Schauspieler und Regisseur Michael Gwisdek gestorben

Michael GwisdekAm 22. September 2020 verstarb der Schauspieler und Regisseur Michael Gwisdek im Alter von 78 Jahren nach schwerer Krankheit in Berlin.

Der am 14. Januar 1942 in Berlin geborene Gwisdek wollte bereits mit 16 nach seinem Schulabschluss Schauspieler werden, doch auf Wunsch seiner Eltern machte er ab 1957 eine Ausbildung zum Gebrauchswerber und Dekorateur, die er mit dem Facharbeiter-Abschluss beendete. Danach arbeitete Gwisdek unter anderem bei der HO Lebensmittel als Plakatmaler und Dekorateur in Berlin-Mitte, in West-Berlin im technischen Außendienst als Vertreter für Kochendwasser-Automaten tätig oder von 1961 bis 1963 in der elterlichen Gaststätte.

Nachdem Michael Gwisdek zunächst zweimal nach einem Vorsprechen abgelehnt wurde, startete er 1965 seine Schauspielerausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch", die er 1968 abschloss.
Nach dem Abschluss seiner Ausbildung erfolgte sein sechsjähriges Engagement am Städtischen Theater Karl-Marx-Stadt, wo er in zahlreichen Rollen in klassischen wie modernen Bühneninszenierungen zu sehen.

1968 gab Michael Gwisdek in dem Film "Brennende Zelte in den Schwarzen Bergen" sein Debütt als Schauspieler. Danach folgten viele weitere Rollen in Film und Fernsehen der DDR.

1985 heiratete er die Schauspieler Corinna Harfouch, von der er sich 2007 wieder scheiden ließ. Das Paar hatte zwei Kinder zusammen.

1988 gab Michael Gwisdek mit dem DEFA-Film "Treffen in Travers" sein Debüt als Regisseur. Danach folgten die beiden Regiearbeiten "Abschied von Agnes" (1994) und "Das Mambospiel" (1998).

Nach dem Ende der DDR war der Schauspieler Gwisdek weiterhin in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen und konnte dabei an seine schauspielerischen Erfolge in der DDR anknüpfen.

1991 wurde Michael Gwisdek für seine Rolle in "Der Tangospieler" mit dem "Deutscher Filmpreis in Gold" ausgezeichnet. 2008 folgte unter anderem der "Deutsche Filmpreis" für seine Rolle in dem Film "Das Wunder von Berlin".

Seit dem 24. Juli 2007 war er mit der Drehbuchautorin und Schriftstellerin Gabriela Gwisdek verheiratet, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebte.

Der beliebte Schauspieler sorgte aber auch immer für Überraschungen. So gelang Michael Gwisdek im Jahr 2019 mit der TV-Komödie "Familie Wöhler auf Mallorca" ein großer Quoten-Erfolg im Fernsehen.

Am 26. Dezember 2019 sahen ihn die Fernsehzuschauer in der Traumschiff-Folge "Antigua" als Heinz Kolatschek in seiner letzen Rolle.

 
"Mit Michael Gwisdek verlieren wir nicht nur einen großartigen Schauspieler, ein Ausnahmetalent auf der Bühne und vor der Kamera, sondern auch einen Regisseur und Zeitgenossen, der als humorvoller Beobachter der deutsch-deutschen Geschichte Brücken zwischen Ost und West baute." (1)

Bild: Michael Gwisdek aus der Wikipedia

(1) Heike Hempel, stellvertretende ZDF-Programmdirektorin

 

 

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