla
56. Kurz hinter Ankara
57. Wer Gewalt sät ...
58. Tödliche Versöhnung
59. Die einzige Chance
60. Caesars Beute

(1) Claus Theo Gärtner
(2) Claus Theo Gärtner
(3) Claus Theo Gärtner

© by Ingo Löchel

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