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Mythor - Die zweite deutsche Fantasy-Serie: Der Gorgan-Zyklus, Teil 14

Mythor - Die zweite deutsche Fantasy-SerieDER GORGAN – ZYKLUS
Teil 14

BAND 27, KÄMPFER DER LICHTWELT VON PAUL WOLF
Auf dem Weg zu Graf Corian muss Mythor feststellen, dass die Vorbereitungen der Caer weiter voranschreiten. Das Hochmoor von Dhuannin ist weiträumig umstellt worden. Im Hochmoor selbst werden magische Figuren aus Runengabeln aufgestellt, die Vogelscheuchen ähneln, und das in der Mühle gewonnene Mehl aus Menschenknochen wird dort von Caer-Priester unter Beschwörungen verteilt.

Darüber hinaus haben die Caer-Priester mit ihrer schwarzen Magie ein Dach aus Frost und Nebel über das Moor gelegt. Als Mythor Graf Corian erreicht, glaubt dieser ihm zwar jedes Wort, allerdings ist er nicht bereit, die Schlacht abzusagen.
Kämpfer der LichtweltAls Mythor nicht gewillt ist, die Soldaten einfach in den Tod zu schicken, wird er hinterrücks von Corian niedergeschlagen und  als vermeintlich Besessener gebunden und geknebelt, um mit seinem Wissen die Armee nicht zu verunsichern.
Schließlich beginnt die größte Entscheidungsschlacht der jüngeren Geschichte der Lichtwelt. 150.000 Krieger des Lichts gegen die Caer und deren Dämonenpriester. Mit einem riesigen Feuerwerk, das den Sonnenaufgang begleitete und die Armeen des Lichts in Angst und Schrecken versetzt, eröffnen die Caer-Priester die Schlacht. Zudem bringen Hunderte von Himmelssteine Tod und Vernichtung über die Heere.
Den ersten 10.000 Kriegern wird bald jeder Kampfgeist genommen, als ihr ersehnter Anführer Herzog Krude erscheint und sie seiner Besessenheit ansichtig werden. Der Rest trifft im Hochmoor dann auf die ersten Gegner. Es sind die magischen Scheuchen mit ihren Runengabeln, die zum Leben erweckt worden sind, und ihre Gegner reihenweise niedermachen.
Zudem verschwinden ganze Reitereinheiten, die sich geschlossen über das Eis des Hochmoors im Nebel vorwärtsbewegten und lösen sich zu Geisterarmeen auf. Schließlich erwacht eine Armee aus Untoten und bricht aus dem Eis hervor. Tausende und Abertausende von Unglücklichen, die im Lauf der Jahrhunderte im Moor ihr Leben gelassen haben, sind von der schwarzen Magie der Caer-Priester wiedererweckt worden, um nun auf der Seite der Dunkelheit zu kämpfen.
Ob die Krieger durch die Lichterspiele geistig verwirrt wurden, im Moor versinken, durch Runenscheuchen oder Moortote umgebracht oder durch Himmelssteine erschlagen werden, bleibt letztendlich gleich. Die Armee des Lichts hat keine Chance. Den wenigen Überlebenden wird eine magische Scheinwelt vorgegaukelt, die sie dazu bewegt, sich gegenseitig niederzumachen oder dem Wahnsinn zu verfallen.

Der kleine NadomirBAND 28, DER KLEINE NADOMIR VON NEAL DAVENPORT
Nottr und Sadagar haben sich auf den Weg zum Koloss von Tillorn gemacht. Nottr ist zwar physisch wieder geheilt, aber hat durch die Folterung des Graf Corian psychischen Schaden erlitten. Er scheint überhaupt keinen eigenen Willen mehr zu besitzen. Vielmehr tut er genau das, was Sadagar ihm sagt.

Deshalb ist Nottr auch keine große Hilfe, als die beiden von Jägern eines Bergstammes in den Götterbergen des Karsh-Landes  überfallen werden. Nur einigen magischen Tricks Sadagars, die dieser von Thonensen gelernt hat,  ist es zu verdanken, dass sie nicht getötet, sonder gefangen genommen werden.
Im Lager der Chereber, eines Stammes der Karsh,  treffen sie auf einen anderen Gefangenen, den Schmied Duprel Selamy aus Ugalien. Die Chereber erwarteten vom Sadagar, dass er ihren sterbenden Schamanen Chwum heilt, was ihm auch gelingt, doch gegen dessen  Altersschwäche hat er kein Mittel zur Hand.
Als sich Chwums Zustand wieder verschlechtert, wird Sadagar erneut gerufen. Diesmal erwacht der Schamane sogar, und als Sadagar dem kleinen Nadomir, seinem Schutzpatron, für dessen Hilfe dankt, erscheint dieser zu des Steinmanns großer Verblüffung tatsächlich.
Chwum nutzte seine momentane Stärke dazu, sich selbst unter Anrufung des Großen Albs ein Messer in die Brust zu stoßen. Dafür werden Sadagar und Nottr zum Tod verurteilt. Auf dem Weg zum Großen Alb, dem sie geopfert werden sollen, begräbt eine Lawine den Stamm der Chereber unter sich. Dabei werden bis auf fünf alle Mittglieder des Stammes getötet.
Diesen Überlebenden werden vom Karsh-Stamm der Heusen, die den kleinen Nadomir ‚anbeten’ aufgenommen. Der verschüttete Sadagar wird durch die Hilfe des Trolls gerade noch rechtzeitig gerettet. Der Königstroll scheint zudem auch nicht ganz an der überraschenden Genesung von Nottr unschuldig zu sein. Nadomir bittet die Freunde, ihn bei seinem Kampf gegen den Großen Alb, einen Vertreter der Rasse der Riesen, zu unterstützen.
Dieser ist seit Jahrhunderten dabei, eine Straße der Götter zu den Grabstätten der Riesen errichten zu lassen. Sobald dieser fertig gestellt  ist, sollen nach alten Legende die toten Riesen wieder erwachen und die Welt vernichten. Dies will der Königstroll unter allen Umständen verhindern.
Im Tal der Riesen gelingt es der Gruppe, den Großen  Alb, ein rund 8m hohes Zwitterwesen, zu stellen. Mit vereinten Kräften können sie den Riesen schließlich vernichten. Insbesondere Nottr bringt dem Wesen viele schwere Wunden, das letztendlich vor Nadomirs Magie kapitulieren muss.
Zur Belohnung bringt der Königstroll, der Sadagar gestanden hatte, dass er eigentlich doch nicht Nadomir heißt, die beiden Gefährten auf den Weg zum Koloss von Tillorn. Der Schmied Duprel Selamy bleibt beim Karsh-Stamm der Heusen.

Illustration Wenn man erwartet in „KÄMPFER DER LICHTWELT“ eine längere und ausführliche Beschreibung der Schlacht im Hochmoor von Dhuannin zu bekommen, so wird man als Leser leider bitter enttäuscht. Der Roman ist zwar durchaus spannend geschrieben, doch gelingt es Ernst Vlcek als Paul Wolf leider nicht so ganz mit seinem Roman zu überzeugen, gerade weil die Schlacht eher im Hintergrund bleibt.  Stattdessen enthält „Der Kämpfer des Lichtes“ u. a. vier Beschreibungen von ehemaligen Unglücklichen, die im Moor gestorben und versunken sind, die man wohl als eine Art Lückenbüßer verwendet hat, um den Roman ein bisschen auszufüllen. So kann man sich des Eindrucks leider nicht erwehren, dass  Ernst Vlcek anscheinend nicht so recht wusste, wie er diesen Mythor-Band verfassen sollte. 

So hätte man „„KÄMPFER DER LICHTWELT““ lieber Hans Kneifel überlassen sollen, der sich bestens auf  die Darstellung Schlachten und Kämpfe versteht, wenn man sich u.a. an „DIE PESTSTADT“ (Mythor # 7) oder andere Mythor-Hefte erinnert 
Denn Ernst Vlcek ist wirklich kein Meister der Schlachten und Kämpfe wie Kneifel, dass merkt man dem Roman leider deutlich an, denn diese fehlen in „Kämpfer des Lichtes“ zum größten Teil. Der Roman hätte ein kleines Highlight in der Serie werden können. Doch diese wurde vertan, so hinterlässt „„KÄMPFER DER LICHTWELT““ keinen bleibenden und positiven Eindruck.


„DER KLEINE NADOMIR“ ist dagegen ein sehr spannender Roman, in dem die weiteren Geschehnisse um Sadager und Nottr beschrieben werden. Hier taucht zum ersten Mal ein Königstroll auf, deren Rasse auch Berryl angehört hat, dem einstigen Besitzer des Lichtschwertes Alton.

Auch der Schmied Duprel Selamy  (Mythor # 21 und 22) spielt im Roman wieder mit, der ebenfalls ein Gefangener des Karsh-Stammes ist und nachdem der Alb besiegt worden ist, in den Götterbergen verbleibt, um zusammen mit dem Königstroll eine Insel des Lichtes dort zu errichten.
Leider wurde dieser interessante Aspekt, die Errichtung einer Insel des Lichtes sowie die weiteren Abenteuer des Königstrolls ‚Nadomir’ und Duprel Selamy, im Verlauf der Fantasy-Serie leider nicht wieder aufgenommen und weiter verfolgt, sondern geriet (aus welchen Gründen auch immer) in Vergessenheit. Schade, denn daraus hätte man noch eine Menge machen können und der Serie weiteren Schwung geben können. Aber vertan ist leider vertan!

© 2010 by Ingo Löchel
Bilder: Archiv des Autors

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