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Ein Filmklassiker - Die Kreuzigung von Jesus und der Antisemitismus

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 27
Die Kreuzigung von Jesus und der Antisemitismus

In dieser Reihe DER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch mitunter manche Klassiker des Films tummeln. Wir werden hierzu einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. von manchen Actionfilmen über Western bis hin zu besonderen Romanzen einen Einblick gewähren werden. Manchmal redet man gerne über Gewalt, will sie aber nicht sehen.

Die Passion Christi (The Passion of the Christ)Die Passion Christi (The Passion of the Christ)
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) war mit diesem Film über die letzten zwölf Stunden von Jesus von Nazaret nun wahrlich nicht zufrieden. Der Film sei ein ...

"[...] grausiges, Blut triefendes Werk, das sich an den Schmerzen des Erlösers weidet, [...]"

(Zitat aus einem aus Hannover veröffentlichten Schreibens der EKD)

Mel Gibson, der in seinem Film ja auch selbst Regie geführt hatte, merkte übrigens selbst an, dass er diesen, seinen Film einem Jugendlichen unter 13 Jahren wohl nicht zeigen würde. Auch gab er in einem Interview mit Bill Hybels weiterhin an, dass es wohl auch mit ein paar Tropfen Blut weniger im Film es auch getan hätte. Trotzdem habe er sich dann aber doch für diesen Weg der Verfilmung entschieden, um aufzeigen zu können, das Jesus Christus erst durch seine qualvollen Leiden die bisherige menschliche Zivilisation für immer verändert hätte, auch wenn ich persönlich nicht festzustellen vermag, dass dieses "Opfer" irgendetwas im positiven Sinne verändert hätte.

Aber auch sonst ging Gibson mit den Kritikern, ob nun religiös vorbelastet oder nicht, nicht gerade zimperlich ins Gericht. Denn in einem Interview für den US-Fernsehsender ABC gab er für sie die nötige Marschrichtung aus, indem er sagte, das wer mit Gewaltdarstellungen nicht umgehen könne, auch nicht in seinen Film DIE PASSION CHRISTI gehen sollte. Auch sei niemand gezwungen, sich einen Film, also auch diesen, sich bis zum Ende ansehen zu müssen. Gegebenenfalls solle man also das Kino nach der ersten Hälfte von DIE PASSION CHRISTI wieder verlassen.

Ich muss hierzu sagen, dass mir diese Aussagen seitens Gibson durchaus sympathisch sind, auch wenn ich seine eigene tief religiöse Ader wohl nicht einmal im Ansatz teilen könnte. Denn seien wir mal ehrlich, auch die Aussage im Schreiben aus Hannover seitens der EKD kann man fasst als reine Heuchelei betrachten. Schließlich wird man in so manchen kirchlichen Veranstaltungen (man nennt dies, glaube ich mich noch erinnern zu können, Messe) durchaus oft mit der Kreuzigung von Jesus konfrontiert. War das denn nach der Lesart der christlichen Religion irgendwie ein Zwischending zwischen Strafe muss sein mit anschließendem Kaffee und Kuchen? Und warum werden seit kurzem z.B. wieder in Bayern die Kinder in den Schulen und Kindergärten mit dem aufhängen eines Kreuzes, möglichst noch mit dem Abbild eines gewaltsam zu Tode gekommenen Jesus belästigt? Oder hängt der gute Mann da nur aus Langeweile herum?

Die Passion Christi (The Passion of the Christ)Mich persönlich, der selbst als Kind schon nicht an Gott und die Heerscharen der Engel geglaubt hatte, konnten die früheren religiösen Hollywood-Verfilmungen um Jesus Leben und Sterben eigentlich nur noch belächeln. Dabei will ich nicht einmal behaupten, dass es diesen Zimmermann mit dem Namen Jesus nicht gegeben hat und eventuell hatte er damals wirklich die sehr leichtgläubigen Menschen ordentlich in Wallung gebracht und alles mit seinen Worten an die damalige staatliche Ordnung auf den Kopf gestellt. Und wenn er schon das zumindest getan hatte, so wird man ihn bestimmt nicht für seine Taten gestreichelt haben, bevor man ihn ans Kreuz nagelte. Die christlichen Glaubensrichtungen sollten sich daher durchaus gründlich überlegen, ob sie hier einen Märtyrertod im Sinne eines Gottes in schöner Regelmäßigkeit glorifizieren, aber dann, wenn er auch noch in aller Konsequenz verfilmt wird, es wieder abschwächen wollen, als wäre die Kreuzigung in etwa gleichzusetzen mit dem beschwerlichen Gang zum Finanzamt. Liebe Christen, ich will euch eueren Glauben nun nicht madig machen, aber wenn man schon daran glaubt, dann sollte man auch die unschönen Dinge daran nicht beschönigen bzw. verniedlichen. Und genau hier muss ich vor Mel Gibson und seinem Film DIE PASSION CHRISTI den Hut ziehen (wenn ich denn einen hätte). Der damalige Papst (2004) soll nach der Begutachtung des Film DIE PASSION CHRISTI übrigens gesagt haben:

"Es ist, wie es war!"

(Zitat seitens Papst Johannes Paul II.)

Dieser recht kurze Satz machte dann auch verdammt schnell hinsichtlich des Film von Gibson die Runde, auch wenn dieses Zitat kurz darauf vom Vatikan schnell wieder dementiert wurde.

Die Passion Christi (The Passion of the Christ)Dann kam die Zeit der Kleinkrämerei:
Das Mel Gibson mit DIE PASSION CHRISTI wohl völlig neben der Spur liegen musste, versuchten dann auch einige gebildete Herrn und eventuell auch Damen dann zu belegen, indem sie sich an diverse Kleinigkeiten festbissen. So soll man damals nicht das ganze Kreuz zur Kreuzigung geschleppt haben, sondern nur den Querbalken, der dann an dem bereits auf der Hinrichtungsstätte aufgestellten Längsbalken hochgezogen wird, so das er dann statt der üblichen Darstellung für das Kreuz von Jesus eine T-Form bildete. Ja denn, dann dürften die meisten Kreuze als christliches Symbol wohl komplett falsch sein ... oder? Im übrigen werden die zwei Kreuze der "Schächer" eben oft auch in der T-Form dargestellt, nur eben nie das Kreuz von Jesus Christus. Der Fehler liegt also weniger bei Gibson, sondern ist seit vielen Jahrunderten seitens der Christen bereits hausgemacht.

Auch an der Aussprache der alten Sprachen wie etwa dem Latein mäkelt man herum, da diese eher der modernen Form entspricht, die man so damals nicht gesprochen habe. Das mag ja sein, aber wenn dem so ist, woher weiß man aber, wie die Menschen damals Latein oder Hebräisch und Aramäisch (eine übrigens tote Sprache) nun wirklich gesprochen hatte (denn auch das schien man nun plötzlich sehr genau zu wissen)? Also Freiwillige vor, die damals also dabei waren und in Sachen Aussprache diese Kritiken bezeugen können. Aber mal ehrlich, ist diese Frage nun wirklich so wichtig?

Auch wird der Teufel in der Bibel zu keinem Zeitpunkt im Bereich der PASSION CHRISTI erwähnt. Gibson hat diesen allerdings durch eine weibliche Darstellerin (was dann auch noch einen Aufstand gegeben hatte) im Film auftauchen lassen. Nun, aus dem realen Leben wissen wir dass das Böse nie schläft, egal wie es in Erscheinung tritt, wo es in Erscheinung tritt oder ob man es nun als Teufel personifizieren muss oder eben in der Form einer persönlichen oder kollektiven Tat realistischer darstellt. Und was die Bibel selbst angeht, so wurde hier über die vielen Jahrhunderte vieles entfernt, verändert und umgeschrieben, so das man hier so ziemlich auf alles seine Kritik aufbauen kann, nur eben nicht mehr auf den Inhalt der Bibel selbst. Man kann auch sagen, jede Epoche hat sich ihr Wort Gottes nach der gerade vorherrschenden Sichtweise etwas im eigenen Sinne aufgehübscht.

Die Passion Christi (The Passion of the Christ)Und dann die Nägel die in die Handflächen geschlagen werden. Richtig ist, dass das Gewebe der Hände niemals das Körpergewicht hätten halten können. Die Folge ist, die Hand reißt gleich unter dem köperlichen Gewicht auf und die Leiche fällt herunter. Bei Kreuzigungen empfielt es sich daher die Nägel durch die Handwurzelknochen der Unterarme zu schlagen, was sich anhand der bisherigen Funde auch durchaus nachweisen lässt. Nur hält sich hier Gibson eben auch an die vorherrschende Darstellung des Christentum, wo die Figur des Jesus am Kreuz die Nägel durch die Hände getrieben bekam. Das dies möglich ist, ist zudem sogar erklärbar. Man muss hierzu nur die Arme gleichsam mit Seilen an dem Querbalken befetigen, damit das volle Körpergewicht nicht mehr an den Händen hängt.

Man könnte hier locker weiter machen, denn selbst an der Länge des Haares von Jesus mäkelte man herum. Jedoch muss man hier auch wieder davon ausgehen, dass der Regisseur hier trotz aller Versuche, die Qualen von Jesus realistisch und nachvollziehbar, aber auch in seiner ganzen Konsequenz darzustellen, trotzdem dass seit Jahrhunderten gänige Bild von Jesus Christus wiedergeben wollte. Natürlich bedient er sich dabei auch einiger Elemente (wie etwa den Teufel), um dem Ganzen auch eine gewisse optische Aussagekraft zu vermitteln, die sonst nur schwer ersichtlich einzubauen wären. Jesus stellte sich ja hier durch sein Opfer auch gegen das Böse in der Welt (egal wie man dies  nun darstellen will bzw. kann).

Und was die Folterszenen durch die Römer angeht, so sei hier gesagt, dass es das "Flagrum" durchaus gab, bei dem eine mit mehreren Riemen versehene Peitsche eingesetzt wurde, die mit Widerhaken versehen waren, welche bei jedem Schlag Haut und Fleischfetzen aus dem Körper rissen. Dies kann man wiederum gesichert sagen, weil Archäologen diese Art von Folterinstrument bzw. Teile davon bei Ausgrabungen zur Römerzeit (und zu dem auch im Film behandelten Zeitabschnitt) durchaus vorgefunden hatten.

Die Passion Christi (The Passion of the Christ)Bleibt noch die Keule des Antisemitismus:
Nun ist Mel Gibson auch für so manche im Alkoholrausch getätigten Entgleisungen bekannt. Hierzu zählt auch, das er sich schon mal abfällig gegenüber Menschen des jüdischen Glaubens und deren Herkunft geäußert hatte. Da ist es dann einfach anhand dieses Filmes nun die Antisemitismuskeule hervor zu holen, indem man sagt, das der Film DIE PASSION CHRISTI sich hier nicht bemüht, eine "Kollektivschuld" am Tode von Jesus durch die Juden "abzuschwächen". Treffender Weise wurde dieser Vorwurf des "Antisemitismus" seitens vieler hoher Vertreter der katholischen Kirche allerdings sogar entschieden zurückgewiesen. Und Fakt ist - wenn man sich den Film genau betrachtet - das hier eigentlich jeder sein Fett von Gibson abkriegt und das Judentum hier keine wirklich einzigartige Sonderrolle zufällt, die man dann gesichert als antisemitisch auslegen könnte. Vielmehr findet man in Gibsons Film nicht mehr Antisemitismus als wie man diesen auch in der gesamten Bibel selbst vorfinden kann. Gibson legt hier sogar jeder handelnden Fraktion eine Mitschuld auf. Den Hohepristern der Juden, weil diese das Volk gegen Jesus aufgestachelt haben. Pilatus und die Römer, weil die dagegen nichts unternahmen, sondern ihn gar folterten und sich an seinen Qualen noch belustigten und das Volk selbst, weil es sich durch die Hetze gegen Jesus aufstacheln gelassen hatte.

Gibson weist innerhalb des Films also niemandem speziell eine Hauptschuld zu, sondern hält sich hier sogar konsequent an die Bibel, welche kollektiv stets von der Menschenschuld an sich spricht. So sind es dann auch nicht wenige Theologen wie etwa Thomas Williams, Dekan der Theologischen Fakultät an der Päpstlichen Hochschule (Regina Apostolorum) in Rom, die so manche auch kleinlichen Kritiken am Film DIE PASSION CHRISTI als durchweg "trivial" bezeichnen.

Doch kommen wir nun in einer gewissen Kürze und recht grob zu der eigentlichen Handlung von DIE PASSION CHRISTI, welcher faktisch im Sturm viele Millionen von Zuschauern in die Kinos lockte und laut dem Guinnes Buch der Rekorde von 2006 der erfolgreichste religiöse Film aller Zeiten ist. Gibson selbst hatte den Film übrigens rund 10.000 Geistlichen aller christlichen Konfessionen als Vorversion gezeigt, bevor dieser dann entgültig in die Kinos kam.

Die Passion Christi (The Passion of the Christ)Leiden und sterben für das Menschengeschlecht:
Die Geschichte um die letzten 12 Stunden von Jesus von Natzaret beginnen eigentlich mit dem letzten Abendmahl. Schon hier weissagt er, wer ihn verraten und wer ihn verleugnen wird. Nach dieser Zusammenkunft geht Jesus in den Garten Gethsemani um dort zu seinem Vater zu beten. Sein kommendes Leid vor Augen ist es Satan selbst, der sich Jesus nähert und in Versuchung bringen will. Doch damit scheitert der gefallene Engel.

Wie vorausgesagt ist es Judas, der Jesus selbst vor dem jüdischen Hohepriester Kajaphas in dessen Tempel für 30 Silberlinge verrät. Dieser nimmt dann auch mit Hilfe römischer Soldaten Jesus gefangen, nachdem Judas ihn durch einen Kuss verraten hat. Vor dem hohen jüdischen Rat wird Jesus daraufhin verhört und gedemütigt, bevor man ihn zum Tode verurteilt. Zwar können sie dieses Urteil aussprechen, doch der Vollzug liegt alleinigst in den Händen der römischen Besatzer und dem römischen Stadthalter Pontius Pilatus, dem Jesus hierzu übergeben wird. Doch sowohl Pilatus als auch danach König Herodes weigern sich zuerst, dieses Urteil auch in die Tat umzusetzen.

Da Kajaphas mittlerweile auch die Bevölkerung gegen Jesus aufgehetzt hat, geht Pilatus dazu über, Jesus zu geißeln und somit stundenlangen Peinigungen und Qualen auszusetzen, die dieser, aber auch seine Getreuen und seine Mutter Maria sowie Maria Magdalena kaum ertragen können. Gleichsam ist auch Satan unter der Bevölkerung um den Peinigungen beizuwohnen und diese zu beobachten. Am Ende ist es Petrus, der von einer Frau erkannt, Jesus aus Angst verleugnet. Auch die Reinigung des Platzes vom Blut Jesus obliegt seiner Mutter Maria und Maria Magdalena.

Judas will seine Tat wieder rückgängig machen und Kajaphas und den anderen Priestern die 30 Silberlinge zurückgeben. Doch diese verhöhnen Judas und weigern sich beharrlich, die am Boden liegenden 30 Silberlinge überhaupt noch einmal zu berühren (im weiteren Verlauf erhängt sich Judas).

Damit nicht genug, muss der völlig entkräftete und blutig geschundene Jesus sein Kreuz selbst bis zum Platz der Hinrichtung nach Golgotha tragen, wo er dann mit zwei weiteren Schächern gekreuzigt wird. Durch seine schmälichen Äußerungen gegen Jesus wird der Schächer Gestas sogar damit gestraft, dass eine Krähe ihm bei lebendigem Leib das Augenlicht nimmt, während der andere in Jesus nun den Messias sieht.

Nach seinem Tod wird Jesus von seinen Jüngern Josef, Nikodemus aber auch von Maria Magdalena und Abenader und Cassius vom Kreuz genommen und in die Arme seiner Mutter gelegt, welche hilflos ins Leere blickt. Als Strafe Gottes kommt es am Tage zu einer unerwarteten Finsternis und zu einem Erdbeben, welches den jüdischen Tempel schwer beschädigt, wobei die Priester darin von den herabfallenden Gesteinbrocken erschlagen werden. Gleichsam ist es Satan, der ebenfalls am Hinrichtungsplatz von Golgotha auf die Knie fällt und gegen den Himmel aufschreit.

Zuletzt sieht man eine Höhle, vor der ein Stein gerollt ist. In dieser Höhle hatte man Jesus bestattet. Doch nun ist die Höhle geöffnet und das Leichentuch von Jesus liegt am Boden. Jesus sitz daneben und öffnet die Augen. Als er aufsteht um die Höhle zu verlassen, sieht man die Wundmale in seinen Händen, in die man bei der Kreuzigung die Nägel getrieben hatte.  

Die Passion Christi (The Passion of the Christ)Meine Filmkritik:
Wie gesagt, mit Vollendung meines 18ten Geburtstag war mein erster Schritt hin zum Gericht, wo ich der katholischen Kirche gleich mal den Rücken zukehrte. Das lag an meinem bis heute konstanten Unglauben an einem personifizierten Gott, aber auch an der Art und Weise, wie selbst schon die Geistlichen vor Ort beständig gegen nicht gerade wenige Vorgaben seitens der Bibel verstießen, auch wenn es sich hier um eher banale Elemente handelte. Das es auch, wie medial berichtet, zu Schändungen von Kindern durch Kirchenvertreter gekommen ist (und so manches mehr), war zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal auf meiner Agenda für diesen Schritt vertreten gewesen. Und wer gerne seinen Glauben behalten will, den will ich dabei solidarisch auch nicht behindern, diesen für sich zu leben und zu pflegen. Nur sollte er dann aber auch selbst so solidarisch sein, mir nicht mit seinem Glauben den letzten Nerv zu rauben, denn dann müsste ich ihm locker Karl Marx zur Frage der Religion um die Ohren hauen. Aber auch mit so manchem Bibelzitat kann ich da kontern und habe so schon mal einen evangelischen Pfarrer in arge Bedrängnis gebracht, denn mit der Bibel beschäftigt hatte ich mich damals (aus reiner Neugierde) durchaus.

Zieht man also alle diese Punkte zusammen, so dürfte es kaum verwundern, dass ich zwar recht gerne mindestens einmal im Jahr den Film THE LIFE OF BRIAN (1979) seitens Monty Python sehe, aber andererseits informativ nicht gerade auf einem guten Stand bin, wenn es um Verfilmungen über Jesus und das Christentum bzw. Szenen und Geschichten aus der Bibel handelt.

DIE PASSION CHRISTI allerdings schaffte es als DVD durchaus in meine Filmsammlung, da ich gerade diesen Film als wohl aussagekräftigsten Beitrag zum christlichen Glauben halte. Das liegt auch daran, dass er nicht unbedingt mit aller Gewalt auf so manche Wunder (und Wunderlichkeiten) pocht, sondern durchaus die Brutalität und Grausamkeit einer Epoche widerspiegelt, wenn es in Verbindung steht mit der Frage von Macht und dem Zwang des vorgegebenen Glaubens für eben diesen Machterhalt.

Dabei machte und macht mich der Film nicht zu einem gläubigen Menschen, jedoch zeigt er für mich die Grausamkeiten realistisch auf, die dem Menschen Jesus widerfahren sein könnten, wenn er sich mit der Obrigkeit, den Besatzern und der herrschenden Glaubensgemeinschaft gleichsam angelegt hatte. Er zeigt also eindringlich, wie weit die gegen einen Mann und seine Gefolgschaft vorzugehen bereit sind, wenn dieser sich für das Volk und ein besseres Leben einsetzt, dabei allerdings die üblen Kreise der Mächtigen kontinuierlich und nachhaltig stört.

Die Passion Christi (The Passion of the Christ)Man kann also sagen, dass in diesem Film der Mensch Jesus und sein Leiden wegen seiner Taten für mich wesentlich wichtiger sind, als seine Darstellung als Sohn eines christlichen Gottes. Und hier hat - bei aller christlichen Aussagekraft - die Mel Gibson mit dem Film vermittel wollte, dieser Beitrag einen festen Platz in Sachen herausragender Filme, welche man nach meiner Meinung nach gesehen haben sollte.

Aus diesem Grunde kann ich diesen Film jedem durchaus empfehlen und kann ihm gerade auch wegen seiner ungeschönten Darstellung die ganzen fünf von insgesamt fünf Punkte als Bewertung zugestehen.

Ausblick:
Der nächste Film in der Reihe DER FILMKLASSIKER, verfügt durchaus über so einige phantastische Elemente.

Man könnte ihn daher auch durchaus in den Bereich des Science Fiction verschieben, jedoch hat er mit der SF eigentlich wenig zu tun. Man könnte ihn auch in den Bereich des Horror stecken, doch auch da will er nicht so wirklich hinein passen.

Der Film selbst beschäftigt sich eher mit den menschlichen Wahnvorstellungen, wenn dieser hierzu mit Drogen ordentlich nachhilft.

Der Roman, an den ich in Deutsch leider zur Zeit nicht neuwertig heran komme (versucht hatte ich es zumindest), war damals ein wahrer Erfolg, aber ebenso auch ein Skandal. Die Verfilmung steht dem Roman dabei in nichts nach und lässt den Zuschauer in einen surrealen Albtraum Einblick nehmen, der mitunter auch beklemmende Auswirkungen zeitigen kann.

Aber so ganz nebenbei wird auch die Homosexualität mit in der Handlung verarbeitet, ohne hier jedoch den Zeigefinger in Sachen Moral wirklich zu heben. Und wer sich dann vor bestimmten Insekten ekelt, die hier mitunter auch etwas sehr groß dargestellt, daher kommen, der sollte vielleicht zumindest auf die Sichtung dieses wahrhaftigen Klassikers lieber verzichten. Jedenfalls dann, wenn man dazu neigt, diese Krabbeltiere auch noch in der Nacht in den eigenen Träumen einzubauen.

Zu diesem FILMKLASSIKER (oben) gab es ja bekanntlich kein Rätsel, so das ihr hier mal quasi ins kalte Wasser gestoßen wurdet. Es wäre aber auch wirklich schwer gewesen, hier nicht viel vorab verraten zu wollen. Für diesen Film im AUSBLICK habt ihr aber natürlich noch lockere 14 Tage Zeit, denn zwischendurch kommt ja noch ein Artikel zu einem weiteren DC-Animationsfilm, der ja auch noch zu erraten ist (sofern ihr das nicht schon längst getan habt/siehe hierzu den "Ausblick" vom letzten Samstag).

In diesem Sinne also viel Spaß beim raten. Man sieht sich in 14 Tagen zur nächsten Folge von DER FILMKLASSIKER ja wieder.
Die Passion Christi (The Passion of the Christ)
Die Passion Christi
(The Passion of the Christ
mit James Caviezel, Maia Morgenstern, Monica Bellucci, Christo Schopow, Rosalinda Celentano (als Satan), Claudia Gerini, Mattia Sbragia, Luca Lionello, Francesco De Vito, Pietro Sarubbi, Christo Schiwkow, Fabio Sartor, Toni Bertorelli, Sergio Rubini, Francesco Cabras, Davide Marotta, Sabrina Impacciatore, Lucio Allocca, Giacinto Ferro u.a.
Regie: Mel Gibson
Drehbuch: Mel Gibson, Benedict Fitzgerald
Produktion: Mel Gibson, Bruce Davey, Stephen McEveety
Musik: John Debney
Genre: Bibelverfilmung
Sprachen: Nur Aramäisch/Latein/Hebräisch
Laufzeit: 121 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Capelight
USA/Italien 2004       

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Kommentare  

#1 Friedhelm 2018-06-09 12:40
Es gab ja schon unzählige Filme zur Thematik, aber ganz ehrlich - den hier fand ich furchtbar. Und ich frage mich bis heute, warum ausgerechnet, der damals in Ungnade gefallene Mel Gibson so einen Film drehen musste.

Mag ja sein, dass der hier gezeigte Leidensweg des angeblichen Sohn eines angeblichen Gottes verbürgt ist - aber ich kam nach 2 Stunden völlig angeekelt aus dem Kino - ich empfand so etwas als total verstörend.

Ausblick: Mir fällt da nur ein Film mit den Initialen "K.Y. F." ein - in dem hatte Moritz Bleibtreu auch eine Rolle.

PS (nachträglich): aber, wenn ich Kommentar von Andreas Decker so lese, dann wird es wohl doch eher ein "Cronenberg" sein. Naja, den Film hatte ich -wahrscheinlich aus gutem Grunde- gar nicht mehr "auf dem Schirm".
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#2 Andreas Decker 2018-06-09 14:40
Ich habe den nie gesehen, Zero Interesse. Da kann mich nicht mal Monica Bellucci locken.

Hm, der Ausblick. Wenn es der Film ist, dessen Hauptdarsteller Robocop heute hauptsächlich als Regisseur beliebigen Fernsehschund runterdreht, dann habe ich ihn mal gesehen und fand ihn unbeholfen und schwer misslungen. Aber auch die literarische Vorlage gehört zu den Büchern, bei denen alles, was über sie geschrieben wurde, lesbarer ist als das Werk selbst. Ich habe irgendwo ein Exemplar rumliegen und bin nie über Seite 30 hinausgekommen.
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#3 Laurin 2018-06-09 14:55
@ Friedhelm:
Machen wir erst einmal den "Ausblick". Hättest du jetzt z.B. den Film "Kill your Friend" genannt, denn der ist mit Moritz Bleibtreu, dann hätte ich als Hinweis oben nicht auch Roman genannt, der ebenfalls ein Erfolg geworden ist. Aber nö, der Film ist es mit Sicherheit nicht, denn den Film den ich meine, kam damals vor der Jahrtausendwende in die Kinos und hat auch keine Ähnlichkeit innerhalb der Handlung. In diesem Sinne also fleißig weiter raten.

Was den Film "Die Passion Christi" angeht, sieht man mal wieder, wie unterschiedlich auch Reaktionen sein können. Denn wenn schon Bibelverfilmungen, dann hatte es für mich Gibson als erster genau richtig gemacht. Das ein Film "verstörend" sein kann, sehe ich ja nun nicht zwangsläufig als negativ an. Dies kann auch durchaus im positiven Sinne geschehen. Wo allerdings beim jeweiligen Zuschauer da die Schmerzgrenze liegt, muss der jeweilig Betreffende allerdings für sich beantworten. In der Hinsicht liegt da meine Schmerzgrenze wohl sehr hoch, bei anderen durchaus eventuell niedriger. Klar sind da manche Szenen harter Tobak, aber gerade das macht die Handlung realistischer und das Thema ehrlicher. Alles andere in Sachen früherer Bibelverfilmungen empfand ich eher als am Märchenbuch vorbei geschrammt. Und auch wenn ich es generell nicht nachvollziehen kann, aber Gibson zeigt hier durchaus, dass er seinen christlichen Glauben wohl sehr ernst nimmt und damit auch realitätsnah umgesetzt wissen wollte.
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#4 Laurin 2018-06-09 14:58
@ Andreas Decker:
Mit "Robocop" bist du schon mal verdammt nahe dran. Allerdings scheiden sich da auch hier bei uns mal wieder die verschiedenen Sichtweisen. ;-)
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#5 Andreas Decker 2018-06-09 15:02
zitiere Laurin:
@ Andreas Decker:
Mit "Robocop" bist du schon mal verdammt nahe dran. Allerdings scheiden sich da auch hier bei uns mal wieder die verschiedenen Sichtweisen. ;-)



Ehrlich gesagt ist es lange her, dass ich ihn gesehen habe - damals habe ich alles von dem Regisseur gesehen, hat sich aber auch gegeben - und vermutlich würde ich ihn heute anders bewerten.
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#6 Laurin 2018-06-09 15:08
@ Andreas Decker:
Ehrlich gesagt, sagt mir auf anhieb der Name des Regisseurs etwas, müsste aber ehrlicher Weise im Hinblick auf andere Filme von ihm gerade wohl mal nachsehen. Aber man kann ja auch nicht alles im Kopf behalten. ;-)

Der Film allerdings, um den es im "Ausblick" geht, hatte mich schon damals durch seine eher surreale und leicht verstörende Art fasziniert. Da war es für mich kaum eine Frage, das er auch in meine Filmsammlung wandert.
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#7 Friedhelm 2018-06-09 18:22
Zitat:
Und auch wenn ich es generell nicht nachvollziehen kann, aber Gibson zeigt hier durchaus, dass er seinen christlichen Glauben wohl sehr ernst nimmt und damit auch realitätsnah umgesetzt wissen wollte.
Naja, was den christlichen Glauben des -von mir einst hochgeschätzten- Gibson betrifft: der Mann ist vor etlichen Jahren -wenn durch nichts anderes- durch seine argen rassistischen Ausfälle aufgefallen. Da hat er seinen christlichen Glauben wohl gerade mal vergessen, oder wie?

Gibson ist seit diesen Zeiten ein absolutes NOGO für mich - darüber kann man ( oder eben nur ich) einfach nicht hinwegsehen.

Zum Ausblick: hatte ich oben bereits eingeräumt:
Zitat:
PS (nachträglich): aber, wenn ich Kommentar von Andreas Decker so lese, dann wird es wohl doch eher ein "Cronenberg" sein. Naja, den Film hatte ich -wahrscheinlich aus gutem Grunde- gar nicht mehr "auf dem Schirm".
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#8 Laurin 2018-06-09 19:17
@ Friedhelm:
Deinen "Nachtrag" zu Cronenberg hatte ich da noch nicht gelesen gehabt, da ich da bereits dabei war, ebenfalls dem Andreas zu antworten, nachdem ich dir bereits geantwortet hatte. Ist aber nun registriert. ;-)

Was Mel Gibson angeht, da stimme ich dir durchaus zu, da hätte er sich privat schon besser selbst den Mund manchmal zunähen sollen. Hinzu kam ja da auch der wohl zu hohe Zuspruch zum Alkohol. Nur, es geht hier nicht um die Person Gibson sondern um den Film. Also an sich erst einmal zwei verschiedene paar Schuhe. Und genau hinsichtlich dem Film hatte selbst die katholische Kirche dem Vorwurf des Antisemitismus widersprochen, welchen auch ich in dem gesamten Film absolut nicht nachvollziehen kann. Seine in dieser Hinsicht persönlichen Ausfälle entschuldigt dies natürlich nicht, hat aber mit dem Film und dessen Bewertung nichts zu tun.
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#9 Friedhelm 2018-06-09 19:44
Zitat:
Seine in dieser Hinsicht persönlichen Ausfälle entschuldigt dies natürlich nicht, hat aber mit dem Film und dessen Bewertung nichts zu tun.
Irgendwie aber schon, all die Weil man ihm in dieser Hinsicht einen solchen Film, in dem er denn auch zeigen wollte,,,,

Zitat:
das Jesus Christus erst durch seine qualvollen Leiden die bisherige menschliche Zivilisation für immer verändert hätte, auch wenn ich persönlich nicht festzustellen vermag, dass dieses "Opfer" irgendetwas im positiven Sinne verändert hätte.
...

nicht wirklich "guten Gewissens" abnehmen kann. Es wirkt einfach verlogen....

Sorry, aber da werden wir wohl mal wieder nicht auf einen "Nenner kommen"..
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#10 Laurin 2018-06-09 20:06
@ Friedhelm:
Muss jeder auch selbst entscheiden, wie er das nun sehen oder/und bewerten will.
Von daher will ich da dir auch nicht widersprechen, sehe es allerdings wie oben zu lesen, persönlich eben etwas anders. Man muss aber auch nicht in allem immer einer Meinung sein. ;-)
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#11 Friedhelm 2018-06-09 20:30
Zitat:
. Man muss aber auch nicht in allem immer einer Meinung sein. ;-)
So isses - das ist ja eben auch der Grund für zünftige Diskussionen... ;-)
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