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Mythor - Die zweite deutsche Fantasy-Serie - Ein Interview mit Horst Hoffmann

Mythor - Die zweite deutsche Fantasy-SerieEin Interview mit
HORST HOFFMANN

Horst Hoffmann stellt sich mit eigenen Worten vor:

"Geboren wurde ich am 21. März 1950 in Bergheim/Erft. Ich wuchs wohlbehütet im Kleinstadtmilieu auf, besuchte die Grundschule. 1969 machte ich mein Abi am Neusprachlichen Gymnasium. Nach einem Semester Kunstgeschichte und Germanistik an der Uni Köln, wechselte ich zu Volkswirtschaft und Jura.
Anstatt aber zu Hause Paragraphen und Gewinnmaximierungskurven zu pauken, begann ich  Science-Fiction-Kurzgeschichten zu schreiben, nahm Kontakt mit dem Fandom auf und präsentierte dort stolz Stories.
Bei den Fandoms-Kritikern kam ich allerdings überhaupt nicht an, also machte ich mit „WATCHTOWER“ mein eigenes Fanzine. Zudem wurde eine meiner Kurzgeschichten die erste, die William Voltz auf einer PERRY RHODAN-Leserkontaktseite abdruckte, veröffentlicht.
"


Horst HoffmannZauberspiegel: Wann, wo und unter welchem Titel wurde Ihr erster Roman veröffentlicht?
Horst Hoffmann
: 1976 in der GEMINI-Reihe vom Kelter-Verlag: "Sie warteten jenseits der Sterne" als Neil Kenwood.

Zauberspiegel: Mit „DIE FLOTTE DER CAER“ gaben Sie 1980 Ihr Mythor-Debüt. Können Sie sich noch daran erinnern, wie Sie zum Mythor-Team gestoßen sind?
Horst Hoffmann:
G. .M. Schelwokat holte mich da rein. Mein erster Roman sollte eigentlich Band 11 sein. Als Hubert Strassl den zweiten Band nicht termingerecht abliefern konnte,
rief mich Kurt Bernhardt daheim an und fragte, ob ich den Roman "machen" wolle. Natürlich sagte ich ganz stolz "Ja!". Schelwokat war allerdings ziemlich sauer, weil er sich von Bernhardt (der sein Chef war!) übergangen fühlte.


Zauberspiegel: Wer war für die Handlung und die Planung von MYTHOR verantwortlich und wer entschied letztendlich über den weiteren Verlauf der Serie?
Horst Hoffmann
: Die Grundidee war von Schelwokat und Strassl, die ersten 20 Expose musste allerdings Willi Voltz schreiben. Danach übernahm das Ernst Vlcek.  MYTHOR, wie wir ihn kennen, hatte wahrscheinlich viele Väter. Der Drahtzieher war aber immer G. M. Schelwokat.

Zauberspiegel: Wie muss man sich die Arbeit als Autor an einer Serie wie Mythor vorstellen? Konnte man eigene Ideen einbringen und hatten Sie als Autor ein Mitspracherecht in Bezug auf die Handlung und den weiteren Verlauf der Serie?
Horst Hoffmann
: Jeder Autor konnte seine eigenen Ideen gern einbringen. Wenn sie gut waren, wurden die eingebaut. Gleiches gilt für  eigene Personen, wovon z.B. W.K.Giesa reichlichen (und guten) Gebrauch machte.

Zauberspiegel
: Kannten sich die Autoren untereinander und gab es eine Zusammenarbeit zwischen den Autoren der Serie?
Horst Hoffmann
: Wir kannten uns gut - spätestens nach der ersten gemeinsamen Konferenz. Einzige Ausnahme: Hubert Strassl, den ich nie gesehen habe.

Zauberspiegel
: Wie verlief und klappte die Abstimmung zwischen dem Autor und  dem  Titelbildzeichner Nikolai Lutohin sowie den Zeichnern für die Innenillustrationen?
Horst Hoffmann
: Als Autor hatte ich nie Kontakt mit Lutohin, Titelbildvorschläge konnte man aber machen.

ZauberspiegelWer war für die Exposes der Serie zuständig und aus welchen Leuten bestand die Mythor-Redaktion?
Horst Hoffmann
: Exposes, wie schon geschrieben, Willi Voltz (die ersten 20), der Rest stammte von EV. Redaktionell betreut wurde die Serie verlagssseitig von Frau Illfeld und natürlich von  Kurt Bernhardt, sowie G. M. Schelwokat als Autorenlektor und Strippenzieher.

Zauberspiegel
: Warum wurde der Gorgan-Zyklus Ihrer Meinung nach so abrupt und ‚albern‘  (Stichwort: ‚Mythor Band 51‘ und ‚Chronik von Loggard‘) beendet?
Horst Hoffmann
: Keine  Ahnung. Vielleicht weil die Verkaufszahlen nicht so waren, wie der Verlag es sich gewünscht hatte.

Zauberspiegel
: Wurde da nicht eine Menge Potential verschenkt, denn anstatt Mythor  wieder von vorne beginnen und sich mit Amazonen, Hexen und  Zaubermüttern herumschlagen zu lassen, hätte er diese verschwendete Zeit doch viel  sinnvoller nutzen können, in dem er mit seinen Kampfgefährten  wie   Prinz  Odam, den Alptraumritter, den König von Leon, der Königin Elivara von  Nyrngor und Dhorkan etc. den Kampf gegen die Caer und ihre  dämonischen  Priester aufnehmen können und viel effektiver gestalten können?
Horst Hoffmann
: Da stimme ich voll zu!

Zauberspiegel: War dievehemente Einhaltung von Zyklen (die bei Mythor in Anlehnung an  Perry Rhodan wenig Sinn machte) und der ständige ‚Neubeginn‘ der  Serie  (Band 52 oder Band 140) nicht der eigentliche Todesstoß für die  Serie,  was letztendlich zur Abwanderung der Mythor-Leser und zur  Einstellung  der Serie geführt hat?
Horst Hoffmann
: Ich denke, es war eine der Ursachen. PERRY RHODAN war auch damals das Maß aller Dinge, aber was für eine SF-Serie gut ist, muss sich nicht auch einfach so auf Fantasy übertragen lassen.

Zauberspiegel: 1984 stiegen sie mit Mythor Heft # 157 „EXODUS DER DRACHEN“ aus der Serie aus. Was war der Grund für den Ausstieg?
Horst Hoffmann
: Ich hatte aus Rastatt das Angebot bekommen, die neu geschaffene PR- und SF-Redaktion zu leiten, wozu auch MYTHOR gehörte. Allerdings war Bedingung, dass ich mit Romaneschreiben aufhörte. Ich musste mich gleichzeitig auch aus dem ATLAN-Team verabschieden.

Zauberspiegel
: Gibt es ein besonderes Ereignis im Bezug auf Mythor, an das Sie sich heute noch besonders gut erinnern?
Horst Hoffmann
: Ja, eine Konferenz in München, zu deren Beginn W. K. Giesa vor Kurt Bernhardt das mächtige Schwert "Alton" auf den Tisch legte.

Zauberspiegel:
Haben Sie heute noch Kontakte zu Autoren oder Zeichnern aus der Mythor-Zeit?
Horst Hoffmann:
Kaum, gelegentlich zu Hubert Haensel.

Zauberspiegel
: Was machten Sie nach Mythor?
Horst Hoffmann
: Wie gesagt, vier Jahre Redaktion in Rastatt. Danach habe ich hauptsächlich Hörspiele geschrieben, die PR-Lexika gemacht und für Pabel Hefte lektoriert (z.B. Kommissar X). Mit Heft 1564 bin ich dann wieder als Autor bei PR eingestiegen.

Zauberspiegel: Was sind Ihre derzeitigen Projekte?
Horst Hoffmann
: Irgendwie über die Runden zu kommen, bis ich wieder Fuß gefasst habe.

Zauberspiegel: Herr Hoffmann, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.

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Worauf es auch definitiv nicht ankommt sind brillante Kenntnisse der deutschen Rechtschreibung und Grammatik, wobei wir von einer gewissen Mindestqualität der Texte natürlich ausgehen.

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