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GÖTZ GEORGE ist 70

Götz GeorgeGÖTZ GEORGE

Götz George wurde am 23. Juli 1938 als Sohn des Schauspielerehepaares Berta Drews und Heinrich George in Berlin geboren. 1946 verstarb sein Vater im sowjetischen Speziallager Nr. 7 Sachsenhausen nach einer Blinddarmoperation.

„Hilpert, Deltgen und die Löck, aber auch Kollegen wie Curt Bois, Bernhard Minetti oder Will Quadflieg haben mir viele Dinge über meinen Vater erzählt, und das war für mich beglückend: Er war ein großer, zivilcouragierter, humorvoller Schauspieler, der nur für seinen Beruf gelebt hat und letztendlich auch für ihn gestorben ist.“ (1)

Götz George

Götz George wuchs mit seinem älteren Bruder Jan bei seiner Mutter in Berlin auf, wo er  in Berlin-Lichterfelde die „Berthold-Otto-Schule“ und später das „Lyceum Alpinum“ in Zuoz besuchte.

1950 gab Götz George in „MEIN HERZ IST IM HOCHLAND“ im Berliner Hebbel Theater sein Bühnendebüt.

1953 gab er in „WENN Der WEISSE FLIEDER BLÜHT“ sein Film-Debüt.

Im selben Jahr spielte George erstmals an der Seite seiner Mutter Berta Drews: in Shakespeares „RICHARD III“.

Es folgten Filmrollen in „IHRE GROßE PRÜFUNG“ (1954), „ALTER KAHN UND JUNGE LIEBE“ (1957) und „SOLANGE DAS HERZ SCHLÄGT“ (1958) sowie im Fernsehfilm „KOLPORTAGE“ (1957).

Von 1955 bis 1958 studierte George am „Berliner Ufa-Nachwuchsstudio“ bei Else Bongers. Die entscheidende schauspielerische Ausbildung erhielt er jedoch in der Zeit von 1958 bis 1963 in Göttingen.

„Nachdem ich 1963 das Deutsche Theater in Göttingen verlassen hatte, habe ich immer frei gearbeitet.“ (2)

Auf den Rat seiner Mutter hin spielte er am „Deutschen Theater“ in Göttingen unter Leitung von Heinz Hilpert.
Nach dessen Tod schloss sich Götz George nie wieder einem festen Ensemble an, stand aber regelmäßig bei Tourneen oder Gastspielen auf der Bühne.

„Zu Heinz Hilpert hat mich meine Mutter Berta Drews 1959 gebracht, weil sie sagte: Du musst in der Provinz anfangen, und wenn du bei einem etwas lernen kannst, dann nur bei Hilpert in Göttingen.“ (3)

1960 erhielt er für seine Rolle in „JACQUELINE“ (1959) das „FILMBAND IN SILBER“ als „BESTER NACHWUCHSSCHAUSPIELER“.

Es folgten u. a. die Filme „KIRMES“ (1960), „DER TEUFEL SPIELT BALALAIKA“ (1961), „MÖRDERSPIEL“ (1961),

Die Gäste einer feudalen Party beschließen das beliebte 'Mörderspiel' zu spielen. Jeder muss eine Karte ziehen. Wer Herz-Ass zieht ist der Detektiv und muss das Zimmer verlassen, in dem im Dunkeln ein Mord vorgetäuscht werden soll. Unter den Gästen ist jedoch in der Tat ein Mörder.
Als das Licht wieder angeht, liegt ein Toter im Raum. Man ruft die Mordkommission.
Als ein weiterer Partygast stirbt, glauben die Beamten an den Selbstmord des Täters und entlassen die übernächtigten Gäste in die Dunkelheit. Doch der Mörder befindet sich unter ihnen...

 „DAS MÄDCHEN UND DER STAATSANWALT" (1962) oder „IHR SCHÖNSTER TAG“ (1962)

Man kann mit beiden Beinen im Leben stehen, sich jeder Situation gewachsen fühlen und dennoch in mancher Hinsicht an der Wirklichkeit vorbeileben.
Diese Erfahrung macht eine resolute Berliner Portiersfrau, denn ihre Familie bereitet ihr mancherlei Überraschungen...

„Paul Verhoeven drehte die Tragikomödie nach dem Bühnenstück "Das Fenster zum Flur". Inge Meysel ist hier einmal mehr in ihrer Paraderolle als Frau mit Herz und Schnauze, die alles zusammen und in Ordnung hält, zu sehen.
Achten Sie auf den jungen Götz George in einer kleinen Nebenrolle als Jazz-Trompeter Adam Kowalski.“ (4)

Götz George und Uschi Glas in DER SCHATZ IM SILBERSEE1962 spielte Götz George neben Lex Barker und Pierre Brice die Hauptrolle in dem erfolgreichen Karl-May-Western "DER SCHATZ IM SILBERSEE“, in dem er auch alle Stunts selber machte.

Im selben Jahr erhielt er den BAMBI.

Es folgten Filme wie „NUR TOTE ZEUGEN SCHWEIGEN“ (1962),

Immer mehr wird Erik Stein, Erfinder einer genialen Varieténummer, von den Akteuren Georg und Magda in den Hintergrund gedrängt.
Der junge Boxer Chris Kronberger (Götz George) stiehlt eines Tages ein Bündel Geld aus Georgs Garderobe und schlägt diesen zu Boden.
Erik, Zeuge dieses Vorfalls ist blind vor Eifersucht und tötet den bewusstlosen Georg. Einziger Zeuge ist Georgs Bauchrednerpuppe Grog,


„MENSCH UND BESTIE“ (1963), „HERRENPARTIE“ (1964),

Für die Mitglieder eines deutschen Gesangvereins ist der Jugowlawien-Urlaub so gut wie beendet. Erholt reisen sie mit ihrem Kleinbus wieder in Richtung Norden.
Durch eine Umleitung sind sie gezwungen über hügelige Nebenstraßen zu fahren. Als der Tank leer ist, machen sie sich mit einem Kanister auf die Suche nach einer Tankstelle. Von den Bewohnern eines kleinen Karstdorfes erhoffen sie Hilfe.
Doch stattdessen treffen sie auf Frauen, deren Männer einst von deutschen Soldaten als Geiseln erschossen wurden.
Der Kleinbus landet in einer Schlucht und die rettende Brücke wird gesprengt. Die Männer sehen sich mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert,


 „WARTEZIMMER ZUM JENSEITS“ (1964),

Der wohlhabende Sir Cyrus Bradley wird vom Verbrechersyndikat "Die Schildkröte" erpresst. Gangsterboss Alsconi, der in einer reich ausgestatteten Villa in Triest lebt, beauftragt seine Geliebte Lorelli, Bradley zu ermorden, als dieser nicht zahlen will.
In London beauftragt sie den Messerwerfer Shapiro, Bradley zu töten. Aber alle habe die Rechnung ohne Bradleys Neffen Don Micklem (Götz George) und dessen Freund Harry Mason gemacht,


„SIE NANNTEN IHN GRINGO“ (1965)

Anwalt Ken Denton (Helmut Schmid) will sich an Rancher Sam Martin rächen, der einst seinen Vater tötete. Scheinheilig sucht er in Martins Auftrag nach dessen verschollenem Sohn und findet ihn in dem Banditen Gringo (Daniel Martin). Mit einem Trick will er Gringo dazu bringen, Martin zu töten.

„Überraschend gelungen: Deutscher Western mit dem herausragenden Götz George in der Rolle des Sheriffs.“ (5)

oder die Karl May – Filme „UNTER GEIERN“ (1964) oder  „WINNETOU UND DAS HALBBLUT APANATSCHI“ (1966).

1966 heiratete Götz George die Schauspielerin Loni von Friedl von der er sich 1976 wieder scheiden ließ. Das Paar eine Tochter zusammen.

Plakat zu ICH SPRENG EUCH ALLE IN DIE LUFTEnde der 1960er Jahre drehte er nur noch sporadisch Filme. So war er u. a.  in „ICH SPRENG EUCH ALLE IN DIE LUFT“ (1968)

Der Kriminalbeamte Blomfield (Götz George) wird Zeuge eines Überfalls, bei dem der Täter ums Leben kommt.
Der Bruder des Geldräubers, der rauschgiftsüchtige Johnny (Werner Pochath), hat nur ein Ziel vor Augen: Er will den Tod seines Bruders rächen und Blomfield töten.

„Routiniert inszenierter Krimi.“ (6)

„DER TODESSKUSS DES DR. FU MANCHU“ (1968) oder Fernsehfilme wie „DER EISMANN KOMMT“ (1968) oder „SPION UNTER DER HAUBE“ (1969) zu sehen. 

Als Ende der 1960er Jahr die Ära des deutschen Filmes zu Ende ging, wechselte George ganz zum Fernsehen, da die jungen Filmemacher des neuen deutschen Filmes keine Rollen für ihn hatten.

„Du wirst in so eine Zeit hineingeboren, und wenn du dann keine Filmangebote mehr kriegst, machst du halt was anderes, Theater und Fernsehen.
Ich hatte mit Meistern wie Staudte, Kurt Hoffmann und Dieterle gearbeitet. Ich war ein Profi, deshalb hatten die Jungfilmer auch eine Scheu vor mir.“  (7)
„Fassbinder fand ich nie so toll. Die Art zu arbeiten hat mir nicht gefallen. Ich kannte Fassbinders Truppe durch meinen Bruder Jan, der in einigen seiner Filme mitgespielt hat.
Das war so ein Stamm, und ich mag keine Vereinsmeierei. Als die Filmangebote für mich ausblieben, fand ich meine Erfüllung darin, mit dem Theater auf Tournee zu gehen.
Ich durfte mir meine Rollen aussuchen und später inszenieren. Das war ein vagabundierendes Leben, das ich unendlich berauschend fand.“ (8)


1970 war Götz George in der Mini – Serie „11 UHR 20“ zu sehen. Es folgten die beiden Serien „EIN JAHR OHNE SONNTAG“ (1970)

Der Ingenieur Robert Sonntag (Götz George) ist auf Montage. Während er in der Dritten Welt ein Kraftwerk baut, kümmert sich seine Frau Ina (Karin Baal) alleine um die Kinder Nicky (Nicky Makulis) und Mathias (Florian Halm).

sowie „DIAMANTENDETEKTIV DICK DONALD“ (1971) in denen der Schauspieler die Hauptrollen mimte.

Diamantendetektive sind Angehörige einer internationalen Spezialeinheit, die dem IDSO, dem Diamantensyndikat, untersteht und in Südafrika die Sonderaufgabe zu erfüllen hat, jenen Verbrechen nachzugehen, die im Zusammenhang mit Diamanten begangen werden.

„Rasante Krimiserie mit viel Geballer und Verfolgungsjagden, die an Originalschauplätzen in Südafrika gedreht wurde. Ihr Ende blieb offen: Ein schwer verwundeter Dick Donald bricht am Schluss von Folge 13 zusammen, und die Serie ist zu Ende. Eine Fortsetzung gab es nicht.“ (9)

1971 drehte Götz George mit „BLECHSCHADEN“ seinen ersten Tatort-Krimi. Es folgten Rollen in „RATTENNET“ (1972) und „TRANSIT INS JENSEITS“ (1976), zwei weiteren Tatorten.

In den 1970er hatte der Schauspieler Gastauftritte in TV – Serien wie „DER KOMMISSAR“ (1970), „HAMBURG TRANSIT“ (1973), „DERRICK“ (1973) und „DER ALTE“ (1978/1979).

Hansgünther Heyme verpflichtete George 1972 an das Kölner Schauspielhaus, wo er den Martin Luther in Dieter Fortes „Martin Luther und Thomas Münzer“ verkörperte.
Seine wohl beste Theaterrolle mimte der Schauspieler in  Georges Meinung nach die Titelrolle in Büchners „DANTONS TOD“ bei den Salzburger Festspielen 1981.


1977 folgte seine Rolle in „AUS EINEM DEUTSCHEN LEBEN“

Rudolf Höß war Lagerkommandant, ordnete ohne Gewissensbisse den Tod von Millionen an. Diese vorzügliche Filmbiographie zeichnet den Werdegang des phantasielosen Bürokraten nach. Schon im ersten Weltkrieg ist der junge Höß treuer Empfehlsempfänger.
Dann, im Zivilleben, zeigt er sich als vorschriftenhöriger Muster-Arbeiter. Als die Nazis an Macht gewinnen, ist Höß der ideale Mann für ihre Zwecke: Er fragt nicht, er führt aus. Das bringt ihn nach "oben".
Höß wird Lagerkommandant im Vernichtungslager Auschwitz. Als er den Befehl erhält, täglich tausend Juden zu töten, ist das für ihn ein Befehl wie jeder andere auch...
 
„Die bekannteste Rolle von Götz George ist und bleibt zwar sein Rüpel-Polizist Schimanski, seine besten Leistungen brachte er jedoch dann, wenn er erschreckend arglose Unmenschen spielen durfte.
Neben seiner intensiven Verkörperung des Serienmörders Fritz Haarmann in "Der Totmacher" ist dies vor allem seine überragende Leistung in Kotullas KZ-Film.
George spielt diesen Höß als einen nicht einmal besonders abstoßenden Spießer, dessen Gedankenarmut und Obrigkeitstreue geradezu erschütternd ist. Darüber hinaus weist der Film exzellente Produktionswerte auf und ist mit der angemessenen kühlen Sachlichkeit inszeniert.“ (10)
„Das kann ich nur spielen, indem ich es in dieser absoluten Abgründigkeit und Schizophrenie kapiere.
So habe ich auch Rudolf Höss, Lagerkommandant von Auschwitz, gespielt. Wenn man so will, immer dem Bösen auf der Spur.“ (11)


Am 28. Juni 1981 schlug für Götz George die Stunde. Mit dem Tatort „DUISBURG-RUHRORT“ war der Schauspieler zum ersten Mal in der Rolle des Kommissars Horst Schimanski im deutschen Fernsehen zu sehen.

Plakat zu ABWÄRTS1985 erhielt der Schauspieler für die Rolle in „ABWÄRTS“ das „FILMBAND IN GOLD“ für die „BESTE MÄNNLICHE HAUPTROLLE“.

In einem Hochhaus bleiben vier Menschen unterschiedlichster Herkunft in einem Fahrstuhl stecken.
Noch ehe die Feuerwehr Rettungsmaßnahmen einleiten kann, kommt es zwischen den Eingeschlossenen zu erbitterten Auseinandersetzungen mit tödlichen Konsequenzen.

„Der junge Regisseur Carl Schenkel zeigte, dass auch im deutschen Film spannungsgeladene und intelligente Thriller möglich sind.
Abwärts fasziniert in seiner Machart durch perfekte Ausstattung, Beleuchtung und eine stellenweise kaum erträgliche Atmosphäre der Klaustrophobie und Aggression.
Zum Teil fanden die Dreharbeiten in einem Frankfurter Hochhaus statt, wobei die meisten Szenen von Götz George und Hannes Jaenicke bis auf zwei Sturz-Sequenzen ungedoubelt gespielt wurden." (12)


Götz George und Claudia Messner in ZABOUEs folgten die beiden Schimanski – Kinofilme „ZAHN UM ZAHN“ (1985) und „ZABOU“ (1987), die beide zu Hits an den Kinokassen wurden.


Danach folgte u. a.  „DIE KATZE“ (1988)

Düsseldorf in den frühen Morgenstunden. Die Stadt schläft noch. Probek (Götz George) steht am Fenster des Hotelzimmers und wartet. Sein Blick weilt auf dem Eingang der Sparkasse.
Gleich wird dort unten ein Feuerwerk losgehen, prophezeit er der Frau, die gerade noch in seinen Armen lag: Jutta (Gudrun Landgrebe), Frau des Filialleiters und Komplizin in einem ausgekochten Plan. Plötzlich geht alles sehr schnell. Jungheim (Heinz Hoenig) und Britz (Ralf Richter) stürmen die Sparkassenfiliale, nehmen sieben Geiseln und fordern ein Lösegeld von drei Millionen Mark.
Längst hat die von Probek alarmierte Polizei im 1. Stock des Hotels Stellung bezogen nicht ahnend, dass er, der dritte Gauner im Bunde, die Aktion vom oberen Stockwerk per Walkie-talkie dirigiert. Derweil halten die nervösen, amateurhaften Bankräuber den Stress kaum noch aus. Der Coup wird zur endlosen Nervenschlacht, bei der nur Probek einen kühlen Kopf behält bis jetzt jedenfalls...

„Psychologisch raffiniert und mit einer ausgeklügelten Licht-Schatten-Dramaturgie inszenierte Dominik Graf ("Die Sieger") diesen hochspannenden Actionfilm, für den er 1988 den Bundesfilmpreis erhielt.“   (13)

1989 drehte George den ersten seiner fünf Schulz & Schulz-Filme, um die Wiedervereinigung.
Diese Filme gaben Götz George Gelegenheit, in einer Doppelrolle seine komödiantische Seite zu zeigen.

„Götz George läuft in dieser Doppelrolle zur üblichen Bestform auf.“ (14)

Es folgten die Filme „DER BRUCH“ (1989) und „BLAUÄUGIG“ (1989).

Am 29. Dezember 1991 wurde mit „DER FALL SCHIMANSKI“ der letzte Tatort mit Götz George gesendet.

„Die Figur Schimanski, so wie ich sie mir vorstellte, war von der ersten Folge an fertig. Schimanski war von Anfang an radikal, alles andere als ein Schreibtischhengst.“ (15)

Es folgten die Filme und Fernsehfilme „SCHTONK“ (1991)

Kunsthändler Knobel hat es schon immer verstanden, Geschäfte mit der Leichtgläubigkeit seiner Mitmenschen zu machen. Seinen größten Coup landet der passionierte Fälscher allerdings, als er Sensationsreporter Willié die angeblichen "Hitler-Tagebücher" unterjubeln kann. Beide wittern das Geschäft ihres Lebens.

„MORLOCK“ (1993) oder „MORLOCK – KINDERKRAM“ (1993).

Ein Jahr zeigte George in „DAS SCHWEIN – EINE DEUTSCHE KARRIERE“ eine weitere Facette seines Könnens.

Der halbwüchsige Berliner Junge Stefan Stolze erlebt die typische Nachkriegszeit von Not und Entbehrung. Nachdem er beim Kameradendiebstahl erwischt wird, fliegt er von der Schule.
Seine Mutter sorgt sich um seinen Lebensweg. Den nimmt Stolze in den 70er Jahren in Richtung Rotlichtmilieu, wo er sich als Zuhälter und Hehler etabliert. Bald wird er verhaftet und muss ins Gefängnis.
Auch da verrät Stolze seine Komplizen und kommt so auf freien Fuß. Durch das Vertrauen seines Knastkumpels Korda gaunert er diesem seine Firma ab. Als Stolze die wohlhabende Alice van Lück kennenlernt, verschafft er sich eine Eintrittskarte in die "feinen Kreise"...

„Götz George porträtiert in diesem dreiteiligen TV-Film eindrucksvoll den Aufstieg eines Deutschen, der zunächst nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Jugendlicher eine bittere Zeit der Not und Entbehrungen erlebt und schließlich skrupellos zu einem wichtigen Wirtschafts-Magnaten heranreift.“ (16)

1992 erhielt George den BAYERISCHEN FILMPREIS für „DER FALL SCHIMANSKI“ sowie das FILMBAND IN GOLD als BESTE MÄNNLICHE HAUPTROLLE in „SCHTONK“.


Danach drehte er u. a. die Fernsehfilme „DER KÖNIG VON DUISBURG“ (1994)

Im Berufsleben ist Bruno Bülle Senatsdiener im Hamburger Rathaus. Bülle ist das Musterbeispiel eines beamteten Radfahrers: einer, der nach unten tritt und nach oben buckelt, ein kleines Rädchen im Verwaltungsgetriebe der Hansestadt, dessen verantwortungsvollste Tätigkeit aus Rathausführungen besteht.
Zuhause in Dulsberg, wo er mit Ehefrau Ellen und Sohn Frank zur Miete wohnt, ist Bülle allerdings der Größte, denn er versteht es meisterhaft, sich den Dulsbergern als "unser Mann im Rathaus" zu verkaufen. Behördenprobleme? - kein Problem für Bülle!
Denn es gibt nichts, was er nicht in einem persönlichen Gespräch mit den Herren und Damen Senatoren regeln könnte, behauptet Bülle - und verschafft sich auf diese Weise nicht nur ideelle Anerkennung, sondern auch handfeste materielle Vorteile. Nur wenige durchschauen seine untergeordnete Stellung. Eines Tages läuft die Sache aus dem Ruder...

„Als Kommissar Schimanski war Götz George der Bulle von Duisburg, in Petra Haffters Milieu-Komödie stellt George als "König von Dulsberg" sein komödiantisches Gespür unter Beiweis. Drehbuchautor Felix Huby wurde unter anderem durch seine Vorlagen für TV-Serien wie "Ein Bayer auf Rügen" und "Abenteuer Airport" bekannt.“ (17)


"DER SANDMANN" (1995)

Einst saß er wegen Mordes im Knast. Nach seiner Freilassung macht er Furore als diabolischer Best- sellerautor: Henry Kupfer (Götz George). Sein neues Buch «Der Kannibale», das Psychogramm eines Serienmörders, soll er in einer Talkshow vorstellen.
Zuständige Redakteurin ist die junge Journalistin Ina Littmann (Karoline Eichhorn), die die Sendung zum ersten-mal in Eigenregie vorbereiten darf. Bei ihren Recherchen kommt Ina jedoch der Verdacht, dass Kupfer kein bloßer Schreibtischtäter ist, sondern seine Verbrechen auch praktisch erprobt, zumal gerade ein Serienkiller sein Unwesen treibt…

„In seinen finstersten Momenten erinnert der TV-Thriller an den Hollywood-Schocker «Das Schweigen der Lämmer». Auch hier wird dem Zuschauer kaum eine Atempause gegönnt.
Geschickt spielt Regisseur Nico Hofmann, der schon für sein Vergangenheitsbewältigungsstück «Land der Väter, Land der Söhne» gelobt wurde, mit den Erwartungshaltungen der Zuschauer.“ (18)

Plakat zu DER TOTMACHERund „DER TOTMACHER“ (1995)

Im Jahre 1924 erregt ein Kriminalfall in Hannover großes Aufsehen in der deutschen Öffentlichkeit. Der Kaufmann Fritz Haarmann gesteht, 24 junge Männer getötet und ihre Leichen zerstückelt zu haben. Den Vorwurf des Kannibalismus weist er zurück. Professor Dr. Schulze soll das psychiatrische Gutachten schreiben und die Frage nach der Zurechnungsfähigkeit von Haarmann klären. Im August 1924 beginnen die Untersuchungen...

„Regisseur Romuald Karmakar geht in seinem Film das Wagnis ein, auf jegliche Schauwerte zu verzichten. "Der Totmacher" spielt ausschließlich in einem einzigen kargen Raum, die Handlung reduziert sich ganz auf die Befragung. Alle Dialoge wurden dem Original-Befragungsprotokoll entnommen. Dabei hat sich Karmakar nicht damit begnügt, einfach abzuschreiben.
Er benutzt das Originalmaterial quasi als Steinbruch, fügt die einzelnen Passagen neu zusammen und bringt sie in andere, dramaturgisch sinnvolle Zusammenhänge. Trotz seiner Radikalität wurde "Der Totmacher" ein respektabler Kinoerfolg.
Das liegt sicherlich auch an den herausragenden Darstellerleistungen, wobei Jürgen Hentsch immer zu Unrecht im Schatten des mächtig aufdrehenden Götz George stand. Ihm gelingt als zwischen Haß, Abscheu und Mitleid hin- und hergerissenem Psychologen die unauffälligere, aber mit Sicherheit nicht schlechtere Leistung.
Der Film erhielt drei Filmbänder in Gold, den Coppa Volpi bei den Filmfestspielen in Venedig für Götz Georges Darstellung des Fritz Haarmann, und wurde für den Oscar nominiert.“ (19)

1995 erhielt George den BAYERISCHEN FILMPREIS als BESTER DARSTELLER für „SANDMANN“, den „COPPA VOLPI“ beim Filmfestival von Venedig für „DER TOTMACHER“ sowie den „TELESTAR“ als BESTER DARSTELLER in einem Fernsehspiel für „DAS SCHWEIN – EINE DEUTSCHE KARRIERE“.

Ein Jahr später erhielt das FILMBAND IN GOLD für die BESTE MÄNNLICHE HAUPTROLLE in „DER TOTMACHER“ sowie den Preis GOLDENER LÖWE von RTL als BESTER DARSTELLER in einem Fernsehfilm für „DER SANDMANN“.


1997 kehrte Götz George als Schimanskis ins Fernsehen zurück. Am 9. November flimmerte mit „DIE SCHWADRON“ der erste Schimanski – Krimi über die deutschen Bildschirme. Bis 2008 sendetet das ARD 14 weitere Krimis der Reihe.

Es folgten die Filme „SOLO FÜR KLARINETTE“

Kommissar Bernie Kominka muss einen spektakulären Mordfall bearbeiten, bei dem dem Toten der Penis abgetrennt wurde.
Als der Kommissar immer öfter bei seinen Vorgesetzten aneckt und ihm seine familiären Probleme über den Kopf wachsen, wird er vom Dienst suspendiert. Trotzdem ermittelt er auf eigene Faust weiter.
Auf einer Single-Party begegnet er Anna Weller, und obwohl sie eine Tatverdächtige ist, verliebt er sich in die geheimnisvolle Frau. Ihre leidenschaftliche, abgründige Affäre lässt ihn jede Vorsicht vergessen,

„NICHTS ALS DIE WAHRHEIT“ (1998)

Mengele. Der Name steht für unvorstellbare Grausamkeiten. Für den jungen Anwalt Peter Rohm ist der "Todesengel von Auschwitz" zur Obsession geworden. Der erfolgreiche Jurist recherchiert seit Jahren zu einem Buch über den KZ-Arzt. Doch er hat bisher keine Zeile geschrieben.
Er findet keine Antwort auf die zentrale Frage: Warum? Warum verstümmelt ein Mensch kleine Kinder? Warum schickt er ohne eine Gefühlsregung Hunderttausende in die Gaskammern?
"Fragen Sie", sagt der alte Mann. Verschleppt von einem dubiosen Nazi-Verleger sitzt Rohm in Argentinien Josef Mengele gegenüber. Am Ende seines Lebens will sich der Alte der deutschen Justiz stellen.
Er will seine Geschichte erzählen. Peter Rohm soll sein Verteidiger sein. Dieser ist entsetzt, ringt mit sich. Schließlich willigt er ein. Für die deutsche Justiz beginnt ein Alptraum.
Vor den Augen der Weltöffentlichkeit werden vor Gericht Taten verhandelt, deren Grausamkeit jenseits der menschlichen Vorstellungskraft liegt. Mengele bestreitet sie nicht. Aber er will nur getötet haben, um seinen Opfern langes Leiden im Lager zu ersparen. Als Sterbehilfe...

„Mit den Mitteln des Gerichtsthrillers versucht Regisseur Roland Suso Richter, der mit Götz George schon den gelungenen Boxerfilm "Die Bubi Scholz Story" abdrehte, in dieser fiktiven Geschichte über Wahrheit, Vergangenheit und Schuld zu reflektieren.
Zwar gibt Koproduzent und Hauptdarsteller Götz George, den man unter der gelungenen Maske von Hasso von Hugo kaum erkennen kann, sein Bestes, doch die eher dümmlichen Dialoge, das unbeholfene Drehbuch und die vielen Längen kann auch er nicht wettmachen.“ (20)


„RACHEENGEL – DIE STIMME AUS DEM DUNKELN“ (1999)

In Berlin und Hamburg kommt es zu einer Serie mysteriöser Ritualmorde; die Opfer sind allesamt vorzeitig entlassene Sexualstraftäter.
BKA-Kommissar Martin Blank und Hauptkommissarin König setzen einen Straftäter als Lockvogel ein. Auch dieser wird getötet, doch nun findet man einen Hinweis auf den Mörder Gabriel, der sich in einer psychiatrischen Anstalt befindet.
Martin Blank läßt sich inkognito dort einweisen - und gerät wenig später in eine grauenhafte Falle.

„Ein spannender Thriller mit Top-Bestzung von TV-Regisseur Thortsen Näter ("Gegen den Strom", "Im Club der Millionäre"). Götz George verkörpert gekonnt den Anstaltsarzt Dr. Meinfeld, Dieter Pfaff überzeugt in einer ungewohnten Rolle als Mörder und Tim Bergmann sowie Carin C. Tietze geben das ermittelnde BKA-Duo Blank/König.“ (21)
„Wenn ich die Möglichkeit sehe, etwas daraus zu machen, dann nehme ich die Rolle schamlos an.
Bei "Racheengel" war ich mir unsicher. Ich wollte immer mit dem Regisseur Thorsten Näter zusammen arbeiten, wusste aber nicht, wie fantasievoll er das Buch umsetzt. Es hat mich überrascht, und ich war glücklich, wie gut das gelungen ist.“ (22)

Götz George und Muriel Baumeister in DIE ENTFÜHRUNG"DIE ENTFÜHRUNG" (1999)

Großspediteur Carl Heidfeld (Götz George) hat alles erreicht, was man sich erträumen kann: Das Unternehmen floriert, seine Ehe mit Laura (Birgit Doll) ist glücklich, und er ist von allen finanziellen Sorgen befreit. Jetzt wird es Zeit, sich zurückzuziehen. Vielleicht findet er so auch mehr Zeit, um sich seiner eigensinnigen Tochter Ina (Muriel Baumeister) zu widmen.
Ausgerechnet in der Nacht zu Lauras Geburtstag durchkreuzen Gangster Heidfelds Pläne. Sie entführen Ina und verletzen Laura so schwer, dass sie fortan gelähmt sein wird. Weil Kommissar Trombik (Leonard Lansink) die Lösegeldübergabe vermasselt, beschließt Heidfeld, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.
Dabei erfährt er, dass Ina ein Verhältnis mit seinem Geschäftspartner Jens Stahl (Heikko Deutschmann) unterhält. Peter Patzak nutzt den Fall für die kritische Bestandsaufnahme eines Lebens, und Hauptdarsteller Götz George übt sich in ungewohnt leisen Tönen.

2001 erhielt Götz George  die GOLDENE FEDER für sein Lebenswerk.

Danach drehte der Schauspieler u. a. die Fernsehfilme „LIEBE MACHT BLIND“ (2001)

Konsul Alexander Stahlberg will dem neureichen Tierfutter-Fabrikanten Alois Brummer einen Adelstitel verschaffen. Die Heirat mit der verarmten Gräfin von Wallenberg ist schon arrangiert, als der Konsul in der bankrotten Aristokratin die Liebe seines Lebens entdeckt.
Stahlberg kassiert Brummers 500.000 Mark Honorar und brennt mit der Gräfin in den afrikanischen Dschungel durch, wo sich zwischen reißenden Stromschnellen und Drogenhalluzinationen herausstellt, dass die Adlige eine falsche Gräfin ist, die für den falschen Konsul echte Liebe entdeckt...

„Diese prominent besetzte Krimikomödie spickte Regisseur Thorsten Näter mit wunderbaren Naturbildern. Das Drehbuch stammt von Sacha Arango, der für "Der letzte Kosmonaut" mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Anmerkung am Rande: Alois Brummer hieß im wahren Leben ein berüchtigter Sex-Filmer der 70er Jahre. An dessen Werke fühlt man sich fast schon erinnernt, wenn es nach Afrika geht.
Denn was durchaus unterhaltsam beginnt, entpuppt sich gegen Ende als hanebüchener Blödsinn: George und sein Butler stehen von den Toten auf, ein verschollener Koffer kommt zufällig wieder angeschwommen usw. Was hier ab der Ankunft in Afrika geboten wird, ist wirklich unter aller Kanone. Schade, eigentlich! Denn auch die Darsteller können da nichts mehr retten.“  (23)


„LIEBE IST DIE HALBE MIETE“  (2002), das Drama „MEIN VATER“ (2003)

Familie Esser hat sich gerade ein neues Heim gebaut und wähnt sich im Glück. Da stellt sich heraus, dass Jochens Vater Richard an der unheilbaren Alzheimer Krankheit leidet.
Man entschließt sich, Richard im neuen Haus aufzunehmen. Während sich Richards Zustand täglich verschlechtert, steigen die Spannungen im trauten Familienkreis ins Unerträgliche.
Als der Opa schließlich eine Bedrohung für das Haus und die Familie darstellt, hält Ehefrau Anja die Situation nicht mehr aus; sie zieht zu ihrer Mutter. Schließlich ist Jochen allein mit seinem Sohn und seinem alten Vater. Jochen opfert ihm seine ganze Zeit...

„Dank eines brillant agierenden Götz Georges gelang Regisseur Andreas Kleinert ("Kelly Bastian - Geschichte einer Hoffnung") ein bitteres Familiendrama über eine schwere Krankheit und deren zerstörerisches Potential nicht nur für den Betroffenen.
Götz George, Klaus J. Behrendt und Regisseur Kleinert wurden für "Mein Vater" im Frühjahr 2003 mit dem Publikumspreis des Adolf-Grimme-Instituts ausgezeichnet.“ (24)

2003 erhielt George den ADOLF-GRIMME PREIS sowie den BAYERISCHEN FILMPREIS für seine Rolle in „MEIN VATER“.
Es folgten die Fernsehfilme „VERLIEBTE DIEBE“ (2003), „ALPENGLÜHEN“ (2003),, „BLATT UND BLÜTE – DIE ERBSCHAFT“ (2004)

Nachdem Tante Agathe das Zeitliche gesegnet hat, beginnen auch schon unter der Verwandtschaft die Streitigkeiten ums Erbe.
 Die besten Karten hat hier noch Wahlnichte Victoria, die sich allerdings mit ihrem Ex-Mann zusammen tun muss, um an ein erklägliches Erbe zu gelangen…

Regisseur Michael Kreindl ("Hengstparade") erzählt diese Erbschaftskomödie mit kriminalistischen Einsprengseln zwar recht altbacken, aber einige witzige Übertreibungen, das Wiener Ambiente und die sympathischen Darsteller wissen dennoch zu überzeugen. (25)

„ALPENGLÜHEN II – LIEBE VERSETZT BERGE“ (2005), „ALS DER FREMDE KAM“ (2006), „DER NOVEMBERMANN“ (2007) oder „DIE KATZE“ (2007).

2007 erhielt George den DEUTSCHEN FERNSEHRPEIS.

Ein Jahr später war Götz George in „SCHICHT IM SCHACHT“ in seinem vorerst letzten Schimanski – Krimi zu sehen.

Es folgten die Rollen in den beiden Fernsehfilmen „MEINE FREMDE TOCHTER“ (2008)

Der pensionierte Beamte Johannes Bergkamp (Götz George) gerät durch den plötzlichen Tod seiner Tochter Sophie aus dem seelischen Gleichgewicht. Sophie war Bergkamps "Sonnenschein', sein absoluter Liebling - im Gegensatz zu ihrem Bruder Markus, einem - in Johann Bergkamps Augen - Taugenichts. Doch ausgerechnet Markus rettet den Vater, der seinen Schmerz im Alkohol ertränkt, aus der Lethargie.
Dieser begibt sich fortan auf Spurensuche und versucht herauszufinden, welche Umstände zu Sophies Tod geführt haben. Im Laufe seiner Recherche kommen Dinge zutage, bei denen Johann Bergkamp die schmerzliche Erfahrung machen muss, dass ihm seine Tochter alles andere als vertraut war.

Götz George in SCHOKOLADE FÜR DEN CHEFsowie  „SCHOKOLADE FÜR DEN CHEF“

Ernst Schmitt, kamerascheuer Workaholic und Chef eines multinationalen Lebensmittelkonzerns, ist nicht mehr der Jüngste. Nach seiner schweren Herzoperation bittet die besorgte Schwester Waltraud den erfolgsverwöhnten Unternehmer, sich doch endlich aus dem aktiven Geschäftsleben zurückzuziehen.
Auch sein umtriebiger Neffe Marc kann es kaum erwarten, dass der Onkel ihm die Firmenleitung überträgt – doch dem ist nicht wohl bei diesem Gedanken.
Als Marc eine unrentabel gewordene Schokoladenfabrik im Sauerland schließen will, wird Ernst misstrauisch. Die Patrizia-Werke wurden schließlich von Vater Schmitt gegründet und bilden die Keimzelle des Weltkonzerns.
Unter dem Vorwand, zur Kur zu fahren, macht Ernst sich mit seinem Chauffeur Hubert auf, um im Sauerland nach dem Rechten zu sehen.
Damit man ihm nichts vormachen kann, lässt er sich inkognito als Fahrer in seiner eigenen Fabrik anstellen. Während Hubert als vermeintlicher Millionär auf Kurzurlaub die Puppen tanzen lässt, muss Ernst für den Betriebschef Gräber Koffer schleppen.
Dabei taucht der Beinahe-Rentner tief in die Welt seiner Jugend ein. Doch er kommt auch einer Intrige auf die Spur: Gräber – von seinen Angestellten sarkastisch "Toten-Gräber" genannt – will den Betrieb wider besseres Wissen gegen die Wand fahren, denn für den Verkauf des Firmengrundstücks winkt ihm eine fette Provision.
Doch die Firma ist noch nicht verloren. Die patente Personalchefin Patrizia Mattusch, Enkelin von Ernsts altem Meister Willi, wüsste einen Weg zur Rettung. Es wird Zeit, dass Ernst die Tarnung aufgibt und sich von seiner Schokoladenseite zeigt.

„Wie alle sehr reichen Männer ist er launenhaft, größenwahnsinnig, sentimental – mit einer schönen Prise Humor. Ohne den geht es in der Kunst eben nicht. Später neigt Schmitt – Gott sei Dank – auch zur Großzügigkeit. Also ein Charakter, der mir eigentlich nicht so sympathisch ist, aber für einen Schauspieler reizvoll zu spielen.“ (26)

Im April 2008  begannen in Wien und in Mitteldeutschland die Dreharbeiten zum Theaterfilm „MEIN KAMPF“ nach Motiven des gleichnamigen Theaterstückes von George Tabori.  Götz George spielt den Juden Schlomo und Tom Schilling den jungen Hitler.

Götz George, Tom Schilling und Anna Unterberger in MEIN KAMPFDer junge Hitlter kommt aus tiefster österreichischer Provinz nach Wien, um als Maler die Welt zu erobern ...
Doch zuerst muss er in die Akademie der schönen Künste aufgenommen werden. Hitler mietet sich im Männerheim in der Blutgasse ein und wartet auf seinen großen Tag.
Er teilt das Zimmer mit zwei Juden: dem fliegenden Buchhändler Schlomo Herzl und dem Koch Lobkowitz. Schlomo Herzl will ein Buch schreiben: 'Mein Leben'. Schlechter Titel, findet sein Freund Lobkowitz, der sich für Gott hält und tatsächlich Wunder bewirkt. Gemeinsam verständigen sie sich auf 'Mein Kampf'. Hitler ist begeistert ...

„Die Fantasie ist, glaube ich, für einen Künstler die Grundvoraussetzung. Ohne Fantasie kann der Maler keine Farbe anschaulich auf die Leinwand bringen, der Musiker keine klangvolle Komposition zustande bringen und der Schauspieler keinen Charakter zum Leben erwecken, der dem Menschen verständlich wird und ihm nahe kommt.“  (27)

Die Filmgroteske nach der fabelhaften Vorlage von George Taboris Theaterstück, ist keine historische Rekonstruktion von Hitlers Wiener Zeit, eher eine zeitlose Parabel vom Guten, das dem Bösen dient.
Realität und Fiktion überschneiden sich, Komisches und Tragisches, Groteskes und Rührendes, Wirklichkeit und Traum.

„Erst kamen die Privaten, konnten kaum stehen, pfiffen auf das Niveau. Sie machten den Öffentlichen Angst und Druck, bis diese fast quotengeiler wurden als die Privaten.
Gemeinsam haben sie den Geschmack des Publikums mit Trashsendungen so versaut, dass man heute keinen Unterschied mehr merkt. Zum Glück bin ich alt: Den absoluten Untergang werd' ich nicht mehr erleben.“  (28)

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© by Ingo Löchel

40 Jahre Tatort

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FILMOGRPAHIE
1. Wenn der weiße Flieder wieder blüht (1953)
2. Ihre große Prüfung (1954)
3. Alter Kahn und junge Liebe (1957)
4. Kolportage (1957) (TV)
5. Solange das Herz schlägt (1958)
6. Jacqueline (1959)
7. Kirmes (1960)
8. Die Fastnachtsbeichte (1960)
9. Der Teufel spielte Balalaika (1961)
10. Mörderspiel (1961)
11. Unser Haus in Kamerun (1961)
12. Das Mädchen und der Staatsanwalt (1962)
13. Ihr schönster Tag (1962)
14. Der Schatz im Silbersee (1962)
15. Ipnosi/ Nur tote Zeugen schweigen (1962)
16. Liebe will gelernt sein (1963)
17. Mensch und Bestie (1963)
18. Herrenpartie (1964)
19. Wartezimmer zum Jenseits (1964)
20. Unter Geiern (1964)
21. Sie nannten ihn Gringo (1965)
22. Ferien mit Piroschka (1965)
23. Winnetou und das Halbblut Apanatschi (1966)
24. Peter Schlemihls wundersame Geschichte (1967) (TV)
25. Ich spreng' euch alle in die Luft (1968)
26. The Blood of Fu Manchu/ Der Todeskuss des Dr. Fu Manchu (1968)
27. Der Eismann kommt (1968) (TV)
28. Commandos/ Himmelfahrtskommando El Alamein (1968)
29. Spion unter der Haube (1969) (TV)
30. Le Vent d'est/ Ostwind (1970)
31. Glückspilze (1971) (TV)
32. Die Gräfin von Rathenow (1973) (TV)
33. Aus einem deutschen Leben (1977)
34. Der König und sein Narr(1980) (TV)
35. Der Regenmacher(1980) (TV)
36. Dantons Tod (1981)
37. Überfall in Glasgow (1981) (TV)
38. Abgehört (1984) (TV)
39. Das schöne Ende dieser Welt (1984) (TV)
40. Abwärts (1984)
41. Zahn um Zahn (1985)
42. Zabou (1987)
43. Die Katze (1988)
44. Der Bruch (1989)
45. Schulz & Schulz (1989)
46. Blauäugig (1989)
47. Schulz & Schulz - Aller Anfang ist schwer (1991)
48. Schtonk! (1992)
49. Schulz & Schulz - Wechselspiele (1992)
50. Schulz & Schulz - Neue Welten - Alte Lasten (1992)
51. Morlock (1993) (TV)
52. Schulz & Schulz - Fünf vor zwölf (1993)
53. Morlock - Kinderkram (1993) (TV)
54. Ich und Christine (1993)
55. Der König von Dulsberg (1994)
56. Der Sandmann (1995) (TV)
57. Der Mann auf der Bettkante (1995) (TV)
58. Der Totmacher (1995)
59. Die Sturzflieger (1995)
60. Morlock: Le tunnel/ Morlock - Der Tunnel (1996) (TV)
61. Tote sterben niemals aus (1996) (TV)
62. Das Tor des Feuers (1996) (TV)
63. Rossini (1997)
64. Das Trio  (1998)
65. Die Bubi Scholz Story1998) (TV)
66. Solo für Klarinette (1998)
67. Die Entführung (1999) (TV)
68. Nichts als die Wahrheit (1999)
69. Racheengel - Stimme aus dem Dunkeln (1999) (TV)
70. Die Spur meiner Tochter (2000) (TV)
71. Viktor Vogel - Commercial Man/Viktor Vogel (2001)
72. Bargeld lacht (2001) (TV)
73. Liebe. Macht. Blind. (2001) (TV)
74. Liebe ist die halbe Miete (2002) (TV)
75. Mein Vater (2003) (TV)
76. Der Anwalt und sein Gast (2003) (TV)
77. Gott ist tot (2003)
78. Geheimnisvolle Freundinnen (2003) (TV)
79. Familienkreise (2003) (TV)
80. Verliebte Diebe (2003) (TV)
81. Alpenglühen (2003) (TV)
82. Blatt und Blüte - Die Erbschaft (2004) (TV)
83. Alpenglühen zwei - Liebe versetzt Berge (2005) (TV)
84. Kein Himmel über Afrika (2005) (TV)
85. Einmal so wie ich will (2005) (TV)
86. Die Sturmflut (2006) (TV)
87. Maria an Callas (2006)
88. Als der Fremde kam (2006) (TV)
89. Commissario Laurenti-Die Toten vom Karst (2006)
90. Der Novembermann(2007) (TV)
91. Die Katze(2007) (TV)
92. Meine fremde Tochter (2008) (TV)
93. Schokolade für den Chef (2008) (TV)
94. Mein Kampf (2009)

FERNSEHEN
1. 11 Uhr 20 (1970) TV Miniserie
2. Ein Jahr ohne Sonntag (als Herr Sonntag, 13 Folgen, 1970)
3. Diamantendetektiv Dick Donald (als Dick Donald, 13 Folgen, 1971)
4. Tator (3 Folgen, 1971/1972/1976)
5. Der Illegale (1972) TV Miniserie
6. Hamburg Transit (1 Folge, 1973)
7. Der Kommissar (3 Folgen, 1970-1973)
8. Zwischen den Flügen" (1973) TV-Serie (unbekannte Anzahl Folgen)
9. Les Diamants du président / The Pawn (1977) TV Miniserie
10. Derrick (1 Folge, 1978)
11. Der Alte (2 Folgen, 1978/1979)
12. Les Chevaux du soleil (1980) TV-Serie
13. Tatort (als Kommissar Horst Schimanski, 33 Folgen, 1981-1991)
14. Polizeiruf 110 (als Kommissar Horst Schimanski, 1 Folge, 1990)
15. Baldur Blauzahn TV-Serie (1990)
16. Das Schwein - Eine deutsche Karriere (als Stefan Stolze, 1995) TV mini-serie
17. Schimanski (als Horst Schimanski, 15 Folgen, 1997-2008)

Diamantendetektiv Dick Donald
1 Duell in der Wüste 13.01.1971
2 Der Assistent 20.01.1971
3 Der stumme Zeuge 27.01.1971
4 Tödliche Steine 03.02.1971
5 Blue Train 10.02.1971
6 Schüsse in der Kalahari 17.02.1971
7 Mac Bannister's Witwe 24.02.1971
8 Aussteigen verboten 03.03.1971
9 Spezialkollektion 10.03.1971
10 Großwildjagd 17.03.1971
11 Doppeltes Spiel  24.03.1971
12 Okangawa  31.03.1971
13 Ein Mann wird gejagt 07.04.1971

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