Sängerin und Schauspielerin Juliette Gréco verstorben

Juliette GrécoAm 23. September 2020 verstarb die französische Sängerin und Schauspielerin Juliette Gréco im Alter von 93 Jahren in ihrem Haus in Ramatuelle an der Côte d’Azur.

Die am 7. Februar 1927 in Montpellier geborene Gréco verlebte eine schwere Kindheit. 1943 wurde sie mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester von der Gestapo verhaftet.

Sie wurde zuerst in ein Lager, dann in das Gefängnis Fresnes gebracht, woraus man sie nach drei Wochen wieder entließ.

Ihre Mutter und ihre Schwester überlebten das KZ Ravensbrück. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges hielt sie sich mit kleineren Gesangseinlagen über Wasser.

1946 eröffnete Juliette Gréco im Pariser Künstlerviertel Saint-Germain des Prés das Kellerlokal "Tabou", das zu einem legendären Treffpunkt der Existenzialisten wurde. Zu ihren Stammgästen zählten unter anderem Marlene Dietrich und Orson Welles.

Im "Tabou" wurde sie von Jean-Paul Sartre entdeckt und gefördert. Im Juni 1949 sang sie Sartres Chansons und vier weitere von ihm ausgesuchte Texte im Existentialistenlokal „La rose rouge“, mit der ihr der Durchbruch als Sängerin gelang.

Ende der 1940er Jahren wurden ihre Chansons "Si tu t’imagines" und "L’Éternel féminin" zu Hits. Schriftsteller wie Sartre, Françoise Sagan, Jacques Prévert, Francois Mauriac und Albert Camus schrieben für sie Texte.
1952 ging sie zudem mit ihrer Revue "April in Paris“ auf Tournee in die USA und nach Brasilien.

Am 25. Juni 1953 heiratete sie Philippe Lemaire, von dem sie sich aber am 27. Juni 1956 wieder scheiden ließ. Das Paar hatte ein Kind zusammen.

Mit den Jahren wurde "Ça va, le diable" (1954), ein satirischer Lobgesang auf die Zerstörungskraft des Teufels, zu einem Klassiker.
1951 nahm sie "Je hais les dimanches" von Charles Aznavour auf, das Edith Piaf zuvor verschmäht hatte. Mit Serge Gainsbourg entstand 1958 das Lied "L’Accordéon".

1947 gab Gréco in dem Film "Die Brüder Bouquinquant" ihr Debüt als Schauspielerin. Danach folgten unter anderem Rollen in "Orpheus" (1950), "Und keine blieb verschont" (1953), "Rendezvous in Paris" (1953), "Weiße Margariten" (1956), "Die Herrscherin vom Libanon" (1956) und "Gangster, Rauschgift und Blondinen" (1956).

1957 folgte ihr Hollywood-Debüt mit dem US-Drama "Zwischen Madrid und Paris". Danach war Juliette Gréco unter anderem in den Hollywood-Filmen "Die Wurzeln des Himmels" (1958) und "Das große Wagnis" (1961) sowie in den britischen Filmen "The Naked Earth" (1958), "Die schwarze Lorelei" (1959) "Drama im Spiegel" (1960) und "Nacht der Generale" (1967) zu sehen.

2002 sah man die Sängerin und Schauspielerin nach "Belphégor - Das Phantom des Louvre" (2001) in "Jedermanns Fest" als Yvonne Becker in ihrer letzten Filmrolle.

Am 12. Dezember 1966 folgte ihre Ehe mit dem Schauspieler Michel Piccoli, die am 15. November 1976 geschieden wurde.
Am 15. April 1988 folgte ihr dritte und letzte Ehe mit Gérard Jouannest, mit dem sie bis zu seinem Tod am 16. Mai 2018 zusammenlebte.

1989 erlitt Gréco einen Schlaganfall und zog sich danach kurzzeitig von der Bühne zurück. Bei einem Auftritt in Montpellier erlitt im Mai 2001 einen leichten Herzinfarkt.
Am 14. April 2012 trat die Sängerin im Theaterhaus in Stuttgart vor ausverkauftem Haus zum letzten Mal in Deutschland auf.

Bild: Juliette Gréco aus der Wikipedia

Kommentare  

#1 Schnabel 2020-09-28 16:25
Kleine Korrektur: Belphégor oder das Geheimnis des Louvre mit Juliette Gréco stammte aus dem Jahr 1965.
Die 2001-Version ist mit Sophie Marceau.
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#2 Ingo Löchel 2020-09-28 16:48
Laut imdb
www.imdb.com/title/tt0214529/?ref_=nm_flmg_act_2
hat Juliette Gréco 2001 in "Belphégor - Das Phantom des Louvre" (mit Sophie Marceau in der Hauptrolle) eine kleine Rolle gespielt.
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