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Rock'n Roll, Kinofilme und ein Buch

Rock'n'Roll, Filme und ein BuchRock'n Roll, Kinofilme und ein Buch

Wer sich gerne (wie ich) der etwas härteren Musik zuwendet und das schon seit den 70er Jahren, der dürfte irgendwann zumindest einmal an der Rock-Gruppe KISS nicht vorbei gekommen sein!

Dabei dürfte man mit Fug und Recht behaupten, dass Gene Simmons und Paul Stanley die eigentlichen Köpfe hinter dieser Band sind. Da trällerte man auf einer Art Panzer, spuckt Blut oder Feuer, da gehen Gitarren in die Luft und bei den Stiefeln hätte ich mir bestimmt nicht nur einmal die Knochen gebrochen.

 

Das Prädikat Selbstdarsteller trifft hier neben Simmons auch auf Stanley zu (was einen Teil des Erfolgs ausmacht). Doch über die Musik hinaus darf Gene Simmons noch an anderen weiteren Fronten zu bestaunen sein - egal ob Kino oder als Autor!

Vorweg gesagt sollte man hier diesen Gene Simmons nicht mit "Jumpin" Gene Simmons verwechseln (*10 Juli 1933 - †29 August 2006), der mit dem Song "Haunted House" einen Erfolg feierte und als Musiker im Bereich Country, Rockabilly und Rock'n Roll tätig war. Etwas haben beide aber doch gemeinsam. Den Spitznamen "Jumpin Gene" erhielt besagter Musiker aufgrund seiner wilden Bühnenpräsenz und da steht ihm Gene Simmons von KISS wirklich in nichts nach!

Gene SimmonsYou want the best? You got the best!
Geboren ist Gene Simmons in Israel wobei er mit der Übersiedlung in die Vereinigten Staaten von Amerika den Namen Gene Klein angenommen hat. Zumindest hört sich das amerikanischer an als Chaim Witz.

Der Beruf des Lehrers dürfte unserem wilden Gene jedoch nicht wirklich gelegen haben und so wurde aus Gene Klein bald Gene Simmons, der mit Paul Stanley die Rock-Gruppe KISS aus der Taufe hob. Eine kleine Geschichte besagt, dass Paul Stanley für diesen Bandnamen verantwortlich ist. Behagte ihm doch Gene Simmons Vorschlag die Gruppe "FUCK" zu nennen nicht wirklich.

Gemeinsam mit Peter Criss und Ace Frehley feierte man ab dann einen gewaltigen Aufstieg, wobei ihr Auftreten (Kostüme und Make Up) und das jahrelange rätseln um ihr wirkliches Aussehen ihren Teil zu beigetragen haben. Als man die Masken ablegte wurde es nach zwei weiteren Erfolgs-LPs dann doch etwas stiller um KISS (wobei hier bekanntlich nicht mehr die Ur-Besetzung antrat). Letzteres änderte sich wieder durch die Reunion der Band Simmons, Stanley, Frehley, Criss und ihr erneutes anlegen von Schminke und Kostümen. Heute ist diese Reunion mit Frehley/Criss selbst wieder Geschichte und damit Schnee von Gestern.

Gene Simmons selbst hatte darüber hinaus seit je her ein Faible für Comics (Eigenproduktion "Dominatrix") und Horrorfilme (gut, Frauen gehörten auch immer zu seinem Hobby), worauf sich seine Maske als "The Demon" ableiten läßt.

Da wundert es nicht, dass KISS nicht nur auf der Bühne sondern auch in diversen Comic-Serien präsent waren. Auf dem deutschen Markt schaffte es hier jedoch erst die Mini-Serie "KISS-Psycho Circus" (Image Comics/1999).

Neben über 75 Millionen verkaufter Platten, wusste Gene Simmons sehr wohl die Marke KISS stets an den Mann zu bringen, denn Gene ist ein Vermarktungsprofi und vom KISS-Kondom bis hin zum KISS-Sarg gibt es so ziemlich alles sofern der Geldbeutel es zuläßt, diverse Werbefilme gleich mit eingeschlossen. Doch Gene Simmons tat nicht nur jede Menge, um die Band zu vermarkten, sondern sich gleich selbst mit.

Dieser Bösewicht fällt auf - garantiert!

Kiss Meets The Phantomns of The ParkHollywood ruft und Gene Simmons folgte dem Rufen nur zu gerne. Schließlich hatte man mit dem Film "KISS- The Phantom of the Park" schon mal vorgelegt. Dabei handelte es sich eher um einen Trash-Movie um die Rock-Gruppe, die dem Bösewicht Abner Deveraux (Anthony Zerbe) mit Gesang und lustigen Aktioneinlagen in einem Freizeitpark das Handwerk legen - putzige Werwolf-Roboter und hübsche Maid (Melissa/Deborah Ryan) sowie KISS-Songs inklusive. Gut, der Film war nicht wirklich der Brüller und auf VHS kam er damals nicht einmal synchronisiert in Deutschland heraus, aber was tut man sich als Fan in seiner Jugend nicht alles an.

Runaway1984 folgte dagegen schon ein anderes Kaliber. Ohne den Rest der Band und ohne Maske erlebte man Gene Simmons als wirklich fiesen Bösewicht (Dr. Charles Luther) in dem Science Fiction-Triller "RUNAWAY - Spinnen des Todes". Luther (Gene Simmons) ist hier eine Art Waffenhändler und Terrorist, der intelligente Geschosse und Roboter zu Tötungsmaschinen umfunktioniert.

Das wiederum gefällt Jack Ramsay (Tom Selleck), einem Cop der auf durchgedrehte Roboter spezialisiert ist, nicht wirklich. Neben Tom Selleck kommen zum Beispiel auch Kirstie Alley als Jackie Rogers und Cynthia Rhodes als Karen Thompson zum Einsatz. Man kann hierzu sagen das Gene Simmons hier gerade auch durch seine Mimik einen perfekten Bösewicht abliefert während sich Tom Selleck in Interviews selbst als KISS-Fan bekannte.

Das ganze spielte sozusagen in der Zukunft (21. Jahrhundert) und wurde von Regisseur Michael Crichton (Regie auch bei WESTWORLD und Autor von JURASSIC PARK) durchaus respektabel umgesetzt.

Lance - Stirb niemals jung1986 wurde Gene Simmons wieder zum Bösewicht, nur durfte er in diesem Science Fiction-Action Movie nicht nur singen, nein, er gab auch gleich einen äußerst schrillen und zuweilen amüsanten Bösewicht zum besten. In "LANCE - STIRB NIEMALS JUNG" (Originaltitel: "NEVER TOO YOUNG TO DIE") spielt Gene Simmons den durchgeknallten Transvestiten Velvet van Ragnar und gleich auch noch den Agenten Carruthers (eigentlich ein und dieselbe Person/Tarnung), der den Superagenten Drew Stargrove (George Lazenby/Ex-James Bond) killt und das Trinkwasser von Los Angeles vergiften will.

Dagegen hat aber Stargroves Sohn Lance (John Stamos) etwas, der gegen Velvet und dessen wildgewordene Rockerbande (erinnert irgendwie an MAD MAX) antritt. Ihm zur Seite steht dabei die Agentin Danja Deering (Vanity), die nicht nur als heißer Blickfang im Film wirkt, sondern auch locker zuschlagen kann.

Daneben hat auch Robert Englund (Freddy Krueger) eine kleine aber feine Rolle. Vanity, selbst damals Sängerin und ehemalige erotische Muse von Pop-Ikone Prince vermochte in einem Interview später zu vermelden, dass ihr bei der Kuss-Szene mit Gene Simmons leicht anders wurde, denn der deutete den Kuss nicht nur an, sondern schob seinen "Waschlappen" gleich bis zu den Mandeln durch...wohl bekommts, die lange Zunge ist nämlich echt!

Der Film selbst ist eher eine Mischung aus poppiger Action, etwas MAD MAX mit durchaus witzigen Momenten und einem netten Schuss Trash, dem man Dank Gil Bettmann (Regie) die 80er Jahre durchgehend ansehen kann. Alleine die Rolle als Transvestit ist dabei einen Hingucker aber wert.

Vom Film-Bösewicht zum Produzenten und Autor

Der ganz große Ruf aus Hollywood blieb jedoch aus und irgendwie war für Gene Simmons die Musik auch immer etwas wichtiger als das Filmgeschäft.

Doch dem Fernsehen blieb er samt Familie durchaus erhalten in der Serie GENE SIMMONS- FAMILY JEWELS, in der er in die Fußstapfen seines Rock-Kollegen Ozzy Osbourne wandelt und aktive Einblicke in sein Privatleben bietet.

Detroit Rock CotyBleibt bei alldem jedoch noch der Film DETROIT ROCK CITY von 1999 unter der Regie von Adam Rifkin zu erwähnen.

Ein Kassenstürmer war auch dieser Film nicht unbedingt, doch wer auf eine hübsche KISS-Fan-Story steht, die nicht ernst genommen werden will, dafür aber witzig unterhält, der dürfte hier kaum einen Fehler machen wenn er sich den Film ansieht. Zu gefallen weiß dieser Film durchaus und ist recht kurzweilig. Wie gesagt, kein Blockbuster, aber für eine Produktion seitens Gene Simmons höchst persönlich, nicht schlecht. Der Film selbst kommt bei seinen 95 Minuten fast (bis auf das Ende) ohne die Gruppe KISS aus.

Geht es doch vielmehr um vier Teenager die unbedingt auf ein KISS- Konzert wollen. Nur blöde das eine Mutter die Gruppe und die Musik für Teufelswerk hält und die Eintrittskarten verbrennt. Flugs macht man bei einem Radio-Gewinnspiel mit, um so doch noch die begehrten Karten zu bekommen.

Die US-AusgabeToll - man gewinnt sogar, wäre man nur nicht so blöde und lege den Telefonhörer auf, bevor man Name und Anschrift als Gewinner durchgegeben hat! Doch man gibt nicht auf, reist trotzdem zum Konzert, legt sich mit Rock-feindlichen Discofans an, lässt sich verprügeln oder versucht in einer Männer-Strip-Bar das nötige Kleingeld für die Konzertkarten von notgeilen älteren Damen zu erhalten. Die Hürden sind für die Jungs hoch, doch letztendlich geht es ab zum Konzert der "heißesten Band der Welt - KISS". Neben Edward Furlong runden Guiseppe Andrews, James DeBello und Sam Huntington diese durchaus witzige Truppe ab.

Gene Simmons wäre aber nicht Gene Simmons wenn er nicht auch als Autor seine Fans in die Welt von KISS, Erfolg, Geld und Sex einführen wöllte. Wer also wissen möchte wie man am besten jedes PLAYBOY-Bunny ins Bett bekommen kann, wie man aus allem noch Kapital schlägt und dabei zu einem glücklichen Rock-Star mutiert, dem sei das Buch "GENE SIMMONS: SEX MONEY KISS" für schlappe 12,- Teuro aus dem Heyne Verlag (Random House) ans Herz gelegt (Heyne-Hardcore/ISBN: 978-3-453-67578-0). Muß ich hier eigentlich noch sagen das dieses Buch unabdingbar für jeden KISS-Fan ist? Schließlich braucht jeder seine "Bibel"! Spaß beiseite - Ernst komm raus...das Buch macht wirklich Spaß zu lesen und das sage ich hier mal nicht nur als Fan.

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