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Mythor - Die zweite deutsche Fantasy-Serie - Ein Interview mit Udo Linke

Mythor - Die zweite deutsche Fantasy-SerieEin Interview mit
UDO LINKE
 
Die ehemaligen Mythor-Zeichner sind schwer aufzutreiben. Trotz ihrer unbestrittenen Qualitäten. Einige von Ihnen sind lange nicht mehr im 'Geschäft', arbeiten in anderen Bereich des graphischen Gewerbes und wieder andere sind beinahe vollkommen von der Bildfläche verschwunden oder wie Nikolai Luthoin oder Peter Eilhardt verstorben. Mit Hilfe von Horst gelang es mir aber schließlich auch mit Udo Linke in Kontakt zu treten. Und so entstand nachfolgendes Interview.


Zauberspiegel: Herr Linke, können Sie den Lesern des Zauberspiegels kurz etwas über Ihre Person erzählen. Wie sind Sie zum zeichnen gekommen, was waren und sind dabei ihre Vorbilder, was machen Sie beruflich etc.?
Udo Linke:
Ok - Kurzfassung ... Als Teenager war ich von diversen Comiczeichnern beeindruckt und beeinflusst. Vor allem Barrie Smith, Bernie Wrightson und Neal Adams. Hatte aber selber nie echte Ambitionen das Medium betreffend, sondern habe mich immer als Illustrator gesehen.
Habe dann mit Anfang zwanzig eine Ausbildung als Grafik Designer absolviert und anschließend als freier Grafiker und Künstler gearbeitet. Und das tue ich noch heute. Nur sind die Inhalte mittlerweile andere, aber das ergibt sich einfach aus meinen Aufträgen.
Ich arbeite einerseits als Illustrator für Agenturen und mache andererseits freie Arbeiten. Halte beides aber schön getrennt, schafft sonst nur Verwirrung.


Zauberspiegel: Wann und wo wurden ihre ersten Zeichnungen veröffentlicht?
Udo Linke:
Bin mir nicht sicher, verdammt lange her - ich glaube in irgendeiner Publikation von FOLLOW.

Zauberspiegel: Mit dem Heft 7 „DIE PESTSTADT“  gaben Sie 1980 Ihr Mythor-Debüt. Können Sie sich noch daran erinnern, wie sie zur Serie gestoßen sind?
Udo Linke:
Nein. Aber vermutlich haben mich Hubert Strassl oder Helmut Pesch damals gefragt. Denn direkte Kontakte zum Verlag hatte ich ansonsten keinen.

Zauberspiegel: Wie muss man sich die Arbeit als Zeichner an einer Serie wie Mythor vorstellen? Konnte man eigene Ideen einbringen oder mussten sie sich konsequent an die Handlung und Ideen sowie Vorschläge der Autoren halten?
Udo Linke:
Soweit ich mich erinnere, gab es das Manuskript oder zumindest eine Kurzfassung davon und dann habe ich mir eine passende Szene zur Umsetzung ausgesucht.

Zauberspiegel:
Was war Ihre bevorzugte Technik bei der ‚Herstellung‘ der Illustrationen für Mythor? Öl, Blei oder Tusche bzw. Tinte?
Udo Linke:
Oje, das sind Details die mir echt nicht mehr gegenwärtig sind, da ich heute anders arbeite. Zudem habe ich ja nur einige Innenillus erstellt, keine Cover gemalt, mit Öl war da jedenfalls nichts. Habe wohl Bleistiftskizzen erstellt und diese dann mit dünnem Pinsel getuscht.

Zauberspiegel: Wie lange arbeiteten Sie in der Regel an den vier Zeichnungen pro Mythor-Heft?
Udo Linke:
Zu jener Zeit war ich ein fauler Kerl und habe oft sehr schnell und schlampig gearbeitet ohne aber wirklich souveräne Lockerheit zu besitzen. Heute sind meine Arbeitsmoral und Technik sicherlich deutlich besser.

Zauberspiegel:
Kannten sich die Zeichner untereinander und wurden während der Mythor-Zeit Freundschaften geschlossen?
Udo Linke:
Nun, ich kannte einige Leute zumindest flüchtig. Ich hatte beispielsweise schriftlichen Kontakt mit Angelo Boog, und Helmut Pesch kannte ich persönlich, ein netter umgänglicher Mensch. Wirklich befreundet waren wir aber nicht.
Zu Pesch muss ich noch sagen, dass er sicher nicht der talentierteste Zeichner, aber damals viel professioneller und reifer als ich war.


Zauberspiegel:
Haben Sie heute noch Kontakte zu Autoren oder Zeichner aus der Mythor-Zeit.
Udo Linke:
Nein, bin völlig raus aus der Szene, was ich manchmal etwas bedaure. Illustrationen mache ich aber nur noch auf Auftragsbasis, insofern wäre ich für Fanzines uninteressant.
Die Science Fiction- und Fantasy-Conventions fand ich zwar immer sehr unterhaltsam, aber ich weiss gar nicht, ob dergleichen heute noch stattfindet. Und zu Verlagen habe ich kaum Kontakte.


Zauberspiegel: Mit Heft # 31 „DIE GLÜCKSRITTER“ stiegen Sie meines Wissens aus der Heftroman-Serie aus. Was war der Grund dafür?
Udo Linke:
Das weiss ich nicht mehr. Aber ich war damals eben ein ziemlicher Luftikus und hatte keine professionelle Einstellung. Das hat mit Sicherheit in irgend einer Form eine Rolle dabei gespielt.

Zauberspiegel: Sind Sie immer noch als Zeichner tätig. Was sind Ihre derzeitigen Projekte?
Udo Linke:
Man kann mich buchen. Ich arbeite gerne illustrativ und bin heute viel reifer, versierter, zuverlässiger und technisch flexibler als zu meinen Fandom Zeiten.
Allerdings erhalte ich kaum Aufträge, die in vergleichbare Richtungen gehen. Das meiste kommt eben von Werbeagenturen. Meine freien Arbeiten sind weniger illustrativ sondern digitale Grafiken mit erotischem Inhalt: http://udo.linke.googlepages.com

Zauberspiegel: Herr Linke, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen
Udo Linke:
Gern geschehen.

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Worauf es auch definitiv nicht ankommt sind brillante Kenntnisse der deutschen Rechtschreibung und Grammatik, wobei wir von einer gewissen Mindestqualität der Texte natürlich ausgehen.

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