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Der Film Noir - Die Filme, Teil 3

Die Schwarze SerieDIE FILME
(3. Teil)

1949 trat der FILM NOIR in seine Endphase ein, der „Phase der psychotischen Handlungen und selbstmörderischen Triebe“ (period of psychotic action and suicidal impulse), die 1958 mit „IM ZEICHEN DES BÖSEN“ (Touch of Evil) schließlich endete.

Ein gutes Beispiel für diese Spätphase des FILM NOIR ist „WHITE HEAT“ (Maschinenpistolen) aus dem Jahre 1949 in dem JAMES CAGNEY in einer seiner wohl überzeugendsten schauspielerischen Darstellungen zu sehen ist.

 

James Cagney als Cody JarrettDer zynischer und labiler Gangster Jarrett erbeutet mit seinen Komplizen 300000 Dollar und flüchtet mit der Beute in ein Versteck in den Bergen.

Als Beamte des US-Schatzamtes Hinweise dafür finden, dass Jarrett hinter dem Überfall steckt, glaubt dieser, die Behörden hinters Licht führen zu können, indem er sich fälschlich selbst bezichtigt, zur gleichen Zeit ein weniger schwerwiegendes Delikt begangen zu haben.

Polizei und Gericht gehen zum Schein auf seine Aussage ein und versuchen nun ihrerseits während der nur kurzen Haftstrafe Jarrett auszutricksen. Als Jarrett erfährt, dass Ed Somers, einer seiner Komplizen, ihn nicht nur mit seiner Frau betrügt, sondern auch noch seine Mutter getötet hat, bricht er aus der Haftanstalt aus, um sich zu rächen...

„Raoul Walsh inszenierte diesen energiegeladenen film noir mit brillanten Action-Szenen und einem grandiosen Finale auf einem Gastank. Cagney spielte so überzeugend, dass er danach erneut fast ausschließlich Gangster-Rollen angeboten bekam. "Maschinenpistolen" war ein großer Publikumserfolg und gilt heute nicht nur als Klassiker, sondern auch als vielleicht bester Film mit Cagney.“  (1)

The Asphalt Jungle1950 ging der Film Noir mit „THE ASPHALT JUNGLE“ (Asphaltdschungel) unter der Regie von JOHN HUSTON in seine wohl düsterste Phase ein, in dem es außer der Polizei keine Gewinner gibt.

Dix Handley ist ein schwerer Junge. Er soll einen Raubmord begangen haben, doch weder Polizei noch Justiz können ihn überführen. Auch die Bitten seiner Freundin Doll, endlich ein normalesLeben zu führen, scheitern. Denn Dix hat schon den nächsten Coup im Kopf...

„Die berühmte Einbruchszene, bei der kein Wort fällt, war stilbildend für viele Filme des Genres. Ein Werk, das für das Genre neue Maßstäbe - die Geschichte wird mit psychologischem Interesse aus der Sicht des Verbrechers erzählt - setzte und heute als Klassiker gilt.“ (2)

Angel FaceIn „ANGEL FACE“ (Engelsgesicht, 1952) von Regisseur OTTO PREMINGER mit ROBERT MITCHUM und Jean Simmons wird  dem Zuschauer  die Machtlosigkeit der Protagonisten in der Spätphase des FILM NOIR veranschaulicht.

Frank Jessup ist Chauffeur bei der Familie des erfolgreichen und wohlhabenden Schriftstellers Charles Tremayne. Schon bald verliebt sich Frank in die Tochter des Hauses, die junge Diane. Doch die hat es faustdick hinter den Ohren, denn eines Tages bringt sie ihre Stiefmutter aus Hass um. Allerdings wird bei dem von ihr inszenierten Autounfall auch ihr geliebter Vater getötet. Neben Diane gerät Frank ebenfalls unter Mordverdacht und beide werden gemeinsam vor Gericht gestellt. Durch eine schnelle Heirat können sie die Sympathie der Jury gewinnen und werden freigesprochen. Doch das tödliche Spiel ist noch nicht zu Ende...


Pickup on South Street„PICKUP ON SOUTH STREET“ (Polizei greift ein, 1953), ein Frühwerk des Regisseurs Samuel Fuller, verdeutlicht die zynische und brutaler Seite des FILM NOIR in seiner Spätphase.

Der gerade erst aus dem Knast entlassene Taschendieb Skip McCoy  (Richard Widmark) erbeutet in der New Yorker U-Bahn von der hübschen Candy, die Geliebten eines kommunistischen Spions, eine Handtasche mit Geheimplänen. Skip ahnt nicht, was er sich damit eingehandelt hat. Nun sind nicht nur mordende Gangster, sondern auch diverse Polizisten hinter ihm her. Polizei-Captain Tiger und Assistent Zara verhören zwar die attraktive Candy, weil sie verdächtigt wird als Kurier für einen Drogenring zu arbeiten, doch sie windet sich geschickt aus der Affäre. So bleibt dem eher harmlosen Taschendieb nichts anderes übrig, als sich mit Tiger zu arrangieren und die Rolle des Lockvogels im großen Abzock-Spiel zu übernehmen...

Kiss Me DeadlyGenauso wie „KISS ME DEADLY“ (Rattennest, 1954) mit RALPH MEEKER unter der Regie von Robert Aldrich.

Als Privatdetektiv Mike Hammer nachts eine hübsche Unbekannte in seinem Auto mitnimmt, wird er von der Straße gedrängt. Sein Fahrgast überlebt den Anschlag nicht. Mike Hammer ist allerdings nicht der Typ, mit dem man solche Spielchen ungestraft durchziehen kann. Auch das FBI, das ihm dringend abrät, in der Sache herumzuschnüffeln, bringt ihn nicht von seinem Vorhaben ab: Er will die Mörder finden und mistet dabei mit seinen uneigensten Mitteln ein ganzes "Rattennest" aus.

„Der düstere Krimi "Rattennest" von Robert Aldrich hält sich nicht sehr eng an die Vorlage, trifft den Ton von Spillane aber sehr gut. Für sein Entstehungsjahr ist der Film sehr gewalttätig, und bis heute sind die Schnitte in der deutschen Fassung schmerzlich zu spüren.“ (3)

Touch Of Evil1958 ging die Ära des FILM NOIR mit dem Klassiker „TOUCH OF EVIL“ (Im Zeichen des Bösen) unter der Regie von Orson Welles in Hollywood zu Ende.

Ein Sprengstoffanschlag auf einen Millionär in einem amerikanisch-mexikanischen Grenzstädtchen löst das todbringende Duell zwischen dem jungen amerikanischen Rauschgiftfahnder Vargas und dem korrupten, rassistischen, skrupellosen örtlichen Sheriff Quinlan aus...

„Für das düstere Meisterwerk des film noir zeichnete Welles als Autor, Regisseur und dämonischer Darsteller des Quinlan verantwortlich. Herausgekommen ist Welles' komplexester und rigorosester Film, der auf seine Art eine Zusammenfassung und Aufbrechung des film-noir-Stils ist.“ (4)

 

(1) Prisma Online
(2) Prisma Online
(3) Prisma Online
(4) Prisma Online

 

© by Ingo Löchel

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